9.Beitrag – Offener Unterricht

Aufgabe 1

 

Durch einen offenen Unterricht werden den einzelnen SUS Freiräume und Chancen ermöglicht. Die Kinder können selbst frei wählen zu welchen Zeit sie welche Aufgaben bearbeiten, wobei die Aufgaben individuell, je nach Leistungsstand, Interesse, usw. bearbeitet werden können. Das selbstständige Arbeiten, die Teamfähigkeit sowie die Motivation kann durch die Miteinbeziehung der Interessen gefördert werden. Die Theorie des offenen Unterrichts hört sich, gerade für eine heterogene Klasse, sehr vielversprechend an. Doch es gibt auch einige Schwierigkeiten, die ich mithilfe eines Beispiels erläutern möchte.

Eine Integrierte Gesamtschule in meiner Umgebung arbeitet ebenfalls mit offenen und selbstständigen Unterrichtsformen. Die SUS können selbstständig und in ihrem eigenen Tempo an den Unterrichtsthemen arbeiten. Es gibt einen „Matheraum“ und einen „Deutschraum“ zwischen denen sie in bestimmten Unterrichtsstunden frei wählen können. Allerdings wird von der Lehrkraft darauf geachtet, dass jeder/jede SchülerIn mindestens einmal wöchentlich Mathe bzw. Deutsch macht. Die SUS können dann selbst entscheiden, wann sie mit einem Thema so vertraut sind, sodass sie eine „Lernkontrolle“ ablegen können.

Diese offene Unterrichtsgestaltung klingt sehr vielversprechend. Jedoch weiß ich aus meinem Bekanntenkreis, dass es in der Praxis teilweise ganz anders ablaufen kann, als von der Schule geworben wird. Tatsächlich haben Kinder vereinzelt seit mehr als 6 Wochen keinen Matheunterricht mehr gehabt oder sie „trödeln“ mit Absicht in den Stunden herum, da sie genau wissen, dass sie den Termin der Überprüfung selbst frei wählen können. Dieses Beispiel zeigt ganz deutlich, dass das selbstständige Arbeiten an offenen Aufgaben erlernt und geübt werden sollte. Kinder, die das System der selbstständigen Arbeit nicht von Klein auf kennen, könnten überfordert mit der Situation sein und müssen sich erst einmal daran gewöhnen. Andere Kinder müssten lernen, dass sie die Inhalte nicht nur für die Überprüfung lernen, sondern für sich und ihre Zeit sinnvoll einteilen.

Es muss außerdem beachtet werden, dass eine einzige Lehrperson nicht gleichzeitig überprüfen kann, ob alle Kinder tatsächlich arbeiten. Zudem könnte die Korrektur der Aufgaben mehr Zeit in Anspruch nehmen, da es bei offenen Aufgaben keine einheitliche Musterlösung gibt, sondern vielfältige Lösungswege.

Trotz vieler Aspekte, die zu beachten sind, halte ich offene Aufgaben für sehr sinnvoll, da nicht nur das rein fachliche gelernt wird. Auch die Problemlösungsstrategien oder die Kreativität können gefordert werden und die Aufgaben können individuell bearbeitet werden, sodass das einzelne Kind im Vordergrund steht.

Beitrag 2.06. Arbeitsfelder einer Lehrkraft

Aufgabe 2.)

 

Die Aufgaben einer Lehrkraft sind heutzutage nicht mehr nur das Unterrichten. Viele weitere Aufgaben fallen in das Arbeitsgebiet einer inklusiven Lehrkraft, wie zum Beispiel die Förderung der sozialen Kompetenzen, das intensivere Vor- und Nachbereiten einer Stunde, aber auch organisatorische Aufgaben.

Bezieht man sich auf den Leistungsstand, so kann in einer inklusiven Klasse eine stärkere Heterogenität wahrgenommen werden. Für die Lehrkraft bedeutet das, zunehmend auf Differenzierungsmöglichkeiten zu achten, da nicht alle Kinder zur gleichen Zeit das gleiche leisten können. Das einzelne Kind rückt stärker in den Vordergrund, was, durch die stärkere Individualisierung der Aufgaben, mehr Zeit für die Lehrkraft in Anspruch nimmt. Das Eingehen auf jeden/jeder SchülerIn in einer Klasse ist häufig nicht von einer Lehrkraft zu schaffen. Eine Unterrichtung in Teams wäre daher aus Sicht der Inklusion sinnvoll. Obwohl hier zu beachten gilt, dass auch eine gemeinsame Planung des Unterrichts mehr Zeit und Aufwand in Anspruch nehmen kann.

Die Umsetzung eines besseren Personalschlüssels gelingt nur sehr schwerfällig, da leider noch zu wenig Geld in die Bildung, und damit in unsere Zukunft, investiert wird.

6. Beitrag – Aufgabe 1

1.)

Ich habe mich für eine Beispielaufgabe im Unterrichtsfach Mathematik entschieden, die in der Grundschule durchgeführt werden kann. Inhalt der Stunde sind sogenannte „Entdeckerpäckchen“. Entdeckerpäckchen sind eine Reihe von Aufgaben, bei denen Kinder Zusammenhänge und Rechenstrategien entdecken können. Ziel der Entdeckerpäckchen ist nicht nur das Ausrechnen, sondern auch das Kommunizieren über Auffälligkeiten und Vermutungen/Beweise, warum es so ist. Ein Beispiel für ein Entdeckerpäckchen wäre:

57-36=

59-36=

61-36=

63-36=

usw.

Kindern fällt oft ein Zusammenhang auf, allerdings haben sie beim Erklären Probleme. Gerade Kinder mit sprachlichen Schwierigkeiten haben häufig Ausdrucksprobleme.

Eine Ergänzungsaufgabe zur Sprachhilfe kann ein „Wortspeicher“ sein. Vor der Bearbeitung können bestimmte Formulierungen wie „…wird immer um … größer“, „… verändert sich nicht“ usw. gemeinsam aufgeschrieben werden. Die Formulierungen können außerdem als Hilfestellung auf dem Arbeitsblatt stehen.

Meiner Meinung nach ist diese Art von Unterstützung sehr sinnvoll und hilfreich. Auch Kinder mit sprachlichen Schwierigkeiten können so, genauso wie alle anderen, die gleichen Aufgaben bearbeiten und mit dieser Hilfe erklären, was ihnen auffällt.

Beitrag „doppelte Heterogenität“

Aufgabe 1.)

Die doppelte Heterogenität meint, dass neben dem sozialen Faktor auch eine fachliche Heterogenität besteht. Die fachliche Heterogenität bedeutet, dass die SchülerInnen zu Begriffen unterschiedliche Vorstellungen und Sichtweisen haben.

Ich betrachte nun den Religionsunterricht in der Grundschule, in dem beispielsweise das Thema „Engel“ durchgenommen wird.

Nicht nur im Christentum, auch in den meisten anderen Religionen spielen Engel eine Rolle. Jedes Kind mag unterschiedliche Vorstellungen haben, wie Engel aussehen, was ihre Aufgaben sind oder ob sie überhaupt existieren. Ein Kind assoziiert mit dem Begriff vielleicht eine biblische Geschichte, in der ein Engel eine Botschaft überbringt. Andere Kinder könnten das Bild eines „lieben“ und eines „bösen“ Engels im Kopf haben, die auf beiden Schultern sitzen und einem liebe bzw. böse Dinge ins Ohr flüstern, wie es auch häufig im Kinderfernsehen dargestellt ist.

Jedes Kind sollte seine eigenen Vorstellungen nennen können, die auch innerhalb einer Religionszugehörigkeit stark variieren können. Anschließend kann geschaut werden, wie die unterschiedlichen Religionen Engel erklären und darstellen. Durch die unterschiedlichen Assoziationen kann die doppelte Heterogenität positiv genutzt werden. Es kann ein lebendiger Austausch und eine Diskussion entstehen, in der die SchülerInnen ihre Vorstellungen reflektieren und erweitern können.

Beitrag 28.04.

2.)

Der RU ist nach Artikel 7 an allen öffentlichen Schulen ein ordentliches Lehrfach. Die jeweiligen Religionsgemeinschaften bestimmen dabei die Inhalte, um die Neutralität des Staates zu bewahren. Der Staat hat lediglich das Aufsichtsrecht. In fast allen Bundeländern wird der RU nach Konfessionen, häufig evangelisch und katholisch, getrennt und unterrichtet. Doch wenn man heutzutage einen Blick in die Klassenzimmer wirft, wird man weit mehr Religionsgemeinschaften als nur die evangelische und katholische vorfinden, sondern eine große Vielfalt, vor allem viele muslimische oder auch jüdische Kinder.

Ausnahmen für den konfessionsgebundenen RU bilden in Deutschland Bremen, Berlin und Brandenburg, die sich durch die Bremer Klausel von Art. 7 befreien können.

Diesen konfessionsungebundenen Unterricht empfinde ich als sehr gut und sinnvoll. SchülerInnen sollten nicht nach Religionszugehörigkeit getrennt unterrichtet werden, da so das Fremde nur noch „fremder“ wird und die Andersartigkeit (in negativen Sinne) betont wird. In einen gemeinsamen Unterricht können sich SchülerInnen verschiedenster Kulturen austauschen und anhand von „Liveberichten“ erfahren, was Unterschiede und vor allem auch Gemeinsamkeiten sind. Das persönlichere Gespräch, bei dem nachgefragt werden kann weckt vermutlich mehr Interesse als ein Artikel über andere Religionen im Schulbuch. Die SchülerInnen können das vorher vielleicht noch „Unbekannte“ kennenlernen, sie können über Ansichten zu verschiedenen Themen diskutieren und so auch die eigene Meinung und Persönlichkeit entwickeln.

Beitrag 21.04. Interkulturelle Bildung

Die Lehrerin handelt meiner Meinung nach sehr unprofessionell, da sie eine Gruppe von SchülerInnen auf stereotypisierende Weise auf ihr Herkunftsland begrenzt. Sie erwartet, dass die Gruppe aufgrund ihrer Nationalität eher auf ein Ergebnis oder eine Idee kommen sollte als Andere und stellt damit unterschiedliche Ansprüche an die SchülerInnen ihrer Klasse. Menschen eines bestimmten Herkunftslandes sollten nicht pauschalisiert werden, indem man ihnen bestimmte Eigenschaften und Sichtweisen zu schreibt.

Ich könnte mir gut vorstellen, dass die Lehrerin hier gar keine diskriminierende Absicht hatte. Sie wollte vielleicht lediglich einen interkulturellen Aspekt miteinbeziehen. Wenn sie kulturelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede thematisieren möchte, könnte sie eher Fragen stellen, zu der SchülerInnen dann freiwillig Erfahrungen und Ideen mit einbringen könnten.

Wir alle haben von Menschen unterschiedlicher Nationen, Religionen, Szenen, usw. erst einmal ein Bild im Kopf und eventuell auch gewisse Vorurteile. Es ist wichtig, sich diesen Vorurteilen bewusst zu werden und sensibel zu werden, sie zu erkennen. Wir sollten nicht, wie die Lehrerin im Beispiel, Menschen in ein kulturelles Muster einordnen und ihn darauf begrenzen. Nur dann können wir unsere Haltung öffnen und versuchen, jeden Menschen als Individuum entgegenzutreten.

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