Die Lehrerin handelt meiner Meinung nach sehr unprofessionell, da sie eine Gruppe von SchülerInnen auf stereotypisierende Weise auf ihr Herkunftsland begrenzt. Sie erwartet, dass die Gruppe aufgrund ihrer Nationalität eher auf ein Ergebnis oder eine Idee kommen sollte als Andere und stellt damit unterschiedliche Ansprüche an die SchülerInnen ihrer Klasse. Menschen eines bestimmten Herkunftslandes sollten nicht pauschalisiert werden, indem man ihnen bestimmte Eigenschaften und Sichtweisen zu schreibt.
Ich könnte mir gut vorstellen, dass die Lehrerin hier gar keine diskriminierende Absicht hatte. Sie wollte vielleicht lediglich einen interkulturellen Aspekt miteinbeziehen. Wenn sie kulturelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede thematisieren möchte, könnte sie eher Fragen stellen, zu der SchülerInnen dann freiwillig Erfahrungen und Ideen mit einbringen könnten.
Wir alle haben von Menschen unterschiedlicher Nationen, Religionen, Szenen, usw. erst einmal ein Bild im Kopf und eventuell auch gewisse Vorurteile. Es ist wichtig, sich diesen Vorurteilen bewusst zu werden und sensibel zu werden, sie zu erkennen. Wir sollten nicht, wie die Lehrerin im Beispiel, Menschen in ein kulturelles Muster einordnen und ihn darauf begrenzen. Nur dann können wir unsere Haltung öffnen und versuchen, jeden Menschen als Individuum entgegenzutreten.