{"id":8524,"date":"2024-05-21T18:06:11","date_gmt":"2024-05-21T16:06:11","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/?p=8524"},"modified":"2024-05-21T18:06:15","modified_gmt":"2024-05-21T16:06:15","slug":"ausflug-in-die-vergangenheit-das-ehemalige-atomkraftwerk-ignalina-in-litauen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/2024\/05\/21\/ausflug-in-die-vergangenheit-das-ehemalige-atomkraftwerk-ignalina-in-litauen\/","title":{"rendered":"Ausflug in die Vergangenheit: Das ehemalige Atomkraftwerk Ignalina in Litauen"},"content":{"rendered":"<div class=\"et_d4_element et_pb_section et_pb_section_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_section_regular et_block_section\" >\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_4_4 et_pb_column et_pb_column_0  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_0  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p>An einem eiskalten Januartag machen wir uns von Vilnius aus mit dem Zug auf den Weg nach Visaginas. Wir, das sind zwei litauische Kommilitoninnen, die ich w\u00e4hrend meines Auslandssemesters in Vilnius kennengelernt habe, und ich. Ich habe die beiden von der Idee \u00fcberzeugen k\u00f6nnen, mitten im Winter einen Tagesausflug in den Nordosten des Landes zu machen, wo bisher keine von uns dreien gewesen ist. Visaginas befindet sich etwa 150 Kilometer von Vilnius entfernt, nahe des Dreil\u00e4nderecks Lettland-Litauen-Belarus. Wenige Kilometer weiter \u00f6stlich liegt das seit 15 Jahren nicht mehr aktive Kernkraftwerk Ignalina am See Dr\u016bk\u0161iai direkt an der belarusischen Grenze.<\/p>\n<p>Die Stadt und das Atomkraftwerk sind unweigerlich miteinander verbunden: Visaginas wurde 1975 als Snie\u010dkus (nach dem ehemaligen Vorsitzenden der litauischen KP benannt) allein f\u00fcr den Bau und sp\u00e4teren Betrieb des Atomkraftwerkes gegr\u00fcndet. Ignalina sollte das leistungsst\u00e4rkste Atomkraftwerk der Sowjetunion werden, wof\u00fcr Menschen aus allen Teilen des damals fl\u00e4chenm\u00e4\u00dfig gr\u00f6\u00dften Landes der Erde als Arbeiter*innen angeworben wurden. Die Stadt hatte daher von Anfang an multiethnischen Charakter, was sich bis heute in der Zusammensetzung der in Visaginas lebenden Menschen widerspiegelt: Die Gemeinde bildet eine von gerade mal zwei Regionen in Litauen, in denen ethnische Litauer*innen in der Minderheit sind. Laut einer Volksz\u00e4hlung aus dem Jahr 2011 bildeten Russ*innen damals mit rund 54 % die Mehrheit in Visaginas (im Vergleich zu 6 % in Gesamtlitauen). Auch der Anteil an Belarus*innen (2011: 10 %) und Ukrainer*innen (2011: 6 %) ist im Vergleich zu anderen Teilen des Landes \u00fcberproportional hoch.<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_1  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_4_4 et_pb_column et_pb_column_1  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_blurb et_pb_blurb_0  et_pb_text_align_left  et_pb_blurb_position_top et_block_module et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_blurb_content\">\n\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t<div class=\"et_pb_blurb_container\">\n\t\t\t\t\t\t<h4 class=\"et_pb_module_header\"><span>Eine sozialistische Musterstadt mitten im Wald<\/span><\/h4>\n\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_2  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_1_2 et_pb_column et_pb_column_2  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_1  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p>Nachdem wir in Visaginas mit dem Zug angekommen sind, bemerken wir schnell einen sprachlichen Unterschied zu Vilnius. Wir h\u00f6ren hier auf den Stra\u00dfen kein Litauisch, sondern haupts\u00e4chlich Russisch. Vom Bahnhof aus f\u00fchrt uns eine halbst\u00fcndige Wanderung durch den verschneiten Kiefernwald ins Zentrum. Die Stadt ist von allen Seiten von Wald umschlossen, was offenbart, dass hier vor ihrem Bau nur Natur war. Heute erscheint es mir kaum vorstellbar, aber in den 80er Jahren geh\u00f6rte das quasi ins Nichts gebaute Visaginas zu den modernsten St\u00e4dten der litauischen Sowjetrepublik. Das Stadtbild weist Spuren dieser sowjetischen Vergangenheit auf: Visaginas mutet als sowjetische Musterstadt im sozialistischen Baustil an, an vielen Orten reihen sich identisch wirkende Plattenbauten endlos aneinander. Zudem finden wir Hinweise auf die \u00fcberwiegend orthodoxe Bev\u00f6lkerung. Wir erkunden eine gut besuchte orthodoxe Kirche im Stadtzentrum. Auf einem zugefrorenen See entdecken wir ein in die Eisplatte geschnittenes Loch in Form eines Kreuzes, das f\u00fcr das traditionelle orthodoxe Eisbaden im Januar genutzt wird \u2013 brrr, mir wird schon beim Gedanken daran kalt! Nach diesem Anblick m\u00fcssen wir uns erstmal in einem Caf\u00e9 aufw\u00e4rmen und es kommt die Frage auf: Sollen wir wirklich noch zum etwa 10 Kilometer entfernten stillgelegten Kernkraftwerk Ignalina fahren? Es beginnt bereits zu d\u00e4mmern (im Winter wird es in Litauen ab 15 Uhr dunkel), zudem haben wir Angst, dass wir f\u00fcr die R\u00fcckfahrt keine Person finden, die bereit ist, uns mit ihrem Taxi wieder mit zur\u00fcck in die Stadt zu nehmen. Nach kurzer Diskussion entscheiden wir uns aber dennoch f\u00fcr die Fahrt, unsere Neugier \u00fcberwiegt.<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_d4_element et_pb_column_1_2 et_pb_column et_pb_column_3  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_image et_pb_image_0\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<span class=\"et_pb_image_wrap \"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"2560\" height=\"1920\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/20240119_141457-scaled.jpg\" alt=\"\" title=\"20240119_141457\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/20240119_141457-scaled.jpg 2560w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/20240119_141457-1280x960.jpg 1280w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/20240119_141457-980x735.jpg 980w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/20240119_141457-480x360.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) and (max-width: 1280px) 1280px, (min-width: 1281px) 2560px, 100vw\" class=\"wp-image-8528\" \/><\/span>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_image et_pb_image_1\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<span class=\"et_pb_image_wrap \"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1920\" height=\"2560\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/20240119_141036-scaled.jpg\" alt=\"\" title=\"20240119_141036\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/20240119_141036-scaled.jpg 1920w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/20240119_141036-1280x1707.jpg 1280w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/20240119_141036-980x1307.jpg 980w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/20240119_141036-480x640.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) and (max-width: 1280px) 1280px, (min-width: 1281px) 1920px, 100vw\" class=\"wp-image-8537\" \/><\/span>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_3  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_4_4 et_pb_column et_pb_column_4  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_2  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p>Weshalb ist das Atomkraftwerk so interessant? Ber\u00fchmtheit erlangte es als Kulisse f\u00fcr die HBO-Serie \u201eChernobyl\u201c von 2019. Hintergrund der f\u00fcnfteiligen US-amerikanisch-britischen Miniserie ist die Nuklearkatastrophe, die sich in der Nacht vom 25. auf den 26. April 1986 in Tschornobyl (Transliteration aus dem Ukrainischen) im Norden der damaligen ukrainischen Sowjetrepublik nahe der Grenze zum heutigen Belarus ereignete. Indirekt steht die Schlie\u00dfung des litauischen Kernkraftwerkes auch in Verbindung mit Tschornobyl. So handelt es sich bei den beiden Reaktoren in Ignalina, die 1983 und 1987 in Betrieb genommen wurden und damals die gr\u00f6\u00dfte Leistungskapazit\u00e4t weltweit besa\u00dfen, um den gleichen Bautyp wie der des ukrainischen Atomkraftwerks. Auch in Litauen kam es immer wieder zu kleineren, aber doch ernstzunehmenden Pannen. Nach der Katastrophe 1986 wurden Modifikationen vorgenommen. Dennoch l\u00f6sten die Ereignisse, wie auch in anderen Teilen der UdSSR, Proteste gegen die Kernenergie im Rahmen einer erstarkenden Umweltbewegung aus. Diese war im gesamten Baltikum (wie auch in der Ukraine) ein relevanter Bestandteil der Unabh\u00e4ngigkeitsbewegungen. Der Protest bewirkte, dass der Bau eines dritten Reaktors Ende der 80er Jahre gestoppt wurde. Die Unabh\u00e4ngigkeit Litauens 1990 durchkreuzte die weiteren sowjetischen Pl\u00e4ne f\u00fcr das Werk, sodass ein vierter geplanter Block nie Realit\u00e4t wurde.<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_4  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_4_4 et_pb_column et_pb_column_5  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_blurb et_pb_blurb_1  et_pb_text_align_left  et_pb_blurb_position_top et_block_module et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_blurb_content\">\n\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t<div class=\"et_pb_blurb_container\">\n\t\t\t\t\t\t<h4 class=\"et_pb_module_header\"><span>Kernkraftwerk Ignalina - vom Fortschrittsprojekt zum Problemfall<\/span><\/h4>\n\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_5  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_4_4 et_pb_column et_pb_column_6  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_3  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p>Das Atomkraftwerk blieb nach der Unabh\u00e4ngigkeit ein Sorgenkind. So warnte der Regierungsberater f\u00fcr das Kernkraftwerk Ignalina 1992 vor einem <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/sonst-droht-uns-ein-tschernobyl-a-ecee41f2-0002-0001-0000-000013680931\">\u201ezweiten Tschernobyl\u201c<\/a>. Nicht nur wies das Atomkraftwerk Sicherheitsm\u00e4ngel auf. Geolog*innen hatten festgestellt, dass unter dem Kraftwerk tektonische Bruchlinien verlaufen, was bei der Standortauswahl wohl nicht ber\u00fccksichtigt worden war. Gleichzeitig war das nun unabh\u00e4ngige Litauen energietechnisch stark auf die Atomkraft angewiesen, die auch Unabh\u00e4ngigkeit von russischem Erdgas bedeutete. Der Atomstromanteil Litauens betrug 1993 noch 88%, der h\u00f6chste Wert weltweit. Die Vereinbarung, das Atomkraftwerk Ignalina vom Netz zu nehmen, war Voraussetzung f\u00fcr die Aufnahme Litauens in die Europ\u00e4ische Union, die sich im Gegenzug dazu verpflichtete, die daf\u00fcr entstehenden Kosten zu \u00fcbernehmen. Gem\u00e4\u00df dieser Vereinbarung wurde 2009 der zweite und letzte sich noch im Betrieb befindliche Reaktor abgeschaltet.<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_6  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_1_2 et_pb_column et_pb_column_7  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_4  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p>Bei unserer sp\u00e4teren Erkundungstour werden wir erstaunt sein, dass in einigen Geb\u00e4uden dennoch Lichter brennen und Autos vor dem Geb\u00e4ude stehen. Bis 2038 sollen die Abbauarbeiten dauern, noch knapp 2000 der ehemals 5000 Mitarbeitenden sind hierf\u00fcr angestellt. Dass hierdurch also mehr als die H\u00e4lfte der Besch\u00e4ftigten ihren Job verlor, machte die Entscheidung der litauischen Regierung in Visaginas \u00e4u\u00dferst unpopul\u00e4r. Zudem war das Atomkraftwerk f\u00fcr vielen Bewohner*innen stark mit ihrem Selbstverst\u00e4ndnis verbunden, weshalb das Abschalten des Kraftwerkes auch einen <a href=\"https:\/\/www.goethe.de\/ins\/lt\/de\/kul\/sup\/lit\/l20\/22221608.html?forceDesktop=1\">gesellschaftlichen Bruch f\u00fcr die Region<\/a> bedeutete. Der Taxifahrer, der uns nach Ignalina bringt, berichtet uns eindr\u00fccklich davon, wie er selbst seinen Job im Atomkraftwerk verlor und er dies bis heute sehr bedauert. Zur initial durch die Regierung angek\u00fcndigten Errichtung eines neuen Atomkraftwerks in der Region kam es bisher nicht. Seit einer Volksbefragung 2012, in der sich knapp 65% der teilnehmenden Litauer*innen gegen den Bau eines Kernkraftwerkes und damit den Wiedereinstieg Litauens in die Atomkraft aussprachen, liegt das Projekt auf Eis.<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_d4_element et_pb_column_1_2 et_pb_column et_pb_column_8  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_image et_pb_image_2\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<span class=\"et_pb_image_wrap \"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1280\" height=\"865\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/Ignalina_Nuclear_Power_Plant_Unit_1_2005-Von-Petr-Stefek-.jpg\" alt=\"\" title=\"Ignalina_Nuclear_Power_Plant_Unit_1_2005 Von Petr \u0160tefek\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/Ignalina_Nuclear_Power_Plant_Unit_1_2005-Von-Petr-Stefek-.jpg 1280w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/Ignalina_Nuclear_Power_Plant_Unit_1_2005-Von-Petr-Stefek--980x662.jpg 980w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/Ignalina_Nuclear_Power_Plant_Unit_1_2005-Von-Petr-Stefek--480x324.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1280px, 100vw\" class=\"wp-image-8540\" \/><\/span>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_image et_pb_image_3\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<span class=\"et_pb_image_wrap \"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"2560\" height=\"1920\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/20240119_170458-scaled.jpg\" alt=\"\" title=\"20240119_170458\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/20240119_170458-scaled.jpg 2560w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/20240119_170458-1280x960.jpg 1280w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/20240119_170458-980x735.jpg 980w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/20240119_170458-480x360.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) and (max-width: 1280px) 1280px, (min-width: 1281px) 2560px, 100vw\" class=\"wp-image-8541\" \/><\/span>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_blurb et_pb_blurb_2  et_pb_text_align_left  et_pb_blurb_position_top et_block_module et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_blurb_content\">\n\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t<div class=\"et_pb_blurb_container\">\n\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"et_pb_blurb_description\"><p style=\"text-align: center\"><strong>Ein Unterschied wie Tag und Nacht: Das Atomkraftwerk 2005 noch in Betrieb (Bild: Petr \u0160tefek) vs. heutige Aufnahme<\/strong><\/p><\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_7  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_4_4 et_pb_column et_pb_column_9  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_5  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p>Da auf diese Weise viele traditionelle Arbeitspl\u00e4tze in der Region weggebrochen sind, wird der \u201eAtomtourismus\u201c nach Visaginas seit der Serie \u201eChernobyl\u201c von vielen als wirtschaftliche Chance wahrgenommen, die mit touristischen Angeboten beantwortet wird: Eine App bietet eine interaktive Karte der Stadt, F\u00fchrungen im Atomkraftwerk werden f\u00fcr etwa 60 Euro angeboten. Das war uns definitiv zu teuer, zudem hatten wir mehr Lust, die Gegend auf eigene Faust zu erkunden. Als wir schlussendlich beim Kernkraftwerk ankommen, ist es schon fr\u00fcher Abend. Im Halbdunkeln wirkt der Geb\u00e4udekomplex gespenstisch, auch weil kaum Menschen au\u00dfer uns zu sehen und nur wenige Fenster erleuchtet sind. Zahlreiche angrenzende gr\u00f6\u00dftenteils unbewohnte Geb\u00e4ude und die verlassenen Stra\u00dfen und Wege zwischen ihnen machen allerdings klar, dass hier vor nicht allzu langer Zeit einmal der Lebensmittelpunkt vieler Menschen lag. Es erscheint mir wie eine Geisterstadt. Dass die Silhouette der Reaktoren im Hintergrund zudem eins zu eins aussieht wie in der Serie \u201eChernobyl\u201c und deshalb bei mir Assoziationen an das Ungl\u00fcck weckt, macht den Anblick nicht weniger gruselig. Am Ende bin ich deshalb auch froh, Ignalina voller spannender Eindr\u00fccke wieder verlassen zu d\u00fcrfen. Ein Taxi finden wir zum Gl\u00fcck auch noch, sodass wir nicht im Nirgendwo \u00fcbernachten m\u00fcssen, sondern uns auf der Zugr\u00fcckfahrt nach Vilnius aufw\u00e4rmen und unsere Gedanken \u00fcber diesen besonderen Ausflug miteinander teilen k\u00f6nnen.<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":13654,"featured_media":8552,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_total_topic_count_hidden":0,"_bbp_total_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[207,849566,1013659],"tags":[1013732,52057,846561],"class_list":["post-8524","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-ariane-brachmann","category-litauen","tag-atomkraftwerk","tag-litauen","tag-sowjetunion"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8524","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/13654"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8524"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8524\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8646,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8524\/revisions\/8646"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/8552"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8524"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8524"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8524"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}