{"id":14409,"date":"2026-03-28T17:19:36","date_gmt":"2026-03-28T16:19:36","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/?p=14409"},"modified":"2026-03-28T17:19:36","modified_gmt":"2026-03-28T16:19:36","slug":"hohe-mieten-in-europas-metropolen-und-warum-wien-eine-ausnahme-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/2026\/03\/28\/hohe-mieten-in-europas-metropolen-und-warum-wien-eine-ausnahme-ist\/","title":{"rendered":"Hohe Mieten in Europas Metropolen- und warum Wien eine Ausnahme ist"},"content":{"rendered":"\r\n\r\n<div class=\"et_pb_section_0 et_pb_section et_section_regular et_block_section\">\r\n\r\n<div class=\"et_pb_row_0 et_pb_row et_block_row\">\r\n\r\n<div class=\"et_pb_column_0 et_pb_column et_pb_column_4_4 et-last-child et_block_column et_pb_css_mix_blend_mode_passthrough\">\r\n\r\n<div class=\"et_pb_text_0 et_pb_text et_pb_bg_layout_light et_pb_module et_flex_module\"><div class=\"et_pb_text_inner\"><p class=\"MsoNormal\" style=\"margin: 0cm 0cm 8pt;line-height: 18.4px;font-size: medium;font-family: Aptos, sans-serif;color: #000000\">Wer in einer europ\u00e4ischen Gro\u00dfstadt lebt oder leben m\u00f6chte, kommt nicht daran vorbei, mit den hohen Mietpreisen konfrontiert zu werden. In Berlin zahlt man durchschnittlich 17,20 Euro, in Paris 31,30 Euro und in London sogar 33,80 Euro pro Quadratmeter. Nicht jedoch in Wien: In \u00d6sterreichs Hauptstadt liegt ein Quadratmeter im Schnitt bei 10,50 Euro. Wie kommt es zu solchen massiven Unterschieden zwischen Wien und anderen europ\u00e4ischen Hauptst\u00e4dten?<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin: 0cm 0cm 8pt;line-height: 18.4px;font-size: medium;font-family: Aptos, sans-serif;color: #000000\">Nach dem Ersten Weltkrieg gab es in Wien eine extreme Wohnungsnot. Um dem entgegenzuwirken, plante die sozialdemokratische Regierung Wiens kommunale Mietsh\u00e4user. Der Finanzstadtrat Hugo Breitner errichtete zur Finanzierung dieses Projekts eine Wohnsteuer, die auf die obersten 20 % der Mieten erhoben wurde. Nach dem Grundsatz, dass finanzierbare Wohnungen in hoher Qualit\u00e4t f\u00fcr eine breite Bev\u00f6lkerungsschicht gebaut werden sollen, wurden in der Zwischenkriegszeit insgesamt \u00fcber 66 000 Wohnungen bezugsbereit gemacht.\u00a0<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin: 0cm 0cm 8pt;line-height: 18.4px;font-size: medium;font-family: Aptos, sans-serif;color: #000000\">Heutzutage lebt etwa jede:r vierte Wiener:in in einer der 220 000 Gemeindewohnungen. Da die Gemeindewohnungen der Stadt geh\u00f6ren, dienen sie nicht der Gewinnerzielung, sondern rein der Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum, was die niedrigen Mieten erkl\u00e4rt. Dazu kommen noch 200 000 gef\u00f6rderte Wohnungen. Das bedeutet, dass insgesamt circa 60 % der Einwohner:innen in einer kommunalen oder gef\u00f6rderten Wohnung leben.\u00a0<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin: 0cm 0cm 8pt;line-height: 18.4px;font-size: medium;font-family: Aptos, sans-serif;color: #000000\">Um an eine Wohnung zu kommen, braucht man ein Wiener Wohn-Ticket mit begr\u00fcndetem Wohnbedarf. Daf\u00fcr muss man einige Voraussetzungen erf\u00fcllen. Antragstellende m\u00fcssen mindestens 18 Jahre alt sein, einen zweij\u00e4hrigen, durchgehenden Wohnsitz in Wien haben und eine \u00f6sterreichische oder gleichgestellte Staatsb\u00fcrgerschaft haben. Au\u00dferdem spielt auch das j\u00e4hrliche Gehalt eine Rolle. Als allein wohnende Person, darf das netto Jahreseinkommen nicht \u00fcber 57 600 Euro sein, als Zweipersonenhaushalt nicht 85 830 Euro und als Dreipersonenhaushalt nicht 97 130 Euro \u00fcberschreiten. Die Stadt setzt hier die Gehaltsgrenzen so hoch, damit auch Menschen aus der Mittelschicht in Gemeindebauten wohnen k\u00f6nnen, was zur sozialen Durchmischung beitragen soll.\u00a0<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin: 0cm 0cm 8pt;line-height: 18.4px;font-size: medium;font-family: Aptos, sans-serif;color: #000000\">Bewohner:innen loben die hohen Standards und das In-Schuss-Halten der Wohnungen. Die meisten Gemeindebauten haben gr\u00fcne Innenh\u00f6fe und Gemeinschaftsr\u00e4ume, teilweise sogar Saunen. Au\u00dferdem m\u00fcssen sie keine Angst vor K\u00fcndigung wegen Eigenbedarfs haben, denn die Mietvertr\u00e4ge sind unbefristet.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin: 0cm 0cm 8pt;line-height: 18.4px;font-size: medium;font-family: Aptos, sans-serif;color: #000000\">Die Stadt plant aktuell eine Reform des Vergabesystems durch ein Punktesystem. Durch Pluspunkte hat man Vorteile bei der Wohnungsvergabe. Diese bekommt man zum Beispiel, wenn man sich in einer Aus- oder Weiterbildung befindet, man eine wachsende Familie ist oder den Wunsch nach einer kleineren Wohnung hat. Nachteile hat man hingegen, wenn man sich in einer Gemeindewohnung unleidlich verhalten hat, also zum Beispiel die Wohnung untervermietet hat oder offene Mietschulden hat.\u00a0<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin: 0cm 0cm 8pt;line-height: 18.4px;font-size: medium;font-family: Aptos, sans-serif;color: #000000\">Insgesamt zeigt Wien, dass bezahlbarer Wohnraum in einer europ\u00e4ischen Gro\u00dfstadt m\u00f6glich ist, wenn die Stadt langfristig und konsequent eine soziale Wohnungspolitik verfolgt. Inwieweit Wien jedoch als Vorbild f\u00fcr andere europ\u00e4ische Gro\u00dfst\u00e4dte dienen kann, ist fraglich. Jede Stadt hat ihre eigene Stadtentwicklung und Kultur des Wohnbaus. Um ein Modell wie in Wien zu etablieren, m\u00fcsste man die Stadtplanung und -entwicklung grundlegend ver\u00e4ndern, was schwierig ist. Jedoch sollte das keine Ausrede sein, dar\u00fcber zu sprechen, wie man Wohnungspolitik sozial gestalten kann. Speziell in Deutschland m\u00fcssen Bund, L\u00e4nder und Gemeinden eingreifen, denn das Bundesverfassungsgericht hat festgestellt, dass Grund und Boden keine beliebige Handelsware sind. Dazu kommt, dass das Wiener Modell ungef\u00e4hr seit einem Jahrhundert besteht und deswegen schwer nachzuahmen ist. Trotzdem sollten langfristig Sozialwohnungen die L\u00f6sung sein, um Wohnen in europ\u00e4ischen Metropolen wieder bezahlbar zu machen.\u00a0<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div>\r\n\r\n<div class=\"et_pb_row_1 et_pb_row et_flex_row\">\r\n\r\n<div class=\"et_pb_column_1 et_pb_column et-last-child et_flex_column et_pb_css_mix_blend_mode_passthrough et_flex_column_24_24 et_flex_column_24_24_tablet et_flex_column_24_24_phone\">\r\n\r\n<div class=\"et_pb_text_1 et_pb_text et_pb_bg_layout_light et_pb_module et_flex_module\"><div class=\"et_pb_text_inner\"><p>Quellen<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin: 0cm 0cm 8pt;line-height: 18.4px;font-size: medium;font-family: Aptos, sans-serif;color: #000000\"><a href=\"https:\/\/www.merkur.de\/wirtschaft\/haken-muenchens-mieter-leiden-eu-schielt-auf-den-wiener-gemeindebau-doch-es-gibt-einen-zr-93851168.html\" style=\"color: #96607d;text-decoration: underline\">https:\/\/www.merkur.de\/wirtschaft\/haken-muenchens-mieter-leiden-eu-schielt-auf-den-wiener-gemeindebau-doch-es-gibt-einen-zr-93851168.html<\/a><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin: 0cm 0cm 8pt;line-height: 18.4px;font-size: medium;font-family: Aptos, sans-serif;color: #000000\"><a href=\"https:\/\/www.wienerwohnen.at\/info\/der-gemeindebau\/die-geschichte-des-gemeindebaus.html\" style=\"color: #96607d;text-decoration: underline\">https:\/\/www.wienerwohnen.at\/info\/der-gemeindebau\/die-geschichte-des-gemeindebaus.html<\/a><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin: 0cm 0cm 8pt;line-height: 18.4px;font-size: medium;font-family: Aptos, sans-serif;color: #000000\"><a href=\"https:\/\/www.boeckler.de\/de\/magazin-mitbestimmung-2744-wohnen-in-wien-geht-anders-4779.htm\" style=\"color: #96607d;text-decoration: underline\">https:\/\/www.boeckler.de\/de\/magazin-mitbestimmung-2744-wohnen-in-wien-geht-anders-4779.htm\u00a0<\/a><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin: 0cm 0cm 8pt;line-height: 18.4px;font-size: medium;font-family: Aptos, sans-serif;color: #000000\"><a href=\"https:\/\/www.derstandard.de\/story\/3000000313574\/wien-setzt-bei-vergabe-von-gemeindewohnungen-auf-punktesystem\" style=\"color: #96607d;text-decoration: underline\">https:\/\/www.derstandard.de\/story\/3000000313574\/wien-setzt-bei-vergabe-von-gemeindewohnungen-auf-punktesystem\u00a0<\/a><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin: 0cm 0cm 8pt;line-height: 18.4px;font-size: medium;font-family: Aptos, sans-serif;color: #000000\"><span style=\"font-size: 12pt;line-height: 18.4px\"><a href=\"https:\/\/wohnberatung-wien.at\/wohnbau\/gemeindewohnungen\" style=\"color: #96607d;text-decoration: underline\">https:\/\/wohnberatung-wien.at\/wohnbau\/gemeindewohnungen<\/a><\/span><span style=\"font-family: -webkit-standard;font-size: medium\"><\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin: 0cm 0cm 8pt;line-height: 18.4px;font-size: medium;font-family: Aptos, sans-serif;color: #000000\"><span style=\"font-size: 12pt;line-height: 18.4px\"><span style=\"font-size: 12pt;line-height: 18.4px\"><a href=\"https:\/\/www.lpb-bw.de\/wohnen-vorbild-wien\" style=\"color: #96607d;text-decoration: underline\">https:\/\/www.lpb-bw.de\/wohnen-vorbild-wien<\/a><\/span><span style=\"font-family: -webkit-standard;font-size: medium\"><\/span><\/span><\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":16661,"featured_media":14416,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"footnotes":""},"categories":[207,1013848,1013847],"tags":[],"class_list":["post-14409","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-mieten","category-oesterreich-2"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14409","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/16661"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14409"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14409\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":14446,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14409\/revisions\/14446"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/14416"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14409"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14409"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14409"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}