{"id":239,"date":"2024-01-16T11:13:42","date_gmt":"2024-01-16T10:13:42","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/gruppefuenf\/?p=239"},"modified":"2024-01-27T16:41:36","modified_gmt":"2024-01-27T15:41:36","slug":"im-rausch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/gruppefuenf\/2024\/01\/16\/im-rausch\/","title":{"rendered":"Im Rausch (SL_B4)"},"content":{"rendered":"<p>Das erste mal, das ich mit Rauschmitteln in Kontakt gekommen bin, war als ich meine Freundin zuhause besuchte und ihr Mutter rauchend auf der Terrasse sa\u00df. Ich hasste den Geruch, lie\u00df es mir auch anmerken, was sie im Gegenzug zum Lachen brachte. Zigaretten sind so allgegenw\u00e4rtig, man vergisst mal schnell wann man eigentlich angefangen hat sie nicht mehr als unangenehm wahrzunehmen. Ich kenne niemanden der Zigarettengeruch gut fand, als er\/sie ihn zum ersten Mal gerochen hat.<br \/>\nDas n\u00e4chste mal war, als auf einmal alle eine Shisha wollten. Das war erst mal nicht so schlimm, die rochen ja gut. Nach k\u00fcnstlicher Wassermelone und k\u00fcnstlichem Apfel und k\u00fcnstlichen Erdbeeren. Mein Hals kratzte aber trotz der Wassermelone immer am n\u00e4chsten Morgen wie bl\u00f6d. Ich rauchte \u00a0trotzdem weiter mit, weil es ja alle anderen auch machten.<br \/>\nDas war im Sommer. Ich kaufte mit sogar mit einer Freundin zusammen eine eigene Shisha und f\u00fchlte mich sehr erwachsen. Nach diesem Sommer hab ich sie nie wieder gesehen oder benutzt. Damit war die Geschichte zwischen dem Rauchen und mir mehr oder weniger beendet.<br \/>\nZur \u00e4hnlichen Zeit fingen au\u00dferdem alle an, Alkohol zu trinken. Das tue Ich auch bis heute, obwohl eine kleine Stimme in meinem Hinterkopf immer sagt \u201cirgendwann h\u00f6r ich ganz damit auf\u201d.<\/p>\n<p>Diese legalen Rauschmittel sind die, die welche uns vielleicht am ehesten einfallen wenn wir dar\u00fcber nachdenken.<\/p>\n<p>Es brauchte eine Weile f\u00fcr mich um zu realisieren, das ich w\u00e4hrend dieser ganzen Zeit, einem weiterem Rauschmittel verfallen war.<br \/>\nMusik.<\/p>\n<p>Musik kann und in eine Trance versetzen, genau so wie andere Rauschmittel. Allerdings schadet sie deinem K\u00f6rper um einiges weniger und auch der Suchtfaktor ist nicht ganz so schlimm.<br \/>\nMusik spielt mit unseren Emotionen, schmei\u00dft sie in die Luft, wirbelt sie im Kreis, bet\u00e4ubt unsere Sinne. Dann l\u00e4sst sie sie fallen und auf dem Boden liegen, ertr\u00e4nkt sie in Tr\u00e4nen und Wut. Reicht ihnen eine helfende Hand und st\u00fctzt sie auf, mit warmen Ber\u00fchrungen und Worten.<br \/>\nMusik versteht uns, ist immer f\u00fcr uns da, besonders in heutiger Zeit mit Musik Apps, online Browsern und Entertainment Plattformen, in Filmen und Videoclips. Sie ist in Superm\u00e4rkten, auf dem Weg zur Schule\/ Uni\/ Arbeit, in Wartezimmern, auf M\u00e4rkten und in manchen Restaurants. Musik versteht uns. Und wir verstehen Musik.<br \/>\nWir wissen, wenn wir feiern wollen, wird wilde Musik gespielt, die zum Tanzen anregt. Wenn wir alleine gem\u00fctlich zuhause sind, h\u00f6ren wir ruhige Musik ind wenn sir traurig sind, hilft uns langsame Musik unsere Emotionen auszudr\u00fccken und manchmal \u00fcber sie hinweg zu kommen. Wir entscheiden welche Musik uns wohin begleitet. Aber eben doch nicht immer. Musik versteht uns, aber wir verstehen eben auch Musik.<br \/>\nWerbung ist mit Musik hinterlegt, die uns nostalgisch macht, zum Kaufen anregt, in Superm\u00e4rkten gibt es eine genau Lautst\u00e4rke und popul\u00e4re Songs, die genutzt werden um unser Kauferlebnis so angenehm wie m\u00f6glich zu machen, in der Hoffnung das wir mehr kaufen und wiederkommen wenn wir mehr brauchen. Und es funktioniert. Filmemacher*innen wissen genau welche Musik, wann gespielt werden muss, um uns voll und ganz in den kreierten Welten versinken zu lassen (in den meisten F\u00e4llen zumindest\u2026).<br \/>\nMusik kann eine ganze Situation ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Selbstexperiment: Schau eine Filmszene deiner Wahl erst ohne Musik und dann mit an. Erst mit musik, die deines Ermessens nach gut zu Szene passt, dann mit Musik die nicht dazu passt, oder einfach in einem ganz anderen Genre liegt.<\/p>\n<p>Bilder, gepaart mit Musik, bringen unsere Emotionen auf ein h\u00f6heres Erlebnis als ohne Musik. Wir werden mit zwei Sinnen anstatt einem in die Szene gezogen. Das funktioniert auch im echten Leben. Eine Busfahrt hat ein anderes Gef\u00fchl wenn man sich die vorbeifliegende Landschaft zu Musik ansieht.<\/p>\n<p>Musik ist das beste Rauschmittel, sie ist Immer f\u00fcr uns da und es ist unsere Entscheidung wie sie uns f\u00fchlen lassen soll. Es gibt so viele M\u00f6glichkeiten sie Ma\u00dfzuschneidern. Wenn nicht sogar selber komponiert wird, hat es eine andere Person sicher schon vor uns gemacht und wir m\u00fcssen sie nur finden. Und selbst dann ist es eine unglaublich pers\u00f6nliche Angelegenheit, weil sie so nah an unseren Emotionen liegt, uns so leicht f\u00fchlen lassen kann.<\/p>\n<p>Und das ist es ja was wir mit anderen Rauschmitteln erreichen wollen, diese Leichtigkeit, Freiheit, manchmal Pause von der Welt. Musik schafft das mit einem Klick und am Ende findet man sogar noch Gleichgesinnte, die genauso in der gleichen Musik aufgehen.<\/p>\n<p>Musik versteht uns, wir verstehen Musik.<br \/>\n(\u00fcbrigens liest sich dieser Text so viel besser w\u00e4hrend man Musik h\u00f6rt \ud83d\ude09 )<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das erste mal, das ich mit Rauschmitteln in Kontakt gekommen bin, war als ich meine Freundin zuhause besuchte und ihr Mutter rauchend auf der Terrasse sa\u00df. Ich hasste den Geruch, lie\u00df es mir auch anmerken, was sie im Gegenzug zum Lachen brachte. 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