{"id":6180,"date":"2023-03-24T01:27:57","date_gmt":"2023-03-24T00:27:57","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/?p=6180"},"modified":"2023-03-24T01:28:03","modified_gmt":"2023-03-24T00:28:03","slug":"die-eisenbahn-im-rentenalter-warum-verspaeten-sich-die-zuege","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/2023\/03\/24\/die-eisenbahn-im-rentenalter-warum-verspaeten-sich-die-zuege\/","title":{"rendered":"Die Eisenbahn im \u201eRentenalter\u201c. Warum versp\u00e4ten sich die Z\u00fcge?"},"content":{"rendered":"<div class=\"et_d4_element et_pb_section et_pb_section_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_section_regular et_block_section\" >\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_4_4 et_pb_column et_pb_column_0  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_0  et_pb_text_align_justified et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p><span style=\"font-size: 12pt\">Wenn man drei Stunden in einem Zug sitzt, weil es auf der Hauptstrecke in Bremen erhebliche St\u00f6rungen gibt und die Z\u00fcge weder ein- noch ausfahren k\u00f6nnen, fragt man sich, warum es die Versp\u00e4tungen eigentlich gibt. Diese Frage besch\u00e4ftigt mich schon seit langem. Ich fahre fast jeden Tag von Au\u00dferhalb nach Bremen an die Universit\u00e4t. Es ist eine einst\u00fcndige Zugfahrt mit einem Umsteigen. Sehr oft haben Z\u00fcge Versp\u00e4tung oder fallen ganz aus, unabh\u00e4ngig vom Wetter, von Feiertagen oder anderen unvorhersehbaren Umst\u00e4nden. Dadurch verl\u00e4ngert sich meine Reisezeit nat\u00fcrlich auf 2 oder mehr Stunden.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt\">Jeden Monat ver\u00f6ffentlicht die Deutsche Bahn auf ihrer Website die P\u00fcnktlichkeit der Z\u00fcge. Im vergangenen Jahr erreichte diese Zahl einen Rekordwert: 2022 waren so viele Z\u00fcge versp\u00e4tet, wie seit 10 Jahren nicht mehr.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt\">\u201eVersp\u00e4tung eines vorausfahrenden Zuges\u201c, \u201eVersp\u00e4tung des Zugpersonals\u201c, \u201eVersp\u00e4tung wegen Stromst\u00f6rungen\u201c, \u201eVersp\u00e4tung wegen Bauarbeiten\u201c - all das sind einige der Aussagen, die man im Zug oder auf dem Gleis h\u00f6ren kann. Manchmal kommt es zu den Ausf\u00e4llen, wenn die St\u00f6rungen nicht behoben werden k\u00f6nnen. Die Zahl der Menschen, die auf den Zug warten, verdoppelt sich. Einige sind genervt, einige sind daran gew\u00f6hnt. Jemand sucht einen anderen Weg zum Zielpunkt zu kommen, w\u00e4hrend jemand hat keine andere Wahl hat als zu warten, bis ein anderer Zug kommt. Viele m\u00fcssen ihre Fahrtrichtungen \u00e4ndern, da wegen der Versp\u00e4tung der Z\u00fcge auch alle weiteren Anschlussz\u00fcge verpasst werden. Eine lie\u00dft ein Buch. Einer holt sich einen Kaffee und ein Br\u00f6tchen vom B\u00e4cker. Alle warten.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt\"><b>Deutsche Bahn - das ist 40.000 Z\u00fcge pro Tag.<\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt\">Au\u00dferdem sind das 33400 km des langen Schienennetzes, auf dem t\u00e4glich 40 Tausend Z\u00fcge verkehren, darunter 24.000 Personenz\u00fcge, die mehr als sieben Millionen Menschen pro Tag bef\u00f6rdern. Das deutsche Schienennetz ist nach dem Belgischen das zweitdichteste der Welt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt\">Der Hauptunterschied zwischen der deutschen Fernverkehrsz\u00fcgen und solchen, die wirklich lange Strecken zur\u00fccklegen, wie zum Beispiel in der Ukraine, besteht darin, dass solche Z\u00fcge in Deutschland h\u00e4ufig von den so<\/span><span style=\"font-size: 12pt\">genannten Pendler*Innen, so wie auch ich, genutzt werden. Das sind die Menschen, die in einer Stadt wohnen und jeden Tag mit dem Zug zur Arbeit oder zur Universit\u00e4t fahren. Beispielsweise ben\u00f6tige ich 1 Stunde, um nach Bremen zu kommen und noch 20 Minuten zur Uni, insgesamt 1,5 Stunden. Im ersten Jahr schien es mir nicht viel zu sein, da ich mich auf dem Weg besch\u00e4ftigen konnte: n\u00e4mlich ein Buch lesen, die spanisch Hasaufgaben f\u00fcr die n\u00e4chste Woche machen oder einfach einen Podcast h\u00f6ren.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt\">Jedoch, um zur Arbeit oder zur Uni zu kommen, m\u00fcssen viele Pendler*Innen einmal oder mehrmals umsteigen. Entweder von einem IC in einen anderen oder von ICE in einen Regio. Der Fahrplan der Deutschen Bahn ist so gestaltet, dass das Umsteigen nicht viel Zeit nimmt, meistens reicht es aus, auf die gegen\u00fcberliegende Seite des Bahnsteigs zu gehen, wo in wenigen Minuten ein Anschlusszug kommt oder schon wartet. Daher sind die Versp\u00e4tungen, die sich die Deutsche Bahn zuschulden kommen l\u00e4sst, f\u00fcr die Pendler, die keine Zeit zum Umsteigen haben, das schlimmste \u201eGeschenk\u201c. Denn meistens m\u00fcssen sie dann noch 1 Stunde auf den anderen Zug warten.<\/span><\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_image et_pb_image_0\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<span class=\"et_pb_image_wrap \"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1920\" height=\"1081\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/train-ga4323aeab_1920.jpg\" alt=\"\" title=\"train-ga4323aeab_1920\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/train-ga4323aeab_1920.jpg 1920w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/train-ga4323aeab_1920-1280x721.jpg 1280w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/train-ga4323aeab_1920-980x552.jpg 980w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/train-ga4323aeab_1920-480x270.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) and (max-width: 1280px) 1280px, (min-width: 1281px) 1920px, 100vw\" class=\"wp-image-6192\" \/><\/span>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_1  et_pb_text_align_justified et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p><span style=\"font-size: 12pt\"><b>Die Eisenbahn im \u201eAltersrente\u201c<\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt\">Im vergangenen Jahr hat die Deutsche Bahn einen historischen Tiefstand bei der P\u00fcnktlichkeit erreicht. Nur 65,2 Prozent der Z\u00fcge erreichten ihr Ziel p\u00fcnktlich. Das war schlechter als 2010, als Deutschland im Winter ein Schneechaos erlebte und die meisten Z\u00fcge einfach nicht fuhren oder zu sp\u00e4t kamen. Im Jahr 2021 waren nur noch 75,2 Prozent aller Z\u00fcge p\u00fcnktlich. Im Jahr 2020 waren es sogar mehr als 80 Prozent. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt\">Einer der Gr\u00fcnde f\u00fcr die Versp\u00e4tungen ist die Verschlechterung der Gleisanlagen und des Schienenfahrzeuge. Nach Angaben des Chefs der Deutschen Bahn, Richard Lutz, ist die H\u00e4lfte der Zugversp\u00e4tungen auf Pannen und technische St\u00f6rungen unterwegs zur\u00fcckzuf\u00fchren, weil die Bahninfrastruktur im \"Rentenalter\" ist. Und seit 30, 40 Jahren wurde so gut wie nichts getan, um den Zustand der Bahnen und Z\u00fcge zu st\u00e4rken und zu verbessern. Bei der Deutschen Bahn gibt es nur sehr wenige Reservez\u00fcge, deshalb m\u00fcssen Reparaturen schnell und z\u00fcgig durchgef\u00fchrt werden. Im Durchschnitt weist jeder Zug 20 M\u00e4ngel auf, zu denen jedoch kaputte Toiletten und die durchgebrannten Gl\u00fchbirne geh\u00f6ren.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt\">Ein weiterer Grund f\u00fcr die Versp\u00e4tungen der Z\u00fcge sind St\u00f6rungen an den Gleisen selbst und verschlissene Weichen. Aus diesem Grund m\u00fcssen die Lokf\u00fchrer in solchen Bereichen manchmal langsamer fahren oder einen Umweg finden. Au\u00dferdem ist die Bahn meist eingleisig, so dass bei einer Panne eines Zuges eine lange Reihe versp\u00e4teter Z\u00fcge folgt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt\">Was gilt aber als versp\u00e4tet? Auf der DB-Website gibt es zwei Indikatoren: 5 und 15 Minuten Versp\u00e4tung. Im Laufe der Zeit hat die DB ein System entwickelt, bei dem ein Fahrgast, der 15 Minuten zu sp\u00e4t am Endbahnhof ankommt, als p\u00fcnktlich angekommen gilt. Ab Januar 2023 wird auf der Website der Deutschen Bahn die P\u00fcnktlichkeit der Z\u00fcge bereits in Prozent angegeben. Demnach kamen 87,9 Prozent der ICE- und 98,7 Prozent der Regio-Z\u00fcge p\u00fcnktlich an ihrem Ziel an.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt\">Eine m\u00f6gliche L\u00f6sung des Problems ist meiner Meinung nach und ich vermute auch der Meinung vieler DB Fahrg\u00e4ste, die Erweiterung des Schienenverkehrs zwischen den jeweiligen St\u00e4dten. Da meistens der Zug der einzige Weg zum Ziel ist, w\u00e4re der Ausbau des Schienennetzes zum Vorteil aller. Aber laut dem Verkehrsministerium ist ab 2024 die Generalsanierung der wichtigen Strecken geplant. Das bedeutet noch mehr Baustellen und, dass die wichtigen Strecken f\u00fcr die Arbeiten monatelang gesperrt werden. Diese sollten dann, sofern alles gut l\u00e4uft, jahrelang baustellenfrei sein.<\/span><\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":13690,"featured_media":6190,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[207,849604,1013634],"tags":[1013637,1013636,1013640,1013641,1013638,1013635],"class_list":["post-6180","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-alona-manhasarian","category-deutsche-bahn","tag-db","tag-deutsche-bahn","tag-deutschland","tag-pendeln","tag-verspaetung","tag-zug"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6180","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/13690"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6180"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6180\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6282,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6180\/revisions\/6282"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/6190"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6180"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6180"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6180"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}