{"id":14054,"date":"2026-02-16T20:48:21","date_gmt":"2026-02-16T19:48:21","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/?p=14054"},"modified":"2026-02-16T20:48:27","modified_gmt":"2026-02-16T19:48:27","slug":"das-festival-de-cannes-als-politische-buehne-europas","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/2026\/02\/16\/das-festival-de-cannes-als-politische-buehne-europas\/","title":{"rendered":"Das &#8222;Festival de Cannes&#8220; als politische B\u00fchne Europas"},"content":{"rendered":"<div class=\"et_d4_element et_pb_section et_pb_section_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_section_regular et_block_section\" >\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_4_4 et_pb_column et_pb_column_0  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_0  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p>Die 1946 gegr\u00fcndeten internationalen Filmfestspiele von Cannes gelten als eines der weltweit bedeutendsten Filmfestivals. Dort werden j\u00e4hrlich im Mai, dieses Jahr zum 79. Mal, im\u00a0<i>Palais des Festivals et des Congr\u00e8s\u00a0<\/i>an der C\u00f4te d\u2019Azur internationale Filme pr\u00e4sentiert und ausgezeichnet, wobei die<i>\u00a0Goldene Palme\u00a0<\/i>als Hauptpreis gilt. Daneben gibt es Preise f\u00fcr Regie, Darsteller und Drehbuch.\u00a0<\/p>\n<p>Gepr\u00e4gt wird das Festival aber auch durch zahlreiche Kontroversen, vor allem im Zusammenhang mit der franz\u00f6sischen Me-Too-Debatte und dem Mangel an weiblicher Repr\u00e4sentation in der Regie. Ein aktueller Fall ist die Verurteilung von Schauspiel-Legende G\u00e9rard Depardieu, dessen Inhaftierung den Beginn der Filmfestspiele 2025 \u00fcberschattete. Wegen mutma\u00dflichen \u00dcbergriffen auf zwei Frauen am Set des Films \u201eLes Volets Vert\u201c 2021 gab es erste Anschuldigungen gegen ihn, die sp\u00e4ter zu einem Urteil von 18 Monaten Haft f\u00fchrten. Zur Folge hatte dies einen gro\u00dfen Fortschritt der Me-Too-Bewegung, da er als erster gro\u00dfer Name in der Filmbranche galt, der f\u00fcr sexuelle Straftaten inhaftiert wurde.\u00a0<\/p>\n<p>Ein weiterer massiver Skandal im Zusammenhang mit Cannes war der Weinstein-Skandal: Regisseur Harvey Weinstein schien jahrelang das Festival de Cannes als \u201eBeutejagd\u201c f\u00fcr sexuelle \u00dcbergriffe wie N\u00f6tigung und Vergewaltigung an Schauspielerinnen und Frauen aus der Filmbranche gesehen zu haben. Durch Drohungen, wie die Karriere zu ruinieren, brachte er seine Opfer \u00fcber lange Zeit zum Schweigen. Unter anderem \u00e4u\u00dferten sich gro\u00dfe Namen wie Angelina Jolie und Gwyneth Paltrow dazu. Trotz journalistischer Recherchen zu den \u00dcbergriffen schwiegen auch die Medien jahrelang und der Fall Weinstein wurde als \u201eoffenes Geheimnis\u201c behandelt.\u00a0<\/p>\n<p>Der Weinstein-Skandal gilt als \u201eTipping Point\u201c im Umgang mit sexuellen \u00dcbergriffen von Besuchern der Filmfestspiele, als Vorher und Nachher, da das gebrochene Schweigen zu einem neuen Umgang mit Sexualstraft\u00e4tern in der Filmbranche f\u00fchrte.<\/p>\n<p>Das Cannes Filmfestival bildet schon seit Jahrzehnten eine B\u00fchne f\u00fcr Sexualstraftaten und T\u00e4ter, gegen die noch immer nicht vorgegangen wurde, wogegen beispielsweise mit dort gezeigten Filmen versucht wird vorzugehen und das n\u00f6tige Bewusstsein zu schaffen. Ein Beispiel daf\u00fcr ist die Thematisierung der Me-Too-Bewegung durch Judith Godr\u00e8ches pr\u00e4sentierten Kurzfilm \u201eMoi Aussi\u201c (Mai 2024), in dem 1000 Opfer des sexuellen Missbrauchs mitwirkten. Godr\u00e8che gibt in ihrem Kurzfilm Opfern sexueller \u00dcbergriffe eine Stimme und thematisiert Missbrauch in der Kulturbranche.\u00a0<\/p>\n<p>Somit bildet Cannes eine gro\u00dfe Plattform f\u00fcr die Me-Too-Debatte und Zugang zur Aufarbeitung sexueller \u00dcbergriffsskandale, vor allem in der franz\u00f6sischen Filmbranche.\u00a0<\/p>\n<p>Eine weitere politische Thematik, zu der sich das Filmfestival Cannes klar positioniert, ist der Russland-Ukraine-Konflikt. Filme aus russischer Produktion d\u00fcrfen nicht gezeigt werden, und Cannes solidarisiert sich klar und deutlich mit der Ukraine, zum Beispiel durch ein offizielles Statement:\u00a0<\/p>\n<p><i>\u201e(\u2026) Unless the war of assault ends in conditions that will satisfy the Ukrainian people, it has been decided that we will not welcome official Russian delegations nor accept the presence of anyone linked to the Russian government.\u201c<\/i>\u00a0<\/p>\n<p>(Official Press Release, 01.03.2022, Festival de Cannes Team)\u00a0<\/p>\n<p>Zudem positionierte sich das Festival de Cannes-Team gegen Faschismus und Unterdr\u00fcckung und f\u00fcr den Frieden. Unterst\u00fctzt wurde die Solidarit\u00e4t zur Ukraine durch eine Videobotschaft Selenskyjs 2022 bei der Cannes-Er\u00f6ffnungszeremonie, in der er an die politische Bedeutung des Kinos erinnert.\u00a0<\/p>\n<p>Cannes 2022 war also deutlich politischer als in den Jahren zuvor und setzt so das Zeichen, dass Medien und Kunst Aufmerksamkeit und politischen Diskurs schaffen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.zdfheute.de\/panorama\/cannes-2025-sexismus-metoo-depardieu-100.html\">https:\/\/www.zdfheute.de\/panorama\/cannes-2025-sexismus-metoo-depardieu-100.html<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/europa\/urteil-depardieu-102.html\">https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/europa\/urteil-depardieu-102.html<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/gesellschaft\/menschen\/harvey-weinstein-warum-er-in-hollywood-geschuetzt-wurde-15243476.html\">https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/gesellschaft\/menschen\/harvey-weinstein-warum-er-in-hollywood-geschuetzt-wurde-15243476.html<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/weinstein-skandal-warum-haben-alle-geschwiegen-15245210.html\">https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/weinstein-skandal-warum-haben-alle-geschwiegen-15245210.html<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.festival-cannes.com\/en\/press\/press-releases\/statement-from-the-festival-de-cannes-on-the-situation-in-ukraine\/\">https:\/\/www.festival-cannes.com\/en\/press\/press-releases\/statement-from-the-festival-de-cannes-on-the-situation-in-ukraine\/<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":16660,"featured_media":14059,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[207],"tags":[],"class_list":["post-14054","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14054","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/16660"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14054"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14054\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":14083,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14054\/revisions\/14083"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/14059"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14054"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14054"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14054"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}