{"id":4117,"date":"2022-05-05T23:02:59","date_gmt":"2022-05-05T21:02:59","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/?p=4117"},"modified":"2022-05-05T23:18:39","modified_gmt":"2022-05-05T21:18:39","slug":"wer-sind-die-europaeer-eine-ies-bezogene-rezension-von-henry-james-roman-the-europeans-1878","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/2022\/05\/05\/wer-sind-die-europaeer-eine-ies-bezogene-rezension-von-henry-james-roman-the-europeans-1878\/","title":{"rendered":"Wer sind \u201edie Europ\u00e4er\u201c? Eine IES-bezogene Rezension von Henry James&#8216; Roman &#8222;The Europeans&#8220; (1878)"},"content":{"rendered":"<div class=\"et_d4_element et_pb_section et_pb_section_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_section_regular et_block_section\" >\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_4_4 et_pb_column et_pb_column_0  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_0  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p><em>Gibt es eigentlich \u201edie Europ\u00e4er\u201c? Und wenn ja, wer und wie sind sie? Zumindest wenn es nach dem Schriftsteller Henry James (1843-1916) geht, gibt es Menschen, die als \u201eEurop\u00e4er\u201c zu bezeichnen sind, jedenfalls als literarische Figuren, und da mindestens zwei. Eugenia und Felix, um genau zu sein. Die 33 bzw. 27 Jahre alten Geschwister sind die Titelfiguren von James\u2018 Kurzroman \u201eThe European\u201c, der 1878 erst als Fortsetzungsgeschichte in der Zeitschrift \u201eThe Atlantic Monthly\u201c und bald darauf auch als Buch erschien.<\/em><\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_1  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_2_5 et_pb_column et_pb_column_1  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_image et_pb_image_0\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<span class=\"et_pb_image_wrap \"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"2560\" height=\"1707\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/Europe-Photo-by-Jakob-Braun-on-Unsplash-scaled.jpg\" alt=\"\" title=\"Europe Photo by Jakob Braun on Unsplash\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/Europe-Photo-by-Jakob-Braun-on-Unsplash-scaled.jpg 2560w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/Europe-Photo-by-Jakob-Braun-on-Unsplash-1280x854.jpg 1280w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/Europe-Photo-by-Jakob-Braun-on-Unsplash-980x653.jpg 980w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/Europe-Photo-by-Jakob-Braun-on-Unsplash-480x320.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) and (max-width: 1280px) 1280px, (min-width: 1281px) 2560px, 100vw\" class=\"wp-image-4116\" \/><\/span>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_d4_element et_pb_column_3_5 et_pb_column et_pb_column_2  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_1  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p>Mich interessiert, wie James vor knapp 150 Jahren Europ\u00e4er sah und darstellte. Gab bzw. gibt es ihn denn, den \u201eEurop\u00e4er an sich\u201c? Sobald man die gewohnte Umgebung verl\u00e4sst, erkennt man bis dahin nicht bewusst wahrgenommene Pr\u00e4gungen. Mir ist das w\u00e4hrend meiner Auslandsaufenthalte klar geworden. Nie habe ich mich so deutsch gef\u00fchlt wie beim Auslandssemester in Warschau und meinem DAAD-Lektorat in Russland. Aber auch umgekehrt hat es funktioniert. Bei meinem Praktikum im Europarat in Strasbourg vergingen keine f\u00fcnf Minuten, ohne dass die Worte Europa bzw. europ\u00e4isch fielen.<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_2  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_4_4 et_pb_column et_pb_column_3  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_2  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p>Die Zuschreibungen waren so omnipr\u00e4sent, dass ich bei einer Stra\u00dfenumfrage, ob ich mich europ\u00e4isch f\u00fchle, sofort ja gesagt habe. H\u00e4tte man mich in Bamberg oder Bremen gefragt, w\u00e4re meine Antwort anders ausgefallen. Als ich in England studierte und in Brighton auf der Post einen Brief nach \u201eGermany\u201c aufgeben wollte, korrigierte mich die Schalterdame: \u201eAh, to Europe!\u201c Das war lange vor dem Brexit. Europ\u00e4isch f\u00fchlte ich mich dadurch nicht, nur sehr irritiert.<\/p>\n<p>Ich leite aus meinen Erfahrungen ab, dass Identit\u00e4t durch Kontrast deutlich wird. Nach diesem Schema geht auch James vor. Den zwei titelgebenden Europ\u00e4ern seines Romans stehen sieben Amerikaner gegen\u00fcber: Mr. Wentworth, der Bruder von Eugenias und Felix\u2018 Mutter; seine T\u00f6chter Charlotte und Gertrude sowie sein Sohn Clifford; ihre Cousins und Elizabeth (Lizzie) und Robert Acton; und der Freund der Familie Mr. Brand. Wie in jeder RomCom gibt es zahlreiche Liebesintrigen: Mr. Brand liebt Gertrude. Diese will den langweiligen Puritaner lieber mit ihrer Schwester Charlotte verkuppeln und interessiert sich f\u00fcr den charmanten Felix. Clifford ist zwar mit seiner Cousine Lizzie so gut wie verlobt, flirtet aber heftig mit Eugenia, die vor der Entscheidung steht, ob sie in die Scheidung einwilligt, die der Bruder ihres Mannes propagiert. Doch auch Robert Acton f\u00fchlt sich zu Eugenia hingezogen. \u00a0<\/p>\n<p>Charlotte, Gertudes Schwester, kann mit Felix wenig anfangen: \u201eFelix is very wonderful. Only he is so different.\u201c (109) Die Baroness ist f\u00fcr Gertrudes Bruder Clifford faszinierend, weil sie seinen Rollenvorstellungen nicht entspricht: \u201eshe talked to him as no lady \u2013 and indeed no gentleman \u2013 had ever talked to him before.\u201c (112)<\/p>\n<p>Auf das amerikanische Europabild finden sich einige Hinweise, die inzwischen zum Clich\u00e9 geworden sind. So hei\u00dft es ganz zu Beginn des Romans, das Haus, in dem der amerikanische Zweig der Familie wohnt, sei mit seinen 80 Jahren \u201eancient\u201c, also uralt. Aber der europ\u00e4ische Felix findet: \u201eit looks as if it had been built last night.\u201c (33) Hier geht es also um den Dauerunterschied zwischen dem \u201ealten\u201c Europa und dem \u201ejungen\u201c Amerika oder, ins Negative gewendet, zwischen dem historisch verwurzelten und dem ahistorischen Kontinent.<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_3  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_3_5 et_pb_column et_pb_column_4  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_3  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p>James\u2018 Europ\u00e4er stehen stellvertretend f\u00fcr ihren gesamten Kontinent, was der Autor in ihrer internationalen Biographie zum Ausdruck kommen l\u00e4sst. So stammt Felix\u2018 Vater aus Sizilien. Felix selbst wurde in Frankreich geboren, seine Schwester dagegen in Wien. Beide verwenden immer wieder franz\u00f6sische Versatzst\u00fccke, ein Hinweis auf die europ\u00e4ische Vielsprachigkeit, die mit der konkurrenzlosen Dominanz des Englischen in den USA kontrastiert. Von amerikanischer Seite wird das so erwartet, es entspricht dem Bild von der adeligen Europ\u00e4erin. Robert Acton f\u00e4nde es sogar besser, wenn die Baroness generell Franz\u00f6sisch spr\u00e4che, dies w\u00e4re konform mit \u201ethe style we heard about\u201c (60).<\/p>\n<p>Zum \u201ealten\u201c Europa geh\u00f6rt die Aristokratie, ein weiterer gro\u00dfer Unterschied zu den republikanischen USA, erst recht zu Zeiten der Publikation des Romans im Jahr 1878. Entsprechend ist Felix\u2018 Schwester Eugenia mit \u201ePrince Adolf of Silberstadt-Schreckenstein\u201c verheiratet und f\u00fchrt den Titel \u201eBaroness M\u00fcnster\u201c. Der deutsche Umlaut wirkt im englischen Schriftbild als weiteres Verfremdungsmoment. <\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_d4_element et_pb_column_2_5 et_pb_column et_pb_column_5  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_image et_pb_image_1\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<span class=\"et_pb_image_wrap \"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1700\" height=\"2560\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/America-Photo-by-Sophie-Louisnard-on-Unsplash-scaled.jpg\" alt=\"\" title=\"America Photo by Sophie Louisnard on Unsplash\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/America-Photo-by-Sophie-Louisnard-on-Unsplash-scaled.jpg 1700w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/America-Photo-by-Sophie-Louisnard-on-Unsplash-1280x1928.jpg 1280w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/America-Photo-by-Sophie-Louisnard-on-Unsplash-980x1476.jpg 980w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/America-Photo-by-Sophie-Louisnard-on-Unsplash-480x723.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) and (max-width: 1280px) 1280px, (min-width: 1281px) 1700px, 100vw\" class=\"wp-image-4115\" \/><\/span>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_4  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_4_4 et_pb_column et_pb_column_6  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_4  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p>Clich\u00e9haft ist wiederum die potentielle Win-Win-Situation. Eugenias amerikanischer Verehrer Acton ist reich und laut Ehearrangement kann sie bei einer Scheidung vom Prinzen den Titel Baroness behalten. Der europ\u00e4ische Adel trifft auf die amerikanische Finanzkraft. Erfrischend, dass James dieser auch im 20. Jahrhundert oft verwendeten und abgedroschenen Konstellation widersteht. Der Overkill der potentiellen Tripelhochzeit am Romanende weicht der immer noch mit genug Kitschpotential ausgestatteten Doppelhochzeit.<\/p>\n<p>Felix, nicht adelig, unterscheidet sich weniger von seinen amerikanischen Verwandten. Spoiler Alarm: Er wird eine Amerikanerin heiraten und somit die Verbindung zu Amerika halten. Eugenia geht am Ende des Romans nicht auf die Avancen ihres amerikanischen Verehrers ein, sondern kehrt zu ihrem deutschen Prinzen zur\u00fcck, obwohl dieser die Scheidung von ihr angestrebt hatte. Felix wird also amerikanisiert, was seiner Grundeinstellung und Haltung zu den Kontinenten entspricht. Er habe nur in Europa Elend gesehen, in Amerika niemals: \u201eThis is a paradise.\u201c (69) Umgekehrt ist Gertrude fasziniert von Felix\u2018 Leben, dessen Beschreibung ihr eine sowohl wunderbare als auch der Phantasie entsprungene Welt (\u201efantastic world\u201c, 71) vor Augen f\u00fchrt. Felix\u2018 Erfahrungsbericht erscheint ihr wie ein Fortsetzungsroman.<\/p>\n<p>Der unterhaltsame Roman liest sich recht einfach und locker, was er vor allem dem vorherrschenden ironischen Ton verdankt. So hei\u00dft es \u00fcber Eugenia: \u201eNothing that the Baroness said was wholly untrue.\u201c (53) Gerade diese Formulierung passt aber auch wieder in die Wahrnehmung der Europ\u00e4erin durch die Amerikaner als anders, nicht zu ihnen geh\u00f6rig, nicht vertrauensw\u00fcrdig. Mr. Wentworth kann mit seiner Nichte wenig anfangen: \u201eHe was paralyzed and bewildered by her foreignness.\u201c (62) Sie ist fehl am Platz, wie Felix es w\u00f6rtlich formuliert, der sie als \u201epicture out of her setting\u201c bezeichnet (90). Sich selbst beschreibt sie als \u201ewicked foreign woman\u201c (123).<\/p>\n<p>Eugenias und Felix\u2018 geistreiche, oft lustige, bisweilen bissige Bemerkungen und ihre Vorliebe f\u00fcr Wortspiele sind Kennzeichen eines wichtigen Unterschieds, der im Roman zwischen Europ\u00e4ern und Amerikanern gemacht wird. Gertrude sagt einmal, sie nehme alles ernst. Felix und Eugenia dagegen nehmen nichts v\u00f6llig ernst. Diese Charakterisierung wird auch zu James\u2018 Zeiten kaum zutreffend gewesen sein. Sie dient der Verst\u00e4rkung des Kontrasts.<\/p>\n<p>Die Sitten der jeweils anderen werden als ungew\u00f6hnlich und fremd wahrgenommen, zum Beispiel ist Gertrude irritiert von der tiefen Verbeugung ihres europ\u00e4ischen Cousins: \u201eIt was very strange.\u201c (25) Da heute weder in Europa noch in den USA Verbeugungen mehr \u00fcblich sind, ist dieses Unterscheidungsmerkmal nicht mehr relevant. Insgesamt findet sich im Roman wenig imagologisch Typisches f\u00fcr die Beschreibung der Europ\u00e4er (und Amerikaner), es kommt haupts\u00e4chlich auf die oppositionelle Konstellation an, sowohl bei den Personen als auch Stellungnahmen. Passend zu Gertrudes Verwunderung \u00fcber die europ\u00e4ische Verbeugung urteilt umgekehrt Eugenia sp\u00e4ter wegen Lizzie Actons Verhalten: \u201eAmerican girls had no manners.\u201c (86)<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_5  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_2_5 et_pb_column et_pb_column_7  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_image et_pb_image_2\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<span class=\"et_pb_image_wrap \"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"200\" height=\"268\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/Henry_james.jpg\" alt=\"\" title=\"Henry_james\" class=\"wp-image-4123\" \/><\/span>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_d4_element et_pb_column_3_5 et_pb_column et_pb_column_8  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_5  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p>Henry James wurde in New York geboren. Zur Schule ging er in Genf, Paris, Boulogne und Bonn. Auch in sp\u00e4teren Jahren \u00fcberquerte er den Pazifik immer wieder bald in die eine, bald in die andere Richtung. Den Amerikanern erkl\u00e4rte er die Europ\u00e4er und den Europ\u00e4ern die Amerikaner seiner Zeit. War die europ\u00e4ische Identit\u00e4t Ende des 19. Jahrhundert st\u00e4rker ausgepr\u00e4gt als heute? Ich m\u00f6chte behaupten: nein. \u00dcber die Aussage, dass Europ\u00e4er eben nicht amerikanisch sind, geht der Roman kaum hinaus, sodass ich einer Antwort auf meine Anfangsfrage, was denn nun den \u201eEurop\u00e4er an sich\u201c ausmacht, nur bedingt n\u00e4hergekommen bin. Mein Exemplar von \u201eThe Europeans\u201c habe ich \u00fcbrigens in der georgischen Hauptstadt Tiflis in einem englischen Buchladen gekauft. Ist der Kaukasus europ\u00e4isch, geh\u00f6rt Georgien zu Europa? Stoff f\u00fcr einen weiteren Roman: Reisen zwei Georgier in die USA\u2026<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_6  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_4_4 et_pb_column et_pb_column_9  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_6  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p>Alle Seitenangaben nach der Ausgabe: James, Henry: The Europeans. London 1995. <\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":12575,"featured_media":3878,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[207,547280,849391,58,52088,572053],"tags":[849380,67922,21087,13831,64612],"class_list":["post-4117","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-debatte-europa","category-ies-erklaert-europa","category-literatur","category-usa","category-yvonne-poerzgen-2","tag-england","tag-europa","tag-geschichte","tag-kultur","tag-vergleich"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4117","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/12575"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4117"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4117\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4384,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4117\/revisions\/4384"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3878"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4117"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4117"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4117"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}