{"id":9369,"date":"2024-12-05T20:20:07","date_gmt":"2024-12-05T19:20:07","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/?p=9369"},"modified":"2024-12-06T12:06:28","modified_gmt":"2024-12-06T11:06:28","slug":"olympia-2024-1-wie-steht-es-um-den-deutschen-sport","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/2024\/12\/05\/olympia-2024-1-wie-steht-es-um-den-deutschen-sport\/","title":{"rendered":"Olympia 2024 (1): Wie steht es um den deutschen Sport?"},"content":{"rendered":"<div class=\"et_d4_element et_pb_section et_pb_section_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_section_regular et_block_section\" >\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_4_4 et_pb_column et_pb_column_0  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_0  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p>Die Olympischen Spiele 2024 in Paris waren ein riesiges Spektakel, welches f\u00fcr Menschen aus aller Welt eine 16-t\u00e4gige Auszeit von den aktuellen Krisen und Konflikten darstellte. Besonders beeindruckend bei diesen Spielen war die einzigartige Kulisse einiger Wettkampfst\u00e4tten: Beachvolleyball am Fu\u00dfe des Eiffelturms, Reiten im Schlosspark von Versailles und junge Sportarten wie Breaking, Skateboard und 3x3 Basketball auf dem Place de la Concorde. Schon mit der gigantischen Er\u00f6ffnungsfeier, die nicht in einem Stadion, sondern auf der Seine stattfand, zeigten die franz\u00f6sischen Organisator*innen ihre Originalit\u00e4t und Kreativit\u00e4t im Rahmen der Austragung dieses gro\u00dfen Events. Sportlich betrachtet gab es jede Menge au\u00dfergew\u00f6hnliche Leistungen von vielen der insgesamt 11.119 Athlet*innen, die in Paris an den Start gingen, zu bewundern. Insgesamt 19 neue Weltrekorde in sieben Sportarten wurden bei diesen Olympischen Spielen aufgestellt. Zu den gr\u00f6\u00dften Stars der Spiele geh\u00f6ren unter anderem: der franz\u00f6sische Schwimmer Leon Marchand, der mit vier Goldmedaillen, die meisten Goldmedaillen aller Athlet*innen gewann und US-Turnstar Simone Biles, die mit drei Gold- und einer Silbermedaille ein fulminantes Comeback gab. In einem ziemlich deutlichen Kontrast zu den Leistungen der Topathlet*innen steht die Medaillenbilanz Deutschlands. Insgesamt gewannen deutsche Sportler*innen 33 Medaillen in Paris, davon 12 Goldmedaillen, 13 Silber- und acht Bronzemedaillen. Wenn man die Medaillenbilanzen aller Olympischen Spiele vergleicht, die seit der Wiedervereinigung Deutschlands stattfanden, dann stellt das deutsche Abschneiden in diesem Jahr einen neuen Tiefstwert dar.<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_1  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><table width=\"463\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"76\">Jahr<\/td>\n<td width=\"104\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 GOLD<\/td>\n<td width=\"104\">\u00a0 \u00a0 \u00a0SILBER<\/td>\n<td width=\"96\">\u00a0 BRONZE<\/td>\n<td width=\"83\">\u00a0\u00a0 Anzahl<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"76\">1992<\/td>\n<td width=\"104\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 33<\/td>\n<td width=\"104\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 21<\/td>\n<td width=\"96\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 28<\/td>\n<td width=\"83\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 82<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"76\">1996<\/td>\n<td width=\"104\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 20<\/td>\n<td width=\"104\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 18<\/td>\n<td width=\"96\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 27<\/td>\n<td width=\"83\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 65<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"76\">2000<\/td>\n<td width=\"104\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 13<\/td>\n<td width=\"104\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 17<\/td>\n<td width=\"96\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 26<\/td>\n<td width=\"83\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 56<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"76\">2004<\/td>\n<td width=\"104\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 13<\/td>\n<td width=\"104\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 16<\/td>\n<td width=\"96\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 20<\/td>\n<td width=\"83\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 49<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"76\">2008<\/td>\n<td width=\"104\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 16<\/td>\n<td width=\"104\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 10<\/td>\n<td width=\"96\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 14<\/td>\n<td width=\"83\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 40<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"76\">2012<\/td>\n<td width=\"104\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 11<\/td>\n<td width=\"104\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 20<\/td>\n<td width=\"96\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 13<\/td>\n<td width=\"83\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 44<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"76\">2016<\/td>\n<td width=\"104\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 17<\/td>\n<td width=\"104\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 10<\/td>\n<td width=\"96\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 15<\/td>\n<td width=\"83\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 42<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"76\">2021<\/td>\n<td width=\"104\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 10<\/td>\n<td width=\"104\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 11<\/td>\n<td width=\"96\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 16<\/td>\n<td width=\"83\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 37<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"76\">2024<\/td>\n<td width=\"104\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 12<\/td>\n<td width=\"104\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 13<\/td>\n<td width=\"96\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 8<\/td>\n<td width=\"83\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 33<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table><\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_2  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p>Wie zu sehen ist, geht die Anzahl der von deutschen Sportler*innen gewonnenen Medaillen bei Olympischen Spielen seit mehr als 30 Jahren sukzessive nach unten. Immerhin: Die 12 gewonnenen Goldmedaillen in Paris bedeuten eine Verbesserung zu den Olympischen Spielen 2021 in Tokio. Nun lohnt es sich, die Gr\u00fcnde f\u00fcr den stetigen R\u00fcckgang deutscher Medaillengewinne bei Olympischen Spielen zu erkl\u00e4ren. Daf\u00fcr richtet sich der Fokus in Teil 1 auf die deutsche Sportf\u00f6rderung und auf die j\u00fcngsten deutschen Leistungen in Paris, bevor in Teil 2 ein Blick auf andere Nationen und deren Modelle der Sportf\u00f6rderung geworfen wird.<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_3  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p><strong>Wie wird der Spitzensport in Deutschland gef\u00f6rdert?<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr die finanzielle F\u00f6rderung des Spitzensports in Deutschland ist das Bundesinnenministerium zust\u00e4ndig. In diesem Jahr wurden laut Haushaltsplanung der Bundesregierung <a href=\"https:\/\/www.bundestag.de\/presse\/hib\/kurzmeldungen-965244\">insgesamt 276,077 Millionen Euro in den Sport investiert.<\/a> Wie viele andere Branchen auch, musste der Sport K\u00fcrzungen im Budget hinnehmen, denn bis zum letzten Jahr wurden noch mehr als 300 Millionen Euro vom Bundesinnenministerium freigegeben. Auch abseits der Finanzen ist der Bund ein wichtiger F\u00f6rderer des deutschen Spitzensports, indem Jobs in der Bundeswehr, der Polizei oder auch beim Zoll f\u00fcr Athlet*innen gew\u00e4hrleistet werden. Eine berufliche Perspektive neben dem Sport ist f\u00fcr viele Athlet*innen unabdingbar, denn laut <a href=\"https:\/\/www.swr.de\/sport\/mehr-sport\/olympia\/sport-erklaert-so-viel-verdienen-olympioniken-100.html#:~:text=Leistungssport%20ist%20ein%20Full%2DTime,1.560%20Euro%20brutto%20im%20Monat\">einer j\u00fcngsten Studie<\/a> sind 21% der deutschen Olympiateilnehmer*innen nicht allein durch ihre sportliche T\u00e4tigkeit finanziell abgesichert. Von den insgesamt 428 Athlet*innen, die f\u00fcr Deutschland bei den diesj\u00e4hrigen Olympischen Spielen antraten, ist knapp ein Drittel als Sportsoldat*in der Bundeswehr angestellt. 20 Medaillen gewannen deutsche Sportsoldat*innen in Paris, welche bei den insgesamt 33 deutschen Medaillen ein Anteil von mehr als 60% ausmachen. Wie das von der Politik bereitgestellte Budget genau verwendet wird, entschied bis 2016 allein der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB). Der DOSB ist die Vereinigung aller Spitzensportverb\u00e4nde der einzelnen Sportarten. Aktuell umfasst der DOSB eine Gesamtmitgliederzahl von \u00fcber 27 Millionen in ca. 87.000 verschiedenen Sportvereinen. 2016 beschlossen der DOSB und das Bundesinnenministerium gemeinsam f\u00fcr eine Reform in der deutschen Sportf\u00f6rderung. Seitdem entscheidet ein hochkomplexes Potenzialanalysesystem (PotAS) \u00fcber die Verwendung und Verteilung der finanziellen F\u00f6rderungen zwischen den Sportarten. Zu diesem Zwecke wurden die olympischen Sportarten in einer Rangliste aufgelistet, die sich nach den potenziellen Erfolgschancen deutscher Sportler*innen bei Olympischen Spielen richtete. Je weiter vorne eine Sportart in der Rangliste steht, desto h\u00f6her ist der Anteil an der Auszahlung der F\u00f6rdergelder.<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_4  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p><strong>PotAS in der Kritik<\/strong><\/p>\n<p>Die Einf\u00fchrung eines Potenzialanalysesystems f\u00fcr die Verteilung der F\u00f6rdermittel war mit dem Ziel verbunden, eine Top-5 Platzierung im Medaillenspiegel der Olympischen Sommerspiele zu erreichen. Von diesem Ziel ist Deutschland seitdem weiter entfernt als zuvor. Bei den Spielen in Tokio 2021 und Paris 2024, die nach der PotAS-Reform stattfanden, erreichte Deutschland den neunten bzw. zehnten Platz im Medaillenspiegel. Diese Platzierungen sind die schlechtesten Ergebnisse seit der deutschen Wiedervereinigung 1990. Besonders zu bem\u00e4ngeln ist die Tatsache, dass die j\u00fcngsten Daten, die f\u00fcr die aktuelle Platzierung einer Sportart im PotAS-Ranking ausschlaggebend sind, bis zu sechs Jahre alt sind. Doch gerade im Sport treten immer wieder neue pl\u00f6tzliche Entwicklungen auf, weshalb es schlichtweg nicht sinnvoll ist, eine mittlerweile \u00fcber f\u00fcnf Jahre alte Datenerhebung als Grundlage f\u00fcr die Bewertung des Potenzials einer Sportart zu verwenden. Verletzungen und R\u00fccktritte von Top-Athlet*innen in den letzten Jahren haben somit genauso wenig Einfluss auf die Verteilung der F\u00f6rdergelder wie die Jugendarbeit in den einzelnen Sportarten \u00fcber die letzten Jahre. Wie unzutreffend das PotAS-Ranking sein kann, zeigt das Beispiel Basketball. <a href=\"https:\/\/www.sportschau.de\/mehr-sport\/potenzialanalyse-potas-basketball-leistungssportreform-100.html\">Basketball belegt seit 2019 den letzten Platz im Ranking<\/a> und erh\u00e4lt somit die geringste finanzielle F\u00f6rderung aller aufgelisteten Sportarten. Doch in den letzten Jahren waren deutsche Basketballteams so erfolgreich wie nie zuvor. Die Nationalmannschaft der Frauen war in Paris erstmals f\u00fcr ein olympisches Turnier qualifiziert und erreichte das Viertelfinale. Die Herrennationalmannschaft wurde 2023 sensationell Weltmeister und verpasste als Vierter knapp eine Medaille. Im 3x3 (auch als Streetball bekannt) gewann das Frauenteam die erste deutsche Medaille im Basketball \u00fcberhaupt und sorgte f\u00fcr die wohl \u00fcberraschendste deutsche Goldmedaille in Paris. <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/nachrichten\/sport\/sportfoerderung-verbaende-deutschland-analyse-system-diskussion-100.html\">Trotz einer Vielzahl an Kritikern<\/a> plant der DOSB gemeinsam mit dem Bundesinnenministerium am PotAS festzuhalten, verspricht allerdings eine \u00dcberarbeitung des Systems. So soll in Zukunft eine neugeschaffene Sportagentur mit Mitglieder*innen aus Sport und Politik f\u00fcr eine effizientere Verteilung der F\u00f6rdermittel zust\u00e4ndig sein. Dadurch soll die Verteilung der F\u00f6rdermittel nicht mehr so starr an das PotAS-Ranking gekn\u00fcpft sein wie bisher. Jedoch steht diese Reform aufgrund von <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/sport\/sportpolitik-streit-um-sportfoerdergesetz-nicht-beigelegt-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-240307-99-257621\">Streitigkeiten zwischen dem DOSB und dem Bundesinnenministerium<\/a> im Zuge der j\u00fcngsten Budgetk\u00fcrzungen f\u00fcr den Spitzensport zunehmend auf der Kippe.<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_5  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p><strong>In welchen Sportarten geh\u00f6rten deutsche Athlet*innen in Paris zur Weltspitze?<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr die erfolgreichsten Leistungen deutscher Athlet*innen gemessen an der Medaillenausbeute, sorgten die Reiter*innen und Kanut*innen. Die H\u00e4lfte der insgesamt zw\u00f6lf deutschen Goldmedaillen und ein Drittel aller Medaillen, lassen sich allein auf die Sportarten Reiten und Kanu verteilen. Im Reitsport ist Deutschland die international f\u00fchrende Nation und gewann gleich vier Goldmedaillen, so viele wie keine andere Nation. Auch im Kanusport zeigten sich die deutschen Sportler*innen sehr konkurrenzf\u00e4hig im Vergleich mit der internationalen Spitzenklasse und gewannen insgesamt sechs Medaillen, je zwei Mal Gold, Silber und Bronze. Nur Neuseeland und Australien erzielten ein noch erfolgreicheres Ergebnis. Des Weiteren k\u00f6nnen die deutschen Ergebnisse in den Mannschaftssportarten, insgesamt betrachtet, als sehr zufriedenstellend bewertet werden. Mannschaftssportarten leiden bei Olympischen Spielen ein wenig darunter, dass Medaillenerfolge in diesen Sportarten im Medaillenspiegel nur eine begrenzte Wirkung haben, weil nur eine einzelne Medaillenchance besteht und es keine Teildisziplinen wie z.B. in der Leichtathletik und im Schwimmen gibt. F\u00fcnf deutsche Mannschaften gewannen in ihrer jeweiligen Sportart eine Medaille, das 3x3-Basketballteam der Frauen gewann wie bereits erw\u00e4hnt v\u00f6llig \u00fcberraschend die Goldmedaille. Dazu erreichten die Handballmannschaft der Herren, das Beachvolleyball-Duo Nils Ehlers und Clemens Wickler sowie die Hockeymannschaft der Herren das Finale, in dem alle drei Teams jedoch sich dem Gegner geschlagen geben mussten und somit Silber gewannen. In der Leichtathletik, die Sportart mit den meisten Einzeldisziplinen, z\u00e4hlt Deutschland international gesehen zwar nicht zu den Top-Nationen, trotzdem erzielten deutsche Athlet*innen bessere Ergebnisse, als im Vorfeld erwartet worden sind. Vier gewonnene Medaillen, darunter die \u00fcberraschende Goldmedaille von Kugelsto\u00dferin Yemisi Ogunleye, sind als Erfolg zu bewerten, nachdem Deutschland bei den <a href=\"https:\/\/www.sportschau.de\/leichtathletik\/wm\/leichtathletik-wm-budapest-kommentar-bilanz-100.html\">Leichtathletik-Weltmeisterschaften im letzten Jahr<\/a> keine einzige Medaille erreichte.<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_6  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p><strong>In welchen Sportarten hinkt Deutschland der internationalen Konkurrenz hinterher?<\/strong><\/p>\n<p>In einigen Sportarten, in denen deutsche Sportler*innen bei fr\u00fcheren Olympischen Spielen noch in einer ziemlichen Regelm\u00e4\u00dfigkeit Medaillengewinne erzielten, hat Deutschland den Anschluss zur Weltspitze verloren. Besonders bemerkbar macht sich diese Entwicklung im Schwimmen, wo Deutschland in der Vergangenheit auf vielz\u00e4hlige Erfolge zur\u00fcckblicken kann. Zwar holte Lukas M\u00e4rtens \u00fcber 400m Freistil die Goldmedaille, jedoch war er damit erste m\u00e4nnliche Olympiasieger in einer Schwimmhalle seit 1984. Noch gr\u00f6\u00dfer ist der Kontrast zwischen fr\u00fcheren Erfolgen und der aktuellen Gegenwart bei den Schwimmerinnen. In keiner anderen Sportarten gewannen deutsche Sportlerinnen <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/nachrichten\/sport\/olympia-deutschland-gold-medaillenspiegel-historie-100.html\">historisch betrachtet<\/a> mehr Medaillen als im Schwimmen, allerdings liegt die letzte Goldmedaille mittlerweile 16 Jahre zur\u00fcck. Bei den j\u00fcngsten vier Olympischen Spielen (2012-2024) gewannen deutsche Schwimmerinnen nur zwei Bronzemedaillen. Auch Rudern geh\u00f6rte Langezeit zu den erfolgreichsten deutschen Sportarten bei Olympia, in Paris wiederholte sich dagegen die Negativbilanz von nur zwei gewonnenen Medaillen, die bei den Spielen 2021 in Tokio erstmals aufgestellt wurde. Im Fechten gab es vor zw\u00f6lf Jahren in London noch zwei Medaillen f\u00fcr deutsche Athlet*innen zu feiern, dieses Jahr schafften wettbewerbs\u00fcbergreifend nur zwei deutsche Fechter*innen die Qualifikation f\u00fcr die Olympischen Spiele. \u00dcberhaupt nicht konkurrenzf\u00e4hig sind deutsche Athlet*innen in vielen jungen olympischen Sportarten wie z.B. BMX, Mountainbike, Skateboard, Surfen und Breaking. Gerade in diesen Trendsporten besteht noch viel Potenzial im Hinblick auf die kommenden Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles.<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":15578,"featured_media":9380,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[207,1013737],"tags":[849586,13870],"class_list":["post-9369","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-elias-mahlstaedt","tag-olympia","tag-sport"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9369","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/15578"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9369"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9369\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10059,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9369\/revisions\/10059"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/9380"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9369"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9369"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9369"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}