{"id":4683,"date":"2022-06-10T22:05:00","date_gmt":"2022-06-10T20:05:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/?p=4683"},"modified":"2022-06-10T22:05:05","modified_gmt":"2022-06-10T20:05:05","slug":"shots-trinken-fuer-eine-ukrainische-militaerdrohne","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/2022\/06\/10\/shots-trinken-fuer-eine-ukrainische-militaerdrohne\/","title":{"rendered":"Shots trinken f\u00fcr eine ukrainische Milit\u00e4rdrohne"},"content":{"rendered":"<div class=\"et_d4_element et_pb_section et_pb_section_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_section_regular et_block_section\" >\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_4_4 et_pb_column et_pb_column_0  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_0  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p>Am vergangenen Wochenende war ich bei meinem Freund in Litauens zweitgr\u00f6\u00dfter Stadt Kaunas zu Besuch. Dort entdeckte ich in einer Kneipe ein Schild mit der Aufschrift: \u201eKaufe einen Shot aufs Haus und wir spenden dein Geld f\u00fcr Bayraktar\u201c. Das Wort Bayraktar war in diesen Tagen in aller Munde. Es bezeichnet einen Typ Kampfdrohne des t\u00fcrkischen Unternehmens Baykar, welchen Kiew mehrfach selbst gekauft und seit Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine eingesetzt hatte. Nun sollte eine litauische Crowdfunding-Kampagne genau solch eine Drohne f\u00fcr das ukrainische Milit\u00e4r finanzieren. Hierzu hatte der Journalist Andrius Tapinas des Fernsehsenders Laisves TV (Freiheit TV) \u00fcber alle Social-Media-Plattformen aufgerufen. Das gesetzte Ziel bestand darin, innerhalb weniger Tage 5 Millionen Euro zu sammeln. Laut Tapinas sollten die B\u00fcrger*innen so zum ersten Mal in der Geschichte schwere Waffen f\u00fcr ein anderes Land erstehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ich staunte nicht schlecht. W\u00e4hrend in Deutschland eine Debatte quer durch die Gesellschaft entbrannt ist, ob und in welchem Ma\u00dfe die deutsche Regierung die Ukraine auch mit schweren Waffen unterst\u00fctzen soll, kann man in Litauen mit dem Kauf eines alkoholischen Getr\u00e4nks indirekt Waffen f\u00fcr die Ukraine kaufen. Einfach so. Krasser k\u00f6nnte der Kontrast f\u00fcr mich nicht sein.<\/p>\n<p>In Litauen ging die Idee auf: In nicht einmal 4 Tagen kamen knapp 6 Millionen Euro zusammen, wobei auch Menschen aus dem Ausland spendeten. Dennoch l\u00e4sst sich - wenn man bedenkt, dass in Litauen nicht einmal 3 Millionen Menschen leben - eine hohe Zustimmung unter der Bev\u00f6lkerung vermuten. Ich habe daraufhin mit Freund*innen in Litauen gesprochen, weil mich sowohl deren Meinung zur Aktion interessierte als auch in welcher Weise sie im Vergleich hierzu die relative Zur\u00fcckhaltung anderer europ\u00e4ischer L\u00e4nder wie Deutschland und Frankreich in Bezug auf die Lieferung schwerer Waffen beurteilen. Ich habe sie zudem gefragt, ob sie sich pers\u00f6nlich durch den russischen Krieg gegen die Ukraine bedroht f\u00fchlen. Die Antworten fielen sehr unterschiedlich aus:<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_1  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_3_5 et_pb_column et_pb_column_1  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_1  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p><strong>Solveiga (26)<\/strong> h\u00e4lt die Kampagne prinzipiell f\u00fcr unterst\u00fctzenswert. Dennoch kann sie verstehen, wenn Menschen es als kontrovers erachten, um des Friedens willen Waffen zu kaufen. Ihrer Meinung nach tr\u00e4gt dies aber zu einem schnelleren Ende des Krieges bei. Selbst gespendet hat sie f\u00fcr die Aktion nicht, weil sie sich stattdessen lieber ehrenamtlich engagieren m\u00f6chte. So arbeitet sie freiwillig in einem Registrierungszentrum des Roten Kreuzes f\u00fcr gefl\u00fcchtete Ukrainer*innen, um, wie sie sagt, \u201eihren Beitrag zur Situation zu leisten\u201c. Die westeurop\u00e4ische Zur\u00fcckhaltung bei der Lieferung schwerer Waffen erkl\u00e4rt sie sich so: \u201eIch habe das Gef\u00fchl, dass diese L\u00e4nder z\u00f6gern, weil sie das Gef\u00fchl haben, eine Wahl zu haben. Der Krieg findet weit von ihnen entfernt statt und sie selbst f\u00fchlen sich nicht direkt bedroht. Angst vor Russland ist Teil unserer baltischen Identit\u00e4t und wie man nun sehen kann, besteht diese Angst nicht ohne Grund. Die Sowjetunion war genauso schrecklich wie Nazi-Deutschland und die Menschen hier haben an diese Zeit noch Erinnerungen. Das ist f\u00fcr Westeurop\u00e4er*innen etwas ganz anderes. Sie haben eine solche Grausamkeit durch Russland nicht selbst erfahren und empfinden deshalb aktuell keine so gro\u00dfe Solidarit\u00e4t mit den Menschen in der Ukraine.\u201c Auch Litauen sieht sie direkt bedroht. Bereits mehrmals habe die Geschichte gezeigt, wie real diese Gefahr sei. Gro\u00dfe Bedeutung hat daher f\u00fcr sie die litauische Mitgliedschaft in der EU und NATO.<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_d4_element et_pb_column_2_5 et_pb_column et_pb_column_2  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_image et_pb_image_0\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<span class=\"et_pb_image_wrap \"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1104\" height=\"1472\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/WhatsApp-Image-2022-06-04-at-16.22.45.jpeg\" alt=\"\" title=\"WhatsApp Image 2022-06-04 at 16.22.45\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/WhatsApp-Image-2022-06-04-at-16.22.45.jpeg 1104w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/WhatsApp-Image-2022-06-04-at-16.22.45-980x1307.jpeg 980w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/WhatsApp-Image-2022-06-04-at-16.22.45-480x640.jpeg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1104px, 100vw\" class=\"wp-image-4686\" \/><\/span>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_blurb et_pb_blurb_0  et_pb_text_align_left  et_pb_blurb_position_top et_block_module et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_blurb_content\">\n\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t<div class=\"et_pb_blurb_container\">\n\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"et_pb_blurb_description\"><p>Solveiga im Registrierungszentrum f\u00fcr ukrainische Gefl\u00fcchtete in Kaunas<\/p><\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_2  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_4_4 et_pb_column et_pb_column_3  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_2  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p><strong>Ignas (29)<\/strong> hat gemischte Gef\u00fchle gegen\u00fcber dem Vorhaben des Crowdfundings: \u201eDie Tatsache, dass eine so hohe Summe in so kurzer Zeit gesammelt werden konnte, macht mich gl\u00fccklich, da es zeigt, dass die Menschen mobilisiert werden k\u00f6nnen, um anderen in Not zu helfen. Aber das Ziel, der Erwerb einer Kampfdrohne, die nur zu dem Zweck gebaut wurde zu zerst\u00f6ren, beunruhigt mich eher, da jede Spende potenziell zu Opfern auf russischer Seite beitr\u00e4gt. Was mich noch mehr besorgt, ist die Vorstellung, dass die Menschen aus einem Wunsch heraus, Vergeltung gegen\u00fcber den russischen Besatzern zu ver\u00fcben, f\u00fcr den Waffenerwerb gespendet haben k\u00f6nnten.\u201c Er selbst habe sich mehr oder weniger durch einen Zufall aktiv beteiligt: Nach einem Konzert seiner Band kam die Idee auf, die Einnahmen an die Laisves TV-Kampagne zu spenden. Schnell wurde eine Entscheidung getroffen und so kam es, dass Ignas erst im Nachhinein bewusst wurde, dass er Geld gespendet hatte, von dem Waffen gekauft werden sollten. Als sehr idealistischer Mensch ist er eigentlich gegen jede Form von Gewalt. So hat er beispielsweise den Wehrdienst verweigert. Sein Ideal sei immer noch Gewaltfreiheit, aber die aktuelle Situation stelle diese Position auf eine harte Probe: Im Kontext des Krieges sei es f\u00fcr ihn schwierig eine strikte Haltung gegen\u00fcber der Frage, wie man der Ukraine helfen solle, beizubehalten. So ist er auch bez\u00fcglich der Lieferung schwerer Waffen gespaltener Meinung: Der Idealist in ihm sage: \u201eGewalt erzeugt Gegengewalt\u201c, der Realist aber glaube, dass schwere Waffen helfen k\u00f6nnten, die russische Besatzung zur\u00fcckzudr\u00e4ngen. Die Zur\u00fcckhaltung anderer NATO-Mitglieder verstehe er als ein Verhalten, welches eine weitere Eskalation des Konflikts verhindern soll. Auf der einen Seite w\u00fcnsche er sich ein schnelles Ende des Krieges, welches aus seiner Sicht durch Waffenlieferungen herbeigef\u00fchrt werden kann, auf der anderen Seite erscheint es ihm gef\u00e4hrlich, einen Aggressor, der sich verhalte, als ob er nichts zu verlieren h\u00e4tte, weiter zu provozieren. Hierin sieht er auch eine Gefahr f\u00fcr das Baltikum, das gemeinsam mit Polen erneut in die Frontlinie eines gr\u00f6\u00dferen Konflikts geraten k\u00f6nnte: \u201eIch habe keine Angst davor, dass Russland Litauen wie die Ukraine direkt besetzen wird. Was mir Sorge bereitet, ist die Vorstellung, dass Litauen, falls sich der Konflikt an irgendeinem Punkt auf die NATO-Mitgliedsstaaten ausbreiten wird, Schlachtfeld eines viel gr\u00f6\u00dferen Konflikts wird.\u201c<\/p>\n<p><strong>Dolive<\/strong><strong> (28)<\/strong> empfindet die Crowdfunding-Kampagne als etwas Positives. So glaubt sie, dass die Aktion die Menschen in Litauen daran erinnert habe, dass die Ukrainer*innen immer noch ihre Hilfe ben\u00f6tigen. Zudem sei die Unterst\u00fctzung der ukrainischen Soldat*innen ein Zeichen der Einheit \u2013 auch \u00fcber Litauen hinaus. Sie meint: \u201eWir brauchen solche Kampagnen, um Russland zu zeigen, dass es uns keine Angst machen kann\u201c. \u00dcber die mangelnde Bereitschaft einiger westeurop\u00e4ischer L\u00e4nder, schwere Waffen zu liefern, ist sie entt\u00e4uscht. Europa sei nicht so gro\u00df und der Krieg daher auch von diesen L\u00e4ndern nicht weit entfernt. Um eine Wiederholung der Geschichte zu vermeiden, solle man schnell und entschlossen handeln. Auch Litauen k\u00f6nne ihrer Meinung nach m\u00f6glicherweise zum Ziel Russlands werden, sie halte die russische Regierung f\u00fcr \u201eunberechenbar\u201c.<\/p>\n<p><strong>Tijana (29)<\/strong> stammt urspr\u00fcnglich aus Montenegro, lebt aber seit mehreren Jahren in Vilnius. Sie war von der Initiative nicht \u00fcberrascht, da sich die Menschen in Litauen seit Beginn des Krieges durchgehend f\u00fcr die Ukraine engagiert h\u00e4tten und der Enthusiasmus hierf\u00fcr nicht abgenommen habe. Mehrmals habe sie selbst Geld an die Ukraine gespendet, hier aber immer darauf geachtet, dass die Spende f\u00fcr humanit\u00e4re Zwecke verwendet wurde. Sie erkl\u00e4rt mir dies so: \u201eDa ich aus dem ehemaligen Jugoslawien komme, kommt mir die Vorstellung davon, dass irgendjemand anderen Menschen Waffen schickt und Gro\u00dfm\u00e4chte kleinere Nationen bewaffnen und so \u00fcber diese als Stellvertreter in den Konflikt mit anderen Gro\u00dfm\u00e4chten eintreten, nur zu bekannt vor. Das hat niemals dazu gef\u00fchrt, dass Konflikte einfacher oder schneller beendet werden und niemals zu einer Deeskalation der gr\u00f6\u00dferen geopolitischen Situation gef\u00fchrt. Ein weiterer Punkt, der mir in dieser speziellen Situation wichtig erscheint, ist die Tatsache, dass die Waffe, die hier finanziert werden soll, eine Drohne ist. Es handelt sich um eine Maschine, die uns erlaubt zu t\u00f6ten, indem man Hunderte Kilometer entfernt einen Knopf dr\u00fcckt, was zu einer vollst\u00e4ndigen Losl\u00f6sung von der Tat f\u00fchrt, eine gewisse Art der Unbeteiligtheit. Ich will damit nicht implizieren, dass es akzeptablere Arten zu t\u00f6ten gibt, ich habe nur ziemliche Angst vor dieser unaufh\u00f6rlichen Industrialisierung des T\u00f6tens und w\u00fcrde niemals etwas tun, um solche Taten zu unterst\u00fctzen.\u201c Sie selbst f\u00fchlt sich durch Russland bedroht: \u201eDie russische Regierung besteht aus meiner Sicht aus einer Gruppe von Psychopathen, welche durch verdrehte Ideologien, die bereits im 20. Jahrhundert gescheitert sind, indoktriniert sind und ehrlich gesagt traue ich ihnen alles zu.\u201c<\/p>\n<p><strong>Armandas (30)<\/strong> glaubt, dass die Aktion zwar aus milit\u00e4rischer Perspektive keine gro\u00dfe Hilfe darstellt, sie aber als ein Symbol zu werten ist, das die Menschen in Litauen in ihrer gemeinsamen Unterst\u00fctzung der Ukraine vereint und auch andere L\u00e4nder inspirieren kann. Die unklare Position unter anderem Deutschlands in Bezug auf die Waffenlieferungen h\u00e4lt er f\u00fcr eine Schw\u00e4che, die wichtige Entscheidungen verz\u00f6gert und so auf ukrainischer Seite Menschenleben kostet. Ihm erscheint es so, als ob L\u00e4ndern wie Deutschland ihre eigenen wirtschaftlichen Interessen wichtiger sind. Im Gegensatz hierzu seien kleinere L\u00e4nder wie Litauen akut bedroht. \u201eWir sind umgeben von Russland und Belarus. Zu Beginn dachten wird, dass wir die n\u00e4chsten nach der Ukraine sein w\u00fcrden. Drei Monate nach der Invasion hat sich alles wieder etwas beruhigt.\u201c<\/p>\n<p><strong>Jonas (31)<\/strong> findet: \u201eDie Kampagne ist ein perfektes Beispiel gesellschaftlicher Solidarit\u00e4t. Besonders im Hinblick auf die aktuelle Rezession, steigende Inflation und die daraus resultierende \u00f6konomische Schieflage in Litauen ist sie bemerkenswert.\u201c Dass Scholz und Macron weiterhin mit Putin telefonieren, ver\u00e4rgert ihn. Er h\u00e4lt diesen Umgang mit Russland f\u00fcr eine Verkennung der Lage, so spr\u00e4che die russische Regierung unter Putin nur die Sprache der \u201eMacht\u201c und nur auf dieser Basis seien seiner Meinung nach Verhandlungen m\u00f6glich, weshalb man die Ukraine durch Waffenlieferungen st\u00e4rker unterst\u00fctzen m\u00fcsse. Eine Bedrohung f\u00fcr Litauen selbst sieht er aktuell nicht. Optimistisch blickt er zudem auf einen Nato-Eintritt Finnlands und Schwedens, der f\u00fcr die baltische Region einen weiteren Zuwachs an Sicherheit bedeuten w\u00fcrde: Das Baltische Meer (Ostsee) w\u00e4re dann fast vollst\u00e4ndig in der Kontrolle verb\u00fcndeter Staaten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der litauische Pr\u00e4sident Nauseda war das erste Staatsoberhaupt, das der Ukraine nach dem Angriff durch Russland Waffenlieferungen zusagte. Die Regierung z\u00e4hlt zu den st\u00e4rksten F\u00fcrsprechern f\u00fcr die Ukraine innerhalb der EU, die sich gemeinsam mit anderen osteurop\u00e4ischen Staaten immer wieder f\u00fcr deren gr\u00f6\u00dfere auch milit\u00e4rische Unterst\u00fctzung stark macht. Dieser politische Kurs wird durch fast alle litauischen Parteien getragen und durch eine gro\u00dfe Mehrheit der Menschen in Litauen unterst\u00fctzt. Dennoch machten mir meine Gespr\u00e4che klar, dass es auch innerhalb Litauens unterschiedliche Einsch\u00e4tzungen zum Umgang mit dem Krieg gegen die Ukraine gibt.<\/p>\n<p>Was wurde w\u00e4hrenddessen aus der Laisves-TV-Kampagne? Nachdem das gesteckte finanzielle Ziel der Aktion erreicht worden war, sollte die Bayraktar Drohne eigentlich durch das litauische Verteidigungsministerium in der T\u00fcrkei eingekauft und dann an die Ukraine geliefert werden. Die t\u00fcrkische Firma entschied sich aber stattdessen Litauen beziehungsweise der Ukraine die Kampfdrohne zu schenken. Von den zusammengetragenen 5.9 Millionen Euro sollen nun 1.5 Millionen in die Bewaffnung der Drohne, die in etwa drei Wochen geliefert werden soll, investiert werden. Das restliche Geld wird - laut Tapinas auf Wunsch der t\u00fcrkischen Seite - f\u00fcr humanit\u00e4re Zwecke und den Wiederaufbau an die Ukraine gespendet.<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":13654,"featured_media":4687,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_total_topic_count_hidden":0,"_bbp_total_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[207,849566,849609,345397],"tags":[1013594,52057,1013593],"class_list":["post-4683","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-ariane-brachmann","category-baltikum","category-interviews","tag-krieg-gegen-die-ukraine","tag-litauen","tag-waffenlieferungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4683","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/13654"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4683"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4683\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4711,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4683\/revisions\/4711"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4687"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4683"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4683"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4683"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}