{"id":15036,"date":"2026-10-16T13:38:39","date_gmt":"2026-10-16T11:38:39","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/?p=15036"},"modified":"2026-10-16T13:38:39","modified_gmt":"2026-10-16T11:38:39","slug":"mindestalter-fuer-soziale-medien-in-der-eu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/2026\/10\/16\/mindestalter-fuer-soziale-medien-in-der-eu\/","title":{"rendered":"Mindestalter f\u00fcr soziale Medien in der EU"},"content":{"rendered":"\r\n\r\n<div class=\"et_pb_section_0 et_pb_section et_section_regular et_block_section\">\r\n\r\n<div class=\"et_pb_row_0 et_pb_row et_block_row\">\r\n\r\n<div class=\"et_pb_column_0 et_pb_column et_pb_column_4_4 et-last-child et_block_column et_pb_css_mix_blend_mode_passthrough\">\r\n\r\n<div class=\"et_pb_text_0 et_pb_text et_pb_bg_layout_light et_pb_module et_flex_module\"><div class=\"et_pb_text_inner\"><p class=\"p1\">Schon bald k\u00f6nnte in der EU ein Mindestalter f\u00fcr Soziale Medien festgelegt werden. Ein Expertengremium der EU-Kommission hat am 13. Juli in Br\u00fcssel seinen Bericht vorgelegt und sich darin f\u00fcr ein Verbot Sozialer Medien f\u00fcr Kinder unter 13 Jahren ausgesprochen. Nach dem Sommer soll ein Gesetzesvorschlag abgegeben werden, \u00fcber den anschlie\u00dfend das Europaparlament und der Rat der Mitgliedstaaten beraten m\u00fcssen.<\/p>\n<p class=\"p1\">Bis jetzt ist vorgesehen, dass die Mitgliedstaaten \u00fcber die EU-weite Regelung auch h\u00f6here Altersgrenzen festlegen k\u00f6nnen. Die Durchf\u00fchrung der Basisregelungen durch die EU ist jedoch notwendig, da allein die EU-Kommission bef\u00e4higt ist, den gro\u00dfen Onlineplattformen (z.B. Youtube, Tiktok, Instagram) Regeln und Pflichten aufzuerlegen.<\/p>\n<p class=\"p1\">Im Gremium wurde sich mit Wissenschaftler:innen, Jurist:innen und Interessensvertreter:innen aus unterschiedlichen Fachgebieten sowie mit jungen Menschen selbst ausgetauscht. Der Bericht des Expertengremiums empfiehlt Kindern unter 3 Jahren keine Bildschirmzeit zu erm\u00f6glichen. Von 3 bis 12 Jahren sollte die Nutzung sozialer Medien unter Kontrolle der Eltern passieren, p\u00e4dagogisch angeleitet und zeitlich begrenzt sein. Im Alter von 13 bis 17 Jahren soll der Zugang zu Angeboten, die Jugendschutzanforderungen entsprechen, dann schrittweise erm\u00f6glicht werden. Ab 18 Jahren best\u00fcnden keine Beschr\u00e4nkungen mehr.<\/p>\n<p class=\"p1\">EU-Kommissionspr\u00e4sidentin von der Leyen ist \u00fcberzeugt von dem Bericht und spricht sich ebenfalls f\u00fcr ein Mindestalter aus. Sie dreht die Frage, die eine Beschr\u00e4nkung l\u00f6sen soll, um: es ginge nicht mehr darum, ob junge Menschen Zugang zu sozialen Medien haben, sondern wieviel Zugang die sozialen Medien zu jungen Menschen haben. Die Tagesschau zitiert von der Leyen mit: \u201eUnd hier gewinnen die Argumente f\u00fcr einen verz\u00f6gerten Zugang zunehmend an Gewicht. Denn Kinder m\u00fcssen lernen, selbstst\u00e4ndig und selbstbestimmt zu handeln - offline, aber nat\u00fcrlich auch online. Und wir m\u00fcssen ihnen den Schutz und die Zeit zum Reifen dazu geben\" (Tagesschau, 13.07.26).<\/p>\n<p class=\"p1\">Zurzeit besteht in der EU durch Nutzungsbeschr\u00e4nkungen bereits bei allen gro\u00dfen Social-Media-Plattformen ein Mindestalter von 13 Jahren. Jedoch wurde hier immer wieder die Effektivit\u00e4t der Begrenzung kritisiert. Da man nur ein Geburtsdatum eingeben muss \u2013 das in keinster Weise \u00fcberpr\u00fcft wird \u2013 ist sie sehr leicht zu umgehen. Die von der EU-Kommission in Auftrag gegebene Entwicklung der sogenannten EUDI-Wallet-App soll zuk\u00fcnftig eine zuverl\u00e4ssigere Altersverifikation eerm\u00f6glichen. Diese sei seit April diesen Jahres fertiggestellt und soll wohl ab Anfang 2027 in allen Mitgliedstaaten verf\u00fcgbar sein. Die Verifikation passiert hier beispielsweise mit einem Personalausweis oder Reisepass.<\/p>\n<p class=\"p1\">In Br\u00fcssel ist man interessiert an einer EU-weiten L\u00f6sung, um 27 verschiedenen nationalen Regelungen zu entgehen. Denn in den Mitgliedstaaten der EU herrschen bis jetzt unterschiedliche Vorstellung davon, welche Altersgrenze gelten sollte. Griechenland, Slowenien und Schweden setzen die Mindestgrenze bei 15 Jahren an, \u00d6sterreich bei 14. In Frankreich soll ab dem 1. September die Nutzung sozialer Medien f\u00fcr unter 15-j\u00e4hrige verboten sein. In Deutschland empfehlen Experten ein Verbot unter 13 Jahren. Im Vorreiter Australien gilt seit Dezember 2025 ein Social-Media-Verbot f\u00fcr unter 16-j\u00e4hrige. Die Effekte dieser Begrenzung seien jedoch wenig sp\u00fcrbar, unter anderem da die Altersverifikation deutlich leichter zu umgehen ist und beispielweise nicht mit der \u00dcberpr\u00fcfung eines Personalausweises verbunden ist.<\/p>\n<p class=\"p1\">Wie der Gesetzesvorschlag der Kommission dann letztendlich aussehen wird, werden wir wohl im Herbst 2026 erfahren. Klar scheint aber zu sein, dass eine Begrenzung des Zugangs sozialer Medien in der EU nicht abwegig ist \u2013 mit welchen spezifischen Regelungen wir rechnen k\u00f6nnen und ob das ganze tats\u00e4chlich Wirkung zeigt, werden wir dann sehen.<\/p>\n<p class=\"p1\">Quellen:<\/p>\n<p class=\"p2\"><span class=\"s1\">Foto: <\/span>https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Social_media_collection_2026.png<\/p>\n<p class=\"p2\">https:\/\/www.zeit.de\/digital\/internet\/2026-07\/eu-experten-empfehlen-social-media-<\/p>\n<p class=\"p2\">verbot-fuer-unter-13-jaehrige-gxe<\/p>\n<p class=\"p2\">https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/europa\/eu-social-media-alter-100.html<\/p>\n<p class=\"p2\">https:\/\/www.zdfheute.de\/politik\/ausland\/social-media-verbot-mindestalter-eu-bericht-<\/p>\n<p class=\"p2\">100.html<\/p>\n<p class=\"p2\">https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/europa\/eu-app-altersueberpruefung-100.html<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":17037,"featured_media":15039,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"footnotes":""},"categories":[207,8038],"tags":[1013903,1013902,1013901],"class_list":["post-15036","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-social-media","tag-beschraenkung","tag-mindestalter","tag-soziale-medien"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15036","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/17037"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=15036"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15036\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15041,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15036\/revisions\/15041"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/15039"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15036"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=15036"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=15036"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}