{"id":50,"date":"2024-08-23T14:28:20","date_gmt":"2024-08-23T12:28:20","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/greta3\/?p=50"},"modified":"2024-08-23T14:32:55","modified_gmt":"2024-08-23T12:32:55","slug":"abschlussreflexion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/greta3\/2024\/08\/23\/abschlussreflexion\/","title":{"rendered":"Abschlussreflexion"},"content":{"rendered":"<h1 class=\"western\">Abschlussreflexion<\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'New times roman';font-size: 12pt\">Zu 1.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'New times roman';font-size: 12pt\">Die Frage, wie politisch darf ich als Lehrerin sein, hat mich schon l\u00e4nger besch\u00e4ftigt. Die Vorlesung \u201eDarf ich als Lehrer*in meine Meinung sagen?\u201c hat mir Aufschluss auf diese Frage gegeben.. Der Beutelsbacher Konsens ist ein Konzept, welches die Meinungs\u00e4u\u00dferungen von Lehrer*innen einordnet. Als Lehrkraft sollte man die Sch\u00fcler*innen nicht mit der eignen Meinung \u00fcberw\u00e4ltigen. Es gibt einen Unterschied zwischen politischer Bildung und Indoktrination von subjektiven Meinungen. Die Schule hat die Aufgabe Sch\u00fcler*innen eine gewisse demokratische M\u00fcndigkeit zu vermitteln (vgl. Wehling 1977, S. 179f.). Das indoktrinieren von Inhalten kurbelt dagegen nicht das eigene Denken an und schw\u00e4cht das Demokratieverst\u00e4ndnis. Ein weiterer Aspekt des Beutelsbacher Konsens ist dass, Lehrer*innen verschiedene Auffassungen neben ihrer eigenen in den Unterricht einbringen sollten. Gibt es beispielsweise ein aktuelles politisches Thema, wo unterschiedliche Seiten an der Diskussion beteiligt sind, dann ist es wichtig dieses Thema auch kontrovers im Unterricht erscheinen zu lassen (vgl. Wehling 1977, S. 179f.).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'New times roman';font-size: 12pt\">Ich studiere Geschichtswissenschaften auf Lehramt. Dieses Fach setzt sich neben Politik auch h\u00e4ufig mit politischen Themen auseinander. Durch Unterrichtseinheiten in denen man mit den Sch\u00fcler*innen \u00fcber Diktaturen spricht, kann man eine Verbindung zu Meinungsbildung ziehen. Der Vergleich zwischen einer Demokratie und einer Diktatur zeigt, wie leicht Macht ausgenutzt werden kann und warum verschiedene Meinungen in einer Diskussion zugelassen werden sollten. Au\u00dferdem ist es wichtig den Sch\u00fcler*innen zu vermitteln, ihren eignen Standpunkt zu hinterfragen. Menschenrechtsverletzende Standpunkte haben im Unterricht und in einer Demokratie dagegen keinen Platz.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'New times roman';font-size: 12pt\">Der Zero-level-divide ist ein Konzept, welches besonderes Interesse bei mir geweckt hat. Das Internet ist aus dem Leben in Deutschland und in vielen anderen L\u00e4ndern kaum noch wegzudenken. <span style=\"color: #000000\">Lehrer*innen wie auch Sch\u00fcler*innen ziehen einen Gro\u00dfteil ihrer Information aus dem Internet. Umso wichtiger wird es auch werden die Systeme des Internets zu hinterfragen. <\/span><span style=\"color: #000000\">Der Zero-level-divide beschreibt die Ungleichheiten im Netz, welche h\u00e4ufig nicht einsehbar sind, weil sie im jeweiligen Code der Programme verborgen liegen (vgl. Klein; Iske 2016, S.53). Im Fach Kunst k\u00f6nnte man eine Unterrichtseinheit diesem Thema widmen. Sch\u00fcler*innen k\u00f6nnten z.B. ihre Vorschl\u00e4ge in Apps miteinander vergleichen, oder einen neuen Account auf einer Plattform erstellen und schauen in welche Filterblasen, sie m\u00f6glicherweise gezogen werden. Die \u00e4sthetische Forschung bietet Sch\u00fcler*innen viel Freiraum im Forschen und der Umsetzung in ein k\u00fcnstlerisches Ergebnis. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'New times roman';font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">Zu 2.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'New times roman';font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">Obwohl ich nur mit der Sprache Deutsch aufgewachsen bin, ist mir besonders durch Praxiserfahrungen in der Schule bewusst geworden, wie wichtig es ist die Mehrsprachigkeit von Sch\u00fcler*innen in den Vordergrund zu r\u00fccken. Schon als Grundsch\u00fclerin ist mir aufgefallen, dass Kinder f\u00fcr ihren Akzent diskriminiert wurden. Bis heute hat ein gro\u00dfer Anteil von den Kindern, welche Deutsch als Zweitsprache lernen einen Nachteil in den Bildungschancen gegen\u00fcber monolingualen deutschsprachigen Kindern (vgl. Ziegler; K\u00f6pcke 2015, S. VI | Vorwort). <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'New times roman';font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">In meiner eignen Schulzeit war mir nicht bewusst, wie sehr Mehrsprachigkeit das Leben meiner Mitsch\u00fcler*innen pr\u00e4gt. Es wurde nie im Unterricht erw\u00e4hnt und die M\u00f6glichkeit Texte auf einer anderen Sprache als Deutsch oder Englisch zu lesen, wurde auch nie \u00fcberhaupt als M\u00f6glichkeit in den Raum gestellt. Mehrsprachigkeit ist h\u00e4ufig unsichtbar und anstatt einer Chance wird h\u00e4ufig ein Hindernis aus ihr gemacht (vgl. Daase 2023, S. 70). Ich pers\u00f6nlich finde Mehrsprachigkeit sehr interessant. Es ist eine Ressource, die Sch\u00fcler*innen eigentlich einen Vorteil einbringt, vor allem im sp\u00e4teren Arbeitsleben oder auf Reisen. Es ist wichtig Mehrsprachigkeit mehr in die Mitte von Schule zu r\u00fccken. Es gibt viele M\u00f6glichkeiten den Unterricht mit Mehrsprachigkeit zu gestalten. Beispielsweise k\u00f6nnte jedes Kind ein kurzes Gedicht auf seiner Lieblingssprache mitbringen und man k\u00f6nnte in einem weiteren Schritt mit \u00dcbersetzung und Analyse mit diesen Gedichten weiterarbeiten. Zwischen Sch\u00fcler*innen w\u00fcrden dadurch Gespr\u00e4che entstehen und die Mehrsprachigkeit w\u00fcrde langsam ein wenig sichtbarer werden. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'New times roman';font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">Zu. 3. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'New times roman';font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">Im weiteren Studiumsverlauf w\u00fcrde ich gerne noch mehr \u00fcber k\u00fcnstliche Intelligenz im Unterricht erfahren. Durch die Vorlesung konnte ich viele Vorteile von dem Einsatz von KI im Unterricht mitnehmen, jedoch entwickelt sich die KI so rasant weiter, dass ich glaube, dass der negative Einfluss noch mehr zunehmen k\u00f6nnte. Populismus und Fake-News im Zusammenhang mit KI w\u00fcrde mich noch sehr interessieren. In Zukunft werden KIs so realistische Bilder generieren k\u00f6nnen, dass diese m\u00f6glicherweise den Geschichts- und Politikunterricht beeinflussen k\u00f6nnten. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'New times roman';font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">Ebenfalls w\u00fcrde ich gerne noch mehr \u00fcber Rassismus und Diskriminierungspr\u00e4vention lernen. Als Sch\u00fclern ist mir aufgefallen, dass selbst Interessen, welche sich nicht im Mainstream bewegen, zu Ausgrenzung gef\u00fchrt haben. Eine ehemalige Mitsch\u00fclerin von mir welche in ihrer Freizeit Cosplay als Hobby betrieben hatte, wurde z.B. aus diesem Grund stark ausgegrenzt. <\/span><\/span><\/p>\n<h3 class=\"western\"><span style=\"font-family: New times roman\"><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: medium\">Literaturverzeichnis<\/span><\/span><\/span><\/h3>\n<p><span style=\"color: #000000;font-size: 12pt\"><span style=\"font-family: New times roman\">&#8211; Daase, Andrea: Migrationsbezogene Mehrsprachigkeit und Deutsch als Zweitsprache in der Schule, in: Georgi, Viola B., Karakasuglu, Yasemin: Allgemeinbildende Schulen in der Migrationsgesellschaft. Diversit\u00e4tssensible Ans\u00e4tze und Perspektiven, Stuttgart 2023, S. 70.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;font-size: 12pt\"><span style=\"font-family: New times roman\">&#8211; Versta\u0308ndig, D., Klein, A.; Iske, S.: Zero-Level Divide: neues Netz und neue Ungleichheiten 2016.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;font-size: 12pt\"><span style=\"font-family: New times roman\">&#8211; Wehling, Hans-Georg: Konsens \u00e0 la Beutelsbach? Nachlese zu einem Expertengespr\u00e4ch. In: Siegfried Schiele und Herbert Schneider (Hg.): Das Konsensproblem in der politischen Bildung. Stuttgart 1977, S. 173-184. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;font-size: 12pt\"><span style=\"font-family: New times roman\">&#8211; Ziegler, Arne; K\u00f6pcke, Klaus-Michael: Deutsche Grammatik in Kontakt. Deutsch als Zweitsprache in Schule und Unterricht, in: In: Linguistik \u2013 Impulse und Tendenzen, Bd. 64 Graz, M\u00fcnster 2015, S. VI Vorwort.<\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Abschlussreflexion &nbsp; Zu 1. Die Frage, wie politisch darf ich als Lehrerin sein, hat mich schon l\u00e4nger besch\u00e4ftigt. Die Vorlesung \u201eDarf ich als Lehrer*in meine Meinung sagen?\u201c hat mir Aufschluss auf diese Frage gegeben.. Der Beutelsbacher Konsens ist ein Konzept, welches die Meinungs\u00e4u\u00dferungen von Lehrer*innen einordnet. 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