{"id":12166,"date":"2025-11-14T12:36:02","date_gmt":"2025-11-14T11:36:02","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/?p=12166"},"modified":"2025-11-14T12:36:06","modified_gmt":"2025-11-14T11:36:06","slug":"die-halsbandaffaere-betrugsskandal-am-franzoesischen-hof-1785-86","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/2025\/11\/14\/die-halsbandaffaere-betrugsskandal-am-franzoesischen-hof-1785-86\/","title":{"rendered":"Die Halsbandaff\u00e4re, Betrugsskandal am franz\u00f6sischen Hof 1785\/86"},"content":{"rendered":"<div class=\"et_d4_element et_pb_section et_pb_section_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_section_regular et_block_section\" >\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_4_4 et_pb_column et_pb_column_0  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_0  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\">Im Jahr 1785 erregte ein Collier mit Diamanten von au\u00dfergew\u00f6hnlicher Gr\u00f6\u00dfe und Reinheit und einem Marktpreis von 1,8 Millionen Livres (umgerechnet ca. 18 Millionen Euro) gro\u00dfe Unruhen am Hof von Versailles.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Angefertig von den Pariser Juwelieren Charles Auguste Boehmer und Paul Bassenge wurde es zahlreichen K\u00f6nigen angeboten, unter anderem Ludwig XV. und auch seinem Nachfolger Ludwig XVI. Ludwig dem XVI. wurde es als Geschenk an seine K\u00f6nigin Marie-Antoinette von Frankreich unterbreitet.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Hier sah der Hofkardinal Louis de Rohan, der die Gunst des K\u00f6nigs erlangen wollte, seine Chance. Wie in dieser Zeit \u00fcblich, gelang es Interessenten die Gunst des K\u00f6nigs h\u00e4ufig \u00fcber deren Geliebte zu erlangen. Allerdings hatte Ludwig der XVI. un\u00fcblicherweise keine Aff\u00e4ren und war seiner Frau Marie-Antoinette treu. Die einzige M\u00f6glichkeit, die Kardinal de Rohan blieb, um das Vertrauen des K\u00f6nighauses zu gewinnen, war also \u00fcber die K\u00f6nigin.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>In ihm sah die Gr\u00e4fin Jeanne de la Motte, die zwar aus \u00e4rmlichen Verh\u00e4ltnissen kam, deren Abstammung sich aber bis auf K\u00f6nig Heinrich II. zur\u00fcckf\u00fchren l\u00e4sst und die deswegen am Hof Versailles tagte, ihre M\u00f6glichkeit auf den wohl gr\u00f6\u00dften Diamantenbetrug in der Geschichte des Ancien R\u00e9gime.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Gr\u00e4fin de la Motte war eine Dame, die stehts auf Kriegsfu\u00df mit der gesellschaftlichen Ordnung war, und sich gern \u00fcber Gesetze und Moral hinwegsetzte. Durch ihr Leben in Versailles war ihr auch der Kardinal und seine heimliche Vorliebe f\u00fcr die K\u00f6nigin, sowie sein Wunsch nach Anerkennung seitens des K\u00f6nigs bekannt. Mit dem Vorwand, eine Vertraute der K\u00f6nigin zu sein, schlug sie Rohan einen Deal vor, um sich sowohl bei der K\u00f6nigin, als auch bei dem K\u00f6nig einen guten Ruf zu verschaffen. Sie wolle ihn mit den Juwelieren des Diamantenhalsbandes in Kontakt setzen, denn die K\u00f6nigin w\u00fcrde dieses unbedingt besitzen wollen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Der Kardinal solle sich f\u00fcr den Kauf verb\u00fcrgen und w\u00fcrde das Geld in Raten an die Juweliere zur\u00fcckzahlen k\u00f6nnen. Was Rohan allerdings nicht wusste war, dass Marie-Antoinette kein Interesse an dem Collier hatte, und es auch als Geschenk des K\u00f6nigs abgelehnt hatte, aus Angst um ihren Ruf. Ihr verschwenderischer und fauler Lebensstil war im Volksmund bereits bekannt.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Um den Kardinal in dem Glauben zu lassen, die K\u00f6nigin sei sehr interessiert an dem Schmuckst\u00fcck, lie\u00df die Gr\u00e4fin de la Motte ihm gef\u00e4lschte Briefe von der K\u00f6nigin zukommen, in denen sie unter anderem klagte, in Geldnot zu sein. Auch wegen des schlechten Rufs des K\u00f6nigshauses d\u00fcrfe aber niemand von dem Handel erfahren.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Der Kardinal willigte nach Vorlage eines gef\u00e4lschten Kaufvertrags mit Marie-Antoinettes Unterschrift ein, das Collier f\u00fcr sie zu kaufen und in Raten abzubezahlen. De la Motte sollte der K\u00f6nigin das Collier zukommen lassen und im Gegenzug dem Kardinal sein Geld zur\u00fcckerstatten, womit Rohan auch endlich die Aufmerksamkeit des K\u00f6nigshauses zu haben glaubt.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Die \u00dcbergabe des Colliers beschrieben Zeitzeugen als filmreif.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>In der Wohnung des Kardinals \u00fcberreichte Gr\u00e4fin Jeanne de la Motte das wertvolle Collier einem angeblichen Boten des K\u00f6nigshauses, um es dem K\u00f6nigspaar auszuh\u00e4ndigen. Dieser Bote brachte das Schmuckst\u00fcck aber auf direktem Wege zu der Gr\u00e4fin und ihrem Ehemann, die das Collier in derselben Nacht in seine Einzelteile zerlegten, um es am n\u00e4chsten Tag weiterzuverkaufen. Euphorisiert wurden De la Motte und ihr Mann immer dreister im Verkauf, was das Misstrauen der Pariser Juweliere soweit weckte, dass am n\u00e4chsten Tag der Hofjuwelier des Versailles vor Jeanne de la Mottes T\u00fcr stand.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Jeanne de la Motte wurde darauf verhaftet, schaffte es aber einige Zeit sp\u00e4ter auszubrechen und nach England zu fliehen, wo sie von der Bildfl\u00e4che verschwand.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>F\u00fcr den Kardinal de Rohan hat das Geschehen allerdings noch kein Ende.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Einige Zeit sp\u00e4ter traten die Juweliere vor die K\u00f6nigin, die Freude um ihr Interesse an dem Schmuckst\u00fcck ausdr\u00fcckend und um die Bezahlung des von ihnen gefertigten Colliers mit dem gef\u00e4lschten Kaufvertrag einzufordern. Marie-Antoinette von Frankreich war au\u00dfer sich vor Wut. Weder hatte sie Interesse an dem Halsband gezeigt, noch einen Kaufvertrag unterschrieben.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Der Kardinal, dessen Unterschrift sich ebenfalls auf dem Kaufvertrag fand, wurde am 15. August 1785 w\u00e4hrend eines Gottesdienstes zu Mari\u00e4 Himmelfahrt vom Hofminister Baron de Breteuil festgenommen. Im Prozess wird er wegen F\u00e4lschung des Kaufvertrags, aber auch Austragung von Rivalit\u00e4ten und Intrigen auf Hof angeklagt. Letztendlich wurde er aber freigesprochen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Schlussendlich waren das K\u00f6nigspaar und vor allem Marie-Antoinette nach dem Betrugsskandal diejenigen, die im Volk am meisten in Ungnade fielen. Damit verschlechterte sich ihr Ruf soweit, dass sogar Goethe der Meinung war, dass das der Auftakt der sp\u00e4teren franz\u00f6sischen Revolution war, die wenige Jahre sp\u00e4ter das Ancien R\u00e9gime st\u00fcrzte.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_1  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><a href=\"https:\/\/www1.wdr.de\/mediathek\/audio\/zeitzeichen\/audio-ein-betrugsskandal-erschuettert-versailles-die-halsbandaffaere-100.html\">https:\/\/www1.wdr.de\/mediathek\/audio\/zeitzeichen\/audio-ein-betrugsskandal-erschuettert-versailles-die-halsbandaffaere-100.html<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/podcasts.apple.com\/de\/podcast\/das-halsband-der-k%C3%B6nigin\/id1603452441?i=1000610953649\">https:\/\/podcasts.apple.com\/de\/podcast\/das-halsband-der-k\u00f6nigin\/id1603452441?i=1000610953649<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/link.springer.com\/chapter\/10.1007\/978-3-476-03655-1_146\">https:\/\/link.springer.com\/chapter\/10.1007\/978-3-476-03655-1_146<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.navigator-allgemeinwissen.de\/franzoesische-revolution\/ludwig-xvi-marie-antoinette\/halsbandaffaere.html\">https:\/\/www.navigator-allgemeinwissen.de\/franzoesische-revolution\/ludwig-xvi-marie-antoinette\/halsbandaffaere.html<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.lernhelfer.de\/schuelerlexikon\/geschichte\/artikel\/die-halsbandaffaere-um-marie-antoinette\">https:\/\/www.lernhelfer.de\/schuelerlexikon\/geschichte\/artikel\/die-halsbandaffaere-um-marie-antoinette<\/a><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":16660,"featured_media":12169,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"<p>Im Jahr 1785 erregte ein Collier mit Diamanten von au\u00dfergew\u00f6hnlicher Gr\u00f6\u00dfe und Reinheit und einem Marktpreis von 1,8 Millionen Livres (umgerechnet ca. 18 Millionen Euro) gro\u00dfe Unruhen am Hof von Versailles.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p><p>Angefertig von den Pariser Juwelieren Charles Auguste Boehmer und Paul Bassenge wurde es zahlreichen K\u00f6nigen angeboten, unter anderem Ludwig XV. und auch seinem Nachfolger Ludwig XVI. 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Mit dem Vorwand, eine Vertraute der K\u00f6nigin zu sein, schlug sie Rohan einen Deal vor, um sich sowohl bei der K\u00f6nigin, als auch bei dem K\u00f6nig einen guten Ruf zu verschaffen. Sie wolle ihn mit den Juwelieren des Diamantenhalsbandes in Kontakt setzen, denn die K\u00f6nigin w\u00fcrde dieses unbedingt besitzen wollen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p><p>Der Kardinal solle sich f\u00fcr den Kauf verb\u00fcrgen und w\u00fcrde das Geld in Raten an die Juweliere zur\u00fcckzahlen k\u00f6nnen. Was Rohan allerdings nicht wusste war, dass Marie-Antoinette kein Interesse an dem Collier hatte, und es auch als Geschenk des K\u00f6nigs abgelehnt hatte, aus Angst um ihren Ruf. 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De la Motte sollte der K\u00f6nigin das Collier zukommen lassen und im Gegenzug dem Kardinal sein Geld zur\u00fcckerstatten, womit Rohan auch endlich die Aufmerksamkeit des K\u00f6nigshauses zu haben glaubt.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p><p>Die \u00dcbergabe des Colliers beschrieben Zeitzeugen als filmreif.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p><p>In der Wohnung des Kardinals \u00fcberreichte Gr\u00e4fin Jeanne de la Motte das wertvolle Collier einem angeblichen Boten des K\u00f6nigshauses, um es dem K\u00f6nigspaar auszuh\u00e4ndigen. Dieser Bote brachte das Schmuckst\u00fcck aber auf direktem Wege zu der Gr\u00e4fin und ihrem Ehemann, die das Collier in derselben Nacht in seine Einzelteile zerlegten, um es am n\u00e4chsten Tag weiterzuverkaufen. Euphorisiert werden De la Motte und ihr Mann immer dreister im Verkauf, was das Misstrauen der Pariser Juweliere soweit weckt, dass am n\u00e4chsten Tag der Hofjuwelier des Versailles vor Jeanne de la Mottes T\u00fcr steht.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p><p>Jeanne de la Motte wird verhaftet, schafft es aber einige Zeit sp\u00e4ter auszubrechen und nach England zu fliehen, wo sie von der Bildfl\u00e4che verschwindet.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p><p>F\u00fcr den Kardinal de Rohan hat das Geschehen allerdings noch kein Ende.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p><p>Einige Zeit sp\u00e4ter treten die Juweliere vor die K\u00f6nigin, die Freude um ihr Interesse an dem Schmuckst\u00fcck ausdr\u00fcckend und um die Bezahlung des von ihnen gefertigten Colliers mit dem gef\u00e4lschten Kaufvertrag einzufordern. Marie-Antoinette von Frankreich ist au\u00dfer sich vor Wut. 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