{"id":7973,"date":"2024-10-18T12:21:12","date_gmt":"2024-10-18T10:21:12","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/?p=7973"},"modified":"2024-10-18T12:33:03","modified_gmt":"2024-10-18T10:33:03","slug":"ein-koloss-im-herzen-lippes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/2024\/10\/18\/ein-koloss-im-herzen-lippes\/","title":{"rendered":"Ein Koloss im Herzen Lippes"},"content":{"rendered":"<div class=\"et_d4_element et_pb_section et_pb_section_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_section_regular et_block_section\" >\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_4_4 et_pb_column et_pb_column_0  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_0  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p>Das Hermannsdenkmal ist das Wahrzeichen von Ostwestfalen-Lippe und vor allem dem Kreis Lippe selbst. Aus der Gegend stammend, habe ich das Denkmal als Kind oft mit meiner Familie besucht und die Landschaft und das Denkmal bestaunt. Fr\u00fcher habe ich vor allem die Aussicht und den Kletterpark in unmittelbarer N\u00e4he genossen. Nach meinem letzten Besuch jedoch habe ich mich gefragt, welche Geschichte hinter dem Hermannsdenkmal steckt.<\/p>\n<p>Der Namensgeber ist der Cheruskerf\u00fcrst Arminius, der im Jahr 9 n.Chr. die drei Legionen des r\u00f6mischen Feldherrn Varus besiegt hatte und in der Neuzeit so zum Befreier Germaniens stilisiert wurde.<\/p>\n<p>Der Ursprung der Idee eines solchen Denkmals l\u00e4sst sich in der politischen Situation Deutschlands zu Beginn des 19. Jahrhunderts finden. Auf dem Gebiet der damals als deutsche Staaten geltenden L\u00e4nder gab es seit Jahrhunderten eine Vielzahl von mal gr\u00f6\u00dferen, mal kleineren K\u00f6nigreichen, F\u00fcrstent\u00fcmern und Stadtstaaten. W\u00e4hrend und nach dem Ende der napoleonischen Kriege verst\u00e4rkte sich das Nationalgef\u00fchl der V\u00f6lker Europas, so auch in diesen Staaten. Schon w\u00e4hrend dieser Kriege suchten geistige Eliten Hinweise f\u00fcr eine nationale Identit\u00e4t. In Arminius bzw. Hermann fand man eine solche Figur.<\/p>\n<p>Ab 1838 wurde die Statue nach den Pl\u00e4nen von Ernst von Bandel auf dem Berg Grotenburg in Detmold gebaut. 1875 wurde sie fertiggestellt und von Kaiser Wilhelm I eingeweiht. Ein interessantes Detail des Hermannsdenkmals ist die Ausrichtung der Statue. Durch ihren Blick nach Westen sollte sie in die Richtung, aus der die R\u00f6mer kamen, gucken. Aufgrund der Feindschaft zwischen dem neuen deutschen Kaiserreich und Frankreich hatte die Blickrichtung den Nebeneffekt, dass sie auch Richtung Frankreich schaute. Je nach Standpunkt kann es als Zeichen des Angriffs oder der Verteidigung gesehen werden.<\/p>\n<p>Bereits zu dieser Zeit und im Ersten Weltkrieg wurde das Hermannsdenkmal zu einem beliebten Motiv der Propaganda um gegen die katholische Kirche, Juden, Frankreich und Italien zu hetzen.<\/p>\n<p>Wie viele andere Denkm\u00e4ler der deutschen Geschichte wurde auch diese Statue in der Weimarer Republik von rechtsextremen Parteien vereinnahmt. Sie wurde zum Treffpunkt von Bewegungen wie der V\u00f6lkischen Bewegung und der DNVP. Das Hermannsdenkmal wurde zwar zu einem beliebten Wahlkampfmotiv der NSDAP w\u00e4hrend der Wahlen in Lippe, spielte nach dem 30. Januar 1933 aber eine untergeordnete Rolle.<\/p>\n<p>Nach dem Zweiten Weltkrieg l\u00f6ste man sich weitestgehend von der politischen Vergangenheit. So traf sich die FDP zwar noch bis in die 60er, um an den Volksaufstand in der DDR zu erinnern. Seitdem spielt das Hermannsdenkmal jedoch nur bei kleinen rechtsradikalen Parteien eine Rolle.<\/p>\n<p>Nachdem es bereits in der ersten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts langsam zu einem Touristenziel wurde, besuchten ab da jedes Jahr Hunderttausende Menschen Hiddesen, um sich das Denkmal und die Landschaft anzugucken. Von der Aussichtsplattform aus kann man weit in alle Himmelsrichtungen blicken. Zudem ist die Statue Teil der Stra\u00dfe der Monumente, zu der auch Denkm\u00e4ler wie das Kyffh\u00e4userdenkmal und die Siegess\u00e4ule geh\u00f6ren. Nicht weit entfernt stehen die Externsteine, eine Sandstein-Felsformation, die als Natursehensw\u00fcrdigkeit z\u00e4hlt. Sowohl das Hermannsdenkmal als auch die Externsteine haben sch\u00f6ne Wanderwege in ihrer Umgebung und lassen sich gut miteinander verbinden. F\u00fcr Freunde des Laufsports k\u00f6nnte auch der 1972 ins Leben gerufene Hermannslauf von Interesse sein. Dieser startet an dem Denkmal selbst und endet 31,1 Kilometer sp\u00e4ter an der Sparrenburg in Bielefeld.<\/p>\n<p>Allen, die einen Gefallen am Wandern haben, die Architektur von Denkm\u00e4lern bewundern wollen oder einen Einblick in einen kleinen Teil deutscher Nationalgeschichte haben wollen, kann ich das Hermannsdenkmal und seine Umgebung nur weiterempfehlen.<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_image et_pb_image_0\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<span class=\"et_pb_image_wrap \"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"2560\" height=\"1920\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/20240326_143502-scaled.jpg\" alt=\"\" title=\"20240326_143502\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/20240326_143502-scaled.jpg 2560w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/20240326_143502-1280x960.jpg 1280w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/20240326_143502-980x735.jpg 980w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/20240326_143502-480x360.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) and (max-width: 1280px) 1280px, (min-width: 1281px) 2560px, 100vw\" class=\"wp-image-7979\" \/><\/span>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":15241,"featured_media":7974,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_total_topic_count_hidden":0,"_bbp_total_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"<p>Das Hermannsdenkmal ist das Wahrzeichen von Ostwestfalen-Lippe und vor allem dem Kreis Lippe selbst. 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W\u00e4hrend und nach dem Ende der napoleonischen Kriege verst\u00e4rkte sich das Nationalgef\u00fchl der V\u00f6lker Europas, so auch in diesen Staaten. Schon w\u00e4hrend dieser Kriege suchten geistige Eliten Hinweise f\u00fcr eine nationale Identit\u00e4t. In Arminius bzw. Hermann fand man eine solche Figur.<\/p><p>Ab 1838 wurde die Statue nach den Pl\u00e4nen von Ernst von Bandel auf dem Berg Grotenburg in Detmold gebaut. 1875 wurde sie fertiggestellt und von Kaiser Wilhelm I eingeweiht. Ein interessantes Detail des Hermannsdenkmal ist die Richtung, in die die Statue guckt. Durch ihren Blick nach Westen sollte sie in die Richtung, aus der die R\u00f6mer kamen, gucken. Aufgrund der Feindschaft zwischen dem neuen deutschen Kaiserreich und Frankreich hatte die Blickrichtung den Nebeneffekt, dass sie auch Richtung Frankreich schaute. Je nach Standpunkt kann es als Zeichen des Angriffs oder der Verteidigung gesehen werden.<\/p><p>Bereits zu dieser Zeit und im Ersten Weltkrieg wurde das Hermannsdenkmal zu einem beliebten Motiv der Propaganda um gegen die katholische Kirche, Juden, Frankreich und Italien zu hetzen.<\/p><p>Wie viele andere Denkm\u00e4ler der deutschen Geschichte, wurde auch diese Statue in der Weimarer Republik von rechtsextremen Parteien vereinnahmt. Sie wurde zum Treffpunkt von Bewegungen wie der V\u00f6lkischen Bewegung und der DNVP. Das Hermannsdenkmal wurde zwar zu einem beliebten Wahlkampfmotiv der NSDAP w\u00e4hrend der Wahlen in Lippe, spielte nach dem 30. Januar 1933 aber eine untergeordnete Rolle.<\/p><p>Nach dem Zweiten Weltkrieg l\u00f6ste man sich weitestgehend von der politischen Vergangenheit. So traf sich die FDP zwar noch bis in die 60er, um an den Volksaufstand in der DDR zu erinnern, seitdem spielt das Hermannsdenkmal jedoch nur bei kleinen rechtsradikalen Parteien eine Rolle.<\/p><p>Nachdem es bereits in der ersten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts langsam zu einem Touristenziel wurde, kamen ab da jedes Jahr Hunderttausende Besucher, um sich das Denkmal und die Landschaft anzugucken. Von der Aussichtsplattform aus kann man weit in alle Himmelsrichtungen blicken. Zudem ist die Statue Teil der Stra\u00dfe der Monumente, zu der auch Denkm\u00e4ler wie das Kyffh\u00e4userdenkmal und die Siegess\u00e4ule geh\u00f6ren. Nicht weit entfernt stehen die Externsteine, eine Sandstein-Felsformation, die als Natursehensw\u00fcrdigkeit z\u00e4hlt. Sowohl das Hermannsdenkmal als auch die Externsteine haben sch\u00f6ne Wanderwege in ihrer Umgebung und lassen sich gut miteinander verbinden. F\u00fcr Freunde des Laufsports k\u00f6nnte auch der 1972 ins Leben gerufene Hermannslauf von Interesse sein. Dieser startet an dem Denkmal selbst und endet 31,1 Kilometer sp\u00e4ter an der Sparrenburg in Bielefeld.<\/p>[caption id=\"attachment_7974\" align=\"alignnone\" width=\"225\"]<img class=\"wp-image-7974 size-medium\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/IMG-20240326-WA0004-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" \/> Bild: Simon Diekmann[\/caption]<p>Allen die einen Gefallen am Wandern haben, die Architektur von Denkm\u00e4lern bewundern wollen oder einen Einblick in einen kleinen Teil deutscher Nationalgeschichte haben wollen, kann ich das Hermannsdenkmal und seine Umgebung nur weiterempfehlen.<\/p>","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[207,1013673,1013674,1013710,1013711],"tags":[],"class_list":["post-7973","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-geschichte","category-kultur","category-owl","category-simon-diekmann"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7973","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/15241"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7973"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7973\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9701,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7973\/revisions\/9701"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7974"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7973"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7973"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7973"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}