{"id":15049,"date":"2026-10-16T13:37:27","date_gmt":"2026-10-16T11:37:27","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/?p=15049"},"modified":"2026-10-16T13:37:27","modified_gmt":"2026-10-16T11:37:27","slug":"wie-vegan-ist-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/2026\/10\/16\/wie-vegan-ist-europa\/","title":{"rendered":"Wie vegan ist Europa?"},"content":{"rendered":"\r\n\r\n<div class=\"et_pb_section_0 et_pb_section et_section_regular et_block_section\">\r\n\r\n<div class=\"et_pb_row_0 et_pb_row et_block_row\">\r\n\r\n<div class=\"et_pb_column_0 et_pb_column et_pb_column_4_4 et-last-child et_block_column et_pb_css_mix_blend_mode_passthrough\">\r\n\r\n<div class=\"et_pb_text_0 et_pb_text et_pb_bg_layout_light et_pb_module et_flex_module\"><div class=\"et_pb_text_inner\"><p class=\"p1\">So pr\u00e4sent wie das Thema pflanzliche Ern\u00e4hrung in unserer Gesellschaft ist, k\u00f6nnte man denken, mindestens ein Viertel aller Europ\u00e4er:innen ern\u00e4hrt sich vegetarisch oder vegan. Die Realit\u00e4t sieht da aber doch etwas anders aus.<\/p>\n<p class=\"p1\">Um Verwirrung vorzubeugen, m\u00f6chte ich kurz ein paar Begriffe definieren. Vegetarische Ern\u00e4hrung bedeutet Verzicht auf Fisch und Fleisch sowie andere Produkte, f\u00fcr die Tiere geschlachtet werden, w\u00e4hrend Veganer:innen auf alle tierischen Lebensmittel verzichten. Hier besteht nochmal ein Unterschied zur komplett veganen Lebensweise, bei der auch auf andere tierische Produkte verzichtet wird, wie zum Beispiel Leder oder auf Produkte, deren Herstellung nicht tierversuchsfrei ist. Pescetarier:innen verzichten auf Fleisch, essen aber weiterhin Fisch.<\/p>\n<p class=\"p1\">Der Durchschnitt an Veganer:innen pro Land in Europa liegt bei 2,1% - in n\u00f6rdlichen L\u00e4ndern sind es wohl tendenziell mehr als in s\u00fcdlichen. Insgesamt ist ein Trend zur flexitarischen Ern\u00e4hrung zu beobachten. Das bedeutet, dass bewusst auf den Konsum tierischer Produkte geachtet und zum Beispiel weniger Fleisch konsumiert wird. Gr\u00fcnde f\u00fcr eine pflanzliche Ern\u00e4hrung k\u00f6nnen gesundheitliche Vorteile, nachhaltige Lebensweisen und moralische Prinzipien sein. Jedoch wurden laut dem ISN in den EU-Mitgliedstaaten 2023 durchschnittlich 64,2 kg Fleisch pro Kopf verzehrt. Deutschland liegt hier unter dem EU-Durchschnitt mit 52 kg pro Person. Die L\u00e4nder mit dem h\u00f6chsten Durchschnitt sind Irland, Zypern, Portugal und Spanien \u2013 hier liegt er bei \u00fcber 80 kg. Der Pro-Kopf-Verzehr von Fleisch nimmt seit 2019 ab, mit einem j\u00e4hrlichen R\u00fcckgang von durchschnittlich 1,6%.<\/p>\n<p class=\"p1\">2020 hat die Marke Veganz einen Europ\u00e4ischen Ern\u00e4hrungsreport ver\u00f6ffentlicht, in dem 2.600 Personen aus 7 verschiedenen L\u00e4ndern befragt wurden. Hier gaben 1,9% an vegan zu sein und 3,1% vegetarisch. Hochgerechnet auf die Gesamtbev\u00f6lkerung sind mit diesen Zahlen in Deutschland 3,2% vegan, in D\u00e4nemark 2,7% und in Frankreich beispielsweise 0,9%. Auch diese Befragung stellt fest, dass der Anteil an Flexitarier:innen sehr gro\u00df ist. In \u00d6sterreich sind es 31,9% der Bev\u00f6lkerung, in Deutschland 29,4%.<\/p>\n<p class=\"p1\">Fast nirgends ist die pflanzliche Ern\u00e4hrungsweise so verbreitet wie in Deutschland, wo circa 1,5 Millionen Menschen vegan leben. Laut des BMEL-Ern\u00e4hrungsreports 2022 halten es bereits \u00fcber 80% der Deutschen f\u00fcr sinnvoll, weniger Fleisch zu essen. Dies spiegelt sich auch in den Angeboten in Superm\u00e4rkten wider. Aus eigenen Erfahrungen kann ich sagen, dass das Angebot an pflanzlichen Ersatzprodukten beispielsweise in D\u00e4nemark oder auch Frankreich deutlich geringer ausf\u00e4llt als hier.<\/p>\n<p class=\"p1\">An einem Beispiel aus Stra\u00dfburg l\u00e4sst sich die steigende Bedeutung pflanzlicher Ern\u00e4hrung aufzeigen. Beim Europ\u00e4ischen Gerichtshof f\u00fcr Menschenrechte wurde von zwei Schweizern gegen fehlende bzw. verwehrte vegane Ern\u00e4hrung geklagt. Die beiden M\u00e4nner waren Insassen einer Haftanstalt und einer psychiatrischen Klinik, in denen sie keine M\u00f6glichkeit zur veganen Ern\u00e4hrung bekamen. Die Klage war erfolgreich, die M\u00e4nner erhalten beide Schadenersatz. Dieses Verfahren war das erste seiner Art, der Gerichtshof pr\u00fcfte zum ersten Mal vegane Ern\u00e4hrungsgrunds\u00e4tze unter dem Gesichtspunkt der Gewissensfreiheit. Die Entscheidung dieses und anderer Gerichte, vegane Prinzipien als \u201enichtreligi\u00f6se Weltanschauung\u201c zu bezeichnen, k\u00f6nnte ein wichtiger Schritt zur Anerkennung des Veganismus sein.<\/p>\n<p class=\"p1\">Europa ist also auf einem guten Weg hin zu einer etablierten, normalisierten pflanzlichen Ern\u00e4hrungsweise. Jedoch fehlen vor allem in l\u00e4ndlichen Gebieten vegane Angebote in Restaurants und Superm\u00e4rkten, sowie bei der Verpflegung in Krankenh\u00e4usern oder Schulen. Um hier in eine richtige Richtung zu gehen, w\u00e4ren vermutlich EU-weite Richtlinien sinnvoll, die beispielsweise den Anteil pflanzlicher Angebote in Kantinen festlegen.<\/p>\n<p class=\"p1\">Quellen:<\/p>\n<p class=\"p2\">https:\/\/veganz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/2020-11-27-veganz-ernaehrungsreport-vorabauszug-de-2020.pdf<\/p>\n<p class=\"p2\">https:\/\/www.velivery.com\/de\/v-story\/veganes-europa-in-statistiken.html?srsltid=AfmBOoqH_0QaIAP2aKG9w8v0JgGfduJUNK3RDIbC-xkgEpP_4A8vXcoT<\/p>\n<p class=\"p2\">https:\/\/rp-online.de\/politik\/eu\/egmr-vegane-ernaehrung-faellt-unter-gewissensfreiheit_aid-151790141https:\/\/www.schweine.net\/news\/pro-kopf-verzehr-von-fleisch-in-eu-ruecklaeufig.html<\/p>\n<p class=\"p2\"><span class=\"s1\">Foto: <\/span>https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Pflanzlicher_Fleischersatz.jpg<\/p>\n<p class=\"p2\">\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":17037,"featured_media":15052,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"footnotes":""},"categories":[108523,207,1013891,1013890],"tags":[1013880,1013899,1013900],"class_list":["post-15049","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktivismus","category-allgemein","category-pflanzliche-ernaehrung","category-veganismus","tag-ernaehrung","tag-veganismus","tag-vegetarismus"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15049","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/17037"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=15049"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15049\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15054,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15049\/revisions\/15054"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/15052"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15049"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=15049"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=15049"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}