{"id":9377,"date":"2024-12-06T12:10:23","date_gmt":"2024-12-06T11:10:23","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/?p=9377"},"modified":"2024-12-06T12:10:29","modified_gmt":"2024-12-06T11:10:29","slug":"olympia-2024-2-deutschland-im-vergleich-mit-der-internationalen-konkurrenz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/2024\/12\/06\/olympia-2024-2-deutschland-im-vergleich-mit-der-internationalen-konkurrenz\/","title":{"rendered":"Olympia 2024 (2): Deutschland im Vergleich mit der internationalen Konkurrenz"},"content":{"rendered":"<div class=\"et_d4_element et_pb_section et_pb_section_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_section_regular et_block_section\" >\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_4_4 et_pb_column et_pb_column_0  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_0  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p><strong>Der Medaillenspiegel der Olympischen Spiele 2024 (Quelle: Sportschau.de) in verschiedenen Modellen<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_image et_pb_image_0\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/www.sportschau.de\/live-und-ergebnisse\/olympia-paris-2024\/medaillenspiegel\"><span class=\"et_pb_image_wrap \"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1380\" height=\"762\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/Screenshot-16.png\" alt=\"\" title=\"Screenshot (16)\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/Screenshot-16.png 1380w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/Screenshot-16-1280x707.png 1280w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/Screenshot-16-980x541.png 980w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/Screenshot-16-480x265.png 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) and (max-width: 1280px) 1280px, (min-width: 1281px) 1380px, 100vw\" class=\"wp-image-9381\" \/><\/span><\/a>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_1  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p>Der Blick auf den Medaillenspiegel der Olympischen Spiele in Paris zeigt, dass Deutschland zwar immer noch zu den Top 10 Nationen weltweit z\u00e4hlt, jedoch nicht an die Platzierungen in der Vergangenheit ankn\u00fcpfen kann. Bei den insgesamt sieben Austragungen der Olympischen Sommerspiele zwischen 1992 und 2016, erreichte das deutsche Team immer einen Platz unter den ersten sechs Nationen, in Barcelona 1992 und Atlanta 1996 sogar den dritten Platz. Die Gr\u00fcnde f\u00fcr diese Entwicklung wurden <a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/2024\/12\/05\/olympia-2024-1-wie-steht-es-um-den-deutschen-sport\/\">im ersten Teil des R\u00fcckblicks zu den Olympischen Spielen 2024<\/a> genauer beleuchtet.<\/p>\n<p>Der Medaillenspiegel wird oft daf\u00fcr kritisiert, dass er ungerecht gegen\u00fcber Kleinstaaten sei, weil gro\u00dfe bev\u00f6lkerungsreiche und wirtschaftsstarke Staaten einen nat\u00fcrlichen Vorteil haben, indem diese Nationen ein gr\u00f6\u00dferes Aufgebot an Athlet*innen zu den Spielen schicken k\u00f6nnen und ein h\u00f6heres Potenzial auf Medaillengewinne haben. Deshalb existieren auch <a href=\"https:\/\/taz.de\/Nationenwertung-bei-Olympia\/!6026827\/\">alternative Modelle des Medaillenspiegels<\/a>, bei denen die Anzahl der gewonnenen Medaillen einer Nation in Relation zur Bev\u00f6lkerungsgr\u00f6\u00dfe bzw. zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) gesetzt wird.<\/p>\n<p>In beiden Modellen belegt Deutschland dabei eine schlechtere Platzierung als im offiziellen Medaillenspiegel. Wenn die Medaillenanzahl einer Nation ins Verh\u00e4ltnis zu deren jeweiliger Bev\u00f6lkerungszahl gesetzt wird, befindet sich Deutschland nur noch auf Rang 32. Ganz vorne w\u00e4ren in diesem Fall die beiden karibischen Inselstaaten Dominica und St. Lucia, die bei den Spielen in Paris jeweils eine Goldmedaille gewannen und \u00fcber jeweils weniger als 200.000 Einwohner*innen verf\u00fcgen. In einem Medaillenspiegel, der die Medaillenbilanz eines Landes unter Ber\u00fccksichtigung des BIP erfasst, belegt Deutschland als gr\u00f6\u00dfte Volkswirtschaft Europas den 71. Platz. Auch in diesem Fall sind Karibikstaaten wie Dominica, Grenada und Jamaika auf den vorderen Pl\u00e4tzen zu finden.<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_2  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p><strong>Was machen erfolgreichere Nationen anders und\/oder besser als Deutschland?<\/strong><\/p>\n<p>Angenommen, die Faktoren Bev\u00f6lkerungsgr\u00f6\u00dfe und Bruttoinlandsprodukt seien die wichtigsten Voraussetzungen f\u00fcr eine hohe Platzierung im Medaillenspiegel, so w\u00e4ren die Gro\u00dfm\u00e4chte USA und China die beiden einzigen Nationen, die f\u00fcr eine deutsche Mannschaft bei Olympischen Spielen als unerreichbar eingestuft werden k\u00f6nnten. Tats\u00e4chlich gewannen die USA und China in Paris die meisten Medaillen und geh\u00f6rten bei allen vergangenen Olympischen Spielen seit 2000 zu den drei erfolgreichsten Nationen. Auch Russland bzw. ehemals die Sowjetunion hat in der Geschichte der Olympischen Sommerspiele mehr Medaillen als Deutschland geholt, doch aufgrund des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine, wurde<a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/ausland\/olympia-2024-wie-russen-auf-die-spiele-blicken-an-denen-sie-nicht-teilnehmen-duerfen-a-5908f1f7-71ab-405d-902c-cea1df2f23a5\"> die russische Mannschaft berechtigterweise von den Spielen in Paris ausgeschlossen<\/a>. Ohne russische Athlet*innen sollten sich die Medaillenchancen f\u00fcr das deutsche Team, zumindest theoretisch, weiter erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>Doch in der Realit\u00e4t hat sich herausgestellt, dass Nationen wie z.B. die Niederlande, S\u00fcdkorea und Australien, die allesamt noch nicht einmal eine halb so gro\u00dfe Bev\u00f6lkerung wie Deutschland haben, im Medaillenspiegel vor Deutschland liegen. Zum Vergleich: Deutschland gewann bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta 20 Goldmedaillen, Japan, Australien, die Niederlande, Gro\u00dfbritannien und S\u00fcdkorea erreichten zusammen gerade einmal 24 goldene Medaillen. 28 Jahre sp\u00e4ter haben alle f\u00fcnf genannten Nationen mehr Goldmedaillen, und teilweise sogar deutlich mehr Medaillen insgesamt, als Deutschland gewonnen. Um nach Gr\u00fcnden f\u00fcr diese Entwicklung zu suchen, ist es sinnvoll, die Sportsysteme anderer Nationen zu beleuchten.<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_3  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p><strong>USA: Universit\u00e4ten und Colleges als Medaillengaranten<\/strong><\/p>\n<p>Auch wenn die USA, wie bereits erw\u00e4hnt, die wahrscheinlich besten Voraussetzungen aller Nationen haben, ist es schon erstaunlich, wie erfolgreich US-amerikanische Athlet*innen bei Olympischen Spielen abschneiden. Mit insgesamt 126 gewonnenen Medaillen war die USA in Paris mit gro\u00dfem Abstand die Nation mit den meisten Medaillen. Insbesondere in den olympischen Kernsportarten Leichtathletik und Schwimmen, in denen die meisten Medaillen verteilt werden, dominieren Sportler*innen aus den USA die Weltspitze. Die Grundlage f\u00fcr den Erfolg US-amerikanischer Sportler*innen wird in den Universit\u00e4ten und Colleges gelegt. Der Sport spielt in US-amerikanischen Universit\u00e4ten und Colleges eine zentrale Rolle und ist f\u00fcr den Ruf einer Universit\u00e4t von sehr wichtiger Bedeutung. Die College-Meisterschaften ziehen in vielen Sportarten wie z.B. Football, Basketball und Leichtathletik ein derartiges Publikum an, dass allein der Verkauf von TV-Rechten den Colleges einen Gewinn in Milliardenh\u00f6he erm\u00f6glicht. Generell sind US-amerikanische Universit\u00e4ten und Colleges dazu bereit, Summen in den Sport zu stecken, die f\u00fcr andere Nationen v\u00f6llig undenkbar w\u00e4ren. So investiert beispielsweise die University of Texas in Austin umgerechnet <a href=\"https:\/\/www.sportschau.de\/mehr-sport\/sportfoerderung-international-100.html\">knapp 200 Millionen Euro pro Jahr<\/a> in den Sport, w\u00e4hrend das Bundesinnenministerium in Deutschland ein Budget von knapp 276 Millionen Euro f\u00fcr das ganze Land zur Verf\u00fcgung stellt. Auch ein deutscher Medaillengewinner bei den Spielen in Paris studiert an der University of Texas: Zehnk\u00e4mpfer Leo Neugebauer, der die Silbermedaille gewann, profitiert nach <a href=\"https:\/\/www.sportschau.de\/leichtathletik\/em\/wie-leo-neugebauer-in-austin-an-seinem-olympia-traum-arbeitet,leichtathletik-em-rom-neugebauer-100.html\">eigenen Angaben<\/a> von den Trainingsbedingungen in seiner Wahlheimat. Besonders beeindruckend ist die Bilanz der <a href=\"https:\/\/gostanford.com\/paris2024\">Stanford University<\/a>. 27 Medaillen gewannen aktuelle oder ehemalige Studierende dieser Universit\u00e4t in Paris, davon acht Goldmedaillen. W\u00e4re die Stanford University als eigenes Land im Medaillenspiegel aufgelistet,<a href=\"https:\/\/www.welt.de\/sport\/olympia\/article252986632\/Olympia-2024-So-gewann-eine-US-Uni-fast-so-viele-Medaillen-wie-Deutschland.html\"> l\u00e4ge sie auf Platz 13<\/a>, also nur drei Pl\u00e4tze hinter Deutschland. Im Gegensatz zu vielen anderen Universit\u00e4ten, die sich auf die klassischen US-amerikanischen Sportarten wie American Football und Baseball konzentrieren, legt die Universit\u00e4t in Stanford den Fokus auf olympische Sportarten wie Leichtathletik und Schwimmen. Die neunfache Olympiasiegerin Katie Ledecky, die nach ihren zwei Goldmedaillen in Paris nun die erfolgreichste US-amerikanische Schwimmerin aller Zeiten ist, gilt als bekanntestes Gesicht der Universit\u00e4t.<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_4  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p><strong>Niederlande und S\u00fcdkorea: Zentralisierung als Erfolgsformel<\/strong><\/p>\n<p>Die Niederlande und S\u00fcdkorea schaffen es, ihre vergleichsweise kleine Landesfl\u00e4che, optimal im Hinblick auf die F\u00f6rderung von Spitzensportler*innen auszunutzen. So gibt es in beiden L\u00e4ndern einen zentralen Ort, wo die besten Athlet*innen des Landes zusammenkommen und miteinander trainieren. Dadurch steigert sich Trainingsqualit\u00e4t der Athlet*innen, die gleichzeitig davon profitieren, dass ihnen die am h\u00f6chsten qualifizierten Trainer*innen und Physiotherapeuten des Landes zur Verf\u00fcgung gestellt werden. In den Niederlanden ist <a href=\"https:\/\/activeplanet.com\/en\/sports-facilities\/olympisches-trainingszentrum-papendal.html\">das Sportzentrum Papendal<\/a>\u00a0der zentrale Ort f\u00fcr Spitzensportler*innen. Aktuell trainieren mehr als 500 Athlet*innen aus unterschiedlichen Sportarten in Papendal, das vor etwa 20 Jahren modernisiert und professionalisiert wurde und seitdem das gr\u00f6\u00dfte Sportzentrum des Landes ist. Auch deutsche Athlet*innen nutzen die geringe geographische Distanz zu den Niederlanden, um sich in internationalen Trainingsgruppen zu messen. Tats\u00e4chlich ist die Niederlande in diesem Aspekt Deutschland weit voraus, denn <a href=\"https:\/\/www.sportschau.de\/mehr-sport\/sportfoerderung-international-100.html\">laut Thomas Berlemann<\/a>, dem Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Sporthilfe, seien internationale Trainingsgruppen wie in Papendal, hierzulande unerw\u00fcnscht. Die j\u00fcngsten Leistungen von niederl\u00e4ndischen Sportler*innen bei den Spielen in Paris best\u00e4tigen den Aufschwung im niederl\u00e4ndischen Sport. Mit 15 Gold-, 7 Silber- und 12 Bronzemedaillen, belegte die Niederlande Platz 6 im Medaillenspiegel, was das beste Ergebnis einer niederl\u00e4ndischen Mannschaft bei Olympia aller Zeiten ist. Dabei zeigt das Erfolgsmodell der Niederlande auch, dass sportlicher Erfolg zumindest nicht allein vom Budget angeht, denn <a href=\"https:\/\/www.sportschau.de\/mehr-sport\/sportfoerderung-international-100.html\">laut Jochem Schnelles<\/a>, dem Leiter des Sportzentrums in Papendal, investieren mindestens 25 Nationen weltweit mehr in den Sport als die Niederlande. Insbesondere in der Leichtathletik ist die Niederlande durch ihr effizientes System der Sportf\u00f6rderung in die Weltspitze vorgedrungen und feierte zuletzt in Paris achtbare Erfolge, wie z.B. die Goldmedaille in der 4x100m Mixed-Staffel. Daneben geh\u00f6ren auch Rudern und Radsport zu den erfolgreichsten Sportarten der Niederlande. Auch in S\u00fcdkorea findet das System der Zentralisierung von Spitzensportler*innen Anwendung. Im Jincheon Training Center trainieren seit der Fertigstellung 2017 bis zu 1.150 Athlet*innen in 35 verschiedenen Sportarten. Schon allein aufgrund der gr\u00f6\u00dferen Fl\u00e4che im Vergleich zu den Niederlanden und S\u00fcdkorea, l\u00e4sst sich das dort angewandte System der Zentralisierung nicht eins zu eins f\u00fcr Deutschland \u00fcbertragen. Dennoch sollte es in Deutschland eine \u00dcberlegung wert sein, ob es nicht m\u00f6glich w\u00e4re, vereinzelte regionale Trainingsst\u00fctzpunkte zu zentralen Trainingsorten f\u00fcr Spitzensportler*innen zusammenzufassen.<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_5  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p><strong>Ausrichtung von Olympischen Spielen als Boost f\u00fcr den heimischen Sport<\/strong><\/p>\n<p>Beim Blick auf die neun Nationen, die im aktuellen Medaillenspiegel vor Deutschland gelandet sind, f\u00e4llt den gr\u00f6\u00dften Olympia-Kenner*innen vielleicht schon direkt auf, was sechs dieser Nationen gemeinsam haben. So waren n\u00e4mlich die USA (1996), China (2008), Japan (2021), Australien (2000), Frankreich (2024) und Gro\u00dfbritannien (2012) allesamt Gastgeberl\u00e4nder von Olympischen Spielen im Zeitraum der letzten 28 Jahre. Die Ausrichtung der Olympischen Spiele gilt f\u00fcr das Gastgeberland als Prestigeprojekt, bei dem die weltweite mediale Aufmerksamkeit gesichert ist. Deshalb ist es dem jeweiligen Ausrichterland ein besonderes Anliegen, dass die heimischen Sportler*innen erfolgreich bei den Spielen abschneiden. Da die Vergabe der Olympischen Spielen an einen Ausrichter in der Regel sieben Jahre vor dem Beginn der Wettk\u00e4mpfe erfolgt, bleibt dem Gastgeber also noch gen\u00fcgend Zeit, um die bestm\u00f6gliche F\u00f6rderung der Athlet*innen im Vorfeld der Spiele sicherzustellen. Gastgeber Frankreich erzielte bei den Spielen in Paris ein historisch erfolgreiches Ergebnis. 64 gewonnene Medaillen f\u00fcr die \u201eGrande Nation\u201c bedeuteten das zweitbeste franz\u00f6sische Ergebnis aller Zeiten, einzig bei Spielen 1900 erreichte Frankreich mehr Medaillen, jedoch lassen sich diese aufgrund der geringen damaligen Globalisierung nicht mit den heutigen Olympischen Spielen vergleichen. Die Grundlage f\u00fcr die fast doppelt so hohe Medaillenanzahl im Vergleich zu den Spielen in Tokio vor drei Jahren (33 Medaillen) liegt in einer eigens f\u00fcr die Olympischen Spiele in Paris entwickelten Neuausrichtung des franz\u00f6sischen Sports. So wurde im Jahr 2019 mit der Agence nationale du sport (Nationale Sportagentur) eine neue Sportagentur gegr\u00fcndet, die in der Folgezeit das F\u00f6rdersystem von franz\u00f6sischen Spitzensportler*innen modernisierten. Neben den Athlet*innen profitieren vor allem die Trainer*innen, die von der Sportagentur finanziell und in ihrer Ausbildung unterst\u00fctzt werden, <a href=\"https:\/\/www.t-online.de\/sport\/olympia\/id_100463580\/olympia-2024-darum-sammelt-frankreich-auf-einmal-so-viele-medaillen.html\">wie der ehemalige Trainer der franz\u00f6sischen Volleyballnationalmannschaft, Laurent Tillie, berichtet<\/a>. Auch das Budget wurde f\u00fcr die Sportf\u00f6rderung durch die Gr\u00fcndung der Sportagentur massiv erweitert. So erh\u00f6hte die Agentur gemeinsam mit der Politik seit der Vergabe der Olympischen Spiele 2024 an Paris im Jahr 2017 ihre Investitionen in die Sportf\u00f6rderung um 68%. Inwiefern die Reform im franz\u00f6sischen Sport langfristig zu besseren Ergebnissen bei Olympischen Spielen f\u00fchrt, l\u00e4sst sich erst nach den n\u00e4chsten Spielen 2028 in Los Angeles bewerten. Allerdings zeigen die Resultate anderer Gastgeberl\u00e4nder in der j\u00fcngeren olympischen Geschichte, dass die Austragung von Olympischen Spielen durchaus einen nachhaltig positiven Effekt auf die Leistungen der entsprechenden Athlet*innen haben kann. In Gro\u00dfbritannien gab es im Vorfeld der Spiele in London 2012 ebenfalls Reformen in der Sportf\u00f6rderungen, die zu dem besten Ergebnis einer britischen Mannschaft seit fast 100 Jahren f\u00fchrten. Mit 29 Goldmedaillen und 65 Medaillen insgesamt erreichte der Inselstaat Platz drei im Medaillenspiegel von 2012. Seitdem gewann Gro\u00dfbritannien bei allen Olympischen Spielen stets mehr als 60 Medaillen und landete im Medaillenspiegel im schlechtesten Fall auf Platz sieben. Japan konnte bei den Spielen in Paris beweisen, dass der dritte Platz im Medaillenspiegel 2021 in Tokio keineswegs ihrem Heimvorteil geschuldet war, denn die japanischen Athlet*innen wiederholten das starke Ergebnis von vor drei Jahren und erreichten erneut den dritten Platz.<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_6  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p><strong>Olympia in Deutschland: Neuer Anlauf f\u00fcr 2040 geplant<\/strong><\/p>\n<p>Die letzten Olympischen Spiele in Deutschland fanden 1972 in M\u00fcnchen statt. Seitdem gab es sieben Bewerbungsversuche, die jedoch aus verschiedenen Gr\u00fcnden erfolglos blieben. Zuletzt scheiterte eine potenzielle Bewerbung Hamburgs f\u00fcr die Spiele 2024 an den B\u00fcrger*innen der Hansestadt, die in einem Referendum im November 2015, mit einer knappen Mehrheit von 51,6% <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/sport\/sonst\/olympia-referendum-hamburg-sagt-nein-a-1065147.html\">gegen Olympische Spiele in Hamburg<\/a> votierten. Kurz vor Beginn der Olympischen Spiele in Paris gab die Bundesregierung bekannt, eine <a href=\"https:\/\/www.bundesregierung.de\/breg-de\/aktuelles\/olympia-bewerbung-2040-2300376\">m\u00f6gliche Bewerbung Deutschlands f\u00fcr die Spiele im Jahr 2040<\/a> unterst\u00fctzen zu wollen. Genauere Details dieser Bewerbung, wie vor allem die Frage, mit welcher Stadt Deutschland ins Rennen geht, sollen laut DOSB im Laufe des n\u00e4chsten Jahres festgelegt werden. Ohnehin liegen die deutschen Pl\u00e4ne f\u00fcr eine Olympiabewerbung noch in weiter Zukunft, da die kommenden Olympischen Spiele bereits vergeben worden sind. 2028 ist Los Angeles Schauplatz des gr\u00f6\u00dften Sportevents der Welt, vier Jahre sp\u00e4ter finden die Spiele in Brisbane, Australien, statt. Es bleibt bis dahin abzuwarten, ob es dem deutschen Sport gelingt, den Abw\u00e4rtstrend in der Medaillenbilanz zu stoppen. Die aktuellen Diskussionen \u00fcber die deutsche Sportf\u00f6rderung und das Abschneiden in Paris haben f\u00fcr die Athlet*innen zumindest im finanziellen Hinblick f\u00fcr eine Verbesserung gesorgt. Die Drogeriemarktkette Rossmann k\u00fcndigte an, die aktuelle Pr\u00e4mie f\u00fcr den Olympiasieg von 20.000 \u20ac <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/sport\/olympia\/olympia-2028-rossmann-will-praemien-fuer-deutsche-medaillen-verdoppeln-a-c3d0aac5-06d8-4334-a69d-e1350346b281\">auf 40.000 \u20ac verdoppeln zu wollen<\/a>. Damit jedoch wieder mehr deutsche Athlet*innen in vier Jahren von dieser Pr\u00e4mie Gebrauch machen k\u00f6nnen, liegt es an den Entscheidungstr\u00e4ger*innen, n\u00f6tige Reformen f\u00fcr den Spitzensport einzuleiten.<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_7  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p><span style=\"font-size: 18pt\">Quellen<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/nach-olympia-deutschland-sportfoerderung-100.html\">Warum Deutschland bei Olympia so wenige Medaillen geholt hat\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0(Deutschlandfunk)<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/olympia-nachlese-warum-deutschland-im-sport-hinterherhinkt\/a-69934459\">Olympia-Nachlese: Warum Deutschland im Sport hinterherhinkt\u00a0 \u00a0 \u00a0 (Deutsche Welle)<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/nachrichten\/sport\/sportfoerderung-verbaende-deutschland-analyse-system-diskussion-100.html\">PotAS: Analysewerkzeug der Sportf\u00f6rderung in der Kritik\u00a0 \u00a0 \u00a0(ZDF)<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/nachrichten\/sport\/sportfoerderung-verbaende-deutschland-analyse-system-diskussion-100.html\">Wie der Spitzensport im Ausland finanziert wird\u00a0 \u00a0 \u00a0(Deutsche Welle)<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.sportschau.de\/mehr-sport\/sportfoerderung-international-100.html\">Abseits der Weltspitze - Was andere besser machen\u00a0 \u00a0 \u00a0 (Sportschau)<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.swr.de\/sport\/mehr-sport\/olympia\/sport-erklaert-so-viel-verdienen-olympioniken-100.html#:~:text=Die%20Sportlerinnen%20und%20Sportler%20k%C3%B6nnen,Euro%20von%20der%20Deutschen%20Sporthilfe.\">Sport erkl\u00e4rt: So viel verdienen die deutschen Olympioniken\u00a0 \u00a0(SWR)<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/reform-foerderung-spitzensport-in-deutschland-olympische-spiele-medaillen\/a-66838530\">Reform der Sportf\u00f6rderung als Weg aus der Krise?\u00a0 \u00a0 \u00a0 (Deutsche Welle)<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":15578,"featured_media":9372,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[207,1013737],"tags":[849586,13870],"class_list":["post-9377","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-elias-mahlstaedt","tag-olympia","tag-sport"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9377","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/15578"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9377"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9377\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10062,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9377\/revisions\/10062"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/9372"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9377"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9377"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9377"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}