{"id":115,"date":"2022-09-14T15:43:57","date_gmt":"2022-09-14T13:43:57","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/followingtracks\/?page_id=115"},"modified":"2022-09-26T14:16:15","modified_gmt":"2022-09-26T12:16:15","slug":"interview","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/followingtracks\/bunker-valentin\/interview\/","title":{"rendered":"Interview"},"content":{"rendered":"<p>Im Rahmen der Recherchearbeit f\u00fcr unser Projekt wollten wir uns mit verschiedenen Methodiken des wissenschaftlichen Arbeitens auseinandersetzen.\u00a0 Wir haben uns \u00fcberlegt, dass es sehr gut passen w\u00fcrde, wenn wir ein Interview f\u00fchren w\u00fcrden mit jemandem, der\/die sich mit der Geschichte der Zwangsarbeit in Bremen auskennt und in dem Bereich der Aufkl\u00e4rungsarbeit t\u00e4tig ist. Naheliegend war also, dass wir eine der Institutionen ausw\u00e4hlen, mit denen wir uns besch\u00e4ftigt haben.<\/p>\n<p>Als wir den Bunker Valentin besichtigt haben, haben wir uns direkt mit den Mitarbeitern verst\u00e4ndigt und einen Kontakt vermittelt bekommen. Noch w\u00e4hrend wir die Gedenkst\u00e4tte besichtigt haben, haben wir uns schon Fragen \u00fcberlegt und \u00fcber das Interview gesprochen. Wir entschieden uns daf\u00fcr, dass es am Passendsten sei ein Leitfadeninterview zu f\u00fchren. (Mehr dazu kann in dem Methoden-Reiter gefunden werden)<\/p>\n<p>Eine Weile nach unserem Besuch kontaktierte ich die wissenschaftliche Mitarbeiterin und beschrieb ihr in einer Email unser Projekt und unsere Idee des Interviews. Ich fragte auch nach, ob sie damit einverstanden sei, wenn wir das Gespr\u00e4ch aufzeichnen und die Aufnahme in Form einer Audiodatei auf unseren Blog laden w\u00fcrden. Sie willigte ein und bot uns an, ein Interview pers\u00f6nlich oder \u00fcber Zoom zu f\u00fchren. Gerne h\u00e4tten wir das Gespr\u00e4ch pers\u00f6nlich gef\u00fchrt, jedoch hat dies durch zeitliche Einschr\u00e4nkungen nicht geklappt und entschieden uns des Wegen f\u00fcr die Version online.<\/p>\n<blockquote><p>Ein Interview \u00fcber Zoom zu f\u00fchren und gleichzeitig das Gespr\u00e4ch in einer guten Qualit\u00e4t aufzunehmen ist gar nicht so leicht. Wir trafen uns also zu dem abgemachten Termin und bauten mit mehreren Laptops unser kleines Aufnahmestudio auf. Zur Vorbereitung geh\u00f6rte das Zusammenfassen unserer Fragen und eine Art Leitfaden f\u00fcr das Gespr\u00e4ch, damit es sp\u00e4ter auch verst\u00e4ndlich f\u00fcr alle Zuh\u00f6rerInnen ist.<br \/>\nIch war aufgeregt, da ich das Gespr\u00e4ch moderieren sollte, habe mich aber auch gleichzeitig sehr gefreut \u00fcber die M\u00f6glichkeit.<br \/>\nWir warteten also auf unseren Kontakt, leider ist jedoch niemand in das Zoom Meeting beigetreten. Nach einer halben Stunde warten brachen wir das Meeting ab, da auch keine Email oder ein anderer Hinweis uns erreicht hat.<br \/>\nWir waren sehr entt\u00e4uscht und wussten nicht so richtig wie wir mit der Situation umgehen sollten. Am n\u00e4chsten Tag schrieb ich ihr eine Email und bat sie um einen neuen Termin. Daraufhin antwortete sie mit ein paar Tage sp\u00e4ter und entschuldigte sich, da sie durch Krankheit nicht gearbeitet hatte, aber davon ausgegangen ist, dass jemand von ihren KollegInnen uns Bescheid gesagt h\u00e4tte. Sie schrieb mir, dass sie sich melde, sobald sie wieder gesund sei. Nach ein paar Tagen kam dann wieder eine Email und wir versuchten einen neuen Termin zu finden, jedoch war dies nicht so einfach, da sie einen Urlaub ab Anfang September geplant hatte. Wir einigten uns dann darauf, dass ich ihr die vorformulierten Fragen schicken w\u00fcrde und sie beantwortet mir diese dann schriftlich.<br \/>\nDas Interview war anders geplant, aber wir dachten uns: Besser so, als gar nicht.<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Leider ist bis heute nichts von ihr zur\u00fcckgekommen. Ich denke, dass sie nach dem Urlaub sich meldet und uns die beantworteten Fragen zukommen l\u00e4sst.<\/em><br \/>\n<em>Diese w\u00fcrde ich dann im Nachhinein noch in diesen Blog einf\u00fcgen und per Email Bescheid geben, dass sich Etwas getan hat.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zur Vollst\u00e4ndigkeit werden im Folgenden die Fragen aufgelistet, die wir uns f\u00fcr das Interview \u00fcberlegt haben:<\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"color: #333333\"><span style=\"font-family: Lato\"><span style=\"font-size: medium\">Was bedeutet die Arbeit als Wissenschaftliche Mitarbeiterin in einer Gedenkst\u00e4tte?<\/span><\/span><\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #333333\"><span style=\"font-family: Lato\"><span style=\"font-size: medium\">Inwiefern wird die Geschichte des Bunkers heute noch aufgearbeitet? In wie weit wird intern noch die Vergangenheit recherchiert?<\/span><\/span><\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #333333\"><span style=\"font-family: Lato\"><span style=\"font-size: medium\">Werden Einzelschicksale verfolgt?<\/span><\/span><\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #333333\"><span style=\"font-family: Lato\"><span style=\"font-size: medium\">Kommt es oft zu Rechercheanfragen von zum Beispiel Verwandten etc.?<\/span><\/span><\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #333333\"><span style=\"font-family: Lato\"><span style=\"font-size: medium\">Welche Initiativen haben den Bau der Gedenkst\u00e4tte<br \/>\nvorangetrieben\/Welche F\u00f6rderungen gibt es?<\/span><\/span><\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #333333\"><span style=\"font-family: Lato\"><span style=\"font-size: medium\">Welche Firmen waren in dem Bau involviert und welche Konsequenzen<br \/>\nwurden gezogen?<\/span><\/span><\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #333333\"><span style=\"font-family: Lato\"><span style=\"font-size: medium\">Wie sch\u00e4tzen Sie die Aufarbeitung von Zwangsarbeit in Bremen ein? Inwieweit findet Kooperation mit anderen L\u00e4ndern zur Aufarbeitung statt?<\/span><\/span><\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Heute, am 25.09.2022 erreichte mich eine Email von der wissenschaftlichen Mitarbeiterin aus dem Bunker Valentin. Sie hat nicht alle Fragen die wir ihr zukommen lassen haben beantwortet. Im Folgenden Abschnitt befinden sich ihre Antworten:<\/strong><\/p>\n<blockquote><p><strong>In wie weit werden Einzelschicksale verfolgt?<\/strong><\/p>\n<p>Forschung geh\u00f6rt zu einer der Kernaufgaben einer NS-Gedenkst\u00e4tte. Auch am Denkort wird weiter in internationalen Archiven geforscht, \u00fcber verschiedene Kan\u00e4le u.a. nach Informationen \u00fcber ehemalige Zwangsarbeiter:innen gesucht. Video-Interviews werden weiterhin mit diversen Zeitzeugen sowie Nachfahren von Zwangsarbeiter:innen (auch international) gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Dass immer noch Forschungsl\u00fccken bestehen, beweisen neuere Erkenntnisse \u00fcber (weibliche) Zwangsarbeiterinnen im Umfeld der Baustelle sowie neue Informationen \u00fcber das Schicksal von griechischen, spanischen oder \u201enordafrikanische\u201c Zwangsarbeitern. Nach wie vor mangelt es an Informationen \u00fcber die aus den osteurop\u00e4ischen L\u00e4ndern zur Zwangsarbeit ins deutsche Reich verschleppte M\u00e4nner und Frauen.<\/p><\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote><p><strong>Kommt es oft zu Rechercheanfragen von zum Beispiel Verwandten etc.?<\/strong><\/p>\n<p>Es erreichen uns fast t\u00e4glich Anfragen von Nachfahren aus der ganzen Welt. Gesucht wird v.a. nach Informationen \u00fcber Haft-Ort, -Dauer und Bestattungsort der ehemaligen Zwangsarbeiter:innen. Auch Nachfahren von ehemaligen Wachsoldaten wenden sich an uns, um die Geschichte der Vorfahren zu kl\u00e4ren.<\/p><\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote><p><strong>Welche Initiativen haben den Bau der Gedenkst\u00e4tte vorangetrieben\/Welche F\u00f6rderungen gibt es?<\/strong><\/p>\n<p>Bereits in den 1980er Jahren forderten die (internationalen) Verb\u00e4nde der ehemaligen KZ-H\u00e4ftlingen, Initiativen und Vereine vor Ort (v.a. der Geschichtslehrpfad Lagerstrasse, die Friedensschule Bremen und der Heimatverein Schwanewede) sowie engagierte B\u00fcrger:innen die Einrichtung einer Gedenkst\u00e4tte auf dem Gel\u00e4nde des Bunkers \u201eValentin\u201c. Erst die Entscheidung der Bundeswehr, den Bunker am Ende des Jahres 2010 zu verlassen, machte den Weg daf\u00fcr frei. Der Aufbau vom Denkort Bunker Valentin wurde in den Jahren 2011-2015 von Bund (BKM) und Land (HB) gef\u00f6rdert. Der Denkort als Referat der Landeszentrale f\u00fcr politische Bildung Bremen wird seit 2016 vom Land Bremen finanziert. F\u00fcr einzelne Projekte werden Drittmittel beantragt.<\/p><\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote><p><strong>Welche Firmen waren in dem Bau involviert und welche Konsequenzen wurden gezogen?<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #313231\">Firmen aus dem gesamten Reichsgebiet waren am Bau des Bunkers beteiligt, dar<\/span>unter die Luchterhand AG, Krupp-Rheinhausen, die Thyssen AG, Wayss &amp; Freytag, MAN, Siemens-Schuckert und die Hochtief AG. Die meisten weigern sich bis heute einzusehen, dass auch sie vom NS-System profitiert haben und verweigern Entsch\u00e4digungszahlungen.<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Rahmen der Recherchearbeit f\u00fcr unser Projekt wollten wir uns mit verschiedenen Methodiken des wissenschaftlichen Arbeitens auseinandersetzen.\u00a0 Wir haben uns \u00fcberlegt, dass es sehr gut passen w\u00fcrde, wenn wir ein Interview f\u00fchren w\u00fcrden mit jemandem, der\/die sich mit der Geschichte der Zwangsarbeit in Bremen auskennt und in dem Bereich der Aufkl\u00e4rungsarbeit t\u00e4tig ist. 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