{"id":27,"date":"2019-08-14T16:29:05","date_gmt":"2019-08-14T14:29:05","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/fmartschbaumhet\/?p=27"},"modified":"2019-08-14T16:29:05","modified_gmt":"2019-08-14T14:29:05","slug":"ba-um-het-abschlussreflexion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/fmartschbaumhet\/2019\/08\/14\/ba-um-het-abschlussreflexion\/","title":{"rendered":"BA-UM-HET Abschlussreflexion"},"content":{"rendered":"<p><strong><u>Umgang mit Heterogenit\u00e4t: Abschlussreflexion<\/u><\/strong><\/p>\n<p>Felix Martsch\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 14.08.2019<\/p>\n<p>1.<\/p>\n<p>a)<\/p>\n<p>Im Bereich der Geschichtsdidaktik gab es einige interessante Erkenntnisse f\u00fcr mich. Den richtigen Umgang mit anderen Kulturen zu finden, in dieser Vorlesung dargestellt anhand des Beispiels \u00a0des Judentums, ist f\u00fcr mich immer eine gro\u00dfe Herausforderung gewesen. Besonders wichtig war hier die Theorie, dass zuerst ein gewisses Grundverst\u00e4ndnis \u00fcber die Kultur herrschen muss, bevor man mit dem empathischen Teil des Verst\u00e4ndnisses beginnen kann. Dieses Grundverst\u00e4ndnis ist zu verstehen als wissenstechnische Grundlage in der Fakten und Eckdaten einer Kultur gesammelt werden, damit man ein Gef\u00fchl f\u00fcr diese oft sehr geschichtstr\u00e4chtigen Kulturen bekommt. Dies ist nach meinem Empfinden insbesondere in einem Klassenverband wichtig, da dort f\u00fcr den Lehrer\/ die Lehrerin eines von vielen Zielen ist, die interkulturelle Akzeptanz und Toleranz zu f\u00f6rdern und \u00fcber andere Kulturen aufzukl\u00e4ren. Dies k\u00f6nnte ich als Lehrkraft erreichen, indem ich im Geschichtsunterricht die Geschichte, sowie insbesondere den Ursprung dieser Kulturen und Religionen thematisiere und damit ein gewisses Grundwissen in den Sch\u00fclern und Sch\u00fclerinnen schaffe.<\/p>\n<p>Ebenfalls wichtig war f\u00fcr mich die Idee, dass die Religion eines Sch\u00fclers oder einer Sch\u00fclerin niemals durch die Lehrkraft preisgegeben werden darf, da dies vielleicht gegen seinen\/ihren Willen w\u00e4re. Die Privatsph\u00e4re eines Sch\u00fclers\/ einer Sch\u00fclerin zu wahren, auch wenn es vielleicht interessant f\u00fcr en Unterricht w\u00e4re, wenn er\/sie \u00fcber die eigene Kultur sprechen w\u00fcrde, ist eine wichtige Pflicht f\u00fcr die Lehrkraft. Ebenfalls war ich mir vor dem Vortrag nicht bewusst, dass ein solches ,,Outing&#8220; zu potenziellen rassistischen Anfeindungen f\u00fchren k\u00f6nnte. Sich diesen Dingen bewusst zu sein ist Grundvoraussetzung daf\u00fcr, eben jene Feindseligkeit fr\u00fchzeitig zu verhindern, indem man die privaten Informationen des Sch\u00fclers\/der Sch\u00fclerin nicht preisgibt.<\/p>\n<p>Im Bereich der Englischdidaktik hat mich insbesondere der Aspekt der sprachlichen Heterogenit\u00e4t und dessen L\u00f6sungen interessiert. Statistisch gesehen ist der Anteil an Sch\u00fclern und Sch\u00fclerinnen mit einer Muttersprache, die nicht Deutsch ist, \u00fcber die letzten Jahre angestiegen. Somit wird es stetig wichtiger, sich den sprachlichen Urspr\u00fcngen der SuS zu widmen, um den optimalen Ansatz f\u00fcr ihre sprachliche Entwicklung zu finden. Hier sind insbesondere linguistische Studien von gro\u00dfer Bedeutung, da diese aufzeigen k\u00f6nnen an welchen Stellen welche Muttersprachen zu Schwierigkeiten mit dem Lernen der Sprache f\u00fchren k\u00f6nnen. Dieses Wissen kann zentral bei der Planung von individuellen Hilfestellungen sein. Somit k\u00f6nnte man als Lehrkraft die Schwerpunktsetzung f\u00fcr jeden Sch\u00fcler\/jede Sch\u00fclerin teilweise auf die Person anpassen, damit alle SuS Erfolgserlebnisse im Sprachenunterricht haben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Auch das Ideal des ,,Native Speaker&#8220; anzuzweifeln ist ein wichtiger Schritt in der Englischdidaktik. Sich von dem Ideal zu l\u00f6sen welches f\u00fcr viele SuS schier unerreichbar erscheint, k\u00f6nnte wom\u00f6glich eine freundlichere Atmosph\u00e4re im Sprachenunterricht schaffen. Man sollte sich nicht sch\u00e4men, weil man noch weit vom Ziel entfernt ist, sondern stolz auf den Fortschritt sein, den man bereits geschafft hat. Eine solche Atmosph\u00e4re f\u00f6rdert m\u00fcndliche Beteiligung und animiert leistungsschw\u00e4chere Sch\u00fcler zur Mitarbeit und mindert zus\u00e4tzlich die Chancen auf Diskriminierung aus leistungsheterogenen Gr\u00fcnden.<\/p>\n<p>b)<\/p>\n<p>Von den anderen Fachdidaktiken hat mich insbesondere der Vortrag der Physikdidaktik interessiert. Hier wurden statistische Befunde genutzt, um generelle Aussagen \u00fcber m\u00f6gliche Verbesserungen f\u00fcr den Unterricht treffen zu k\u00f6nnen. Besonders hervorstechen tat hier f\u00fcr mich der Abschnitt \u00fcber den Einfluss der Themenwahl auf das Interesse der Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen, hier zum Thema der Geschlechterheterogenit\u00e4t. Der Vortrag hat mich zu der Ansicht gef\u00fchrt, dass ein guter und interessanter Unterricht nicht nur durch die Vortragsweise erreicht werden kann, sondern schon bei der Themenwahl beginnt. Dies ist eine einfache und durchf\u00fchrbare Methode um die Sch\u00fclerinnen mehr in den Unterricht mit einzubeziehen.<\/p>\n<p>Ebenfalls wichtig war ein Unterpunkt der RV02 zum Thema Migration. Dort wurde der Konstruktionscharakter des Begriffs Kultur angesprochen, was ich pers\u00f6nlich als angehender Historik als sehr wichtig empfand. Kultur nicht als nat\u00fcrliche Gegebenheit zu verstehen, sondern als menschengemachtes soziales Konstrukt ist insbesondere in geschichtlicher Hinsicht wichtig, aber auch um Diskriminierung entgegenzuwirken. Au\u00dferdem beinhaltet diese These die Aussage, dass Kultur nicht einheitlich ist, was bedeutet, dass nicht jeder der sich beispielsweise als Teil der j\u00fcdischen Kultur sieht auch ein einheitliches Verst\u00e4ndnis davon hat und umgekehrt, dass jemand der meint etwas \u00fcber j\u00fcdische Kultur zu wissen, dies nicht auf alle Menschen, die sich als Teil davon sehen anwenden kann. Den SuS dieses Wissen zu vermitteln ist ein zentraler Punkt zum Abbau von Vorurteilen gegen\u00fcber Menschen mit Migrationshintergrund.<\/p>\n<p>3.<\/p>\n<p>Zum einen w\u00fcrde ich in meinem Studienverlauf gern erfahren, wie ich Sch\u00fclern und Sch\u00fclerinnen mit Lernbehinderungen helfen kann, trotzdem Begeisterung am Unterricht und dessen Themen zu entwickeln. Ich pers\u00f6nlich sehe meine Pflicht als Lehrer nicht nur in der Vermittlung von Wissen sondern auch im erzeugen von Interesse an meinen Themen. Leider entwickeln Sch\u00fcler mit Lernbehinderungen aus eigener Erfahrung heraus nur selten wirkliche Begeisterung f\u00fcr schulische Themen, da diese ihnen nur wenig Spa\u00df machen, sei es aus Scham oder \u00dcberforderung. Ich w\u00fcrde vor diesem Hintergrund also gerne wissen, wie ich es schaffen kann nicht nur diese SuS in den Unterricht mit einzubinden, sondern auch wie man daf\u00fcr sorgen kann, dass die Themen ihnen wirklich Spa\u00df bereiten.<\/p>\n<p>Eine weiter Frage meinerseits w\u00e4re: Inwieweit kann ich Sch\u00fcler mit Migrationshintergrund in den Unterricht miteinbeziehen, wenn es thematisch um ihre Kultur\/ihre Religion\/ihr Herkunftsland geht?. Diese drei sehr \u00e4hnlichen Fragen stelle ich mir, da ich als Geschichtsstudent die Meinungen und Anekdoten von Leuten mit Wissen aus erster Hand als sehr wertvoll empfinde. Doch erinnere ich mich auch an die Vorlesung von Frau Horn, die Besagt, dass man die SuS nicht gegen ihren Willen in den Fokus r\u00fccken soll und sie auch nicht auf eine Art Podest stellen soll, da dies den Spott der Mitsch\u00fcler auf sie ziehen k\u00f6nnte. Dennoch finde ich dass diese Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen oft einen unvergleichlich wertvollen Einblick in die \u00a0ihnen nahen Thematiken bringen k\u00f6nnen, weshalb ich gerne w\u00fcsste wo man dort als Lehrkraft die Grenze ziehen sollte.<\/p>\n<p>4.<\/p>\n<p>Die wahrscheinlich gr\u00f6\u00dfte Herausforderung wurde mir im Rahmen der Vorlesung von Prof. Dr. Idel pr\u00e4sentiert. Dort wurde das Konzept eines offenen Unterrichts vorgestellt, welches f\u00fcr mich mehr als gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig war. Ich habe meine komplette Schullaufbahn fast ausschlie\u00dflich im Frontalunterricht verbracht und verbinde damit eigentlich nur positives. Ich konnte in diesem System viel und gut lernen, w\u00e4hrend es eher die Unterrichtselemente waren, die mich an das Konzept des offenen Unterrichts erinnern, die mir nicht gefielen, beispielsweise wegen fehlender Moderation der Lehrkraft. Doch genau dort liegt meine pers\u00f6nliche Herausforderung. Ich muss realisieren, dass dies vielleicht die beste Unterrichtsstruktur f\u00fcr mich ist, dies aber bei weitem nicht allgemeing\u00fcltig f\u00fcr andere SuS sein muss und dass ich m\u00f6glicherweise auch nur so denke, weil ich damit aufgewachsen bin. Ich muss lernen mit Konzepten zu arbeiten, die mir vielleicht pers\u00f6nlich nicht gefallen, von denen meine Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen enorm profitieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Doch auch die RV06 stellte mich vor eine Herausforderung: Wie gehe ich mit Inklusion um? Zu meinem jetzigen Punkt im Studium habe ich noch gar keine Ahnung was zu tun w\u00e4re, um diesen SuS zu helfen und zu ihrem bestm\u00f6glichen Bildungsstand zu verhelfen. Doch genau dies wird Teil meiner Zielsetzung w\u00e4hrend des Lehramtsstudiums: Zu lernen, wie man korrekt mit Inklusion und Kindern mit Behinderungen umgeht. Ich hoffe in diesem Kontext nicht nur theoretische Ans\u00e4tze zu finden, sondern auch Ratschl\u00e4ge von Lehrkr\u00e4ften, die bereits ausgiebige Erfahrung mit dem Sachverhalt haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Umgang mit Heterogenit\u00e4t: Abschlussreflexion Felix Martsch\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 14.08.2019 1. a) Im Bereich der Geschichtsdidaktik gab es einige interessante Erkenntnisse f\u00fcr mich. 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