{"id":3252,"date":"2022-03-09T14:41:21","date_gmt":"2022-03-09T13:41:21","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/?p=3252"},"modified":"2022-03-09T14:41:21","modified_gmt":"2022-03-09T13:41:21","slug":"zweites-interview-mit-einer-ddr-zeitzeugin-erster-schock-und-ploetzlich-frei-teil-12","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/2022\/03\/09\/zweites-interview-mit-einer-ddr-zeitzeugin-erster-schock-und-ploetzlich-frei-teil-12\/","title":{"rendered":"Zweites Interview mit einer DDR-Zeitzeugin: Erster Schock und pl\u00f6tzlich frei (Teil 1\/2)"},"content":{"rendered":"<p><em>Hallo liebe Leser*innen.<\/em><\/p>\n<p><em>Ich habe zuletzt ein Interview mit einer Zeitzeugin \u00fcber das t\u00e4gliche Leben und die Politik in der DDR gef\u00fchrt. Nun habe ich ein weiteres Mal mit ihr gesprochen und ihre Sicht der Ereignisse und Entwicklungen um den Mauerfall erfahren. Sie wurde 1971 in Potsdam geboren und wuchs in der DDR auf, w\u00e4hrend ihrer Jugend wechselnd in Halle und Berlin. Aus Gr\u00fcnden der Privatsph\u00e4re bleibt sie lieber anonym.<\/em><\/p>\n<p><em>Famili\u00e4r bedingt wuchs sie bei ihren Gro\u00dfeltern, ihrem Onkel und ihrer alleinerziehenden Mutter, sp\u00e4ter mit einem Stiefvater auf. Sie ging in der DDR zur Schule, war bei den Jungen Pionieren und in der FDJ, den Kinder- bzw. Jugendorganisationen der DDR, die direkt an die Bildungseinrichtungen f\u00fcr Kinder gekoppelt waren. Die Teilnahme war nicht wirklich freiwillig. Als Sonderumstand kam in diesem Fall dazu, dass die meisten restlichen Familienangeh\u00f6rigen in der BRD lebten und sowohl wirtschaftlich wie politisch gro\u00dfen Einfluss auf die Familie im Osten nehmen konnten.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Was waren eure Erwartungen, was habt ihr geglaubt, was passieren, wie die Situation sich entwickeln w\u00fcrde? Was waren eure Hoffnungen?<\/strong><\/p>\n<p>Also, man muss halt wissen, dass eigentlich bis zu dem Tag, als die Mauer dann fiel, niemand von uns hundertprozentig wusste, was passiert und dass das passiert. Was wir gehofft hatten, war eigentlich, dass wir ein Land mit Reisefreiheit werden. Dass im Laufe von wenigen Monaten dieses ganze Ding komplett in sich zusammenst\u00fcrzt, das war zumindest nicht meine Erwartung. Und auch von den Leuten in meinem Umfeld wei\u00df ich, dass keiner erwartet hat, dass die DDR so mit einem Knall verschwindet. Es war erschreckend, wie schnell pl\u00f6tzlich das Land als neuer Markt, als Absatzmarkt, als Tor in den Osten Europas beschrieben wurde und wie schnell Betriebe pl\u00f6tzlich r\u00fcckabgewickelt wurden und Leute aufgetaucht sind und gesagt haben: \u201eDas geh\u00f6rt \u00fcbrigens eigentlich mir\u201c, und ja, ein Land, in dem es schon im Grunde auch ums Allgemeinwohl ging, jedenfalls als gro\u00dfe Leitlinie, pl\u00f6tzlich vom Kapitalismus \u00fcberrannt wurde.<\/p>\n<p>Wir haben damals darauf gebaut, dass es einen Volksentscheid geben w\u00fcrde, ob wir der Bundesrepublik beitreten, oder ob wir versuchen, mit einer Reform ein eigenst\u00e4ndiges Land zu bleiben. Und dann wurde einfach die D-Mark eingef\u00fchrt und damit waren Fakten geschaffen, den Volksentscheid gab es nie und damit hatte sichs erledigt. Wie naiv der Gedanke war, als eigenst\u00e4ndiges Land bestehen zu k\u00f6nnen, kann ich heute nicht mehr sagen, ich wei\u00df nicht, ob das jemals irgendwie funktioniert h\u00e4tte, oder ob der Beitritt unvermeidbar war, aber ich glaube, es w\u00e4re gut gewesen, wir h\u00e4ttens versuchen d\u00fcrfen. Und man darf da nicht vergessen, dass das f\u00fcr ein ganzes Land die Frage nach der eigenen Identit\u00e4t war, die pl\u00f6tzlich jemand anders beantwortet hat.<\/p>\n<p><strong>Wie wurden die Ereignisse des Abends und die weiteren Entwicklungen in den Nachrichten pr\u00e4sentiert?<\/strong><\/p>\n<p>Keiner von uns hat mehr Nachrichten gekuckt. Du musst dir mal reinpfeifen, wir waren 18 Jahre alt. Wir haben auf der Stra\u00dfe gefeiert und sind in den Westen gefahren. Ich kann mich wirklich nicht erinnern, dass wir Nachrichten gekuckt haben. Vielleicht die \u00c4lteren. Wir waren auch v\u00f6llig \u00fcberrumpelt eigentlich. Es war so, dass mein Freund damals aus der Schweiz war, der hat in Halle studiert, weil er an ein Visum kommen konnte als Schweizer, das h\u00e4ttest du als Westdeutscher nicht gekonnt, aber er als Schweizer konnte einreisen und studieren. Das war sehr sehr teuer, der hat da sehr viel f\u00fcr bezahlt, aber er war aus ner sehr reichen schweizer Familie und die hatten das Geld. Kurz bevor die Mauer fiel, war Gorbatschow in Berlin, das war der Jahrestag der DDR, das war ein runder, ich glaube 40 oder 50*, und Gorbatschow war eingeladen zur Feier und hat ne Rede gehalten und mein Freund hatte ein Ticket nach Amerika, um dort seine Verwandtschaft zu besuchen und so sind wir eigentlich vollkommen ahnungslos zusammen nach Berlin gefahren, das war auch sehr naiv.<\/p>\n<p>Was ich erst sp\u00e4ter erfahren habe, war, dass ich l\u00e4ngst die StaSi am Arsch hatte, auf die Idee w\u00e4re ich nicht gekommen, ich war 18, ich war unwichtig, aber er war Schweizer. Und so sind wir quasi am Vorabend des Mauerfalls, also geschichtlich gesehen, nicht vom Datum her, zusammen nach Berlin gefahren, mit dem Ticket in der Hand und die Stasi hinterher, um meine Ausreise zu verhindern. Die dachten, das wird ein Fluchtversuch. Und die ganze Stadt war voll mit StaSi und Polizei, denn Gorbatschow war da. Und als mein Freund dann in Amerika war, da ging es los, dass die Polizei dann auch mit Wasserwerfern auf die Demonstranten losging und das alles etwas rauer wurde und meine einzige Sorge war, als die Mauer endlich gefallen war, dass er irgendeine Nachricht kriegt, dass es mir gut geht, weil er immer geschrieben hat, dass er sich wahnsinnig Sorgen macht wegen dem, was bei uns los war, und ich ihn ja nicht erreichen konnte. Und ehrlich gesagt habe ich mich damit besch\u00e4ftigt, und ob die die Grenze nicht wieder zumachen, damit haben wir uns damals besch\u00e4ftigt, weil es nicht klar war ob das dauerhaft ist, oder ob die uns nur kurz rauslassen. Deswegen sind so viele auch nicht wiedergekommen.<\/p>\n<p><strong>Viele Menschen sind ja direkt geflohen, aber kamen umgekehrt einige Westdeutsche vielleicht sogar willentlich in die DDR, um da ein neues Leben anzufangen?<\/strong><\/p>\n<p>Ja, das hats gegeben, aber das war sehr sehr vereinzelt, es war kein Massenph\u00e4nomen. Pers\u00f6nlich kenne ich halt nur meinen damaligen Freund, der aus der Schweiz kam zum Studieren und dem die DDR aber sehr gut gefiel, so vom Nicht-gewinnorientiert-Sein, aber der hat das als was betrachtet, als eine Option zum Leben, die f\u00fcr ihn halt ne Wahl war, das ist was anderes und er kam aus einer sehr reichen, sehr bekannten Familie.<\/p>\n<p><strong>Wie haben die Westdeutschen auf ostdeutsche Touristen reagiert? Wo wolltet ihr unbedingt hin?<\/strong><\/p>\n<p>Unser allererster Ausflug war tats\u00e4chlich am Wochenende nach dem Mauerfall. Wir sind also die ganze Woche brav zur Arbeit gegangen, dann sind wir von Halle nach G\u00f6ttingen gefahren, da wohnte meine Patentante, und das war so eine, die hatte ihrerseits ihre ganze Kindheit bei meinen Gro\u00dfeltern in Halle vebracht, bevor die Mauer gebaut wurde und wir hatten eine enge Verbindung zu der und sie zu uns. Und pl\u00f6tzlich konnten wir dahin. Und es gab damals in diese Richtung ab Magdeburg keine richtige Autobahn, du musstest zum Schluss \u00fcber die D\u00f6rfer fahren, denn eigentlich war da ein Sperrgebiet, das hei\u00dft wir fuhren in unserem eigenen Land auf einmal durch Orte, an die wir vorher auch nicht durften! Und das war fast genauso schr\u00e4g wie pl\u00f6tzlich in den Westen zu d\u00fcrfen und dadurch, dass dieses Gebiet halt touristisch \u00fcberhaupt nicht erschlossen war, gabs nicht sowas wie unterwegs mal ne Toilette oder so und man muss sich jetzt eine unfassbare Lawine von Wartburg- und Trabant-Autos vorstellen.<\/p>\n<p>Ich stand im ersten mehrst\u00fcndingen Stau meines Lebens, denn alle rammelten in den Westen und als ich dann in dieser Zone war, wo keine Rastst\u00e4tten mehr kamen, da hatten die auf einmal Schilder in den Vorg\u00e4rten stehen, dass man da aufs Klo gehen durfte. Und das war einerseits total sch\u00f6n und andererseits total traurig, was f\u00fcr Schilder da standen. Erst mal nat\u00fcrlich &#8222;Bei uns kannst du mal auf Toilette gehen und kriegst was zu trinken&#8220;, weil wir nat\u00fcrlich auf SO nen Stau nicht vorbereitet waren, ich glaube manche standen f\u00fcr 11 Stunden, wo du normal zweieinhalb gebraucht hast, und ich kann mich aber auch erinnern an Schilder mit &#8222;Bitte kommt wieder&#8220;, weil schon in den ersten Tagen, als die Mauer offen war, viele mit Sack und Pack in den Westen sind, eben aus Angst, dass diese \u00d6ffnung nicht bleibt. Alleine in meiner Berufsschulklasse waren wir vor der Grenz\u00f6ffnung 28 M\u00e4dchen und in der ersten Woche waren acht weg. So wars.<\/p>\n<p><strong>Was habt ihr bei euren ersten Besuchen im Westen erwartet, und wurden diese Erwartungen best\u00e4tigt? Wart ihr entt\u00e4uscht, beeindruckt?<\/strong><\/p>\n<p>Ich hatte gar nichts erwartet. Weil ich keine Vorstellung hatte, so richtig. Ich kannte Fotos und meine Vorstellung war nicht sehr lebendig. Ich wei\u00df noch, als wir in G\u00f6ttingen waren und bei meiner Tante dann zuhause ankamen, war ich schon \u00fcberw\u00e4ltigt von diesem Haus, in dem die wohnten, sowas kannte ich nicht, so mit Einbauk\u00fcche und Parkettfu\u00dfboden und Garage, und zwei B\u00e4dern, das hatte ich noch nicht gesehen so was. Und wenn ich heute zur\u00fcckkucke wei\u00df ich, dass das ein popliges Reihenhaus war, aber damals hat mich das ganz sch\u00f6n beeindruckt. Und ich bin an dem Abend das erste Mal in meinem Leben chinesisch essen gegangen, das hatte ich mir sehr gew\u00fcnscht und ich fands abgefahren. Das gabs in der DDR wirklich gar nicht. Das n\u00e4chste Mal hat sie mich zu ihrem Arbeitsplatz mitgenommen und die waren alle sehr nett und haben gesagt: \u201eAch von dir hat sie schon immer viel erz\u00e4hlt!\u201c, und es war sch\u00f6n zu sehen, dass wir in diesem Leben wirklich vorkamen und einen Platz hatten. Und dann sind wir rund um G\u00f6ttingen gelaufen, weil G\u00f6ttingen hat eine erhaltene Stadtmauer, wo du richtig um diesen Altstadtkern einmal rumlaufen kannst, und sie hat mir Orte gezeigt, von denen sie immer erz\u00e4hlt hat, und damit dass zu verarbeiten, war ich erst mal v\u00f6llig besch\u00e4ftigt.<\/p>\n<p><strong>Wie hat es dich pers\u00f6nlich betroffen?<\/strong><\/p>\n<p>Du standest neben dir, du bist dein ganzes Leben in diesem Land aufgewachsen und hast gesagt gekriegt, du darfst es niemals in Richtung Westen verlassen und es war unfassbar, was da in wenigen Tagen alles passiert ist. Es war total krass, es war ja v\u00f6llig normal, das unsere Westverwandten uns besucht haben und ich kannte viel aus deren Leben, von Fotos und pl\u00f6tzlich kannst du da hinfahren, du kannst die bei sich zu Hause besuchen, das war vorher unvorstellbar, das hat man sich auch nicht vorgestellt, weil klar war, dass das nie passieren w\u00fcrde. Und es wurde mit einem Schlag nat\u00fcrlich alles auch v\u00f6llig unsicher, pl\u00f6tzlich waren diese Sachen, die man fr\u00fcher in den Nachrichten \u00fcber den Westen geh\u00f6rt hat, mit Arbeitslosigkeit und sozialem Abstieg, bei uns angekommen. Als klar war, dass das ne bleibende Sache ist, dass die nicht wieder zumachen, dass es geschafft ist und die Grenzen offen bleiben, bin ich sofort beim B\u00fcndnis 90 eingetreten. Wir haben versucht, soweit das m\u00f6glich war, wir hatten ja keine technische Ausr\u00fcstung oder so, gro\u00dfe Umwelts\u00fcnden zu kartieren, gar nicht um einen Skandal aufzudecken oder sowas, sondern weil Halle ja umgeben war von chemischer Industrie und wir haben versucht, im Groben festzuhalten, wo da ganz schlimme Chemieausleitungen und illegale M\u00fcllhalden waren, aber das war schwierig, weil st\u00e4ndig alles im Umbruch war. Und es gab keine festen Strukturen mehr, und wir haben das ganz schnell wieder sein lassen, weil jeder war mit anderen Dingen besch\u00e4ftigt und keiner wusste, was mit ihm beruflich wird, keine Ahnung.<\/p>\n<p>Was dann schlimm war, ein paar Monate sp\u00e4ter, da gabs pl\u00f6tzlich die Bildzeitung in der DDR und die fingen an Listen zu ver\u00f6ffentlichen, wer in der StaSi war. Und es war halt schlimm zu sehen, dass mein allerbester Freund StaSi war und das eben klar war, dass der auch der war, der meinen Freund und mich an die StaSi verpetzt hatte. Was f\u00fcr mich verheerende Konsequenzen h\u00e4tte haben k\u00f6nnen. Und das war wirklich mein bester Freund, der wusste alles, wir haben \u00fcber alles geredet und ich habe dem blind vertraut. Und dann haste eben da auch gesehen Namen von Nachbarn, von Lehrern, Kollegen und das war schlimm. Seitdem hatte ich auch nie wieder solche engen Freunde, der h\u00e4tte in Kauf genommen, dass ich in Bautzen in den Knast gehe.<\/p>\n<p><strong>Gab es sofortige Konsequenzen, z.B. f\u00fcr die Wirtschaft und die Versorgungslage?<\/strong><\/p>\n<p>Nein. In den ersten Wochen hast du kaum was bemerkt. Vielleicht in den Orten, die grenznah waren, aber bei uns nicht. Wir hatten ja auch in den ersten Wochen nach wie vor unser Geld und wir konnten ja nicht auf einmal in den Westen fahren und mit unserem Geld da bezahlen.<\/p>\n<p><strong>Generell, wie hat sich die Lage entwickelt? Was war der Einfluss auf das t\u00e4gliche Leben, sofern es einen gab? Hat sich viel ver\u00e4ndert, wenn ja was?<\/strong><\/p>\n<p>Das hat ein bisschen l\u00e4nger gedauert. So richtig Fahrt aufgenommen hat das Ganze so mit Einf\u00fchrung der D-Mark, deswegen wurde das so betrieben, du konntest ja in einem Land, wo es im Grunde eine wertlose W\u00e4hrung gab, keine Gesch\u00e4fte machen. Und es wurde dann sehr schnell ja die DDR zum Absatzmarkt erkl\u00e4rt und daf\u00fcr, um da Gesch\u00e4fte zu machen, musste es ja eine W\u00e4hrung geben, die wertvoll ist, und dann kamen die Leute, die da Grundst\u00fccke hatten, oder die meinten, ihnen geh\u00f6ren da Teile an Betrieben. Also man muss wissen, Halle war erst amerikanische Besatzungszone und damit das nicht so ein Flickenteppich ist, wurde das geteilt in Ost und West. Und dann verlie\u00dfen die Amis Halle und dann war klar, dass eben kommunistisch geherrscht werden w\u00fcrde und dass ehemaliger kapitalistischer Besitz da keine Rolle mehr spielen w\u00fcrde und dann gab es Enteignungen. Und die Russen haben anders als in den westlichen Gebieten nicht investiert, sondern &#8222;exvestiert&#8220;, also die haben unsere Fabriken und Anlagen abgebaut und nach Russland transportiert, um da ihre durch uns zerschossene Wirtschaft wieder aufzubauen. W\u00e4hrend im Westen eben der Marshallplan griff und das Wirtschaftswunder erbl\u00fchte.<\/p>\n<p>Ja und nach dem Mauerfall kamen halt die ehemaligen Besitzer, Erben und Leute, die glaubten, sie w\u00e4ren Erben und wollten das alles wiederhaben, es wurde also zum zweiten Mal gepl\u00fcndert, erst durch die Russen, dann durch die Westdeutschen. Und die Menschen, die da versucht haben, sich irgendetwas aufzubauen, zwischen Krieg und Russen und Westdeutschen, die waren schon wieder die Abgezockten. Und das waren halt die Folgen davon, dass man das Land nicht erhalten hat, sondern dass man einfach westdeutsch wurde. Und dem gegen\u00fcber, das muss man eben auch sagen, stand ne Reisefreiheit, eine Freiheit, beruflich zu werden, was man konnte, das war vorher staatlich ein bisschen limitiert, die Freiheit, in Deutschland zu wohnen, wo du wolltest und nat\u00fcrlich wirtschaftlich dein eigenes Ding zu machen und Erfolg zu haben, das war vorher gar nicht vorgesehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Im zweiten Teil werden wir \u00fcber die Reaktionen der Gesellschaft der DDR und der Politik sprechen.<\/em><\/p>\n<p>* Gemeint ist hier der 40. Jahrestag der DDR.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hallo liebe Leser*innen. Ich habe zuletzt ein Interview mit einer Zeitzeugin \u00fcber das t\u00e4gliche Leben und die Politik in der DDR gef\u00fchrt. Nun habe ich ein weiteres Mal mit ihr gesprochen und ihre Sicht der Ereignisse und Entwicklungen um den Mauerfall erfahren. 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