{"id":6144,"date":"2023-03-19T14:10:47","date_gmt":"2023-03-19T13:10:47","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/?p=6144"},"modified":"2023-03-19T14:10:52","modified_gmt":"2023-03-19T13:10:52","slug":"eindruecke-aus-dem-juedischen-museum-in-berlin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/2023\/03\/19\/eindruecke-aus-dem-juedischen-museum-in-berlin\/","title":{"rendered":"Eindr\u00fccke aus dem J\u00fcdischen Museum in Berlin"},"content":{"rendered":"<div class=\"et_d4_element et_pb_section et_pb_section_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_section_regular et_block_section\" >\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_4_4 et_pb_column et_pb_column_0  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_0  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p>Auf meine Liste der ausf\u00fchrlichsten Museen, die ich je besucht habe, kommt definitiv auch das j\u00fcdische Museum in Berlin. Geplant haben wir einen Besuch f\u00fcr etwa zwei Stunden. Letztendlich blieben wir beinahe vier Stunden und selbst danach liefen wir leider an einigen Infotafeln und Exponaten vorbei, da uns schlicht die Kraft fehlte mehr Input zu verarbeiten. Es wurden jegliche erdenkliche Medien genutzt, um bspw. \u00fcber das Judentum, den Alltag von Juden u. J\u00fcdinnen und Traditionen zu informieren: von Leinw\u00e4nden, Virtual Reality, Hands-On Stationen, bemalten oder beschriebenen W\u00e4nden bis zu H\u00f6rr\u00e4umen mit jiddischer Musik oder riesigen Kunstinstallationen. Bemerkenswert war auch die Architektur des Museums, vor allem auch zu Beginn der Dauerausstellung. Man l\u00e4uft hierbei durch schr\u00e4ge Korridore, findet sich in einem riesigen leeren, dunklen und unnat\u00fcrlich verkanteten Raum wieder und geht in einem schr\u00e4gen und labyrinthartigen Garten spazieren (wobei das hier das falsche Wort ist).<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_1  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_3_5 et_pb_column et_pb_column_1  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_1  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p>Aufgeteilt ist die Ausstellung in mehrere historischen Abschnitte, beginnend bei den Anf\u00e4ngen des Judentums, weiter zu Emanzipationsbewegungen, Konflikten mit anderen Religionen, Holocaust Thematiken, bis hin zum Alltagsleben. Besonders beeindruckend und erdr\u00fcckend zugleich ist die Kunst-Installation Schalechet (\u201eGefallenes Laub\u201c) von Menashe Kadishman. Ein langer grau-metallener Korridor, der sich weit in die L\u00e4nge und H\u00f6he zieht, dessen Boden mit \u00fcber 10.000 aus Eisenplatten geschnittenen Gesichtern mit aufgerissenen M\u00fcndern bedeckt ist. Erinnern soll sie an das Leid und die Opfer von Kriegen. Zuerst kam mir \u00fcberhaupt nicht in den Sinn, dass dieses Kunstwerk begehbar ist. Doch nach meinem zweiten Besuch im Museum, sah ich dann eine Menschenmenge darauf herumlaufen und zwar mit Erlaubnis oder doch nur Toleranz des Museums? Jedenfalls kam das f\u00fcr mich nicht in Frage. Wieso sollte ich auf so einer Installation laufen, w\u00e4hrend ich \u00fcber Gesichter von Opfer schreite, soll ich ihnen respektvoll gedenken? Mich w\u00fcrde an dieser Stelle interessieren, was ihr davon haltet?<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_d4_element et_pb_column_2_5 et_pb_column et_pb_column_2  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_image et_pb_image_0\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<span class=\"et_pb_image_wrap \"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1920\" height=\"2560\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/lovie-tey-qxZMgPoFAp0-unsplash-scaled.jpg\" alt=\"\" title=\"lovie-tey-qxZMgPoFAp0-unsplash\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/lovie-tey-qxZMgPoFAp0-unsplash-scaled.jpg 1920w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/lovie-tey-qxZMgPoFAp0-unsplash-1280x1707.jpg 1280w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/lovie-tey-qxZMgPoFAp0-unsplash-980x1307.jpg 980w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/lovie-tey-qxZMgPoFAp0-unsplash-480x640.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) and (max-width: 1280px) 1280px, (min-width: 1281px) 1920px, 100vw\" class=\"wp-image-6149\" \/><\/span>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_2  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_1_2 et_pb_column et_pb_column_3  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_2  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p>Ebenfalls in Erinnerung blieben mir die Gem\u00e4lde von Jakob Steinhardt, ein deutsch-israelischer expressionistischer Maler und Grafiker der von 1887-1968 lebte. Studiert hat er in Berlin und gelernt bei Malern wie Hermann Struck und Henri Matisse. In seinen Werken legte er gro\u00dfen Fokus auf das J\u00fcdische und biblische Motive. Somit z\u00e4hlt er neben Joseph Budko und Hermann Struck zu den Hauptvertretern j\u00fcdischer Kunst. Man sieht hier den \u00dcbergang \u00fcber das rote Meer, \u00d6l auf Leinwand aus dem Jahr 1911. Es finden sich noch einige weitere bekannte Bilder des Malers in der Ausstellung, wie beispielsweise das Gem\u00e4lde \"Der Sonntagsprediger\". Steinhardt wechselte im Alter von neun Jahren auf ein Gymnasium in Berlin. Doch die immer kritische Situation durch den Machtanstieg der Nationalsozialisten in<span style=\"background-color: #ffffff;font-size: 14px\">\u00a0Berlin<\/span><span style=\"font-size: 14px\"> zwang ihn zur Emigration nach Pal\u00e4stina. \u00dcberraschender Weise findet man in seinen Sujets kaum Stadtszenen. Sein Fokus orientiert sich, wie schon erw\u00e4hnt, an dem Biblischen, und dem Kleinst\u00e4dtischen. Diese Werke behandelten vor allem die j\u00fcdische Gemeinschaft in welcher der Maler aufgewachsen ist.\u00a0\u00a0<\/span><\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_d4_element et_pb_column_1_2 et_pb_column et_pb_column_4  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_image et_pb_image_1\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<span class=\"et_pb_image_wrap \"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"480\" height=\"640\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/jakobst-rotated.jpg\" alt=\"\" title=\"jakobst\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/jakobst-rotated.jpg 480w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/jakobst-225x300.jpg 225w\" sizes=\"(max-width: 480px) 100vw, 480px\" class=\"wp-image-6160\" \/><\/span>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_3  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_4_4 et_pb_column et_pb_column_5  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_3  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p>Auch besuchten wir die momentane Sonderausstellung des j\u00fcdischen Museums: \u201eParis Magn\u00e9tique 1905-1940\u201c. Hier ging es, wohlgemerkt zum ersten Mal in Deutschland, um die Vorstellung j\u00fcdischer migrantischer K\u00fcnstler\/innen der Pariser Schule. In zehn Kapiteln bestaunten wir die \u00fcber 120 Werke von Gr\u00f6\u00dfen wie Chagall, Modigliani, Delaunay, Lipchitz und vielen mehr. Beeindruckend begleitet wurden die Gem\u00e4lde von B\u00fcchern, Kunstzeitschriften, Filmausschnitten und Fotos dieser Zeit. Bei der Pariser Schule handelte es sich um eine kosmopolitische Kunstszene, die sich gegen nationalistische und fremdenfeindliche Meinungsbilder positionierte und viele kulturelle Einfl\u00fcsse, vor allem auch aus Osteuropa, trug.<\/p>\n<p>Hier m\u00f6chte ich vorerst einen Schlussstrich ziehen und noch einmal betonen, wie sehenswert dieses Museum ist. Im zweiten Teil dieses Beitrages werde ich eine vertiefende Recherche zu der Entstehung und allgemeinen Geschichte des Museums pr\u00e4sentieren. Vielleicht haben einige der Leser und Leserinnen dieses Beitrages bis dahin auch das Museum besucht und sich ihre eigene Meinung zu der Ausstellung gebildet.\u00a0<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":13658,"featured_media":6150,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[207,849570,15771,1013616],"tags":[],"class_list":["post-6144","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-jean-kruschinsky","category-kunst","category-shoah"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6144","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/13658"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6144"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6144\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6269,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6144\/revisions\/6269"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/6150"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6144"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6144"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6144"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}