{"id":12488,"date":"2026-03-17T19:38:36","date_gmt":"2026-03-17T18:38:36","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/?p=12488"},"modified":"2026-03-17T19:45:45","modified_gmt":"2026-03-17T18:45:45","slug":"partnerkommunen-lokal-und-international-teil-i-hintergruende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/2026\/03\/17\/partnerkommunen-lokal-und-international-teil-i-hintergruende\/","title":{"rendered":"Partnerkommunen: Lokal und international \u2013 Teil I: Hintergr\u00fcnde"},"content":{"rendered":"\r\n\r\n<div class=\"et_pb_section_0 et_pb_section et_section_regular et_block_section\">\r\n\r\n<div class=\"et_pb_row_0 et_pb_row et_block_row\">\r\n\r\n<div class=\"et_pb_column_0 et_pb_column et_pb_column_4_4 et-last-child et_block_column et_pb_css_mix_blend_mode_passthrough\">\r\n\r\n<div class=\"et_pb_text_0 et_pb_text et_pb_bg_layout_light et_pb_module et_block_module\"><div class=\"et_pb_text_inner\"><p style=\"text-align: justify\">Es ist bekannt, dass viele Universit\u00e4ten Partneruniversit\u00e4ten in verschiedenen L\u00e4ndern haben, darunter auch die Universit\u00e4t Bremen. Solche Partnerschaften erm\u00f6glichen es den Studierenden, ein Semester im Ausland zu absolvieren. Und auch Kommunen haben solche Partnerschaften, welche in diesem Artikel betrachtet werden sollen. So pflegt die Stadt Bremen partnerschaftliche Beziehungen zu Dalian (China), Danzig (Polen), Durban (S\u00fcdafrika), Haifa (Israel), Izmir (T\u00fcrkei), Odesa (Ukraine), Riga (Lettland) und Windhoek (Namibia) <a href=\"https:\/\/www.rathaus.bremen.de\/staedtepartnerschaften-114646\">[1]<\/a>. Oft wird hier von \u201eSt\u00e4dtepartnerschaften\u201c gesprochen, wenngleich solche Partnerschaften nat\u00fcrlich auch zwischen Gemeinden oder gar Landkreisen und Regionen existieren. Wie viele dieser Partnerschaften es weltweit gibt, kann nicht genau gesagt werden, zumal es auch andere Arten der internationalen Beziehungen auf kommunaler Ebene gibt: Sogenannte Freundschaften zwischen Kommunen, die sich auf ein bestimmtes Projekt und\/oder einen bestimmten Zeitraum beschr\u00e4nken, sowie verschiedene Formen der inoffiziellen Kooperation <a href=\"https:\/\/www.rgre.de\/partnerschaft\/datenbank\">[2]<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der Rat der Gemeinden und Regionen Europas f\u00fchrt 5581 Partnerschaften zwischen deutschen Kommunen und Kommunen in der ganzen Welt auf. Etwa 90 Prozent dieser Partnerschaften bestehen zwischen deutschen Kommunen und europ\u00e4ischen Kommunen <a href=\"https:\/\/www.rgre.de\/partnerschaft\/online-datenbank\/listenansicht\">[3]<\/a>. Das hat mehrere Gr\u00fcnde: Viele europ\u00e4ische Staaten haben sich nach dem Zweiten Weltkrieg das Ziel gesetzt, fortan friedliche und freundschaftliche Beziehungen mit anderen europ\u00e4ischen Staaten zu f\u00fchren. Besonders aus deutscher Perspektive ist das Bestreben nach Vers\u00f6hnung im Anschluss an den Zweiten Weltkrieg ein elementarer Bestandteil der St\u00e4dtepartnerschaften <a href=\"https:\/\/www.stadt-koeln.de\/artikel\/05718\/index.html\">[4]<\/a>. Nicht ohne Grund bezeichnet Woesler St\u00e4dtepartnerschaften als \u201e<em>gr\u00f6\u00dfte Friedensbewegung der Welt<\/em>\u201c (Woesler 2006: 412) [5]. Au\u00dferdem spielt die physische N\u00e4he zweier Kommunen bzw. zweier Staaten, sowie Migration zwischen zwei Staaten und Kommunen eine wichtige Rolle bei der \u201eAuswahl\u201c der Partnerkommune <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/gesellschaft\/zeitgeschehen\/2019-05\/staedtepartnerschaften-befreundete-staedte-und-gemeinden\">[6]<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Aber warum sollte es Partnerschaften zwischen Kommunen geben, wenn auf staatlicher Ebene bereits gute Beziehungen gepflegt werden?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die guten Beziehungen zwischen Staaten werden noch intensiver, lebendiger und stabiler, wenn sie nicht nur auf der obersten Ebene, sondern auch auf lokaler Ebene gelebt werden und von den B\u00fcrger:innen aktiv mitgestaltet und erfahren werden k\u00f6nnen \u2013 wenn die V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung also tats\u00e4chlich von den Menschen gelebt wird. Durch den lokalen Charakter wird der Partner deutlich zug\u00e4nglicher, was durch das Einbinden lokaler Organisationen wie Vereine, Verb\u00e4nde und Schulen zus\u00e4tzlich verst\u00e4rkt wird. Auf diese Weise erhalten die kommunalen Partnerschaften Einzug in den Alltag der B\u00fcrger:innen. Gemeinsam mit diesen Organisationen werden h\u00e4ufig kulturelle Austausche zwischen den Partnerkommunen organisiert. Kultur ist f\u00fcr alle erlebbar und dementsprechend niederschwellig zug\u00e4nglich, zumal kulturelle Themen sehr unterschiedlich sein k\u00f6nnen, so dass sich alle darin wiederfinden k\u00f6nnen: Sport, Literatur, Kunst, Gastronomie, Musik, \u2026 Allerdings stehen nicht nur kulturelle Themen im Fokus der Partnerschaften: Wirtschaftliche Kontakte (zum Beispiel durch internationale Praktika) und Zusammenarbeit in verwaltungstechnischen und politischen Fragen (zum Beispiel in Form von Wissensaustausch oder gemeinsamer Konzeptentwicklung) sind Beispiele f\u00fcr Bereiche, in denen Partnerkommunen gemeinsam aktiv sein k\u00f6nnen (Diebold und Keller 2018: 57-58) [7].<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Im Rahmen von Partnerschaften zwischen Kommunen entstehen also direkte Kontakte, die auf staatlicher Ebene kaum m\u00f6glich w\u00e4ren. Dieser direkte Kontakt mit einem Partner erm\u00f6glicht es den B\u00fcrger:innen, Vorurteile abzubauen und Vertrauen aufzubauen\u00a0<a href=\"https:\/\/www.regensburg.de\/rathaus\/partnerstaedte\/warum-staedtepartnerschaften\">[8]<\/a> und leistet so einen wichtigen Beitrag zur V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung\u00a0 auf kommunaler Ebene (Woesler 2006) [5], was sich wiederum positiv auf die staatliche Ebene auswirkt, denn klar ist: Sind die B\u00fcrger:innen eines Staates den B\u00fcrger:innen eines anderen Staates gegen\u00fcber aufgeschlossen, so unterst\u00fctzen sie auch eine Politik, die die Partner auf staatlicher Ebene enger verbindet. Dementsprechend k\u00f6nnen kommunale Partnerschaften nicht nur gute Beziehungen auf staatlicher Ebene st\u00e4rken \u2013 sie bergen sogar das Potenzial, Beziehungen auf staatlicher Ebene positiv zu beeinflussen. In den folgenden Teilen dieser Reihe werden konkretere Beispiele kommunaler Partnerschaften beleuchtet.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Quellen:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Bild: \"<a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Direction_signs_for_Sister_Cities_of_San_Francisco.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-0\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\">Direction signs for Sister Cities of San Francisco<\/a>\" by\u00a0<a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/User:KCVelaga\">KCVelaga<\/a> licensed under\u00a0<a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/4.0\/deed.en\">CC BY-SA 4.0<\/a>, via\u00a0<a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/Main_Page\">wikimedia commons<\/a> ((cropped at the top and bottom)<\/li>\n<li>[1] <a href=\"https:\/\/www.rathaus.bremen.de\/staedtepartnerschaften-114646\">https:\/\/www.rathaus.bremen.de\/staedtepartnerschaften-114646<\/a><\/li>\n<li>[2] <a href=\"https:\/\/www.rgre.de\/partnerschaft\/datenbank\">https:\/\/www.rgre.de\/partnerschaft\/datenbank<\/a><\/li>\n<li>[3] <a href=\"https:\/\/www.rgre.de\/partnerschaft\/online-datenbank\/listenansicht\">https:\/\/www.rgre.de\/partnerschaft\/online-datenbank\/listenansicht<\/a><\/li>\n<li>[4] <a href=\"https:\/\/www.stadt-koeln.de\/artikel\/05718\/index.html\">https:\/\/www.stadt-koeln.de\/artikel\/05718\/index.html<\/a><\/li>\n<li>[5] Woesler, Dietmar M (2006): St\u00e4dtepartnerschaften in neuem Licht. In: Ahlemann, Ulrich von\/Claudia M\u00fcnch (Hrsg.) Europaf\u00e4higkeit der Kommunen. Die lokale Ebene in der Europ\u00e4ischen Union. Wiesbaden: VS Verlag f\u00fcr Sozialwissenschaften. S. 412-433.<\/li>\n<li>[6] <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/gesellschaft\/zeitgeschehen\/2019-05\/staedtepartnerschaften-befreundete-staedte-und-gemeinden\">https:\/\/www.zeit.de\/gesellschaft\/zeitgeschehen\/2019-05\/staedtepartnerschaften-befreundete-staedte-und-gemeinden<\/a><\/li>\n<li>[7] Diebold, C\u00e9line\/Eileen Keller (2018): St\u00e4dtepartnerschaften \u2013 den europ\u00e4ischen B\u00fcrgersinn st\u00e4rken. G\u00fctersloh: Bertelsmann Stiftung, Deutsch-Franz\u00f6sisches Institut. Online abrufbar unter: <a href=\"https:\/\/www.bertelsmann-stiftung.de\/fileadmin\/files\/BSt\/Publikationen\/GrauePublikationen\/EZ_Staedtepartnerschaften_2018_dt.pdf\">https:\/\/www.bertelsmann-stiftung.de\/fileadmin\/files\/BSt\/Publikationen\/GrauePublikationen\/EZ_Staedtepartnerschaften_2018_dt.pdf<\/a>.<\/li>\n<li>[8] <a href=\"https:\/\/www.regensburg.de\/rathaus\/partnerstaedte\/warum-staedtepartnerschaften\">https:\/\/www.regensburg.de\/rathaus\/partnerstaedte\/warum-staedtepartnerschaften<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":16658,"featured_media":14266,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"footnotes":""},"categories":[207,1013781,1013817,1013673,1013827,1013826,1013674,1013707],"tags":[],"class_list":["post-12488","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-demokratie","category-frieden","category-geschichte","category-internationales","category-kommunales","category-kultur","category-politik"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12488","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/16658"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12488"}],"version-history":[{"count":15,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12488\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":14278,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12488\/revisions\/14278"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/14266"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12488"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12488"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12488"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}