{"id":4712,"date":"2022-07-10T18:18:33","date_gmt":"2022-07-10T16:18:33","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/?p=4712"},"modified":"2022-07-10T18:18:39","modified_gmt":"2022-07-10T16:18:39","slug":"fruehling-der-neuen-kunst-jugendstil-in-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/2022\/07\/10\/fruehling-der-neuen-kunst-jugendstil-in-europa\/","title":{"rendered":"Fr\u00fchling der neuen Kunst: Jugendstil in Europa"},"content":{"rendered":"<div class=\"et_d4_element et_pb_section et_pb_section_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_section_regular et_block_section\" >\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_4_4 et_pb_column et_pb_column_0  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_0  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p>\u201eDer Zeit ihre Kunst, der Kunst ihre Freiheit\u201c \u2013 In goldenen Lettern prangt die Inschrift \u00fcber dem Eingangstor der Wiener Sezession, die als Ausstellungsgeb\u00e4ude der gleichnamigen k\u00fcnstlerischen Vereinigung 1898 erbaut wurde. Das Motto der K\u00fcnstlergruppe, in deren Mitte unter anderem Gustav Klimt und Josef Maria Olbrich t\u00e4tig waren, ist nicht nur f\u00fcr die \u00f6sterreichische Variante der Kunstepoche um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert richtungsweisend. Ob im deutschen Jugendstil, im franz\u00f6sischen Art Nouveau, im italienischen Stile Floreale oder eben im Wiener Sezessionsstil: Eines hatten die Str\u00f6mungen der \u201eneuen Kunst\u201c in Europa trotz gro\u00dfer stilistischer Unterschiede gemeinsam. Sie forderten eine Kunst, die ihrer Zeit und damit einhergehenden modernisierenden und emanzipatorischen Elementen gerecht wurde. Im Konkreten bedeutete dies eine Abkehr vom Historismus, also vom R\u00fcckgriff auf alte, bew\u00e4hrte, aber nach Auffassung der jungen K\u00fcnstler*innen fernab vom realen Leben stattfindende Gestaltungsregeln. W\u00e4hrend im Zeitalter der Industrialisierung Gegenst\u00e4nde und insbesondere M\u00f6bel nach immer gleichem und billigem Schema protzig verziert wurden, forderten die Vertreter*innen der \u201eneuen Kunst\u201c eine Schaffenskultur, in der die Kunst an h\u00f6chster Stelle st\u00fcnde. Unter dem Motto \u201ever sacrum\u201c (heiliger Fr\u00fchling) erhob man das eigene Zeitalter zum Beginn einer neuen kreativen Schaffensperiode, in deren Zentrum beinahe gottesgleich die Kunst als h\u00f6chster Wert stand. Ihr geb\u00fchrte die Freiheit, in verschiedene Bereiche des Lebens einzuflie\u00dfen und mit ihnen zu verschmelzen, denn eine vom Leben losgel\u00f6ste Kunst ergab in den Augen der jungen K\u00fcnstler*innen wenig Sinn. Weniger abstrakt bedeutete dies eine Funktionalit\u00e4t der Architektur in dem Sinne, dass einem Geb\u00e4ude oder seinem Mobiliar anhand seiner k\u00fcnstlerischen Gestaltung sein Nutzen anzusehen sollte. Auf die Spitze trieb dies die Idee des\u00a0<i>Gesamtkunstwerks<\/i>, bei dem das gesamte Innere und \u00c4u\u00dfere eines Geb\u00e4udes einer k\u00fcnstlerischen Idee unterworfen sein sollte.<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_1  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_2_5 et_pb_column et_pb_column_1  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_image et_pb_image_0\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<span class=\"et_pb_image_wrap \"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"1067\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/800px-Secession_Vienna_June_2006_005.jpg\" alt=\"\" title=\"800px-Secession_Vienna_June_2006_005\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/800px-Secession_Vienna_June_2006_005.jpg 800w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/800px-Secession_Vienna_June_2006_005-480x640.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) 800px, 100vw\" class=\"wp-image-4715\" \/><\/span>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_1  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p><span style=\"font-size: 10pt\">Wiener Sezessionsgeb\u00e4ude<\/span><\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_d4_element et_pb_column_3_5 et_pb_column et_pb_column_2  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_2  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p>Das Wiener Sezessionsgeb\u00e4ude ist daf\u00fcr das perfekte Beispiel: Als wei\u00dfer, fensterloser Tempel erhebt es mit goldenem Bl\u00e4tter-Kuppeldach und den beiden goldenen Inschriften \u201eDer Zeit ihre Kunst, der Kunst ihre Zeit\u201c und \u201ever sacrum\u201c die Kunst zur Religion. Im Inneren ziert Klimts bekanntes Beethovenfries die W\u00e4nde, welches zusammen mit Max Klingers Beethoven-Statue eine programmatische \u00dcberschneidung mit ebenso revolution\u00e4rer auditiver Kunst herstellt und beides zu einem Gesamtwerk verschmelzen l\u00e4sst.<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_image et_pb_image_1\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<span class=\"et_pb_image_wrap \"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"281\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/JA_200210_049701-768x281-1.jpg\" alt=\"\" title=\"JA_200210_049701-768x281\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/JA_200210_049701-768x281-1.jpg 768w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/JA_200210_049701-768x281-1-480x176.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) 768px, 100vw\" class=\"wp-image-4716\" \/><\/span>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_3  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p><span style=\"font-size: 10pt\">Beethovenfries, 1902<\/span><\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_2  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_3_5 et_pb_column et_pb_column_3  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_4  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><ul>\n<li><span style=\"font-size: 12pt\">Neue Kunst, neues Frauenbild?<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p>Wer die Formelemente der Jugendstilmalerei betrachtet, kommt nicht umher, neben floralen Ornamenten und Formkontrasten von geschwungenen Linien und breiten monochromen Fl\u00e4chen dem wiederkehrenden Motiv der jungen und h\u00fcbschen, sehr h\u00e4ufig nackten Frau zu begegnen. Gem\u00e4\u00df dem Motto \u201eDer Zeit ihre Kunst\u201c flossen hier die Tendenzen zur zunehmenden Unabh\u00e4ngigkeit der Frau und zum Tabubruch in die Kunst. Auf provozierende und erotisierende Weise wandten sich die jungen K\u00fcnstler*innen so vom biederen Verst\u00e4ndnis der traditionellen Kunst ab. Wer in der erotischen Frauendarstellung nun einen Gewinn f\u00fcr die Unabh\u00e4ngigkeit der damaligen Frauen \u00e0 la \u201eSexual Liberation\u201c sieht, muss allerdings vorsichtig sein. Denn obwohl die Freigeister der \u201eneuen Kunst\u201c wohl unfraglich mit Progressivit\u00e4t verkn\u00fcpft sind, erf\u00fcllen die idealisierten, verf\u00fchrerischen Frauengestalten doch meist entweder das Klischee der unschuldigen Jungfrau oder der \u201eFemme fatale\u201c, die mit halb geschlossenen Lidern nicht viel mehr ist als ein Symbol m\u00e4nnlicher Fantasien. \u201eSex Sells\u201c schien auch im sp\u00e4ten 19. Jahrhundert bereits zuzutreffen und besonders die zu dieser Zeit entstehende Plakatgestaltung zu Werbezwecken machte vor dem Gebrauch erotischer Frauengestalten keinen Halt. Nicht zuletzt zeigt sich hier der Konflikt zwischen uneingeschr\u00e4nkter Freiheit der Kunst und dem moralischen Empfinden einer Gesellschaft: Egon Schiele, ein Sch\u00fcler Klimts, der als Expressionist der Wiener Moderne das Freigeistertum der Sezession fortf\u00fchrte, ist f\u00fcr seine erotische Frauendarstellung bekannt. Dass seine Modelle h\u00e4ufig minderj\u00e4hrig, teilweise nur 13 Jahre alt waren, ist bekannt und brachte ihn zu Lebzeiten vor Gericht. Er selbst wies den Vorwurf sexuellen Fehlverhaltens mit der Begr\u00fcndung zur\u00fcck, es handele sich bei den erotischen Werken um Kunst und die d\u00fcrfe nun mal alles. Als bekannter und gefeierter K\u00fcnstler genie\u00dft er heute mit dieser Einstellung breiten R\u00fcckhalt. Zwar ist der Diskurs um Schiele durchaus von der Kritik an seiner Motivwahl gepr\u00e4gt, doch wird seine Kunst h\u00e4ufig davon losgel\u00f6st betrachtet und f\u00fcr ihren Ausdruck und ihre stilistischen Besonderheiten gelobt.<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_d4_element et_pb_column_2_5 et_pb_column et_pb_column_4  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_image et_pb_image_2\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<span class=\"et_pb_image_wrap \"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1257\" height=\"2560\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/Judith_1_cropped-scaled.jpg\" alt=\"\" title=\"Judith_1_(cropped)\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/Judith_1_cropped-scaled.jpg 1257w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/Judith_1_cropped-980x1996.jpg 980w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/Judith_1_cropped-480x978.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1257px, 100vw\" class=\"wp-image-4721\" \/><\/span>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_5  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p><span style=\"font-size: 10pt\">Judith und Holofernes, Gustav Klimt, 1901<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt\">Judith, die Holofernes enthauptet hat und - seinen Kopf noch in ihren H\u00e4nden haltend - den*die Betrachter*in anblickt, ist der Inbegriff der \"Femme fatale\".<\/span><\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_3  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_1_2 et_pb_column et_pb_column_5  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_image et_pb_image_3\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<span class=\"et_pb_image_wrap \"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"846\" height=\"1098\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/Job_Mucha_BnF.jpg\" alt=\"\" title=\"Job_Mucha_BnF\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/Job_Mucha_BnF.jpg 846w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/Job_Mucha_BnF-480x623.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) 846px, 100vw\" class=\"wp-image-4727\" \/><\/span>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_6  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p><span style=\"font-size: 10pt\">Werbeplakat f\u00fcr eine Zigarettenfirma, Alfons Mucha<\/span><\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_d4_element et_pb_column_1_2 et_pb_column et_pb_column_6  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_image et_pb_image_4\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<span class=\"et_pb_image_wrap \"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"484\" height=\"720\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/8588572_egon-schiele-zwei-sich-umarmende-frauen-1911.jpg\" alt=\"\" title=\"8588572_egon-schiele-zwei-sich-umarmende-frauen-1911\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/8588572_egon-schiele-zwei-sich-umarmende-frauen-1911.jpg 484w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/8588572_egon-schiele-zwei-sich-umarmende-frauen-1911-480x714.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) 484px, 100vw\" class=\"wp-image-4730\" \/><\/span>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_7  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p><span style=\"font-size: 10pt\">Zwei sich umarmende Frauen, Egon Schiele, 1911<\/span><\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_4  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_4_4 et_pb_column et_pb_column_7  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_8  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt\">Internationalit\u00e4t, Diversit\u00e4t und Dialog<\/span><\/p>\n<p>Der Jugendstil hat die Kunst und Architektur in ganz Europa nachhaltig gepr\u00e4gt. So hebt sich zum Beispiel das Stadtbild Budapests noch heute durch die bunten D\u00e4cher des Architekten \u00d6d\u00f6n Lechners hervor und auch Wien ziert an jeder Ecke die Architektur der Sezession. In Spanien ist mit den Bauwerken Antonio Gaud\u00eds ein wiederum einzigartiger Stil aus dem Modernisierungsbestreben der neuen Kunst hervorgegangen.<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_gallery et_pb_gallery_0  et_pb_bg_layout_light et_pb_gallery_grid\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_gallery_items et_pb_grid_items et_post_gallery clearfix\" data-per_page=\"3\"><div class=\"et_pb_gallery_item et_pb_grid_item et_pb_bg_layout_light et_pb_css_mix_blend_mode et_pb_gallery_item_0_0\"><div class=\"et_pb_gallery_image landscape\">\n\t\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/Casa-Battlo-Antonio-Gaudi.jpg\" title=\"\" data-rel=\"lightbox-image-0\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\">\n\t\t\t\t\t<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"400\" height=\"284\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/Casa-Battlo-Antonio-Gaudi-400x284.jpg\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/Casa-Battlo-Antonio-Gaudi.jpg 479w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/Casa-Battlo-Antonio-Gaudi-400x284.jpg 480w\" sizes=\"(max-width:479px) 479px, 100vw\" class=\"wp-image-4833\" \/>\n\t\t\t\t\t<span class=\"et_overlay\"><\/span>\n\t\t\t\t<\/a>\n\t\t\t\t<\/div><h3 class=\"et_pb_gallery_title\">Casa Battlo, Antonio Gaud\u00ed<\/h3><\/div><div class=\"et_pb_gallery_item et_pb_grid_item et_pb_bg_layout_light et_pb_css_mix_blend_mode et_pb_gallery_item_0_1\"><div class=\"et_pb_gallery_image landscape\">\n\t\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/Station-Karlsplatz-Wien.jpg\" title=\"\" data-rel=\"lightbox-image-1\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\">\n\t\t\t\t\t<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"400\" height=\"284\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/Station-Karlsplatz-Wien-400x284.jpg\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/Station-Karlsplatz-Wien.jpg 479w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/Station-Karlsplatz-Wien-400x284.jpg 480w\" sizes=\"(max-width:479px) 479px, 100vw\" class=\"wp-image-4834\" \/>\n\t\t\t\t\t<span class=\"et_overlay\"><\/span>\n\t\t\t\t<\/a>\n\t\t\t\t<\/div><h3 class=\"et_pb_gallery_title\">Station Karlsplatz, Wien<\/h3><\/div><div class=\"et_pb_gallery_item et_pb_grid_item et_pb_bg_layout_light et_pb_css_mix_blend_mode et_pb_gallery_item_0_2\"><div class=\"et_pb_gallery_image landscape\">\n\t\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/Oedoen-Lechner.jpg\" title=\"\" data-rel=\"lightbox-image-2\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\">\n\t\t\t\t\t<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"400\" height=\"284\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/Oedoen-Lechner-400x284.jpg\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/Oedoen-Lechner.jpg 479w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/Oedoen-Lechner-400x284.jpg 480w\" sizes=\"(max-width:479px) 479px, 100vw\" class=\"wp-image-4835\" \/>\n\t\t\t\t\t<span class=\"et_overlay\"><\/span>\n\t\t\t\t<\/a>\n\t\t\t\t<\/div><h3 class=\"et_pb_gallery_title\">\u00d6d\u00f6n Lechner<\/h3><\/div><\/div><div class=\"et_pb_gallery_pagination\"><\/div><\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_9  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p>In der Abwendung vom Historismus und der Forderung nach Kunstfreiheit geeint, wird der Jugendstil der verschiedenen europ\u00e4ischen L\u00e4nder um die Jahrhundertwende als letzter internationaler Stil verstanden. Apropos international: In einem Europa, in dem nationalistische Gruppierungen die Kunst ihres Landes zu nationalem, identit\u00e4tsstiftendem Kulturgut erh\u00f6hen, bleibt auch die Jugendstilkunst nicht verschont. Nachdem das Motto der Sezession \u201eDer Zeit ihre Kunst \/ Der Kunst ihre Freiheit\u201c 2017 Eingang in das \u00f6sterreichische Regierungsprogramm gefunden hatte, betonte die Vereinigung bildender K\u00fcnstlerInnen Wiener Sezession den internationalistischen Charakter der Kunstfreiheit im Sinne des Jugendstils.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px\">,,Mit der Freiheit der Kunst ist unabdingbar Internationalit\u00e4t, Diversit\u00e4t und Dialog verbunden. Die Idee, dass Kunst einer kollektiven nationalen Identit\u00e4tsstiftung dient, ist eine Form der Instrumentalisierung, die im Widerspruch zur Vielfalt k\u00fcnstlerischer Inhalte steht. K\u00fcnstlerisches Schaffen kann in unseren Augen nur vor diesem Horizont Relevanz und Qualit\u00e4t entwickeln. (\u2026)\u00a0Wenn eine Regierung nicht f\u00fcr eine freie Gesellschaft eintritt, hat ihr Versprechen einer Freiheit der Kunst nur rhetorischen Charakter.\"<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sicher ist nicht jedes Werk aus der Epoche des Jugendstils als politisches Statement oder gar als Versuch zum Umsturz jeglicher Konventionen zu verstehen. Diesen Facettenreichtum finde ich allerdings gerade spannend: In der Kunst des Jugendstils stehen sich soziokulturelle Beweggr\u00fcnde und das reine Verlangen nach \u00c4sthetik gegen\u00fcber. Tabubruch in der Frauendarstellung wird durch Objektifizierung der Frau als Ornament konterkariert. Die Forderung nach Kunstfreiheit durch Vertreter*innen einer internationalen Kunstrichtung wird zur nationalen Kulturerrungenschaft umgedichtet. In meinen Augen spiegelt dieser letzte Punkt eines deutlich wider: Europ\u00e4ische Kultur l\u00e4sst sich nicht unabh\u00e4ngig vom eigenen Europaverst\u00e4ndnis auffassen und konsumieren. W\u00e4hrend der Jugendstil mir die kulturellen Ankn\u00fcpfungspunkte und das gemeinsame Streben nach k\u00fcnstlerischem Fortschritt innerhalb der europ\u00e4ischen Staaten vor Augen f\u00fchrt, mag so manche*r Budapester*in den Jugendstil ausschlie\u00dflich mit dem Stadtbild und der Kultur der eigenen Heimat verbinden. Aus meiner west-europ\u00e4ischen, den Internationalismus bejahenden Perspektive komme ich allerdings zu dem Schluss, dass die Denkimpulse, die der Jugendstil uns vor rund 120 Jahren gegeben hat, es wert sind, noch heute verinnerlicht und weitergef\u00fchrt zu werden. An erster Stelle steht f\u00fcr mich aber die \u00e4sthetische Kunst, die mich -und das ganz im Sinne der Sezession- schon lange vor meiner Recherche zum politischen Hintergrund des Jugendstils begeistert hat.<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":13657,"featured_media":4734,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[207,849565,15771],"tags":[67922,13831],"class_list":["post-4712","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-karolina-kauf","category-kunst","tag-europa","tag-kultur"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4712","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/13657"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4712"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4712\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4868,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4712\/revisions\/4868"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4734"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4712"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4712"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4712"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}