Konzentriert bleiben?!

Der ganze Tag liegt noch vor dir und du würdest ja gern mit dem Arbeiten anfangen, aber nach 5 Minuten ist sowieso schon wieder was anderes spannender?

So oder so ähnlich mag es vielen gehen. Nach mehreren Online-Semestern und auch sonst viel zu Hause arbeiten, ist die Konzentration wohl auf einem Rekordtief. Trotzdem müssen Texte gelesen, Hausarbeiten geschrieben und für Klausuren gelernt werden. Der Laptop aufgeklappt, das Handy in Reichweite und auch sonst alle mögliche Ablenkung in Sichtweite – da fällt das mit dem Konzentrieren wirklich schwer.

Die Reise auf diesem Blog führte uns von Entspannung zu Motivationssuche und zu strukturierten Aufgaben- und Tagesplänen, aber wie geht es dann weiter? Wie bekommt man das alles am besten abgearbeitet? Auch dafür gibt es verschiedene Hilfsmittel. Da werfen wir heute mal einen genaueren Blick drauf.

How to: Konzentration

 

Die Pomodoro-Technik

Diese Methode hilft bei Demotivation, aber trotzdem sind Disziplin und passende Rahmenbedingungen notwendig. Sie kennzeichnet sich durch einen Wechsel aus Konzentration und Entspannung. 25 Minuten wird gearbeitet und dann gibt es 5 Minuten Pause. Nach vier Runden wird eine Pause von 30 Minuten gemacht.

Mehr Infos zu den Phasen:

Die Arbeitsphasen
In der Arbeitsphase sollte es so wenig Ablenkung wie möglich geben. Es sollte immer nur an einer Aufgabe gearbeitet werden – also kein Multi-Tasking! Das verwirrt das Gehirn nur und macht weniger produktiv.

Die Pausen
Die Pausen sollten wirklich für Entspannung genutzt werden. Es bietet sich an, sich hier etwas Neues zu Trinken zu holen oder auf Toilette zu gehen. Am besten in den kurzen Pausen das Handy liegen lassen. Der Input durch Instagram und Co verhindert wirkliche Entspannung. Wenn die Pomodoro-Technik zum Lernen verwendet wird, kann solche Unterhaltung dazu führen, dass Gelerntes schlechter verarbeitet und dadurch nicht so gut gespeichert wird. Also auch wenn es schwer fällt: Das Handy am besten in den Flugmodus oder wenigstens stumm schalten und aus dem Sichtfeld verbannen.

Um die Phasen einhalten zu können, stellst du dir am besten eine Eieruhr, einen Wecker oder deinen Handytimer. Dann aber wie gesagt die restlichen Funktionen des Handys in den Hintergrund schicken, um beim neu stellen nicht abgelenkt zu werden. Es ist wichtig, sich an die Zeiten der Zyklen zu halten, da sonst Unruhe entstehen kann. Mit der Zeit gewöhnt sich der Körper auch an den Wechsel der Phasen und man muss gar nicht mehr so oft auf die Uhr schauen, um zu gucken, wie lange es noch geht.

Ein Tipp:
Auf einem Zettel o.ä. aufschreiben, wie viele Sessions und Pausen erledigt sind, um an die große Pause zu denken. Am Ende einer Arbeitsphase kann man sich Gedanken, die man „sofort erledigen will“ direkt dazu schreiben, damit man sie über die Pause nicht vergisst und danach weiterarbeiten kann. Aber auch Gedanken, die einem während des Arbeitens in den Kopf kommen, sollten besser direkt aufgeschrieben werden. Dann kann man konzentriert bleiben und ärgert sich später nicht, dass man es vergessen hat.

Diese Methode funktioniert natürlich nur, wenn man wirklich 25 Minuten am Stück arbeiten kann. Wenn man sich den Arbeitsplatz mit anderen teilt, Kinder um eine*n herumturnen oder sowas, wird es natürlich etwas schwieriger. Außerdem muss jede*r für sich selbst rausfinden, welche Länge der Arbeitsphase am besten ist. Für viele sind 25 Minuten einfach schaffbar – wer aber unter erhöhtem Konzentrationsmangel leidet, kann auch easy erstmal mit 15 Minuten anfangen und sich heranarbeiten. Einfach nicht vergessen, dass wir niemandem etwas beweisen müssen. Solange alle Aufgaben (halbwegs) entspannt erledigt sind, ist doch alles gut!

 

Die richtige Untermalung

Der nächste Tipp kann mit der Pomodoro-Technik kombiniert werden, aber auch in sonstigen Arbeitssituationen helfen.

Viele Menschen hören zur besseren Konzentration gerne Musik. Die kann aber auch schnell ablenkend wirken, wenn zum Beispiel plötzlich das Lieblingslied aus dem letzten Sommer in die Warteschlange gerutscht ist. Musik kann aber auch helfen, den Hintergrund auszublenden und den Fokus zu verbessern. Was ist also am besten?

Lofi-Music ist wohl inzwischen vielen ein Begriff. Was genau sie ist und wieso sie hilft, erklärt Marti Fischer in seiner Videoreihe „Wie geht eigentlich Musik?“

Ignoriert gern die Produktplatzierung und schaut einfach mal rein (ab Minute 3:12):

Laut Marti helfen also Wiederholungen, Rauschen, Hintergrundgeräusche, veränderte Frequenzen und sowas – zumindest grob zusammengefasst…

Diese Art Musik kann man viel auf YouTube und Spotify finden. Unten habe ich euch einige YouTube-Links dafür zusammengesammelt. Ansonsten klickt ihr euch am besten mal durch all die Lofi- und Klassik-Playlists auf Spotify oder anderen Streaminganbietern und findet heraus, was für euch am besten funktioniert.

 

Stay hydrated!

Ein Satz, den man so oder so ähnlich aktuell wieder von allen Familienmitgliedern und überall im Netz zu hören bekommt. Doch nicht nur im Sommer ist es wichtig, viel zu trinken! Was vielen Menschen besonders schwer fällt: Es geht tatsächlich um Wasser trinken. Alternativ gehen auch Tees oder mal ein Saft. Kaffee, Limos und natürlich Alkohol werden nicht in den täglichen Flüssigkeitsbedarf eingerechnet.

Wie viel genau der Körper benötigt, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Wissenschaftler*innen sind sich auch uneinig, was nun am besten ist. Erwiesen hat sich aber, dass mindestens ein bis zwei Liter Wasser täglich schaffbar und wichtig sind. Das hilft zur Vorbeugung von Kopfschmerzen, verbessert die Konzentration und tut dem Körper allgemein ziemlich gut.

 

Wie aber immer bei allen Tipps von uns, gilt: Wir sind keine Profis!

Wir schreiben hier über unsere eigenen Erfahrungen und Recherchen und alles ist sehr allgemein gehalten. Wenn ihr tatsächlich (größere) Probleme habt, konzentriert zu arbeiten oder motiviert zu sein, wendet euch bitte an Fachstellen. Dazu haben wir einige Angebote auf der Unterseite Beratung für euch zusammengestellt. Ansonsten könnt ihr euch auch jederzeit bei uns auf Instagram (@flowforce_bremen) oder per Mail (flowforcefb09@uni-bremen.de) melden und wir helfen euch persönlich weiter.

Und jetzt ab an die Arbeit und Pausen nicht vergessen!

 

Vorschläge Hintergrundmusik:

Ein Livestream, der immer läuft:

youtube.com/watch?v=5qap5aO4i9A

Auf dem Kanal von Nemo‘s Dreamscapes lässt sich viel finden, was nicht typisch LoFi ist. Schaut da auch gern mal rein:

youtube.com/c/NemosDreamscapes

Manchmal helfen auch Soundtracks von Filmen oder Videospielen, um die Stille im Hintergrund zu überbrücken. Eine Mischung aus alldem bietet der YouTube-Kanal Ambient Worlds:

youtube.com/channel/UCfR8HhkbpDAwvYxrecNg4Mg

Ähnliches findet man auch auf dem Kanal „ASMR Weekly“. Da gibt es sogar eine ganze Playlist mit Pomodoro-Videos! Es gibt eine Auswahl aus 50/10 und 25/5 Videos. Die Musik gibt euch dann bescheid, wann Zeit für Arbeit und Pause ist und ein Timer zeigt an, wie viel noch verbleibt.

youtube.com/playlist?list=PLMKpaijVPXO9wwl2_6g-_0K6rnXf1_p4s

Too much to do?

How to_ ToDo-Listen

Wir schreiben ja immer wieder über verschiedene Themen für euch – und immer wieder landen wir bei einem Punkt, der wichtig zu sein scheint: Aufgaben müssen strukturiert geplant werden und meistens macht man das mit ToDo-Listen.

Ich, Kaya, habe euch im letzten Blogbeitrag und auf Instagram schon gezeigt, wie meine Listen manchmal aussehen. Das war ein ganz schönes Durcheinander! Deshalb habe ich mich auf die Suche nach anderen Systemen gemacht.

Los geht’s!

Wie fange ich an?

Als erstes muss man sich natürlich grob im Klaren sein, was man überhaupt machen muss/will. Vieles schwirrt den ganzen Tag im Kopf rum und all diese unerledigten Dinge machen Druck. Da hilft es, sich hinzusetzen und erstmal alles aufzuschreiben, was einem in den Kopf kommt. Das muss auch noch nicht sonderlich sortiert sein. Um Ordnung wird sich später gekümmert. Da fallen einem dann doch meistens noch mehr Sachen ein, die man noch schaffen muss.

Mein erster Ansatz war, mir für jeden Themenbereich/jedes Projekt eine eigene Farbe zu suchen. Mit diesen Farben habe ich markiert, was noch ganz dringend in dieser Woche passieren muss. Dadurch war Dringlichkeit hervorgehoben, aber ich konnte auch sehen, wo ich noch am meisten zu tun habe. Die erste Überforderung wich dann der Klarheit, dass manches noch eine Weile Zeit hat. Und wenn einmal alles aufgeschrieben ist, muss man sich auch nicht mehr so große Sorgen machen, es zu vergessen – vorausgesetzt man wirft regelmäßig einen Blick auf die Liste. Bei allem, was dringend in den nächsten Tagen erledigt werden musste, habe ich noch groß dran geschrieben, an welchem Tag ich das am besten machen kann. Das hat mir geholfen, weil ich so nicht mehr jeden Tag vor einen großen Berg an Aufgaben saß, sondern konkret wusste, was zu tun ist.

Das sah aber immer noch etwas bunt und durcheinander aus, deshalb habe ich mich nach weiteren Methoden umgeschaut. Im Endeffekt ist die Umsetzung aber immer ähnlich.

Schritt 1: Aufgaben sammeln.

Bevor es losgehen kann, müssen natürlich alle ToDos aufgeschrieben werden. Da ist es wichtig, immer am Ball zu bleiben, um nicht komplett überfordert von der Arbeitsflut zu werden.

Schritt 2: In Kategorien einteilen.

Je nach Methode funktioniert das unterschiedlich. Meistens sind es verschiedene Techniken der Priorisierung. Dazu kommt unten mehr.

Schritt 3: Abarbeitung der Aufgaben.

Das ist je nach Methode ebenfalls unterschiedlich. Ich stelle heute zwei verschiedene vor. Wenn euch das aber noch mehr interessiert, kann da in Zukunft natürlich auch noch ein zweiter Teil folgen.

Schritt 3.1: Konzentriert bei der Sache bleiben.

Das fällt oft ganz schön schwer. Dazu kommt aber auch bald noch ein Beitrag. Versprochen!

 

Die Eisenhower-Matrix

Bei dieser Methode werden Aufgaben in 4 Kategorien eingeteilt. Dabei soll die Frage: Was passiert, wenn ich die Aufgabe nicht erledige? hilfreich sein. Sie sind alle ähnlich betitelt, aber haben klare Unterschiede.

Kategorie A: wichtig und dringend

Wenn Aufgaben dieser Kategorie nicht (rechtzeitig) bearbeitet werden gibt Ärger, andere können nicht weiterarbeiten usw. Dazu zählen z.B. Deadlines innerhalb der nächsten Tage oder Zwischenziele einer Teamarbeit, auf die sich andere verlassen.

Diese Aufgaben haben höchste Priorität und sollten sofort erledigt werden bzw. natürlich, nachdem du alles kategorisiert hast.

Kategorie B: Wichtig, nicht dringend

Diese Aufgaben haben keine Deadline oder eine, die in fernerer Zukunft liegt. Sie müssen rechtzeitig geplant werden, sonst landen sie in Kategorie A. Also lieber regelmäßig abarbeiten, um unnötigen Stress zu vermeiden.

Kategorie C: Dringend, nicht wichtig

Diese Aufgaben, kann man an andere delegieren, sofern man weiß, dass jemand mehr Kapazitäten hat oder sowieso schon an etwas Ähnlichem arbeitet. Oft muss man sie aber bei sich selbst dazwischenschieben. Für diese Kategorie fehlen mir aber klare Beispiele und sie fühlt sich etwas schwammig an.

Kategorie D: Nicht wichtig, nicht dringend

Wenn diese Aufgaben nicht abgearbeitet werden, passiert nichts Außergewöhnliches. Sie sind nicht überlebensnotwendig. Zu ihnen gehört z.B. Kleiderschrank aufräumen. Das ist ganz nett, wenn es gemacht wird, aber muss nicht sofort passieren. Je nach allgemeinem Arbeitspensum, kann man diese Aufgaben erstmal streichen oder auf eine „Irgendwann-Liste“ setzen. Dann arbeitet man sie ab, wenn wieder mehr Zeit ist.

Kommen wir auf Schritt 3 – Die Abarbeitung – vom Anfang zurück. Aufgaben der Kategorie A müssen zeitnah erledigt werden, Kategorie B sollte mit klaren Deadlines geplant werden, Kategorie 3 eventuell an andere abgeben oder zwischenschieben und Aufgaben der Kategorie D auf eine Irgendwann-Liste setzen.

Um diese oder andere Methoden umzusetzen kann man Zettel und Stift, Apps oder PC-Programme nutzen. Da bietet die Welt viele verschiedene Möglichkeiten.

 

Die 1-3-5-Regel

Die 1-3-5-Regel ist eine andere Methode, mit einem weniger großen System hinter. Hier geht es eher um Zeit/Energie, die beim Abarbeiten der Aufgaben verwendet wird. Die Zahlen stehen für die Anzahl der Aufgaben der jeweilen Kategorie auf den Tagesplan kommen.

1: Die größte/komplizierteste/anstrengendste Aufgabe

Sie wird möglichst ohne Kompromiss als erstes erledigt. Das macht ein schönes Gefühl, weil ein großer Brocken geschafft ist und man noch nicht so viel Energie des Tages bei anderen Aufgaben verschwendet hat.

3: mittelgroße Aufgaben

Diese Aufgaben sind wichtig, aber machbar und nicht ganz so komplex. Sie werden direkt im Anschluss erledigt.

5: kleine und wichtige Aufgaben

Dazu zählen Müll rausbringen, Wäsche aufhängen und Telefonate führen, die man schon eine Weile vor sich herschiebt. Manches davon kann man gut in Pausen zwischendurch erledigen (z.B. Spülmaschine ausräumen). Manches sollte aber auch warten, bis alle anderen Aufgaben erledigt sind, weil man sich in ihnen verliert (z.B. Schreibtisch aufräumen).

Diese Methode soll bei Priorisierung helfen und lässt sich auch am Tag selbst einsetzen, wenn man feststellt, dass zu viele ToDos da sind. Als Grundlage braucht man hier ebenfalls wieder die große Liste aller Aufgaben, aus der man sich dann die Tagesziele raussucht und diese Stück für Stück abarbeitet. Häufig muss man dann gar nicht mehr so viel tun, weil vieles schon geschafft ist.

Persönliches Fazit

Die Methoden helfen auf jeden Fall, sich strukturierter mit unerledigten Aufgaben auseinanderzusetzen. Bei der Eisenhower-Matrix fiel es mir teilweise schwer, immer die richtigen Kategorien zu finden. Da hat dann das Bauchgefühl entschieden, welche Prio-Einordnung es gab. Die 1-3-5-Regel hat mich unterstützt, den zeitlichen oder energietechnischen Aufwand hinter den ToDos besser einzuschätzen. Auch wenn ich mich selten komplett konsequent an die Methoden gehalten habe, hatte ich das Gefühl, sinnvoller alles abzuarbeiten. Statt mich blind auf den Berg an Aufgaben zu werfen, habe ich mich näher damit auseinandergesetzt, was hinter den Stichpunkten genau steht. Manche Sachen lassen sich dann erstaunlich schnell abarbeiten und hinter anderen steckt mehr Arbeit als anfangs erwartet. So sind aus meinen bunten Anfängen von Listen deutlich strukturiertere Dokumente geworden. Ich habe nämlich auch festgestellt, dass mir Zettel und Stift helfen, alle Aufgaben zusammenzusammeln – aber am Ende ist ein digitales Dokument doch übersichtlicher, weil sich Sachen schneller verschieben und umordnen lassen.

Der Unterschied zwischen Eisenhower-Matrix und 1-3-5-Regel scheint zu sein, dass auch kleinere Aufgaben mehr relevante Beachtung finden. Allerdings kann es auch passieren, dass man manche großen und wichtigen Punkte dann ein bisschen aus den Augen verliert. Ich habe beides noch nicht lang genug ausprobiert, um perfekt berichten zu können.

Im Endeffekt ist die Methode egal, solange das Zeitmanagement nicht vergessen wird. Also setz dich ran und leg los, auch wenn der Berg noch so riesig erscheint. Falls da aber mal gar keine Motivation ist, haben wir zu dem Thema neulich schon einen Beitrag hochgeladen. Schau da gern mal vorbei.
Wie anfangs angekündigt, kommt auch bald noch was zum Thema „Konzentriert arbeiten“. Denn nur ToDos sortieren, hilft leider nicht, auch wenn es schon mal ein großer Schritt in die richtige Richtung ist.

Um ToDo-Listen zu strukturieren, gibt es natürlich auch einige Apps und Programme. Wünscht ihr euch dazu eine Review oder wollt ihr euch lieber selbst auf die Suche nach dem passendsten Weg machen?
Gebt uns gern Feedback!

 

Inspiration u.a.:

Podcast „Endlich produktiv“ von Yasemin Kaymak, Instagram: @endlich.produktiv

Die Suche nach der Motivation

Wo ist sie bloß hin?

Gefühlt ist man häufiger auf der Suche nach Motivation als sie dann mal da ist. Sprüche wie: „Wenn dir etwas wichtig ist, gibt es kein Aber.“ und „Sei stärker als deine stärkste Ausrede.“ helfen da nicht weiter, aber einfach nix tun ist auch keine Lösung. Unsere Gesellschaft fordert von uns einiges an Produktivität. Doch wie kann man dem Druck standhalten? Gerade unter den aktuellen Bedingungen ist es noch schwerer als sonst, sich für den Haushalt zu begeistern, Unisachen zu erledigen oder morgens überhaupt aus dem Bett aufzustehen. Was kann da helfen?

Veränderung des Umfelds, ein angepasstes Mindset, ein strukturierter Zeitplan und Happy Time können die Suche vereinfachen.

Was das genau bedeutet, lest ihr hier:

 

Veränderung

Der Druck von unerledigten Aufgaben führt zu Stress. Auf der Suche nach Entspannung staut sich dann häufig aber noch mehr an und man wird unter dem angesammelten Berg erdrückt. Oft fängt man dann stattdessen auch an, hier und da aufzuräumen, noch schnell was zu putzen und dann ist alles nur so halb gut erledigt. Auch wenn es schwerfällt, kann es helfen, richtige Zeitslots für aufräumen, putzen und ausmisten zu planen. Dann ist alles schön ordentlich und die Gedanken können wieder freier fließen. Unordnung stört nämlich das psychische Wohlbefinden. Durch Ordnung dagegen wird Dopamin ausgeschüttet, was glücklich macht.

Leiter in renoviertem Zimmer mit Leuchtschild Home Project

Der Aufräum-Drang kommt wohl daher, dass man sich der eigenen Situation gegenüber machtlos fühlt. Eine sichtbare Änderung zu schaffen, ist ein unterbewusster Versuch, die Macht über das Leben zurückzugewinnen. Spannend, oder?

Auch größere Veränderungen können hilfreich sein. Vor allem nach über einem Jahr Home Office lohnt es sich, Möbel umzuräumen, den Kleiderschrank auszumis

ten, Wände zu streichen oder andere Wege zu finden, das Zuhause optisch neu gestalten. Dadurch fließt frische Energie und mit etwas Glück kommen Kreativität und Motivation auch schneller zurück, wenn man nicht zu sehr im täglichen Trott landet.

 

 

Das Mindset

Die eigene Lebenseinstellung ist auch ein großer Punkt bei der Suche nach Motivation. Wenn sich immer mehr Aufgaben anstauen, die am besten jetzt sofort erledigt sein müssten, will man am liebsten gar nichts mehr machen. Alles und alle sind dann einfach nur doof.

Da kann es helfen, wenn man etwas Positives im Negativen sucht. Auch wenn es schwerfällt, kann ein Blick in die Zukunft Wunder wirken. Klar, ist die Umsetzung von Aufgaben oft super nervig, aber dafür ist die Erleichterung hinterher viel schöner. Man könnte jetzt nur noch schnell (gestresst) ein kleines YouTube-Video schauen ooooder bringt jetzt das Telefonat hinter sich, das man schon ewig aufschiebt und schafft danach deutlich entspannter sogar noch ein zweites Video. Oder aber man ist so glücklich über den Erfolg, dass man tatsächlich doch direkt die nächste Baustelle angeht.

Außerdem unterstützen Dankbarkeit und Wertschätzung auf dem W

eg zur Motivation.
Was habe ich alles schon erreicht? Wie bin ich so weit gekommen?

Häufig hat man große Pläne und Träume, die in scheinbar unerreichbarer Entfernung liegen. Aber das kann man doch ganz easy in Zwischenetappen aufteilen und sich Schritt für Schritt auf den Weg machen. Und wenn man sich dann umdreht und auf die letzten Wochen und Monate schaut, hat man vielleicht schon viel mehr geschafft als gedacht.

Goldglitter um Füße und Besen mit Kehrblech herum

Von Beppo dem Straßenkehrer aus Momo (Micheal Ende, 1973) war ich schon als Kind begeistert. Er weiß, dass er die ganze Straße fegen muss, aber schaut immer nur auf den nächsten Schritt. Immer nur ein paar Meter voraus. Immer der nächste Besenstrich. Und Stück für Stück nähert er sich dem Straßenende, von dem er dann zurückschaut und ganz entspannt am Ziel angekommen ist.

 

Arrrgh alles ist zu viel!

Setze dir Deadlines und sehr bereit für Hindernisse. Leider spielt das Leben oft nicht so, wie wir es uns wünschen. Teilziele sind da schon hilfreich, jedoch funktionieren auch die nicht immer ganz so wie geplant. Da ist es gut, sich Puffer einzubauen, damit kein zu großer Stress aufkommt.

Schreibe dir eine ToDo-Liste mit allem, was erledigt werden muss – und möge es noch so klein oder groß sein. Von Staubsaugen bis Haus kaufen kann da erstmal alles drauf. Dann musst du Prioritäten setzen. Das kann manchmal ganz schön schwerfallen, ist aber echt wichtig. Aus dieser großen Liste baust du dir dann morgens direkt nach dem Aufstehen einen Tagesplan. Dann weißt du genau, was du heute schaffen musst und was noch etwas Zeit hat. Auf jeden Fall hilft es, Aufgaben und Termine zu verschriftlichen, um sie nicht zu vergessen, ohne dauerhaft daran zu denken.

Die Geister scheiden sich, ob es gut ist, den Tag überhaupt erstmal produktiv zu beginnen und sich an die großen Fische heranzuarbeiten, oder direkt mit dem Schwierigsten zu starten. Das hängt wahrscheinlich einfach vom eigenen Typ Mensch ab, aber es lohnt sich, beides auszuprobieren. Außerdem musst du auch gar nicht alles im Leben allein bestreiten. Schau, was du an Aufgaben selbst erledigen musst, aber auch, was du eventuell an andere abgeben kannst. Team bedeutet eben nicht „Toll ein*r andere*r macht’s“, sondern gegenseitiges Entlasten und Vertrauen. Das muss man erst lernen, aber kann den Alltag wirklich entspannen.

 

Happy Time

Stehst du immer noch vor einem großen Aufgabenberg, der dich überfordert? Versuche an die Erleichterung hinterher zu denken und plane Belohnungen ein. Was da am besten ist, ist auch individuell. Von Snacks bis zu neuen Klamotten oder einem Urlaub muss man sich je nach Größe/Bedeutung der Aufgabe etwas passendes suchen. Zwischendurch ist es auch wichtig, sich Zeit zu nehmen, um neue Kraft zu schöpfen. Gönn dir eine Auszeit und unternimmt etwas, was dir gut tut, oder auch einfach mal gar nichts. Ob dein Wochenende auch wirklich am Wochenende liegt, ist dabei nicht ganz so wichtig, wie dass du dir tatsächlich Zeit für dich nimmst.

Aber nicht nur Wochenende und Urlaub sind wichtig. Auch im Alltag spielen

Pausen eine große Rolle! Vor allem bei den vielen Stunden, die wir alle am Bildschirm verbringen, fällt Konzentrieren zunehmend schwieriger. Damit kann man unterschiedlich umgehen. Ganz simpel: Einen Timer auf eine bestimmte Zeit stellen (20-45 Minuten), in der man sich zwingt zu arbeiten. Dazwischen sind dann ein paar Minuten Zeit, um sich neue Getränke zu holen, zur Toilette zu gehen oder frische Luft zu schnappen. Als Unterstützung gibt es da auch verschiedene Handy-Apps.

 

Am besten ist es, wenn man sich nicht an gesellschaftlich bestimmte Startpunkte hält. Du willst mehr Sport machen? Warum dann bis Neujahr warten, obwohl man auch einfach sofort anfangen kann? Ab Montag geht’s wirklich los! Na warum dann nicht direkt jetzt?

Das sind nur ein paar kleine Tipps, die jede*r mal ausprobieren kann. Was für eine*n selbst richtig ist, muss man im Endeffekt allein rausfinden.

Mit Motivationslosigkeit ist nicht zu spaßen. Alle haben mal traurige, müde oder energielose Tage – aber wenn es zu viele werden, kann das in eine ungesunde Richtung gehen. Falls du das Gefühl hast, die Lage nicht

mehr ganz in den Griff zu bekommen oder die Motivation so gar nicht zurückkommen will, ist das nicht gut. Schau dich dann gerne mal bei unseren Beratungsangeboten um, vielleicht kannst du da etwas Unterstützung bekommen. :)

 

Ach und übrigens:

Wir probieren unsere Tipps hier natürlich auch immer selbst aus bzw. holen sie aus unserem Leben. Dabei sind wir aber auch lange noch nicht perfekt!
So zum Beispiel sehen Kayas ToDo-Listen manchmal aus… Na ob da noch jemand den Überblick behalten kann?

Kalender mit bunten, beschriebenen Zetteln

 

 

Quellen/Inspiration (zuletzt abgerufen Mai 2021):

aok.de/pk/magazin/wohlbefinden/motivation/ausgemistet-warum-minimalismus-uns-guttut/

aok.de/pk/magazin/wohlbefinden/motivation/wie-positive-gedanken-die-gesundheit-beeinflussen/

zeitzuleben.de/10-tipps-sich-selbst-zu-motivieren-2/

gedankenwelt.de/wie-kann-man-motivation-finden-wenn-sie-sich-versteckt/

selbstbewusstsein-staerken.net/selbstmotivation/

Packt die Stifte aus!

Verbringst du auch zu viel Zeit am Bildschirm, möchtest das gern ändern und trotzdem mit Menschen in Kontakt bleiben?

Suche: Brieffreund*in

Wir lassen die Tradition der Brieffreund*innen wieder aufleben!

Schicke uns einfach bis zum 12.05.2021 deine Adresse als Insta-Privatnachricht (@flowforce_bremen) und wir ordnen dir eine*n Partner*in zu. 

Schreibt euch so viel oder wenig, wie es sich für euch richtig anfühlt. Ihr seid euch da ganz selbst überlassen. Schreibt ihr direkt 5 Seiten handschriftlich oder erstmal nur ein paar Zeilen um den Kontakt aufzubauen? Ist es nach einem Brief wieder vorbei oder wollt ihr häufiger hin- und herschreiben.

Haltet uns auch gerne auf dem Laufenden, damit wir neue Partner*innen für euch finden oder die Aktion noch vergrößern können.

Das Angebot gilt für den gesamten Fachbereich 09 der Universität Bremen. Also sagt es gerne weiter!

Die Sache mit dem Zeitmanagement

Studierende haben sowieso schon ewig den Ruf, bis mittags zu schlafen, viel Party zu machen und die wenigste Zeit in die Uni zu stecken. Ob das nun stimmen mag oder nicht, muss wohl ganz individuell bestimmt werden.

Durch Corona hat sich das aber alles nochmal verändert. Die Tage sind geprägt von vielen Videokonferenzen und den vielen Stunden, die man mehr oder weniger einsam in den eigenen vier Wänden verbringt… Das ist eine neue Form von Anstrengung und macht ein vernünftiges Zeitmanagement noch viel schwerer. Die Fragen, die sich da stellen sind: Wie behalte ich da noch den Überblick? Und wie bekomme ich trotzdem noch alles pünktlich auf die Reihe? Ich habe selbst auch nicht die Weltformel gefunden, aber kann euch von den Tipps und Tricks erzählen, die ich ausprobiert habe.

So doof es klingen mag: Ein geregelter Schlafrhythmus wirkt Wunder!

Dabei ist es nicht wichtig, schon um 5.30 Uhr aus dem Bett zu springen und in den Tag zu starten. Jede*r hat da eigene perfekte Zeiten – für manche ist es eher früher gut und manche brauchen eben eine Weile länger. Ich kann da wirklich empfehlen, sich mal durchzuprobieren, denn ich war auch von mir selbst überzeugt, ich sei vor 10 Uhr morgens auf keinen Fall brauchbar. Inzwischen habe ich mich aber doch beim ersten Wecker zwischen 8 und 8.30 Uhr eingependelt. Dafür gehe ich dann auch gern mal früher schlafen, weil abends eh nichts spannendes mehr passiert.

Zweiter Punkt: Prioritäten suchen und finden!

Klar, manche Aufgaben machen mehr Spaß als andere oder gehen schneller, aber dabei verdrängt man manchmal die große Abgabe, die noch über allem schwebt. Sammle alles in ToDo-Listen. Schau, was alles für die Uni gemacht werden muss, aber auch welche wichtigen Arbeiten im Haushalten ausstehen. Bis wann muss alles erledigt werden? Was ist wichtig? Was kann ich nach hinten schieben? Und auch wenn es unangenehm ist: früher oder später muss doch eh alles gemacht werden. Warum dann also nicht direkt mit der nächsten Literaturrecherche starten, statt endlos durch Instagram zu scrollen? Wenn du dann genau weißt, bis wann alles erledigt werden muss, findet sich eigentlich die Reihenfolge fast von allein. Es ist doch nur soo schwer sich dann auch dran zu halten… Vielleicht hilft auch eine Liste aus Papier. Ein Ausgleich zu Bildschirm, auf dem man schnell noch was dazuschreiben oder wegstreichen kann. Die dann einfach in den Sichtbereich hängen und nichts wird vergessen – hoffentlich.

Und drittens: Feste Zeiten setzen!

Ganz oft denkt man sich: „Ach das geht doch schnell, das mache ich später!“, guckt erstmal noch ‚ne Folge auf Netflix und telefoniert mit anderen. Das ist aber irgendwie Quatsch. Wenn man sich eine bestimmte Arbeitszeit einplant, kann man die Freizeit später umso mehr genießen. Ab und zu trifft man sich ja doch noch mit anderen Menschen. Sagt denen konkret, wann ihr Zeit habt und wann nicht. Nur weil man den ganzen Tag zu Hause ist, heißt das nicht, dass man auch den ganzen Tag frei hat.

Ganz wichtig: Feierabend!

Home Office verleitet dazu, den ganzen Tag das Mailprogramm offen zu haben, dann doch abends nochmal kurz in die Hausarbeit zu schauen oder eine Gruppenarbeit auf einen freien Tag zu legen. Manchmal ist das voll okay, aber das darf nicht die Regel sein. Niemand kann und sollte sich 24/7 damit auseinandersetzen. Da muss man klare Grenzen ziehen und abschalten. (Auch eine Mittagspause an der frischen Luft kann wirklich Wunder wirken!)

All das müssen aber im Endeffekt alle für sich selbst rausfinden. Also scheut euch nicht, euch da auszuprobieren – und wenn ihr nachts eben am besten arbeiten könnt, dann denkt tagsüber an genügend Freizeit. Es ist auch vollkommen okay, wenn das alles aber mal nicht so hinhaut. Wir leben immer noch in einer Pandemie und jede*r kämpft da mit eigenen Hürden und Problemen. Sucht euch gerne Hilfe, wenn ihr nicht mehr weiterwisst. Das ist wirklich okay! Am Ende des Tages geht es nur um euch und was euch am besten tut.