{"id":3423,"date":"2022-01-28T21:35:05","date_gmt":"2022-01-28T20:35:05","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/?p=3423"},"modified":"2022-01-28T22:10:47","modified_gmt":"2022-01-28T21:10:47","slug":"ist-der-krieg-mit-der-ukraine-unvermeidlich-blick-aus-moskau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/2022\/01\/28\/ist-der-krieg-mit-der-ukraine-unvermeidlich-blick-aus-moskau\/","title":{"rendered":"Ist der Krieg mit der Ukraine unvermeidlich? Blick aus Moskau"},"content":{"rendered":"<div class=\"et_d4_element et_pb_section et_pb_section_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_section_regular et_block_section\" >\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_4_4 et_pb_column et_pb_column_0  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_0  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p><em><strong>Ein Gastbeitrag von Galina Michaleva<\/strong><\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small\"><em>Galina Michaleva ist Professorin f\u00fcr Politikwissenschaft an der Geisteswissenschaftlichen Universit\u00e4t Moskau (RGGU). Sie ist assoziierte Wissenschaftlerin der Forschungsstelle Osteuropa und Lehrbeauftragte am Institut f\u00fcr Europastudien der Universit\u00e4t Bremen.\u00a0<\/em><\/span><\/p>\n<p>In der letzten Zeit ist mit das wichtigste Thema in den Medien, in den Diskussionen sowie in privaten Gespr\u00e4chen, ganz abgesehen von den offiziellen Erkl\u00e4rungen und den Verhandlungen auf der internationalen Ebene, die M\u00f6glichkeit bzw. die Wahrscheinlichkeit des Kriegs mit der Ukraine. Die Positionen der Eliten und unterschiedlicher Gruppen in der Gesellschaft in Russland divergieren sehr stark voneinander.<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_1  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_2_5 et_pb_column et_pb_column_1  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_image et_pb_image_0\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<span class=\"et_pb_image_wrap \"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"2048\" height=\"1151\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/Marsh.jpg\" alt=\"\" title=\"Marsh\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/Marsh.jpg 2048w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/Marsh-1280x719.jpg 1280w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/Marsh-980x551.jpg 980w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/Marsh-480x270.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) and (max-width: 1280px) 1280px, (min-width: 1281px) 2048px, 100vw\" class=\"wp-image-3431\" \/><\/span>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_1  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p><em>Moskau, Juni 2014. Galina Michaleva f\u00fchrt die Kolonne der Partei JABLOKO auf dem \"Marsch f\u00fcr den Frieden mit der Ukraine\". Auf dem handgeschriebenen Plakat steht auf Ukrainisch: \"Lasst uns so sein, wie wir sind!\"<\/em><\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_d4_element et_pb_column_3_5 et_pb_column et_pb_column_2  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_2  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p>Die <strong>Medien<\/strong>, vor allem die dem Staat nahestehenden Fernsehkan\u00e4le (1 Kanal, NTV, RT usw.), sch\u00fcren den Hass gegen\u00fcber der Ukraine sowohl in den Nachrichten als auch in diversen Talkshows. Es wird behauptet, dass die Ukraine kein richtiger Staat sei, dass das ukrainische Territorium - ganz oder in Teilen - Russland geh\u00f6ren sollten, dass in der Ukraine Faschisten an der Macht seien, dass Politiker in der Ukraine keine selbstst\u00e4ndigen Positionen h\u00e4tten und vom Westen abh\u00e4ngig seien, dass Russen in der Ukraine bedroht seien. Letztendlich wird behauptet, dass der Krieg notwendig sei, weil hinter der Ukraine die USA und die NATO st\u00fcnden, die Russland zerst\u00fcckeln wollten.<\/p>\n<p>Eine Reihe von prominenten <strong>Politikern<\/strong> behauptet dasselbe. Stellvertretend sind Vladimir Zhirinovsky oder Ramsan Kadyrow zu nennen sowie die letzte Initiative der Kommunisten, die fordern, die sogenannten Republiken Donezk und Lugansk (DNR bzw. LNR) als Staaten anzuerkennen, was der Minsker Vereinbarungen widerspricht. In der Staatsduma gibt es keine Gegenstimmen, alle Abgeordneten sind sich einigerma\u00dfen einig, dass die Ukraine ein feindlicher Staat sei.<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_2  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_4_4 et_pb_column et_pb_column_3  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_3  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p>Die Positionen des <strong>Pr\u00e4sidenten<\/strong> und des <strong>Au\u00dfenministeriums<\/strong> sind doppeldeutig. Einerseits gibt es direkte ultimative Forderungen in Bezug auf die Mitgliedschaft der Ukraine und Georgiens in der NATO sowie auf die Stationierung von Waffen und Truppen an den Grenzen Russlands. Andererseits wird behauptet, das Russland auf keinen Fall in die Ukraine einmarschieren wolle und dass die russischen Armee-Einheiten das Recht h\u00e4tten, auf eigenem Territorium Milit\u00e4r\u00fcbungen durchzuf\u00fchren. Dazu kommt noch die Behauptung, dass in der DNR und LNR keine russischen Soldaten k\u00e4mpften und die Angriffsgefahr von der Ukraine ausgehe.<\/p>\n<p>Die <strong>Milit\u00e4rf\u00fchrung<\/strong> hat keine eigene Position dazu. Es werden blo\u00df Armee-Einheiten und Waffen an der Grenze konzentriert und immer neue Truppen aus anderen Regionen (die Region Ferner Osten inklusive) bewegt.<\/p>\n<p><strong>Kritische Stimmen<\/strong> kommen aus den Kreisen der schwachen Opposition (Partei Jabloko, Kongress der Intelligenzia), von einzelnen prominenten Personen und wenigen Medien, von denen die meisten inzwischen zu \"ausl\u00e4ndischen Agenten\" erkl\u00e4rt worden sind \u00a0(Echo Moskvy, Dozhd, Meduza usw.). Das betrifft auch bekannte Experten, die davor warnen, eine Offensive zu beginnen. Schon jetzt ist der Rubelkurs gefallen und alle Prognosen, was die westlichen Sanktionen mit sich bringen k\u00f6nnen, sehen f\u00fcr die Wirtschaft und f\u00fcr die Leute schlecht aus. Im Unterschied zu der Situation von 2014 bis 2020, als Demos gegen den Krieg mit der Ukraine m\u00f6glich waren, sind jetzt praktisch alle \u00f6ffentlichen \u00c4u\u00dferungen, Einzelpersonen-Mahnwachen inklusive, verboten. Menschen, die es wagen, werden verfolgt und bestraft. Die Geldstrafen sind hoch, und beim zweiten Mal droht Gef\u00e4ngnisstrafe.<\/p>\n<p>Deswegen kann man eine Reaktion von der Seite der Gesellschaft kaum erwarten. Nach den Umfragen, die das Levada- Zentrum vor kurzem durchf\u00fchrte, halten 75% einen Krieg f\u00fcr m\u00f6glich, 50% denken, dass die Schuldigen die NATO\u2013L\u00e4nder und die USA sind. Die staatliche Propaganda wirkt. Dabei sind die Ukrainer nach der Zahl in Russland nach Russen und Tataren mit fast 2 Millionen die drittst\u00e4rkste nationale Gruppe.<\/p>\n<p><em><strong>Galina Michaleva<\/strong><\/em><\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_with_border et_pb_module et_d4_element et_pb_blurb et_pb_blurb_0  et_pb_text_align_left  et_pb_blurb_position_top et_block_module et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_blurb_content\">\n\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t<div class=\"et_pb_blurb_container\">\n\t\t\t\t\t\t<h4 class=\"et_pb_module_header\"><span>Mehr zum Thema<\/span><\/h4>\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"et_pb_blurb_description\"><p><a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/2022\/01\/28\/russische-propagandaplakate\/\">\"Die Krim ist unser\" - Russische Propagandaplakate 2014<\/a><\/p><\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":12575,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[207,547280,849434,849595,564450,849391,52090,547623],"tags":[793231,13839,413612,255,52090,52067],"class_list":["post-3423","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-debatte-europa","category-europas-grenzen","category-galina-michaleva","category-gastautorin","category-ies-erklaert-europa","category-russland","category-unterwegs","tag-krieg","tag-medien","tag-moskau","tag-politik","tag-russland","tag-ukraine"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3423","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/12575"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3423"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3423\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3508,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3423\/revisions\/3508"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3423"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3423"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3423"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}