Wie erwartet, wird ein Unterricht mit einem „selbstorganisationsoffenen Lehr-Lern-Arrangement“ (Seifried 2006, S. 237) als erfolgreicher eingestuft, als der Lehrerzentrierte Unterricht, sowohl kognitiv als auch was die Motivation betrifft.
Interessant für mich war die Befragung der LehrerInnen hinsichtlich der Gründe, die einen offeneren, methodenreichen Unterricht verhindern. Demnach empfinden die Befragten handlungsorientierte Methoden als zeitaufwendig in der Planung und in der Umsetzung. Auch die „vorherrschende Prüfungspraxis“ steht dem im Wege (Seifert 2006, S. 239).
Weiterhin zeigt die Studie auf, dass Unterschiede in der Offenheit und Methodenvielfalt weniger im Alter der Lehrpersonen liegen (wie von mir erwartet), als im Unterrichtsfach. Demnach eignen sich manche Fächer dem Lehrerempfinden nach eher für Frontalunterricht (hier: Rechnungswesen) und andere für handlungsorientierte Unterrichtsformen (hier: Wirtschaftslehre).
Überraschend war auch, dass sich die Nutzung handlungsorientierter Methoden auch nach Geschlecht unterscheidet: Frauen scheinen handlungsorientierter zu unterrichten als Männer.
Mit meinen Erwartungen übereinstimmend waren die Ergbnisse darüber, dass Frontalunterricht nicht durchweg negativ einzustufen- und für bestimmte Zwecke nützlich ist: „[…] zur Bewältigung von Stofffülle, zur Erarbeitung von Begriffswissen sowie – mit Abstrichen – zur Erarbeitung von Zusammenhangswissen“ (Seifert 2006, S. 238).