{"id":78,"date":"2019-06-23T23:32:36","date_gmt":"2019-06-23T21:32:36","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/filmfestkritiken\/?p=78"},"modified":"2019-06-23T23:32:36","modified_gmt":"2019-06-23T21:32:36","slug":"ashmina","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/filmfestkritiken\/2019\/06\/23\/ashmina\/","title":{"rendered":"Ashmina"},"content":{"rendered":"<p>Ashmina<\/p>\n<p>Der von Dekel Berenson gedrehte Kurzfilm \u201eAshmina\u201c gew\u00e4hrt einen Einblick in das Leben des (fiktionalen) 13-j\u00e4hrigen Nepali M\u00e4dchens Ashmina, die in der Stadt Pokhara lebt. Aufgrund der Armut ihrer Familie hilft sie bei der lokalen Paragliding-Szene aus, indem sie die Fallschirme der Touristen f\u00fcr ein kleines Trinkgeld zusammenpackt.<\/p>\n<p>Der Film zeigt die sozialen Missst\u00e4nde in Nepal. Ashmina ist Opfer der ungleichen Behandlung der Geschlechter. So muss sie bereits arbeiten gehen und all ihre Verdienste an ihren Vater abgeben, der sie schl\u00e4gt, wenn sie zu wenig Geld nachhause bringt. Aufgrund der Kosten wird es ihr untersagt die Schule zu besuchen, w\u00e4hrend ihrem kleinen Bruder dies gestattet ist. Generell stellt der Film Ashminas Leben als leere Existenz ohne jegliche Form von Freude dar. Sie l\u00e4chelt nie und spricht w\u00e4hrend der 15 min\u00fctigen Laufzeit des Films nur ein paar Worte. Der einzige Moment in dem sie f\u00fcr kurze Zeit nicht niedergeschlagen wirkt, ist als sie sich von ihrem Verdienten ein Eis kauft, wobei sie auch hier zun\u00e4chst vom Eisverk\u00e4ufer gefragt wird ob sie das Geld gestohlen h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Ein weiterer wichtiger Aspekt des Films ist der Einfluss der zahlreichen ausl\u00e4ndischen Touristen, denen Ashmina vor allem auf dem Paragliding-Gel\u00e4nde begegnet. Die im Vergleich zu ihr reichen, aus westlichen L\u00e4ndern stammenden Touristen bilden ein starkes Kontrastbild zu Ashminas Lebenssituation. Sie treten immer \u00fcbertrieben gut gelaunt auf und behandeln \u201eAshmina\u201c eher abweisend oder sogar respektlos. Am extremsten wird dies sichtbar, als sich Ashmina abends, nach langer Arbeit ihre Kugel Eis g\u00f6nnt, w\u00e4hrend angetrunkene Touristen im Hintergrund einen wahren Konsumexzess feiern. Auch wenn die negative Darstellung der Touristen gerade in dieser Szene etwas aufgesetzt wirkt, weist der Film damit doch auf das existierende Problem der finanziellen Ungleichheit zwischen Touristen und Einheimischen in Nepal hin. Letztendlich h\u00e4tte ich mir allerdings eine etwas ausdifferenziertere Herangehensweise an das Thema gew\u00fcnscht, die auch auf weitere Einfl\u00fcsse des Tourismus in Nepal eingeht.<\/p>\n<p>Problematisch sehe ich auch das Ende des Films, das ich im Folgenden kurz anschneiden werde. Ashmina sabotiert den Fallschirm eines Touristen, der ihr zuvor weniger Geld als sonst gegeben hatte. Diese Handlung kam unerwartet und wirkte etwas unrealistisch auf mich. Zwar wurde Ashminas Frustration und Hoffnungslosigkeit dargestellt, die Beweggr\u00fcnde f\u00fcr eine solche Tat erschlie\u00dfen sich mir daraus aber trotzdem nicht wirklich.<\/p>\n<p>Insgesamt zeigt \u201eAshmina\u201c eine deprimierende Sicht auf die sozialen Ungleichheiten in Nepal, die den Zuschauer ern\u00fcchtert zur\u00fcckl\u00e4sst.<\/p>\n<p>Ashmina | Gro\u00dfbritannien\/Nepal | 2018 | Drama | Dekel Berenson | 15 min. | Dikshy Karki, Fabian Gleeson, Sadhana Bhandari, Prakat Pageni | FSK: unbekannt<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"entry-summary\">\nAshmina Der von Dekel Berenson gedrehte Kurzfilm \u201eAshmina\u201c gew\u00e4hrt einen Einblick in das Leben des (fiktionalen) 13-j\u00e4hrigen Nepali M\u00e4dchens Ashmina,&hellip;\n<\/div>\n<div class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/filmfestkritiken\/2019\/06\/23\/ashmina\/\" class=\"more-link\">Continue reading<span class=\"screen-reader-text\"> &ldquo;Ashmina&rdquo;<\/span>&hellip;<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11024,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"footnotes":""},"categories":[207],"tags":[],"class_list":["post-78","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/filmfestkritiken\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/78","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/filmfestkritiken\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/filmfestkritiken\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/filmfestkritiken\/wp-json\/wp\/v2\/users\/11024"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/filmfestkritiken\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=78"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/filmfestkritiken\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/78\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":79,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/filmfestkritiken\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/78\/revisions\/79"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/filmfestkritiken\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=78"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/filmfestkritiken\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=78"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/filmfestkritiken\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=78"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}