{"id":7778,"date":"2024-03-04T11:49:33","date_gmt":"2024-03-04T10:49:33","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/?p=7778"},"modified":"2024-04-12T16:42:01","modified_gmt":"2024-04-12T14:42:01","slug":"die-bauernproteste-in-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/2024\/03\/04\/die-bauernproteste-in-europa\/","title":{"rendered":"Die Bauernproteste in Europa"},"content":{"rendered":"<div class=\"et_d4_element et_pb_section et_pb_section_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_section_regular et_block_section\" >\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_4_4 et_pb_column et_pb_column_0  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_0  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p>Seit einigen Wochen protestieren Landwirt*innen in vielen L\u00e4ndern Europas gegen politische \u00c4nderungen und um auf ihre wirtschaftliche Lage und Probleme in der aktuellen Landwirtschaft aufmerksam zu machen. Die Proteste erstrecken sich \u00fcber Deutschland, Frankreich, Italien und andere europ\u00e4ische L\u00e4nder. Schon seit Jahren wird die Existenzgrundlage vieler Bauernh\u00f6fe durch \u00dcberregulierung und immer gr\u00f6\u00dfer werdende B\u00fcrokratie, steigende Betriebskosten und ungleich verteilte Subventionen bedroht. Die EU zahlt j\u00e4hrlich 55 Milliarden Euro an Subventionen im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), von denen jedoch 75% abh\u00e4ngig von der Gr\u00f6\u00dfe der bewirtschafteten Fl\u00e4che eines Betriebes und die restlichen 25% f\u00fcr die F\u00f6rderung l\u00e4ndlicher Regionen gezahlt werden, also gilt: je gr\u00f6\u00dfer der Betrieb, desto mehr Geld gibt es. Ein weiteres Problem f\u00fcr die Landwirt*innen stellt die Umweltpolitik der EU und die damit einhergehenden Auflagen, die sie erf\u00fcllen m\u00fcssen, dar. So m\u00fcssen unter anderem Fruchtfolgen eingehalten und Zwischenfr\u00fcchte angebaut werden.<\/p>\n<p>In Br\u00fcssel richtet sich die Wut direkt gegen die Europ\u00e4ische Union und m\u00fcndet teilweise in gewaltsamen Aktionen. Am 26. Februar beratschlagten die EU-Agrarminister*innen \u00fcber das Umgehen mit der Protestwelle, was die Landwirt*innen als Anlass nutzten, Stra\u00dfen im EU-Viertel zu blockieren, Reifen in Brand zu setzen und G\u00fclle auf die Stra\u00dfen zu sch\u00fctten. Die Polizei setzte Wasserwerfer ein und errichtete Stra\u00dfensperren, welche jedoch vereinzelt durchbrochen wurden.<\/p>\n<p>Bei den Protesten in Polen spielt vor allem der russische Angriffskrieg eine Rolle. Ukrainische Landwirte exportieren ihre Agrarprodukte aktuell vermehrt \u00fcber den Landweg nach Europa, da der Seeweg \u00fcber das Schwarze Meer eingeschr\u00e4nkt ist. Das ukrainische Getreide ist billiger als das polnische Getreide und f\u00fchrt daher laut den polnischen Landwirten zu einem Preisverfall ihrer Agrarprodukte. Au\u00dferdem f\u00fchlen sie sich gegen\u00fcber ukrainischen Landwirten benachteiligt, da diese geringere Umweltstandards erf\u00fcllen m\u00fcssen und in der EU verbotene Pestizide einsetzen d\u00fcrfen. Am 26. Februar haben polnische und deutsche Landwirt*innen die A2 bei Frankfurt an der Oder blockiert und f\u00fcr erhebliche Verkehrsbehinderungen gesorgt. Einen Tag vorher wurden an der polnisch-ukrainischen Grenze mit Getreide geladene Eisenbahnwaggons, welche auf dem Weg zum Hafen in Danzig waren, ge\u00f6ffnet und ca. 160 Tonnen Getreide vernichtet. Dieser Vorfall ist nicht der erste Fall von Vandalismus an polnischen Bahnh\u00f6fen, der sich gegen Getreidetransporte richtet. Zudem werden schon seit mehreren Wochen polnische Grenz\u00fcberg\u00e4nge zur Ukraine blockiert.<\/p>\n<p>Politische Erfolge wurden durch die Proteste schon erreicht. Am 13. Februar hat die EU-Kommission ohne Mehrheit der EU-Staaten eine Umweltauflage \u00fcber brachliegende Ackerfl\u00e4chen, welche eigentlich ab dem 1. Januar 2024 galt, r\u00fcckwirkend ausgesetzt. Au\u00dferdem sind weitere Zugest\u00e4ndnisse geplant, unter anderem die R\u00fccknahme eines Gesetzesentwurfs zur Einschr\u00e4nkung von Pestiziden oder Vereinfachungen bei der Betriebsdokumentation. Abzuwarten ist, ob sich die Landwirt*innen mit dem Entgegenkommen der EU-Kommission zufriedenstellt oder die Proteste weitergehen werden. Eine deutliche Verbesserung der wirtschaftlichen Lage vieler Bauernh\u00f6fe w\u00e4re wahrscheinlich vor allem eine gerechtere Verteilung der Subventionen und ein besserer Schutz der EU-Landwirtschaft vor Agrarimporten aus S\u00fcdamerika und Afrika.<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":10214,"featured_media":7900,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[207,547280,704075,1013679,166563],"tags":[],"class_list":["post-7778","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-debatte-europa","category-klimapolitik","category-ruben-schilling","category-umwelt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7778","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/10214"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7778"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7778\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8214,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7778\/revisions\/8214"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7900"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7778"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7778"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7778"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}