{"id":14066,"date":"2026-02-16T21:51:16","date_gmt":"2026-02-16T20:51:16","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/?p=14066"},"modified":"2026-02-16T21:51:22","modified_gmt":"2026-02-16T20:51:22","slug":"von-spanien-lernen-so-nimmt-sich-deutschland-ein-beispiel-an-spaniens-kampf-gegen-haeusliche-gewalt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/2026\/02\/16\/von-spanien-lernen-so-nimmt-sich-deutschland-ein-beispiel-an-spaniens-kampf-gegen-haeusliche-gewalt\/","title":{"rendered":"Von Spanien lernen: So nimmt sich Deutschland ein Beispiel an Spaniens Kampf gegen h\u00e4usliche Gewalt"},"content":{"rendered":"<div class=\"et_d4_element et_pb_section et_pb_section_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_section_regular et_block_section\" >\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_4_4 et_pb_column et_pb_column_0  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_0  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p style=\"font-weight: 400\">Der Schutz vor h\u00e4uslicher Gewalt in Deutschland reicht nicht aus. Trotz des Gewaltschutzgesetzes, durch das Familiengerichte Ma\u00dfnahmen anordnen k\u00f6nnen, um Opfer zu sch\u00fctzen, wurden 2024 mehr als 260.000 Menschen Opfer h\u00e4uslicher Gewalt. Und diese Gewalt betrifft vor allem Frauen: 70 % der Opfer sind weiblich und 77 % der Tatverd\u00e4chtigen sind M\u00e4nner. Es handelt sich also eindeutig um geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen. Geschlechtsspezifische Gewalt beschreibt jede Form von Gewalt, die sich gegen eine Person aufgrund ihres biologischen oder sozialen Geschlechts richtet. Nun m\u00f6chte die Bundesregierung eine neue Ma\u00dfnahme in das Gewaltschutzgesetz aufnehmen: die elektronische Fu\u00dffessel nach dem spanischen Modell. Ein Ger\u00e4t, welches am Kn\u00f6chel der Person angebracht wird, um deren Aufenthaltsort zu \u00fcberwachen. Durch die Befestigung mit einem Band kann die Fu\u00dffessel nicht entfernt werden, ohne das Band zu zerst\u00f6ren, was einen Alarm bei den zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden ausl\u00f6sen w\u00fcrde.<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_1  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p style=\"font-weight: 400\">Spanien gilt als Pionier bei der Einf\u00fchrung der elektronischen Fu\u00dffessel als ma\u00dfgebliches Instrument zum Schutz vor h\u00e4uslicher Gewalt. 2009 wurde sie das erste Mal eingesetzt und funktioniert folgenderma\u00dfen: Der T\u00e4ter tr\u00e4gt die elektronische Fu\u00dffessel mit einer GPS-Funktion und auch die zu sch\u00fctzende Person tr\u00e4gt einen GPS-Peiler bei sich. N\u00e4hert sich der T\u00e4ter dem Opfer oder betritt er Verbotszonen, wird nicht nur die Polizei informiert, damit sie einschreiten kann, sondern auch das Opfer wird vor einer m\u00f6glichen Gefahr gewarnt. Aber Spanien zeigte nicht nur mit der Einf\u00fchrung der elektronischen Fu\u00dffessel, dass dem Land der Kampf gegen geschlechtsspezifische Gewalt wichtig ist. Schon mit dem Organic Act 1\/2004 erkannte Spanien geschlechtsspezifische Gewalt als gesellschaftliches Problem an, mit dem Ziel, diese zu bek\u00e4mpfen. Dazu wurden umfassende Hilfsangebote und Schutzma\u00dfnahmen eingef\u00fchrt. Betroffene haben Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und medizinische Versorgung. Um diese Rechte m\u00f6glich zu machen, wurden neue Institutionen eingerichtet: Schutzunterk\u00fcnfte, langfristige Aufnahmeeinrichtungen, eigene Gerichte und forensische Spezial- und Polizeieinheiten. Aber nicht nur repressiv, sondern auch pr\u00e4ventiv wurden neue Ma\u00dfnahmen eingef\u00fchrt: Pr\u00e4ventionsarbeit in Schulen und im Gesundheitswesen, sowie Sensibilisierungskampagnen in den Medien sollen Bewusstsein schaffen, Wissen \u00fcber Hilfsangebote verbreiten und dabei helfen, Risiken fr\u00fchzeitig zu erkennen.<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_1  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_2_5 et_pb_column et_pb_column_1  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_image et_pb_image_0\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<span class=\"et_pb_image_wrap \"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"2560\" height=\"1707\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/CPMI_-_8_de_Janeiro_-_Comissao_Parlamentar_Mista_de_Inquerito_dos_Atos_de_8_de_Janeiro_de_2023_53101919112-scaled.jpg\" alt=\"\" title=\"CPMI - 8 de Janeiro - Comiss\u00e3o Parlamentar Mista de Inqu\u00e9rito\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/CPMI_-_8_de_Janeiro_-_Comissao_Parlamentar_Mista_de_Inquerito_dos_Atos_de_8_de_Janeiro_de_2023_53101919112-scaled.jpg 2560w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/CPMI_-_8_de_Janeiro_-_Comissao_Parlamentar_Mista_de_Inquerito_dos_Atos_de_8_de_Janeiro_de_2023_53101919112-1280x854.jpg 1280w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/CPMI_-_8_de_Janeiro_-_Comissao_Parlamentar_Mista_de_Inquerito_dos_Atos_de_8_de_Janeiro_de_2023_53101919112-980x653.jpg 980w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/CPMI_-_8_de_Janeiro_-_Comissao_Parlamentar_Mista_de_Inquerito_dos_Atos_de_8_de_Janeiro_de_2023_53101919112-480x320.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) and (max-width: 1280px) 1280px, (min-width: 1281px) 2560px, 100vw\" class=\"wp-image-14071\" \/><\/span>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_d4_element et_pb_column_3_5 et_pb_column et_pb_column_2  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_2  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p style=\"font-weight: 400\">Die elektronische Fu\u00dffessel bewegt sich zwischen einer pr\u00e4ventiven und einer reaktiven Ma\u00dfnahme. Zwar geht der Verordnung meist eine Straftat zuvor, sie soll jedoch nicht bestrafen, sondern weitere Gewalt verhindern. Und das wirkt: Die elektronische Fu\u00dffessel wurde in Spanien schon in 13.000 F\u00e4llen mit hohem Gef\u00e4hrdungspotenzial eingesetzt und keine Frau, die dadurch gesch\u00fctzt wurde, wurde get\u00f6tet.<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_2  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_4_4 et_pb_column et_pb_column_3  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_3  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p style=\"font-weight: 400\">In Deutschland wird dieses Instrument jedoch einheitlich fr\u00fchestens 2027 f\u00fcr Familiengerichte zur Verf\u00fcgung stehen. Zwar haben einige Bundesl\u00e4nder, beispielsweise Hessen, die elektronische Fu\u00dffessel schon in einem Gesetz verabschiedet und wenden sie auch schon an. Jedoch ist das Ziel der Bundesratsinitiative, die elektronische Fu\u00dffessel im Bundesgesetz zu verankern. Dazu sollen noch weitere Vorkehrungen im Gesetz verabschiedet werden: T\u00e4ter sollen zur Teilnahme an Kursen, wie Anti-Gewalt-Training, verpflichtet werden k\u00f6nnen, Verst\u00f6\u00dfe gegen Anordnungen sollen strenger geahndet werden und Familiengerichte sollen die Erlaubnis bekommen, im Waffenregister zu pr\u00fcfen, ob die Person legal eine Waffe besitzen darf, um die Gefahr besser einsch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen. Pr\u00e4ventiv soll an der \u00f6ffentlichen Sensibilisierung f\u00fcr geschlechtsspezifische Gewalt gearbeitet werden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Die elektronische Fu\u00dffessel ist ein notwendiger und wirksamer Schritt, um Opfer vor weiterer Gewalt zu sch\u00fctzen. Jedoch zeigt diese Notwendigkeit eben auch, dass immer noch zu systematischer Gewalt gegen\u00fcber Frauen kommt. Die Fu\u00dffessel wird Frauen zwar vor zus\u00e4tzlichen Vorf\u00e4llen sch\u00fctzen, aber die Einf\u00fchrung muss in einem Ma\u00dfnahmenpaket erscheinen, das sich auch der reinen Pr\u00e4ventionsarbeit widmet, damit es irgendwann gar nicht mehr dazu kommt, dass die Fu\u00dffessel \u00fcberhaupt angeordnet werden muss. Dass sich Deutschland zus\u00e4tzlich auch der \u00f6ffentlichen Sensibilisierung annimmt, ist essenziell in der Bek\u00e4mpfung von h\u00e4uslicher Gewalt. Zus\u00e4tzlich w\u00e4ren jedoch auch Pr\u00e4ventionsarbeit in Schulen und im Gesundheitswesen, wie in Spanien, w\u00fcnschenswert. Damit w\u00fcrde Deutschland ein klares Signal senden, dass es die in der\u00a0Istanbul-Konvention\u00a0festgeschriebene Verpflichtung ernst nimmt, Gewalt gegen Frauen wirksam zu bek\u00e4mpfen.<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_4  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p><strong>Quellen<\/strong><\/p>\n<p>https:\/\/www.frauenhauskoordinierung.de\/aktuelles\/detail\/gewaltschutz-spanien-einblick-spanisches-modell<\/p>\n<p>https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/spanien-sexualisierte-gewalt-frauen-zustimmungsgesetz-100.html<\/p>\n<p>https:\/\/frauenrechte.de\/aktuelles\/detail\/keinen-schritt-naeher-aber-einen-schritt-weiter-in-richtung-frauenrechte<\/p>\n<p>https:\/\/hessen.de\/presse\/justizminister-stellt-spanisches-modell-der-elektronischen-fussfessel-vor<\/p>\n<p>https:\/\/www.bka.de\/SharedDocs\/Kurzmeldungen\/DE\/Kurzmeldungen\/251121_BLB_HaeuslicheGewalt2024.html<\/p>\n<p>https:\/\/www.bmjv.de\/SharedDocs\/FAQ\/DE\/FAQ_Database\/Gewaltschutzgesetz\/FAQ-Gewaltschutzgesetz-Liste.html<\/p>\n<p>https:\/\/www.institut-fuer-menschenrechte.de\/themen\/geschlechtsspezifische-gewalt<\/p>\n<p>https:\/\/www.hessenschau.de\/politik\/neue-fussfessel-gegen-haeusliche-gewalt-erstmals-in-hessen-eingesetzt-v1,spanische-fussfessel-hessen-100.html<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":16661,"featured_media":14069,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[1013815,1013838,1013837],"tags":[],"class_list":["post-14066","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-deutschland","category-haeusliche-gewalt","category-spanien-2"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14066","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/16661"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14066"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14066\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":14089,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14066\/revisions\/14089"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/14069"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14066"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14066"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14066"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}