{"id":14148,"date":"2026-03-26T14:18:57","date_gmt":"2026-03-26T13:18:57","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/?p=14148"},"modified":"2026-03-26T14:18:57","modified_gmt":"2026-03-26T13:18:57","slug":"willy-brandt-vom-widerstandskaempfer-bis-zum-friedensnobelpreistraeger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/2026\/03\/26\/willy-brandt-vom-widerstandskaempfer-bis-zum-friedensnobelpreistraeger\/","title":{"rendered":"Willy Brandt: Vom Widerstandsk\u00e4mpfer bis zum Friedensnobelpreistr\u00e4ger"},"content":{"rendered":"<div class=\"et_pb_section_0 et_pb_section et_section_regular et_flex_section\">\n<div class=\"et_pb_row_0 et_pb_row et_flex_row\">\n<div class=\"et_pb_column_0 et_pb_column et-last-child et_flex_column et_pb_css_mix_blend_mode_passthrough et_flex_column_24_24 et_flex_column_24_24_tablet et_flex_column_24_24_phone\">\n<div class=\"et_pb_text_0 et_pb_text et_pb_bg_layout_light et_pb_module et_flex_module\"><div class=\"et_pb_text_inner\"><p><span style=\"color: #000000;font-family: Aptos, sans-serif;font-size: medium\">Am 20.10.1971 verk\u00fcndet das Nobelpreiskomitee in Oslo, dass Willy Brandt mit dem Friedensnobelpreis f\u00fcr seine Friedenspolitik zwischen Ost- und Westeuropa ausgezeichnet wird. Doch das war nur der H\u00f6hepunkt seiner politischen Karriere.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin: 0cm 0cm 8pt;line-height: 18.4px;font-size: medium;font-family: Aptos, sans-serif;color: #000000\">Geboren am 18.12.1913 als Herbert Karl Frahm in L\u00fcbeck, engagiert sich Brandt in seinen Jugendjahren schon politisch. Mit 16 Jahren tritt er der Nachwuchsorganisation der SPD, der SAJ (Sozialistische Arbeiterjugend), bei. Weniger Jahre sp\u00e4ter tritt er der SPD bei und wechselt 1931 zur Sozialistischen Arbeiterpartei (SAP), die sich von der SPD trennte. Anfang 1933, als die NSDAP an die Macht kommt, taucht er, auf Grund seiner oppositionellen politischen Aktivit\u00e4t, unter und gibt sich den Tarnnamen Willy Brandt. Er flieht im April desselben Jahres zuerst nach D\u00e4nemark und dann weiter nach Norwegen. In Oslo engagiert er sich als Journalist und baut dort als Leiter ein Auslandsb\u00fcro der SAP auf. Gleichzeitig leitet er die zentrale Auslandstelle des Sozialistischen Jugendverbandes Deutschlands (SJVD). Durch diese Positionen h\u00e4lt er stets Kontakt zu Gruppen in Berlin und Norddeutschland. Nebenbei beginnt ein Geschichts- und Philosophiestudium. Da er sich f\u00fcr eine \u201eVolksfront\u201c gegen Hitler einsetzt, wird ihm vom NS-Regime 1938 die deutsche Staatsb\u00fcrgerschaft entzogen. Von der norwegischen Exilregierung in London wird ihm die norwegische Staatsb\u00fcrgerschaft angeboten, die er annimmt. Da er sich als norwegischer Soldat ausgibt, wird er 1940 einige Monate in deutscher Kriegsgefangenschaft festgehalten, als D\u00e4nemark und Norwegen besetzt werden. Bis zum Kriegsende lebt er in Stockholm und arbeitet weiterhin als Journalist. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kommt Willy Brandt zur\u00fcck nach Deutschland und nimmt die T\u00e4tigkeit als Korrespondent f\u00fcr norwegische Zeitungen auf. Unter anderem berichtet er \u00fcber die N\u00fcrnberger Prozesse. 1947 l\u00e4sst er sich wieder einb\u00fcrgern, jedoch unter seinem Decknamen Willy Brandt, unter dem er jetzt \u00fcberall bekannt ist.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin: 0cm 0cm 8pt;line-height: 18.4px;font-size: medium;font-family: Aptos, sans-serif;color: #000000\">Im selben Jahr wie seine Einb\u00fcrgerung tritt Brandt auch wieder der SPD bei, in der er sein Leben lang bleiben wird und wichtige politische \u00c4mter bestreiten wird.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin: 0cm 0cm 8pt;line-height: 18.4px;font-size: medium;font-family: Aptos, sans-serif;color: #000000\">Von 1957 bis 1966 ist Brandt B\u00fcrgermeister von Berlin und in seiner Amtszeit vor allem mit dem Mauerbau konfrontiert. Als 1961 die Mauer gebaut wird, sind nicht nur Ostberliner:innen davon betroffen, sondern auch f\u00fcr Westberliner:innen bedeutet die Trennung gespaltene Familien. Mit seinen Passagierscheinabkommen erm\u00f6glicht er Westberliner:innen, ihre Familien im Osten zu besuchen.\u00a0<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin: 0cm 0cm 8pt;line-height: 18.4px;font-size: medium;font-family: Aptos, sans-serif;color: #000000\">Nach zwei gescheiterten Kandidaturversuchen 1961 und 1965 wird er schlie\u00dflich 1969 Bundeskanzler in einer SPD\/FPD-Koalition. In seiner Zeit als Bundeskanzler bem\u00fcht sich seine Regierung um Verst\u00e4ndigung zwischen der BRD und osteurop\u00e4ischen L\u00e4ndern. Konkret politisch umgesetzt wird das zum einen in der Unterzeichnung des Atomwaffensperrvertrags. Dieser Vertrag verpflichtet Deutschland, als Land, welches keine Atomwaffen besitzt, dazu, keine Atomwaffen zu entwickeln oder zu besitzen und seine Atomanlagen kontrollieren zu lassen. Zum anderen tr\u00e4gt das 1970 mit der Sowjetunion und Polen abgeschlossene Gewaltverzichtsabkommen zur Verst\u00e4ndigung zwischen den osteurop\u00e4ischen Staaten und der BRD bei.\u00a0<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin: 0cm 0cm 8pt;line-height: 18.4px;font-size: medium;font-family: Aptos, sans-serif;color: #000000\">Ein weltweit bekannter Moment in Brandts Zeit als Bundeskanzler ist sein Kniefall am 07.12.1970 vor dem Mahnmal des j\u00fcdischen Ghettos in Warschau. Eigentlich war er zur Unterzeichnung des Warschauer Vertrags angereist. In diesem j\u00fcdischen Ghetto lebten w\u00e4hrend des Holocaust teilweise bis zu 350 000 Juden und J\u00fcdinnen auf drei Quadratmetern, bevor sie von den Nationalsozialisten deportiert wurden. Brandts Kniefall war ein Zeichen von Demut und Verantwortungsbereitschaft.\u00a0<\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;font-family: Aptos, sans-serif;font-size: medium\">Diese politischen Entscheidungen erkl\u00e4ren, warum Willy Brandt mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde. Seine \u201ePolitik der Ann\u00e4herung\u201c als Bundeskanzler setzte er durch konkrete politische Ma\u00dfnahmen durch und trug dazu bei, den Frieden in Europa zu verfestigen. Auch sein Kniefall in Warschau ist noch heute ein bedeutendes Symbol der deutschen Erinnerungskultur und wurde damals als ein Zeichen der Verantwortungsbereitschaft gesehen<\/span>.<\/p>\n<\/div><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n\n<div class=\"et_pb_section_1 et_pb_section et_section_regular et_flex_section\">\n<div class=\"et_pb_row_1 et_pb_row et_flex_row\">\n<div class=\"et_pb_column_1 et_pb_column et-last-child et_flex_column et_pb_css_mix_blend_mode_passthrough et_flex_column_24_24 et_flex_column_24_24_tablet et_flex_column_24_24_phone\">\n<div class=\"et_pb_text_1 et_pb_text et_pb_bg_layout_light et_pb_module et_flex_module\"><div class=\"et_pb_text_inner\"><p>Quellen<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin: 0cm 0cm 8pt;line-height: 18.4px;font-size: medium;font-family: Aptos, sans-serif;color: #000000\"><a href=\"https:\/\/willy-brandt.de\/neuigkeiten\/vor-50-jahren-friedensnobelpreis-1971-fuer-willy-brandt\/\" style=\"color: #96607d;text-decoration: underline\">https:\/\/willy-brandt.de\/neuigkeiten\/vor-50-jahren-friedensnobelpreis-1971-fuer-willy-brandt\/<\/a><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin: 0cm 0cm 8pt;line-height: 18.4px;font-size: medium;font-family: Aptos, sans-serif;color: #000000\"><a href=\"https:\/\/www.berlin.de\/rbmskzl\/politik\/senat\/buergermeistergalerie\/artikel.4622.php\" style=\"color: #96607d;text-decoration: underline\">https:\/\/www.berlin.de\/rbmskzl\/politik\/senat\/buergermeistergalerie\/artikel.4622.php<\/a><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin: 0cm 0cm 8pt;line-height: 18.4px;font-size: medium;font-family: Aptos, sans-serif;color: #000000\"><a href=\"https:\/\/www.bundesarchiv.de\/themen-entdecken\/online-entdecken\/dokumente-zur-zeitgeschichte\/kniefall-von-willy-brandt-in-warschau\/\" style=\"color: #96607d;text-decoration: underline\">https:\/\/www.bundesarchiv.de\/themen-entdecken\/online-entdecken\/dokumente-zur-zeitgeschichte\/kniefall-von-willy-brandt-in-warschau\/<\/a><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin: 0cm 0cm 8pt;line-height: 18.4px;font-size: medium;font-family: Aptos, sans-serif;color: #000000\"><a href=\"https:\/\/www.gdw-berlin.de\/vertiefung\/biografien\/personenverzeichnis\/biografie\/view-bio\/willy-brandt\/?no_cache=1\" style=\"color: #96607d;text-decoration: underline\">https:\/\/www.gdw-berlin.de\/vertiefung\/biografien\/personenverzeichnis\/biografie\/view-bio\/willy-brandt\/?no_cache=1<\/a><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin: 0cm 0cm 8pt;line-height: 18.4px;font-size: medium;font-family: Aptos, sans-serif;color: #000000\"><a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/geschichte\/ddr\/mauer-grenze\/passierscheinabkommen-berlin-102.html\" style=\"color: #96607d;text-decoration: underline\">https:\/\/www.mdr.de\/geschichte\/ddr\/mauer-grenze\/passierscheinabkommen-berlin-102.html<\/a><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin: 0cm 0cm 8pt;line-height: 18.4px;font-size: medium;font-family: Aptos, sans-serif;color: #000000\"><a href=\"https:\/\/www.auswaertiges-amt.de\/de\/aussenpolitik\/sicherheitspolitik\/abruestung-ruestungskontrolle\/nukleare-abruestung-und-nichtverbreitung\/nvv-node\" style=\"color: #96607d;text-decoration: underline\">https:\/\/www.auswaertiges-amt.de\/de\/aussenpolitik\/sicherheitspolitik\/abruestung-ruestungskontrolle\/nukleare-abruestung-und-nichtverbreitung\/nvv-node<\/a><\/p>\n<\/div><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":16661,"featured_media":14150,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"footnotes":""},"categories":[207,1013815,1013817],"tags":[],"class_list":["post-14148","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-deutschland","category-frieden"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14148","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/16661"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14148"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14148\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":14372,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14148\/revisions\/14372"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/14150"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14148"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14148"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14148"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}