{"id":9218,"date":"2024-09-14T18:27:01","date_gmt":"2024-09-14T16:27:01","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/?p=9218"},"modified":"2024-09-17T13:38:31","modified_gmt":"2024-09-17T11:38:31","slug":"politik-und-fussball-wie-politisch-war-die-europameisterschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/2024\/09\/14\/politik-und-fussball-wie-politisch-war-die-europameisterschaft\/","title":{"rendered":"Politik und Fu\u00dfball. Wie politisch war die Europameisterschaft?"},"content":{"rendered":"<div class=\"et_d4_element et_pb_section et_pb_section_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_section_regular et_block_section\" >\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_4_4 et_pb_column et_pb_column_0  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_0  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><span style=\"font-size: 8pt\">Foto: Frederic Scheidemann\/UEFA\/Getty Images, IMAGO\/Matthias Koch\/SID\/IMAGO\/Matthias Koch, Depo Photos\u00a0\/ ABACAPRESS\u00a0\/ IMAGO<\/span><\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_1  et_pb_text_align_justified et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><span style=\"font-size: 12pt\">Immer wieder wird dar\u00fcber gesprochen, dass Sport und Politik getrennt werden m\u00fcssen. Die Europameisterschaft zeigt jedoch, dass dies kaum m\u00f6glich ist. Fu\u00dfball ist immer politisch \u2013 sei es durch den Austragungsort des Turniers, die PolitikerInnen in den VIP-Logen oder durch umstrittene, provokative Symbolik, wie beispielsweise den Wolfgru\u00df, der viel Kritik auf sich zog. \u201eUnited by Football. Vereint im Herzen Europas\u201c lautete der Slogan dieser Euro 2024. Doch schon die Vorrunde zeigte, wie viel dieses Europa noch trennt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt\">Die Superstars, die f\u00fcr die Nationalmannschaften spielen, haben einen gro\u00dfen Einfluss auf die Millionen Fans weltweit. Fu\u00dfball ist die beliebteste Sportart der Welt und die Aussagen der Spieler werden in allen Medien verbreitet, diskutiert und oft auch kritisiert.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt\">Es ist kein Geheimnis, dass die junge Generation, die mit Fu\u00dfball aufw\u00e4chst und Fu\u00dfballidole wie Kylian Mbapp\u00e9, Cristiano Ronaldo oder Lionel Messi verehrt, sich auch in anderen Lebensbereichen an ihnen orientiert. Deren politische Einstellungen k\u00f6nnen sogar das Ergebnis wichtiger Kampagnen beeinflussen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt\">Auch diese Europameisterschaft war keine Ausnahme. Die Organisatoren wollten das Turnier so unpolitisch wie m\u00f6glich halten. Doch das gelang ihnen nicht. Spieler und Trainer nutzten die Aufmerksamkeit, um Stellung zu beziehen. Allerdings stie\u00dfen ihre Aussagen nicht immer auf positive Resonanz in der \u00d6ffentlichkeit.<\/span><\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_2  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p><span style=\"font-size: 14pt\"><b>Kylian Mbapp\u00e9: Die Wahlen in Frankreich sind wichtiger als Euro<\/b><\/span><\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_image et_pb_image_0\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<span class=\"et_pb_image_wrap \"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1280\" height=\"853\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/kylian-mbappe-7250181_1280.jpg\" alt=\"\" title=\"kylian-mbappe-7250181_1280\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/kylian-mbappe-7250181_1280.jpg 1280w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/kylian-mbappe-7250181_1280-980x653.jpg 980w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/kylian-mbappe-7250181_1280-480x320.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1280px, 100vw\" class=\"wp-image-9230\" \/><\/span>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_3  et_pb_text_align_justified et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p><span style=\"font-size: 12pt\">Auf einer Konferenz vor dem ersten Spiel Frankreichs gegen \u00d6sterreich am 17. Juni 2024 hielt Kylian Mbapp\u00e9 eine kurze Rede, die von ihm nicht erwartet wurde. Frankreich stand damals kurz vor den Nationalwahlen, nachdem der amtierende Pr\u00e4sident Emmanuel Macron angek\u00fcndigt hatte zur\u00fcckzutreten. Seine Partei \u201eRenaissance\u201c hatte bei den Europawahlen n\u00e4mlich nur noch 15 % der Stimmen erhalten. Im Vergleich dazu erzielte die rechtsextreme Partei \u201eRassemblement National\u201c 31 %. Der franz\u00f6sische Fu\u00dfballspieler, der weltweit und insbesondere in der franz\u00f6sischen Gesellschaft gro\u00dfen Einfluss hat, <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=fjRJejf5zyc\">\u00e4u\u00dferte sich besorgt \u00fcber die Zukunft des Landes:<\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt\">\u201eIch denke, wir befinden uns in einem entscheidenden Moment in der Geschichte unseres Landes. Wir m\u00fcssen die Dinge bewerten und sehen, was unsere Priorit\u00e4ten sind. Die Europameisterschaft ist ein wichtiger Moment in unserer Karriere, aber ich denke, wir sind in erster Linie B\u00fcrger und d\u00fcrfen uns nicht von der Welt um uns herum, und noch weniger von unserem Land, abkoppeln.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt\">Damit rief er alle Franz\u00f6sinnen und Franzosen auf, w\u00e4hlen zu gehen. Insbesondere appellierte er in seiner Rede an die Jugend, seine eigene Generation. \u201eIch denke, wir sind die Generation, die etwas bewegen kann\u201c, sagte Mbapp\u00e9 auf der Pressekonferenz vor dem Spiel.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt\">Der \u201eRassemblement National\u201c ist eine umstrittene Partei, da sie von vielen Politikwissenschaftlern als rechtsextrem eingestuft wird. Zwar nannte Mbapp\u00e9 den RN nicht explizit, doch er betonte in seiner Rede: \u201eHeute sehen wir, dass die Extreme an die T\u00fcr der Macht klopfen, und wir haben die M\u00f6glichkeit, die Zukunft unseres Landes zu gestalten\u201c.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt\">Die Wahlen fanden w\u00e4hrend der EM in Deutschland statt, und genau in dieser Zeit meinte der franz\u00f6sische Nationalspieler, dass er nach dem Ergebnis der Wahlen weiterhin stolz darauf sein wolle, das Trikot der Nationalmannschaft zu tragen. Ihm zufolge wolle er kein Land repr\u00e4sentieren, das nicht seine Werte widerspiegelt, das nicht die Werte der B\u00fcrgerInnen repr\u00e4sentiert, denn wie er angibt, stehen alle auf derselben Seite.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt\">Es ist nicht \u00fcblich f\u00fcr Fu\u00dfballer, so offen \u00fcber Politik und ihre politischen Einstellungen zu sprechen. Doch wie auch Kylian selbst betont: \u201eEs wird oft gesagt, dass man Politik und Fu\u00dfball nicht vermischen darf\u201c. Dennoch gebe es keine andere M\u00f6glichkeit, denn die Situation sei extrem: \u201eIch stimme zu, wenn es eine normale Situation ist, aber wenn man sich in einer Situation wie dieser befindet, ist es sehr wichtig\u201c. \u201eDeshalb k\u00f6nnen wir uns nicht verstecken\u201c, f\u00fcgte der Kapit\u00e4n der Franzosen hinzu.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt\">Der \u201eRassemblement National\u201c und insbesondere Marine Le Pen hatten eine Antwort f\u00fcr Kylian Mbapp\u00e9 parat und reagierten sofort auf seine Aufrufe, nicht f\u00fcr ihre Partei zu stimmen. \u201eDie Franzosen haben es satt, belehrt und beraten zu werden, wie sie w\u00e4hlen sollen\u201c, sagte sie dem Fernsehsender CNN. \u201eMbapp\u00e9 vertritt nicht die Franzosen mit Migrationshintergrund\u201c, betonte Le Pen, \u201edenn es gibt viel mehr von ihnen, die vom Mindestlohn leben, sich keine Wohnung und keine Heizung leisten k\u00f6nnen, als Leute wie Herrn Mbapp\u00e9\u201c.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt\">Die Nationalwahlen fanden am 30. Juni und am 7. Juli statt. Vielleicht auch dank der Unterst\u00fctzung von Kylian Mbapp\u00e9 und zum Nachteil von Marine Le Pen und dem \u201eRassemblement National\u201c blieb der Rechtsruck aus, und das Linksb\u00fcndnis wurde nach den Parlamentswahlen zur st\u00e4rksten Kraft.<\/span><\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_4  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p><span style=\"font-size: 14pt\"><b>Michael Gregoritsch mit einem Appell an sein Land und Europa:<\/b><\/span><\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_image et_pb_image_1\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<span class=\"et_pb_image_wrap \"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1920\" height=\"840\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/1719993399494michael-gregoritsch-114_v-16x7@2dXL_-a253d9ef734ceed2dcb1222775e1f0a268339ea8.jpg\" alt=\"\" title=\"Foto: IMAGO, Imago Images \/ Eibner-Pressefoto \/ Memmler \" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/1719993399494michael-gregoritsch-114_v-16x7@2dXL_-a253d9ef734ceed2dcb1222775e1f0a268339ea8.jpg 1920w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/1719993399494michael-gregoritsch-114_v-16x7@2dXL_-a253d9ef734ceed2dcb1222775e1f0a268339ea8-1280x560.jpg 1280w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/1719993399494michael-gregoritsch-114_v-16x7@2dXL_-a253d9ef734ceed2dcb1222775e1f0a268339ea8-980x429.jpg 980w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/1719993399494michael-gregoritsch-114_v-16x7@2dXL_-a253d9ef734ceed2dcb1222775e1f0a268339ea8-480x210.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) and (max-width: 1280px) 1280px, (min-width: 1281px) 1920px, 100vw\" class=\"wp-image-9236\" \/><\/span>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_5  et_pb_text_align_justified et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p><span style=\"font-size: 12pt\">Das Viertelfinale, in dem \u00d6sterreich gegen die T\u00fcrkei spielte und verlor, brachte gleich mehrere politische Vorf\u00e4lle mit sich \u2013 sowohl vor dem Spiel, w\u00e4hrend des Spiels als auch danach.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt\">Die \u00f6sterreichischen Fans fielen w\u00e4hrend der EM in der Vorrunde durch rechtsgerichtete Aktionen auf. Beim Spiel gegen Polen am 21. Juni 2024 im Berliner Olympiastadion pr\u00e4sentierten sie kurz vor Spielende ein Banner mit der Aufschrift \u201eDefend Europa\u201c. Dies ist der Titel einer Kampagne der rechtsextremen \u201eIdentit\u00e4ren Bewegung\u201c, die Stimmung gegen Migranten macht. Auch kurz vor dem Achtelfinalspiel gegen die T\u00fcrkei sangen einige \u00f6sterreichische Fans in Leipzig, dem Austragungsort des Spiels, zur Melodie des Liedes \u201eL\u2019amour toujours\u201c die Parole \u201eDeutschland den Deutschen, Ausl\u00e4nder raus\u201c.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt\">Michael Gregoritsch, der \u00f6sterreichische Fu\u00dfballspieler, \u00e4u\u00dferte sich nach dem Spiel gegen die T\u00fcrkei und dem EM-Aus klar gegen die rechte Bewegung in seinem Land und in ganz Europa. \u201eDie Botschaft in ganz \u00d6sterreich und Europa ist, dass man sich nicht auseinandersetzen soll mit Differenzierung und rechten Gedanken, sondern vereint und stolz und gl\u00fccklich sein\u201c, erkl\u00e4rte der Bundesliga-Profi. Nach Meinung des St\u00fcrmers vom SC Freiburg k\u00f6nnte sein Land gemeinsam f\u00fcr etwas Gr\u00f6\u00dferes stehen: \u201eWir sollten uns ganz weit von rechtem Gedankengut entfernen und wir sollten wissen, wie wichtig das ist, dass wir alle gleich sind, dass wir alle f\u00fcr unser Land da sind, dass wir eben f\u00fcr eine Sache so brennen k\u00f6nnen, die einen so positiven Einfluss auf unser Land hat\u201c.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt\">Auch w\u00e4hrend der EM warnte der Trainer der \u00f6sterreichischen Nationalmannschaft, Ralf Rangnick, vor einem politischen Rechtsruck. In einem Interview rief der langj\u00e4hrige Bundesliga-Trainer gegen\u00fcber Rechtsextremisten zur Wachsamkeit auf: \u201eWir leben in einer so bewegten Zeit, in der man nicht mehr sagen kann, das eine ist Sport und das andere Politik, und die zwei Dinge haben nichts miteinander zu tun\u201c. Er betonte die Bedeutung einer klaren Haltung bei Personen des \u00f6ffentlichen Lebens: \u201eGerade die Geschichte unserer beiden L\u00e4nder \u00d6sterreich und Deutschland sollte uns Lehre genug sein (\u2026). Gerade auf diesem rechten Auge m\u00fcssen wir sehr, sehr wachsam sein\u201c, so der \u00f6sterreichische Teamchef.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_6  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><span style=\"font-size: 14pt\"><b>Merih Demiral und die umstrittene Geste \u201eWolfsgru\u00df\u201c<\/b><\/span><\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_image et_pb_image_2\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<span class=\"et_pb_image_wrap \"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"2320\" height=\"1160\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/470902585-1440x720-2320x1160-c-default.jpg\" alt=\"\" title=\"Foto: picture alliance \/ ASSOCIATED PRESS\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/470902585-1440x720-2320x1160-c-default.jpg 2320w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/470902585-1440x720-2320x1160-c-default-1280x640.jpg 1280w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/470902585-1440x720-2320x1160-c-default-980x490.jpg 980w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/470902585-1440x720-2320x1160-c-default-480x240.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) and (max-width: 1280px) 1280px, (min-width: 1281px) 2320px, 100vw\" class=\"wp-image-9227\" \/><\/span>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_7  et_pb_text_align_justified et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p><span style=\"font-size: 12pt\">Merih Demiral schoss zwei Tore und die T\u00fcrkei zog ins Viertelfinale ein. Der t\u00fcrkische Nationalspieler feierte den Sieg mit einer Geste, die als \u201eWolfsgru\u00df\u201c bekannt ist und nicht eindeutig interpretiert wird. Demiral \u00e4u\u00dferte sich nach dem Spiel dazu: \u201eWie ich gefeiert habe, hat etwas mit meiner t\u00fcrkischen Identit\u00e4t zu tun\u201c, erkl\u00e4rte der 26-j\u00e4hrige Nationalspieler. \u201eDeswegen habe ich diese Geste gemacht. Ich habe Leute im Stadion gesehen, die diese Geste auch gezeigt haben\u201c. Es stecke keine versteckte Botschaft dahinter, f\u00fcgte er hinzu.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt\">Die t\u00fcrkische Mannschaft schied im Viertelfinale gegen die Niederlande aus und Demiral konnte seinem Team nicht helfen, da die UEFA ihn f\u00fcr zwei Spiele sperrte. Daher h\u00e4tte er erst im Finale wieder spielen d\u00fcrfen, was jedoch nicht eintrat. W\u00e4hrend dieses Spiels protestierten die t\u00fcrkischen Fans gegen die Sperre von Demiral und unterst\u00fctzten ihn, indem sie mehrfach den \u201eWolfsgru\u00df\u201c zeigten. Auch der t\u00fcrkische Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdogan \u00e4u\u00dferte sich gegen die Sperre des Spielers f\u00fcr zwei Spiele. Demiral habe mit dieser Geste \u201eBegeisterung\u201c gezeigt, meinte der 70-J\u00e4hrige. \u201eSagt jemand etwas dar\u00fcber, dass auf den Trikots der Deutschen ein Adler ist? Sagt jemand etwas dar\u00fcber, dass auf den Trikots der Franzosen ein Hahn ist und warum sie sich wie H\u00e4hne aufspielen?\u201c, sagte Erdogan weiter.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt\"><b>Was ist der Hintergrund dieser Geste und warum wurde Demiral gesperrt, obwohl die Geste nicht verboten ist?<\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt\">Die Geste des \"Wolfsgru\u00dfes\" besteht darin, die Hand zu einer Art \"Wolfskopf\" zu formen: Der Zeigefinger und der kleine Finger werden ausgestreckt, w\u00e4hrend Daumen, Mittel- und Ringfinger eingeklappt sind. Sie symbolisiert den \"grauen Wolf\", ein mythisches Tier in der t\u00fcrkischen Mythologie, das von den \"Grauen W\u00f6lfen\" als Symbol ihrer politischen Bewegung verwendet wird.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt\">Der \"Wolfsgru\u00df\" ist eine Handgeste, die eng mit der rechtsextremen t\u00fcrkischen Organisation \"Graue W\u00f6lfe\" (t\u00fcrkisch: \"Bozkurtlar\") verbunden ist. Diese Gruppe wird als ultranationalistisch, rassistisch und gewaltt\u00e4tig angesehen und vertritt eine extrem nationalistische Ideologie, die sich auf den Panturkismus st\u00fctzt \u2013 die Vorstellung einer Vereinigung aller t\u00fcrkischsprachigen V\u00f6lker in einem Gro\u00dfreich. Das T\u00fcrkentum wird dabei als h\u00f6herwertiger und \u00fcberlegener gesehen, vor allem ArmenierInnen, GriechInnen, KurdInnen wie auch das Judentum werden gezielt herabgew\u00fcrdigt. Die Geste wird oft bei politischen Veranstaltungen, Demonstrationen oder auch im Fu\u00dfballstadion gezeigt, um Unterst\u00fctzung f\u00fcr die extrem nationalistischen und oft fremdenfeindlichen Ideen dieser Organisation zu signalisieren.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt\">Obwohl die Geste in Deutschland und anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern offiziell nicht verboten ist, verh\u00e4ngte die UEFA dennoch die Sperre. Der Grund liegt in der Interpretation der Geste als Ausdruck einer politischen Botschaft, die nicht mit den Richtlinien vieler Sportverb\u00e4nde vereinbar ist.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt\">In Sportarten wie Fu\u00dfball sind politische, rassistische und extremistische Gesten, Aussagen und Symbole verboten. Auch wenn der \"Wolfsgru\u00df\" in vielen L\u00e4ndern nicht als explizit verbotene Geste aufgelistet ist, kann er dennoch als Versto\u00df gegen die Fair-Play-Regeln und als Ausdruck von politischem Extremismus gewertet werden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt\">Somit wie man es auch dreht, zeigt sich, dass der Fu\u00dfball immer noch politisiert ist, und es schwierig sein wird, diese beiden scheinbar unvereinbaren Bereiche zu trennen.<\/span><span style=\"font-size: 12pt\"> Die Europameisterschaft 2024 zeigt, wie eng sie miteinander verbunden sind. Von politischen Statements prominenter Spieler wie Kylian Mbapp\u00e9 bis hin zu kontroversen Gesten auf dem Spielfeld, wie dem Wolfsgru\u00df, wird deutlich, dass Fu\u00dfball nicht nur ein Spiel ist, sondern eine B\u00fchne, auf der gesellschaftliche und politische Spannungen ausgetragen werden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt\">Diese Verflechtung wirft die Frage auf: Sollten Sportveranstaltungen weiterhin als Plattform f\u00fcr politische Aussagen genutzt werden, oder w\u00fcrde dies die Bedeutung des Sports als einheitliche Kraft untergraben?\u00a0Das ist eher eine rhetorische Frage, denn jede bleibt bei seiner Meinung.<\/span><\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":13690,"featured_media":9240,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[207,1013744,849544,1013742],"tags":[1013746,1013745,255],"class_list":["post-9218","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-euro-2024","category-europa-und-sport","category-fussball","tag-euro-2024","tag-fussball","tag-politik"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9218","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/13690"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9218"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9218\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9442,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9218\/revisions\/9442"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/9240"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9218"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9218"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9218"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}