{"id":21,"date":"2024-02-10T13:35:00","date_gmt":"2024-02-10T12:35:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/fotografieinprotesten\/?p=21"},"modified":"2024-02-14T00:42:04","modified_gmt":"2024-02-13T23:42:04","slug":"geschichte-des-protests","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/fotografieinprotesten\/2024\/02\/10\/geschichte-des-protests\/","title":{"rendered":"Geschichte des Protests"},"content":{"rendered":"<p>Um der Geschichte der Protestfotografie auf den Grund zu gehen, m\u00f6chte ich mich zuerst mit der Geschichte der Proteste generell auseinandersetzen. Das Wort \u201eProtest\u201c wird, wie so viele, aus dem lateinischen \u201eprotestari\u201c abgeleitet, was \u201e\u00f6ffentlich bezeugen\u201c bedeutet. Seine eigene oder die Meinung einer anderen Person \u00f6ffentlich zu unterst\u00fctzen und damit bestimmten Ma\u00dfnahmen zu widersprechen. Vor allem im Politischen Kontext.<\/p>\n<p>Bereits in der Antike lassen sich aufschriebe von Protesten finden. Die sogenannten Kyniker bildeten eine Protestbewegung, welche die philosophischen Ziele verfolgten, ein mit dem Universum harmonisches Leben im Fortschritt der Menschen zu gestalten. Diese Idee stand damals eindeutig gegen die sozialen Gepflogenheiten, keinen Respekt gegen\u00fcber den Sitten und Gebr\u00e4uchen zu Zeigen. Bekannter Vertreter dieser Werte war Diogenes von Sinope, ein Lebensphilosoph und Provokateur.<\/p>\n<p>Auch in folgenden Zeitaltern wie dem Mittelalter, gab es wiederholt Protestbewegungen. \u00c4hnlich wie jetzt zur Zeit, gab es Bauernunruhen\/ Bauernproteste, bei welchen das Volk seine Unzufriedenheit, mit der Art und weise wie regiert wurde, ausdr\u00fcckten. Allerdings weit gewaltbereiter, als Druckmittel in teilweise performativen Taten, aber auch willk\u00fcrlich, gegen Personen und Geb\u00e4ude gerichtet. Doch auch weniger aggressive Formen des Protests, wie performatives Wildern. Die Proteste entstanden durch Ressourcenkonflikte, Steigerungen der Abgabenlasten und vermehrten Frondiensten (pers\u00f6nliche Dienstleistungen) gegen\u00fcber dem Adel.<\/p>\n<p>Auch k\u00fcnstlerisch wurden Proteste unterst\u00fctzt, durch Liedtexte und Performances auf B\u00fchnen.<\/p>\n<p>Auf kreative Art und weise f\u00fcr eine Bestimmte Meinung einzustehen oder sie darzustellen, setzt sich durchlaufend in der Geschichte fort<\/p>\n<p>Ein sehr bewegendes Beispiel daf\u00fcr ist das \u00d6l- Gem\u00e4lde \u201eA Hugenot, on St. Bartholomew`s Day\u201c von John Everett Millais.<\/p>\n<p>Der ganze Titel des Gem\u00e4ldes ist \u201e A Hugenot, on St. Bartholomew`s Day, Refusing to Shield Himself from Danger by Wearing the Roman Catholic Badge\u201c und soll einen Moment darstellen, der kurz vor dem blutigen Massaker am St. Bartholom\u00e4ua Tag an den protestantischen Hugenotten stattfindet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-84\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/protestfotografie\/files\/Huguenot-195x300.jpg\" alt=\"\" width=\"282\" height=\"434\" \/><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 8pt\">https:\/\/historicallyobsessed.blogspot.com\/2010\/05\/hfbrt-sundays-art-huguenot-pre.html<\/span><\/p>\n<p>Dieses Bild wird zum Romantizismus (welcher oft Sehnsucht und Streben darstellt) kategorisiert, es zeigt einen trotzigen Charakter, nicht zuletzt durch die Aktionen der dargestellten Charaktere. Eine christliche Frau versucht ihrem Geliebten eine wei\u00dfe Binde um den Arm zu binden. Diese stand damals als ein Zeichen der Solidarisierung mit der katholischen Kirche, und war somit ein Schutz vor den brutalen Meuten, welche Jagd auf die franz\u00f6sischen Hugenotten machten. Der Geliebte jedoch, hindert sie sanft daran, indem er das Band weg zirht. Der Akt des Protestes des Liebhabers steht klar im Bild und \u00fcbermittelt die Verzweiflung des Momentes. Doch auch die alleinige Aktion ein Bild aus der dargestellten Sicht zu malen, dr\u00fcckt Solidarit\u00e4t mit den Hugenotten aus und gleichzeitig verurteilt der Maler die monstr\u00f6sen Taten der katholischen Akteure und bezieht Stellung dagegen.<\/p>\n<p>Selbst mildere Formen Von Protest wie in diesem Beispiel, k\u00f6nnen Einfluss aus\u00fcben. Demnach ist die Kunst ein wichtiges und leicht zu benutzendes Mittel sich in Konflikten auszudr\u00fccken.<\/p>\n<p>Das gilt auch, wenn nicht sogar besonders, f\u00fcr die Fotografie. Mit der Erfindung der Kamera, konnte Kunst wie zum Beispiel Portraits um einiges mehr an Verf\u00fcgbarkeit f\u00fcr die Allgemeinheit gewinnen. Und wie andere Kunst, wurde auch sie in Protest Kontexten genutzt.<\/p>\n<p>Zur Nachkriegszeit wurde ein japanisches Fotomagazin mit dem Namen \u201cProvoke\u201c zum H\u00f6hepunkt der Fotografie in der Nachkriegszeit gek\u00fcrt. Das Magazin setzte sich in der Zeit der aufbl\u00fchenden Fotografie mit den politischen Bewegungen der 1960er und der japanischen Performance Kunst auseinander. Es gab nur 3 Ausgaben der Zeitschrift, trotz dem hinterlie\u00dfen die Hefte und Fotografien ein pr\u00e4gendes Bild in der Fotografie Szene. Die Fotografien beleuchten die Proteste gegen Ungerechtigkeit und dienen als Aufruf, selbst aktiv zu werden und die Proteste zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>An diesem Beispiel zeigt sich eine weitere Bewegung welche politik kritisch agiert und somit aufrufen das System nicht einfach machen zu lassen. Ein sich wiederholendes Thema in der Geschichte der Proteste.<\/p>\n<p>Doch nicht nur Proteste in Zusammenhang mit System und Politik finden sich wieder. Ein anderes Beispiel sind \u00f6ffentliche Entertainment Veranstaltungen wie Fu\u00dfball. Viele im Zusammenhang mit den unkontrollierbaren Mobs die oftmals, verursacht von einem verlorenen Spiel in St\u00e4dten w\u00fcten.<\/p>\n<p>Oder Proteste in Firmen, Schulen, und besonders sozialen Arbeiten, die auf Zahlungsungerechtigkeit aufmerksam machen wollen. Auch in diesen Bereichen gibt es Unterst\u00fctzung von Kunst und Fotografie. Einige Beispiele werde ich hier zur Veranschaulichung zeigen, es wird also interessant.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Um der Geschichte der Protestfotografie auf den Grund zu gehen, m\u00f6chte ich mich zuerst mit der Geschichte der Proteste generell auseinandersetzen. Das Wort \u201eProtest\u201c wird, wie so viele, aus dem lateinischen \u201eprotestari\u201c abgeleitet, was \u201e\u00f6ffentlich bezeugen\u201c bedeutet. Seine eigene oder die Meinung einer anderen Person \u00f6ffentlich zu unterst\u00fctzen und damit bestimmten Ma\u00dfnahmen zu widersprechen. 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