{"id":7622,"date":"2024-02-22T22:03:12","date_gmt":"2024-02-22T21:03:12","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/?p=7622"},"modified":"2024-02-22T22:04:52","modified_gmt":"2024-02-22T21:04:52","slug":"rundgang-durch-die-europaeische-friedensstadt-osnabrueck-teil-ii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/2024\/02\/22\/rundgang-durch-die-europaeische-friedensstadt-osnabrueck-teil-ii\/","title":{"rendered":"Rundgang durch die europ\u00e4ische Friedensstadt Osnabr\u00fcck &#8211; Teil II"},"content":{"rendered":"<div class=\"et_d4_element et_pb_section et_pb_section_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_section_regular et_block_section\" >\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_4_4 et_pb_column et_pb_column_0  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_0  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p>Vom <strong>\u201eKulturgeschichtlichen Museum\u201c<\/strong> aus begeben wir uns durch einen Stichweg zur Arndtstra\u00dfe, durch die wir wiederum zum Arndtplatz gelangen. Ab hier geht es f\u00fcr etwa f\u00fcnf Minuten wieder mit dem Bus weiter (\u201eOsnabr\u00fcck Arndtplatz\u201c bis \u201eOsnabr\u00fcck Hoetgerstra\u00dfe\u201c). Durch den Tunnel gehen wir unter der Bahnstrecke hindurch zur Feldtstra\u00dfe und wenden uns nach rechts.<\/p>\n<p>Gegen\u00fcber dem Lagerplatz der Deutschen Bahn sind wir nun am <strong>Mahnmal \u201eKZ auf Schienen\u201c<\/strong> angelangt. Es wurde von dem lokalen K\u00fcnstler Volker-Johannes Trieb geschaffen und weist auf die Vergangenheit des Ortes hin: Hier befand sich in der NS-Zeit das KZ-Au\u00dfenlager \u201e5. SS-Eisenbahnbaubrigade\u201c. Die H\u00e4ftlinge waren in Viehwaggons untergebracht und mussten unter Schikanen der Wachleute u.a. Reparaturma\u00dfnahmen an den Bahnstrecken vornehmen. Um einen \u00dcberblick \u00fcber das vor Ort Geschehene zu bekommen, ist es empfehlenswert, nun die sieben Stationen des u.a. auch von Osnabr\u00fccker Sch\u00fcler*innen mitgestalteten <strong>Audiowalks<\/strong> mit dem Namen \u201eDer Geisterzug\u201c abzulaufen und sich dazu online die entsprechenden Tonspuren anzuh\u00f6ren. Unter folgender Adresse sind diese auffindbar: <a href=\"https:\/\/audiowalk-geisterzug.gedenkstaetten-augustaschacht-osnabrueck.de\/#\/_\/page\/393\">https:\/\/audiowalk-geisterzug.gedenkstaetten-augustaschacht-osnabrueck.de\/#\/_\/page\/393<\/a> . Hierin sind besonders eindr\u00fccklich die eingesprochenen Augenzeugenberichte. Die \u00dcberlebenden, deren Schilderungen wir nun folgen, stammten aus Polen oder D\u00e4nemark. Der Audiowalk ist auch in englischer Sprache verf\u00fcgbar, sodass es Besucher*innen-Gruppen aus dem Ausland m\u00f6glich ist, die Informationen zu verstehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7625 alignnone size-medium\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/Screenshot_20231228-154131_Gallery-228x300.jpg\" alt=\"\" width=\"228\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mit dem Bus gelangen wir in wenigen Minuten von \u201eOsnabr\u00fcck Hoetgerstra\u00dfe\u201c schlie\u00dflich wieder ins Stadtzentrum (Arndtplatz) und laufen nach Osten zum <strong>Schlossgarten<\/strong>.<\/p>\n<p>Wir, als Europa-Interessierte, sind hier auf den Spuren des franz\u00f6sischen Gartenarchitekten Martin Charbonnier (um 1655-1720) unterwegs. Er gestaltete einst den Schlossgarten und probierte sich hier planerisch bereits in Anordnungen, die er zu sp\u00e4terer Zeit dann in wesentlich gr\u00f6\u00dferem Stil in den ber\u00fchmten Herrenh\u00e4user G\u00e4rten in Hannover umsetzen konnte. Jene geh\u00f6ren bekannterma\u00dfen zu den bedeutendsten Barockg\u00e4rten Europas und eifern bis heute etwa den Parkanlagen am Schloss Versailles nach. In den G\u00e4rten am Schloss in Osnabr\u00fcck l\u00e4sst es sich jedenfalls gut entspannen, wobei auch immer etwas vom dortigen Unibetrieb mitzubekommen ist. Auch finden hier w\u00e4hrend der w\u00e4rmeren Jahreszeiten nicht selten Musikveranstaltungen statt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7626 alignnone size-medium\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/Screenshot_20231228-153929_Gallery-300x215.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"215\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Innenhof des Schlosses finden wir den Eingang zu einer Gedenkst\u00e4tte. Im Westfl\u00fcgel war ab April 1938 die Zentrale der Gestapo Osnabr\u00fcck mit eigenen Gef\u00e4ngniszellen untergebracht, in welchen nun eine Ausstellung besuchbar ist. Sie beleuchtet anschaulich die Organisation und die Arbeitsweise zum Zwecke der \u00dcberwachung und Verfolgung von aus der rassistisch definierten \u201eVolksgemeinschaft\u201c ausgegrenzten Personen, welche die Polizeieinheit hier praktizierte. Die Ausstellung stellt komplexe Biografien vor, wie die mehrerer Gestapo-Beamter und von ihnen Verfolgter. Die vielen Millionen von Zwangsarbeiter*innen, welche nach Kriegsbeginn, zum Teil verschleppt aus den besetzten Gebieten im Ausland, in das Deutsche Reich verbracht worden waren, betrachtete das NS-Regime als besondere Gefahrenquelle. Versuche einer Organisierung, Verweigern von Anweisungen, Fluchtversuche und von Betrieben beklagtes angeblich zu geringes Arbeitstempo sollten durch die Gestapo auch mittels Praktiken der Erniedrigung, Misshandlung und T\u00f6tung unterbunden werden. Teil der Ausstellung in der <strong>\"Gedenkst\u00e4tte Gestapokeller\"<\/strong> ist auch die Kartei der Osnabr\u00fccker Gestapo, in welcher die Beamten die Erkenntnisse ihrer \u00dcberwachung von Personen notierten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Vom Stadtzentrum aus begeben wir uns sp\u00e4ter am Tag, bereichert durch die vielen Eindr\u00fccke, wieder zur\u00fcck in Richtung des Hauptbahnhofs. In direkter N\u00e4he jedoch machen wir noch ein letztes Mal Halt. Wir stehen vor der <strong>\u201eBremer Br\u00fccke\u201c<\/strong>. Die Kulisse des markanten Baus, bei dem es sich bekannterma\u00dfen um das Fu\u00dfballstadion des VfL Osnabr\u00fcck handelt, war bei unserer Anreise bereits von der Zugstrecke aus gut sichtbar. Er fungiert als soziokultureller Anlaufpunkt f\u00fcr Menschen aus den unterschiedlichsten Kontexten, die hier regelm\u00e4\u00dfig auf engem Raum zusammenkommen. Auch wenn es in dieser Saison nicht so gut um die Tabellenregion des Klubs bestellt ist, verspricht der Besuch eines Spiels stets hochklassigen Profi-Fu\u00dfball und das hautnahe Erleben einer ausdrucksstarken Fanszene. Auf der offiziellen Website und in den \u00fcbrigen Online-Pr\u00e4senzen pr\u00e4sentiert sich der hier heimische Verein symbolhaft mit den Umrissen einer wei\u00dfen Friedenstaube, sowie den Regenbogenfarben. Eine aktuelle Kampagne greift den Stadionnamen und das Image der Stadt miteinander verbunden in dem Slogan \u201eBr\u00fccken bauen f\u00fcr den Frieden\u201c auf. Man bem\u00fcht sich Haltung zu zeigen f\u00fcr Respekt und Toleranz, sowie gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit \u2013 angesichts des vielf\u00e4ltigen Besucher*innenspektrums auch auf europ\u00e4ischer Ebene? Damit kommen wir zur\u00fcck zum Anfang des Artikels, zur momentan verst\u00e4rkt unternommenen Bezugnahme auf die historische Rolle Osnabr\u00fccks im Prozess des \u201eWestf\u00e4lischen Friedens\u201c. Die Stadt jedenfalls ist allemal einen Ausflug wert.<\/p>\n<p>Mit vielen Eindr\u00fccken im Gep\u00e4ck machen wir uns auf den Weg zur\u00fcck nach Bremen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Beim eigenen Erleben unserer Tour w\u00fcnschen wir euch viele spannende Erkenntnisse!<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":13506,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[207,197027,547280,1013634,1013673,1013576,1013674],"tags":[],"class_list":["post-7622","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-bremen-und-umzu","category-debatte-europa","category-deutsche-bahn","category-geschichte","category-joshua-haertel","category-kultur"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7622","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/13506"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7622"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7622\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7810,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7622\/revisions\/7810"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7622"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7622"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7622"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}