{"id":1165,"date":"2021-06-25T12:18:33","date_gmt":"2021-06-25T10:18:33","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/?p=1165"},"modified":"2021-06-25T12:18:37","modified_gmt":"2021-06-25T10:18:37","slug":"bremen-deutschland-new-bremen-ohio-ein-roadtrip-auf-den-spuren-deutscher-auswanderer-teil-1-new-york","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/2021\/06\/25\/bremen-deutschland-new-bremen-ohio-ein-roadtrip-auf-den-spuren-deutscher-auswanderer-teil-1-new-york\/","title":{"rendered":"Bremen, Deutschland &#8211; New Bremen, Ohio: Ein Roadtrip auf den Spuren deutscher Auswanderer &#8211; Teil 1: New York"},"content":{"rendered":"<div class=\"et_d4_element et_pb_section et_pb_section_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_section_regular et_block_section\" >\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_4_4 et_pb_column et_pb_column_0  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_0  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p>Ein hei\u00dfer Sommertag Mitte Juli 2018. \u00dcber dem pechschwarzen Asphalt zittert die erw\u00e4rmte Luft. Soeben habe ich mit meinem geliehenen Wohnmobil die Grenze zu Kanada \u00fcberquert, befinde mich nun im Nordosten der Vereinigten Staaten. Einen Monat werde ich die neuenglischen Staaten sowie Teile <em>American South <\/em>und <em>Midwest <\/em>durchqueren. Meine Reise f\u00fchrt mich zu den Great Smoky Mountains zwischen Tennessee und North Carolina, <em>Native Americans<\/em> in den Blue Ridge Mountains und j\u00fcdischen Gemeinden in Baltimore und New York. Doch in den ersten Tagen meiner Reise bin ich auf der Suche nach einem ganzen anderen Amerika. Demjenigen Teil der USA, wo bis heute Stra\u00dfennamen deutschen Ursprungs sind und Bier nach deutschem Reinheitsgebot gebraut wird. Eine Reise auf den Spuren deutscher Auswanderer in Nordamerika.<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_1  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_3_5 et_pb_column et_pb_column_1  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_1  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p><span style=\"font-size: 12pt\"><strong>Erster Teil: New York<\/strong><\/span><\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_2  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p>Meine Reise nimmt ihren Anfang dort, wo Millionen deutscher Auswanderer ihr neues Leben begannen: New York. F\u00fcr sie war ab den 1840er Jahren die Schiffsverbindung von Bremen, wenige Jahrzehnte sp\u00e4ter von Bremerhaven zur am meisten genutzten \u00dcberquerung des gro\u00dfen Ozeans geworden, an dessen Horizont eine vielversprechende, in jeder Hinsicht bessere Zukunft zum Greifen nahe sein sollte. \u00abJungen Leute[n]\u00bb, schrieb 1841 ein 20j\u00e4hriger Bremer Auswanderer an seine daheim gebliebenen Br\u00fcder, \"werde ich nie ... abrathen, nach America zu reisen \u2026 . [A]uch verspreche ich euch, da\u00df ... ihr in New York ziemlich viel Geld verdienen k\u00f6nnt, mit leichter Handarbeit, und keine sclaverey welche in Hinsicht des Arbeitens in Deutschland existiert \u2026\"\u00a0 Zwischen 1820 und 1920 nahmen allein mehr als f\u00fcnf Millionen Deutsche die dreiw\u00f6chige \u00dcberfahrt auf sich, um in den Vereinigten Staaten von Amerika eine neue Heimat zu finden.<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_d4_element et_pb_column_2_5 et_pb_column et_pb_column_2  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_image et_pb_image_0\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<span class=\"et_pb_image_wrap \"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1920\" height=\"2560\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/IMG_1514-scaled.jpg\" alt=\"\" title=\"IMG_1514\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/IMG_1514-scaled.jpg 1920w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/IMG_1514-1280x1707.jpg 1280w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/IMG_1514-980x1307.jpg 980w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/IMG_1514-480x640.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) and (max-width: 1280px) 1280px, (min-width: 1281px) 1920px, 100vw\" class=\"wp-image-1169\" \/><\/span>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_3  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p><em>Bis heute Sehnsuchtsziel vieler Europ\u00e4er: der pulsierende Big Apple. Bis sp\u00e4t in die Nacht sind Times Square und Umgebung belebt. Nur wenige Minuten Fu\u00dfweg sind es von hier zu den s\u00fcdlich gelegenen Stra\u00dfenz\u00fcgen des ehemaligen \"Kleindeutschland\".<\/em><\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_2  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_4_4 et_pb_column et_pb_column_3  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_4  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p>Es verwundert mich daher nicht, heute im so modernen wie auch zeitlich stehen gebliebenen Big Apple Relikte aus der Hochzeit der deutschen Emigration zu entdecken. Zwischen den Schluchten der neu erbauten, st\u00e4hlernen Wolkenkratzer Manhattans erblicke ich weitaus \u00e4ltere Fassaden: Es sind Bauten viktorianischen Stils, charakteristisch f\u00fcr das Amerika des 19. Jahrhunderts. Ebenso auffallend die in Majuskeln gehaltenen Inschriften: DEUTSCH-AMERIKANISCHE-SCH\u00dcTZEN-GESELLSCHAFT, DEUTSCHES LYZEUM sind nur einige von ihnen. Hier, inmitten von Manhattan, befand sich einst \"Kleindeutschland\". Die nicht abnehmende Auswanderungswelle brachte der deutschen Gemeinschaft New Yorks stetigen Zuwachs. Nicht selten trafen hier altbekannte Gesichter aufeinander. \"Vor einigen Tagen hatte ich da\u00df vergn\u00fcgen\", berichtete gleicher Auswanderer in einem anderen Brief, \"einen von meinen alten Schul Kameraden \u2026 hier zu sehn \u2026\" Zu dieser Zeit z\u00e4hlte das von Englischsprachigen genannte \"Little Germany\" ungef\u00e4hr 50.000 Deutsche. Vierzig Jahre sp\u00e4ter waren es 170.000. Mit dem Ersten Weltkrieg jedoch verfolgte die Bewohner Kleindeutschlands eine Flut an Deutschfeindlichkeit bisher nicht gekannten Ausma\u00dfes. Deutsche Gesch\u00e4fte wurden boykottiert, Deutschamerikaner als Verr\u00e4ter beschimpft. In der Folge entschied sich die Mehrheit der deutschen Einwohner f\u00fcr die Vereinigten Staaten. Und damit auch gegen ihre deutsche Identit\u00e4t. Der bis dahin auf Deutsch erteilte Unterricht wurde aufgegeben, deutsche Lokale geschlossen, Gro\u00dfteile der deutschen Vereine und Feste eingestellt. Selbst mit Umbenennungen versuchte man, seine deutsche Herkunft zu verbergen: Aus dem teilweise f\u00fcr Generationen beibehaltenen \"Schmidt\" wurde so der Familienname \"Smith\".<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_image et_pb_image_1\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<span class=\"et_pb_image_wrap \"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"2560\" height=\"2523\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/IMG_1337-2-scaled.jpg\" alt=\"\" title=\"IMG_1337 (2)\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/IMG_1337-2-scaled.jpg 2560w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/IMG_1337-2-1280x1262.jpg 1280w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/IMG_1337-2-980x966.jpg 980w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/IMG_1337-2-480x473.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) and (max-width: 1280px) 1280px, (min-width: 1281px) 2560px, 100vw\" class=\"wp-image-1180\" \/><\/span>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_5  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p><span style=\"font-size: 10pt\"><em>Flie\u00dfende \u00dcberg\u00e4nge: An der Kreuzung von Mott und Hester St. treffen Chintatown und Little Italy aufeinander. In Zeiten seiner gr\u00f6\u00dften Ausdehnung reichten bis hierher die Grenzen von Little Germany. Historismus-Bauten sind Zeugen dieser wechselvollen Geschichte New Yorks.<\/em><\/span><\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_6  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p>Eine Wiedergeburt der deutschen Gemeinschaft, ein zweites \"Little Germany\" l\u00e4sst bis heute auf sich warten. Kein Stra\u00dfenschild, keine Hinweistafel gibt ein Anzeichen darauf, dass ich soeben das ehemalige Viertel der deutschen Auswanderer betreten habe. W\u00e4ren mir nicht die vereinzelten deutschen Inschriften aufgefallen, w\u00fcrde ich m\u00f6glicherweise glauben, mich noch im benachbarten \"Little Italy\" zu befinden. Tats\u00e4chlich hatte sich das italienische Viertel New Yorks in den 1920ern in Richtung Norden ausgebreitet, als deutsche Familien Gesch\u00e4fte und Wohnungen in Kleindeutschland aufgaben. In Vierteln wie Brooklyn oder Queens zerstreuten sich die zuvor festen Verb\u00fcnde. Aus deutschen B\u00e4ckereien und Metzgereien wurden so innerhalb weniger Jahre manch eine Pasticceria und Macelleria.<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_image et_pb_image_2\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<span class=\"et_pb_image_wrap \"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1920\" height=\"2560\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/IMG_1351-2-scaled.jpg\" alt=\"\" title=\"IMG_1351 (2)\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/IMG_1351-2-scaled.jpg 1920w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/IMG_1351-2-1280x1707.jpg 1280w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/IMG_1351-2-980x1307.jpg 980w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/IMG_1351-2-480x640.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) and (max-width: 1280px) 1280px, (min-width: 1281px) 1920px, 100vw\" class=\"wp-image-1183\" \/><\/span>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_7  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p><span style=\"font-size: 10pt\"><em>Kaum voneinander zu unterscheiden: Betritt man Little Italy, sind die roten Ziegelsteinfassaden nicht viel anders als im ehemaligen Little Germany. Viele der heute zum italienischen Viertel z\u00e4hlenden Geb\u00e4ude sind einst von deutschen Familien geplant und deutschen Handwerksbetrieben gebaut wurden.<\/em><\/span><\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_3  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_3_5 et_pb_column et_pb_column_4  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_8  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p>Doch weitaus nicht alle hielt es in der Millionen-Metropole, wo der f\u00fcr Europ\u00e4er gigantisch wirkende Hudson River in den Atlantischen Ozean m\u00fcndet. Denn f\u00fcr die meisten Auswanderer stellte die Hafenstadt noch nicht die Erf\u00fcllung ihrer Hoffnung auf ein besseres Leben dar. Im Gegenteil. Durch den nicht versiegenden Zustrom an neuen Gl\u00fcckssuchenden konnten Unternehmende auf billige Arbeitskraft setzen. \"Mit vielen Gesch\u00e4ften ist hier nichts mehr zu verdienen, die immer neu Ankommenden arbeiten zuerst f\u00fcr jeden Lohn, und dadurch wird alles verdorben. Ein Bildhauer, mit dem ich auf einem Zimmer bin, ist 3 Jahre hier, und hat sich in der Zeit mit dem besten Willen noch keinen Thaler er\u00fcbrigen k\u00f6nnen, was im Sommer verdient wird, das wird im Winter wieder verzehrt\", beklagte sich Johann Diedrich Sander in einem Brief an seine Eltern \u00fcber die Arbeitsverh\u00e4ltnisse in New York City. Der gelernte Uhrmacher war 1852 von Bremerhaven aus aufgebrochen, glaubte zu Beginn noch, sich in der Metropole mit seinem Handwerk eine neue Existenz aufbauen zu k\u00f6nnen. Doch als ebenso bescheiden wie die Entlohnung erwiesen sich die Lebensbedingungen f\u00fcr den Gro\u00dfteil an Auswanderern, die nicht viel mehr als ein paar Kleidungsst\u00fccke mitbrachten. Einige waren untergebracht bei ihren Arbeitgebern oder in \"Boarding Houses\": einfache Pensionen, mit denen meist \u00e4ltere Bewohner der Stadt ihren Lebensunterhalt bestritten. Die H\u00e4lfte des Lohns, teilwiese auch mehr, bezahlten die Auswanderer hier f\u00fcr Unterkunft und Verpflegung. An Sparen auf eigenes Eigentum war in der Regel nicht zu denken. Andere leisteten sich unter M\u00fchen eine kleine Wohnung in den bauf\u00e4lligen, \u00fcber mehrere Stockwerke in den Himmel ragenden Wohnungsbl\u00f6cken.<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_d4_element et_pb_column_2_5 et_pb_column et_pb_column_5  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_image et_pb_image_3\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<span class=\"et_pb_image_wrap \"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"2091\" height=\"2560\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/IMG_1297-2-scaled.jpg\" alt=\"\" title=\"IMG_1297 (2)\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/IMG_1297-2-scaled.jpg 2091w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/IMG_1297-2-1280x1567.jpg 1280w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/IMG_1297-2-980x1200.jpg 980w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/IMG_1297-2-480x588.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) and (max-width: 1280px) 1280px, (min-width: 1281px) 2091px, 100vw\" class=\"wp-image-1186\" \/><\/span>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_9  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p><span style=\"font-size: 10pt\"><em>\u00dcberall in Manhatten st\u00f6\u00dft man kontrastreiche Stra\u00dfenzeilen. Noch heute gibt es jene nur aus wenigen Stockwerken bestehenden Geb\u00e4ude, in denen einst etliche Auswanderer eine erste Unterkunft fanden.<\/em><\/span><\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_4  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_4_4 et_pb_column et_pb_column_6  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_10  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p>Denn auch das war New York, teilweise bis heute. Etliche Viertel bestanden aus diesen Bauten rotgebrannten Ziegelsteins, denen nicht selten flie\u00dfendes Wasser fehlte. Regelm\u00e4\u00dfig verw\u00fcsteten Brandunf\u00e4lle ganze Stra\u00dfenz\u00fcge. \"[I]m Herbst und Fr\u00fchjahr ist es hier mit Feuer am Schlimsten, weil die Leute dann Miethe bezahlen m\u00fcssen, und gehen diese als dann bei und stecken die Heuser in Brand damit sie von der Miethe entledigt bleiben\", wusste ein Bremer Auswanderer nach seiner Ankunft \u00fcber New York zu berichten. F\u00fcr viele der Auswanderer, die aus der Alten Welt hin\u00fcberkamen, wurde die neuenglische Gro\u00dfstadt selten mehr als ein Ankunftsort in einer neuen Heimat. Ihrem Traum, ihrer Hoffnung auf ein besseres Leben, wurde New York nicht gerecht.<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":13237,"featured_media":1168,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[207,547280,849434,849407,547623,52088],"tags":[],"class_list":["post-1165","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-debatte-europa","category-europas-grenzen","category-florian-wichert","category-unterwegs","category-usa"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1165","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/13237"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1165"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1165\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1485,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1165\/revisions\/1485"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1168"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1165"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1165"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1165"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}