{"id":15042,"date":"2026-10-16T13:36:48","date_gmt":"2026-10-16T11:36:48","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/?p=15042"},"modified":"2026-10-16T13:36:48","modified_gmt":"2026-10-16T11:36:48","slug":"nur-ja-heisst-ja-existiert-bald-eine-eu-weite-strafrechtliche-definition-von-vergewaltigungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/2026\/10\/16\/nur-ja-heisst-ja-existiert-bald-eine-eu-weite-strafrechtliche-definition-von-vergewaltigungen\/","title":{"rendered":"\u201eNur Ja hei\u00dft Ja\u201c \u2013 existiert bald eine EU-weite strafrechtliche Definition von Vergewaltigungen?"},"content":{"rendered":"\r\n\r\n<div class=\"et_pb_section_0 et_pb_section et_section_regular et_block_section\">\r\n\r\n<div class=\"et_pb_row_0 et_pb_row et_block_row\">\r\n\r\n<div class=\"et_pb_column_0 et_pb_column et_pb_column_4_4 et-last-child et_block_column et_pb_css_mix_blend_mode_passthrough\">\r\n\r\n<div class=\"et_pb_text_0 et_pb_text et_pb_bg_layout_light et_pb_module et_flex_module\"><div class=\"et_pb_text_inner\"><p class=\"p1\">Am 28.04.2026 wurde im Europ\u00e4ischen Parlament mit gro\u00dfer Mehrheit f\u00fcr eine Initiative zur Vereinheitlichung der strafrechtlichen Definition von Vergewaltigungen gestimmt. 447 Abgeordnete stimmten f\u00fcr den Vorschlag, 160 dagegen und 43 enthielten sich.<\/p>\n<p class=\"p1\"><strong>Was fordert die Initiative?<\/strong><\/p>\n<p class=\"p1\">Konkret wurde gefordert, der EU-Kommission einen Gesetzesvorschlag vorzulegen, der Vergewaltigungen als Fehlen von Einwilligung definiert. Schweigen, vorherige Zustimmung, eine Beziehung \u2013 egal ob aktuell oder beendet \u2013 oder das Fehlen eines \u201eNeins\u201c w\u00fcrden damit nicht als Zustimmung gelten.<\/p>\n<p class=\"p1\">Mit dieser neuen Definition sollen Opfer und \u00dcberlebende von Vergewaltigungen besser unterst\u00fctzt und gesch\u00fctzt werden k\u00f6nnen. Es soll ein opferzentrierter Ansatz in der EU gelten, der psychische und physische Unterst\u00fctzung liefert. Au\u00dferdem sollen Fachkr\u00e4fte, die in Kontakt mit Opfern von Vergewaltigungen kommen, regelm\u00e4\u00dfig Schulungen besuchen m\u00fcssen. Insgesamt soll eine breitere Aufkl\u00e4rung stattfinden und mehr Bildungsarbeit geleistet werden.<\/p>\n<p class=\"p1\">Bereits 2024 wurde im Zusammenhang mit der Einf\u00fchrung der EU-Gewaltschutzrichtlinie \u00fcber eine einheitliche Definition diskutiert, damals konnte aber kein gemeinsamer Nenner gefunden werden. Die neue Initiative wurde unter anderem von der Organisation Wave (Women Against Violence Europe) mitgestaltet, einem Netzwerk aus \u00fcber 190 europ\u00e4ischen Frauenorganisationen, das gegen Gewalt an Frauen und Kindern k\u00e4mpft. Die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin von Wave, Stephanie Futter-Orel,sagt: \u201eGerade in Zeiten wie diesen, wo die Gewalt immer st\u00e4rker ansteigt, ist es extrem wichtig, eine EU-weite, vereinheitlichte Gesetzgebung zu haben.\u201c<\/p>\n<p class=\"p1\"><strong>Der bisherige Stand in der EU<\/strong><\/p>\n<p class=\"p1\">W\u00e4hrend in 14 EU-Staaten, darunter der Vorreiter Schweden, Italien, Griechenland und seit Herbst 2025 auch Frankreich, schon \u201eNur Ja hei\u00dft Ja\u201c gilt, variieren die Prinzipien in den restlichen Mitgliedstaaten. Momentan gilt in vielen EU-Staaten, darunter auch Deutschland, noch das Prinzip \u201eNur Nein hei\u00dft Nein\u201c, nach welchem bei der Strafverfolgung der Nachweis eines expliziten \u201eNeins\u201c notwendig ist. Dies stellt sich in vielen F\u00e4llen als schwierig dar, denn eine typische Reaktion von Vergewaltigungsopfern ist das \u201eErstarren\u201c, wodurch eine Handlungsunf\u00e4higkeit ausgel\u00f6st wird.<\/p>\n<p class=\"p1\"><strong>Stimmen aus dem Parlament<\/strong><\/p>\n<p class=\"p1\">Maria Noichl, SPD-Abgeordnete im Parlament sagt: \"Vergewaltigung ist es nicht nur dann, wenn die Frau laut 'Nein' geschrien hat, sondern - und so w\u00fcnschen wir es uns, dass es in Zukunft grundgelegt wird, Vergewaltigung ist es immer dann, wenn es keinen klaren Konsens gibt.\" Kritik an der Initiative kommt zum Beispiel aus der drittgr\u00f6\u00dften Fraktion im Parlament, den Patrioten f\u00fcr Europa. Sie lehnten den Initiative-Bericht ab. Es wird von Kritikern unter anderem bef\u00fcrchtet, dass mit den neuen Regelungen das Strafrecht unklar oder schwer anwendbar werden k\u00f6nnte, vor allem in Situationen in denen Aussage gegen Aussage steht.<\/p>\n<p class=\"p1\"><strong>Und jetzt?<\/strong><\/p>\n<p class=\"p1\">Nach der erfolgreichen Einigung dieses Mal, wird der Vorschlag nun der Kommission vorgelegt werden, die innerhalb von drei Monaten Stellung zu dem Thema nehmen muss. Je nachdem wie sich die Kommission entscheidet, k\u00f6nnte also aus dieser Initiative ein Gesetz entstehen, das es Opfern von Vergewaltigungen leichter macht, sich rechtlich zu wehren und T\u00e4ter h\u00e4ufiger bestraft.<\/p>\n<p class=\"p1\">Quellen:\u00a0<\/p>\n<p class=\"p1\">Bild:<a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:European_Parliament_Strasbourg_Hemicycle_-_Diliff.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-0\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\">https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:European_Parliament_Strasbourg_Hemicycle_-_Diliff.jpg<\/a>\u00a0<\/p>\n<p class=\"p2\">https:\/\/www.europarl.europa.eu\/news\/de\/press-room\/20260423IPR41832\/vergewaltigung-muss-als-fehlen-von-einverstandnis-definiert-werden<\/p>\n<p class=\"p2\">https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/europa\/eu-parlament-sexualstrafrecht-100.html<\/p>\n<p class=\"p2\">https:\/\/www.zdfheute.de\/politik\/eu-parlament-abstimmung-initiative-nur-ja-heisst-ja-gewalt-gegen-frauen-100.html<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":17037,"featured_media":15045,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"footnotes":""},"categories":[108523,207,1013887,1013889,1013818],"tags":[],"class_list":["post-15042","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktivismus","category-allgemein","category-feminismus","category-frauenrechte","category-minderheiten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15042","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/17037"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=15042"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15042\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15048,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15042\/revisions\/15048"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/15045"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15042"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=15042"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=15042"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}