{"id":11154,"date":"2025-10-02T20:20:01","date_gmt":"2025-10-02T18:20:01","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/?p=11154"},"modified":"2025-10-02T20:20:06","modified_gmt":"2025-10-02T18:20:06","slug":"wie-zeitgemaess-ist-die-neutralitaet-der-schweiz-noch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/2025\/10\/02\/wie-zeitgemaess-ist-die-neutralitaet-der-schweiz-noch\/","title":{"rendered":"Wie zeitgem\u00e4\u00df ist die Neutralit\u00e4t der Schweiz noch?"},"content":{"rendered":"<div class=\"et_d4_element et_pb_section et_pb_section_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_section_regular et_block_section\" >\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_4_4 et_pb_column et_pb_column_0  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_0  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p>Neben den Berggipfeln der Alpen und ihrer ber\u00fchmten Schokolade, gibt es vor allem einen zentralen Aspekt, welchen Menschen aus aller Welt mit der Schweiz verbinden, n\u00e4mlich: Die politische Neutralit\u00e4t der Schweiz.<\/p>\n<p>Diese geh\u00f6rt seit mehr als 200 Jahren fest zur Schweizer Identit\u00e4t und verhindert einen Beitritt der Schweiz in supranationale Organisationen der westlichen Welt wie der EU und der NATO. Einzig den Vereinten Nationen (UN) trat die Schweiz im Jahr 2002 bei, was jedoch keine Auswirkung auf die Au\u00dfenpolitik der Schweiz bedeutete. Sowieso ist eine grundlegende Abkehr der Schweizer Neutralit\u00e4t in absehbarer Zeit umdenkbar, zu fest verankert scheint das Prinzip der Neutralit\u00e4t in der Schweizer Bev\u00f6lkerung zu sein. So bef\u00fcrwortet <a href=\"https:\/\/css.ethz.ch\/ueber-uns\/CSS-news\/2024\/06\/sicherheit-2024.html\">laut einer Studie des ETH Z\u00fcrich<\/a> aus dem Jahr 2024, eine \u00fcberw\u00e4ltigende Mehrheit von 91% die Aufrechterhaltung der politischen Neutralit\u00e4t.<\/p>\n<p>Allerdings stellt sich mit Blick auf die aktuelle Weltlage immer mehr die Frage, inwiefern die Schweiz als Binnenstaat in Mitteleuropa, \u00fcberhaupt als neutraler Akteur in der Weltpolitik agieren kann. Deshalb lohnt es sich, die Positionen der Schweiz vor allem auf sicherheits- und verteidigungspolitischer Ebene seit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zu befassen.<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_1  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p><span style=\"font-size: 12pt\"><u>Geschichte der schweizer Neutralit\u00e4t<\/u><\/span><\/p>\n<p>Zun\u00e4chst erst einmal ein Blick in die Vergangenheit: Der historische Ursprung der Schweizer Neutralit\u00e4t geht auf den Wiener Kongress 1815 zur\u00fcck. Die Siegerm\u00e4chte der Koalitionskriege verhandelten \u00fcber eine Neuordnung der Grenzen in Europa, nach der Niederlage Napoleons. Dabei einigten sie sich darauf, die Schweiz, die bis dato ein Vasallenstaat von Frankreich unter Napoleon war, als neutrale Pufferzone zu erkl\u00e4ren. Mit dem Zweiten Pariser Frieden garantierten die Siegerm\u00e4chte, die Unabh\u00e4ngigkeit der Schweiz zu respektieren und ordneten im Gegenzug an, dass sich Schweiz in kriegerischen Konflikten, neutral zu verhalten habe.<\/p>\n<p>Den Einsch\u00e4tzungen mehrerer Historikern zufolge, ist die Neutralit\u00e4t der Schweiz als Resultat von Meinungsverschiedenheiten zwischen Frankreich, \u00d6sterreich und Preu\u00dfen auf dem Wiener Kongress zu betrachten. So zeigten diese M\u00e4chte allesamt Interesse daran, die Schweiz in ihr Territorium einzugliedern, jedoch gelang es niemanden diesen Plan durchzusetzen, weshalb die Erkl\u00e4rung der Schweiz als neutrales Gebiet eine Art Kompromissl\u00f6sung zwischen den M\u00e4chten darstellte.<\/p>\n<p>Interessanterweise ging die bis heute akzeptierte und identit\u00e4tsgebende Neutralit\u00e4t somit nicht aus Eigeninitiative der Schweiz hervor, sondern wurde von den europ\u00e4ischen Gro\u00dfm\u00e4chten erzwungen.<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_2  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p>W\u00e4hrend beider Weltkriege im 20. Jahrhundert bewahrte die Schweiz die sogenannte bewaffnete Neutralit\u00e4t. Das bedeutete, dass sich die Schweiz nicht an kriegerischen Konflikten beteiligte, sich jedoch bei einem Angriff auf ihr eigenes Staatsgebiet milit\u00e4risch verteidigen durfte. Dazu kam es im Verlaufe beider Kriege nie, allerdings nicht unbedingt aus Gr\u00fcnden der Akzeptanz gegen\u00fcber der Schweizer Neutralit\u00e4t, sondern vielmehr deshalb, weil die Kriegsparteien keine wirtschaftlichen und milit\u00e4rischen Anreize f\u00fcr einen Angriff auf die Schweiz sahen.<\/p>\n<p>Indessen wird die tats\u00e4chliche Neutralit\u00e4t der Schweiz im Zweiten Weltkrieg nach 1945 stark infrage gestellt. So ging die Schweiz eine wirtschaftliche Kooperation mit Nazi-Deutschland ein und <a href=\"https:\/\/www.nau.ch\/news\/schweiz\/zweiter-weltkrieg-diese-rolle-spielte-die-schweiz-65704503\">exportierte 84% ihrer Waffen- bzw. Munitionsexporte<\/a> an die Achsenm\u00e4chte. Zudem war der Umgang mit Fl\u00fcchtlingen an den Landesgrenzen vom Antisemitismus gepr\u00e4gt, was im August 1942 zur Schlie\u00dfung der Landesgrenzen f\u00fcr j\u00fcdische Fl\u00fcchtlingen f\u00fchrte. Der Bergier-Bericht, ein 2002 ver\u00f6ffentlichtes Werk zur historischen Aufarbeitung der Rolle der Schweiz im Zweiten Weltkrieg, sch\u00e4tzt, dass knapp 20.000 J\u00fcdinnen und Juden an den Schweizer Grenzen abgewiesen wurden.<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_3  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p><span style=\"font-size: 12pt\"><u>Neutralit\u00e4tsprinzip verhindert einen EU- bzw. NATO-Beitritt<\/u><\/span><\/p>\n<p>Mit der Gr\u00fcndung supranationaler B\u00fcndnisse nach 1945 wie der EU und der NATO vertieften nahezu alle europ\u00e4ischen Staaten ihre internationalen Beziehungen. Die Schweiz beharrte jedoch auf ihr Prinzip der Neutralit\u00e4t und verzichtete auf den Beitritt in internationale Organisationen und ist damit der einzige gr\u00f6\u00dfere westeurop\u00e4ische Staat, der weder EU- noch NATO-Mitglied ist.<\/p>\n<p>Dabei wurde ein EU-Beitritt der Schweiz in den 1990er-Jahren sogar von den regierenden Parteien forciert, was allerdings auf weitreichenden Widerstand innerhalb der Schweizer Bev\u00f6lkerung traf, weshalb es zu keinem \u00f6ffentlichen Referendum kam. Im Jahr 2001 gelang es der Volksinitiative \u201eJa zu Europa\u201c, einen Volksentscheid \u00fcber den Beitritt der Schweiz zur EU zu initiieren. Dieser wurde von der Schweizer Regierung nicht unterst\u00fctzt und wurde <a href=\"https:\/\/www.bk.admin.ch\/ch\/d\/pore\/va\/20010304\/index.html\">mit einer klaren Mehrheit von 76,8 % abgelehnt<\/a>. Nichtsdestotrotz besteht eine enge Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und der EU, die in zahlreichen bilateralen Vertr\u00e4gen geregelt wird. So ist die Schweiz Teil des Schengen-Raums und koordiniert im Rahmen der Dublin-Verordnung im Bereich der Asyl- und Sicherheitspolitik eng mit der EU.<\/p>\n<p>Ein Beitritt in die NATO ist bis heute zu keinem Zeitpunkt je auf der politischen Agenda gewesen, wenngleich sich die Schweiz seit 1996 am NATO-Programm \u201ePartnerschaft f\u00fcr den Frieden\u201c (PfP) beteiligt.<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_4  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p><span style=\"font-size: 12pt\"><u>Nach russischem \u00dcberfall: Debatten \u00fcber die Bedeutung der schweizer Neutralit\u00e4t<\/u><\/span><\/p>\n<p>Nachdem die Neutralit\u00e4t der Schweiz jahrzehntelang unber\u00fchrt blieb und in der \u00d6ffentlichkeit so gut wie nie infrage gestellt wurde, f\u00fchrte der Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine am 24. Februar 2022 zu \u00f6ffentlichen Auseinandersetzungen \u00fcber die Bedeutung der Neutralit\u00e4t der Schweiz.<\/p>\n<p>Die Schweiz verurteilt den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine ebenso klar wie die EU-Staaten und traf vier Tage nach Kriegsausbruch eine erste richtungsweisende Entscheidung, indem der Schweizer Bundesrat f\u00fcr die \u00dcbernahme der EU-Sanktionen gegen\u00fcber Russland stimmte. Insbesondere f\u00fcr die Wirkung der wirtschaftlichen Sanktionen war die Zustimmung der Schweiz zu den EU-Entscheidungen sehr wichtig. Aufgrund des liberalen Bankensystems lagerten viele russische Oligarchien ihr Verm\u00f6gen in Schweizer Banken, wodurch diese nun auch die Folgen der Sanktionen zu sp\u00fcren bekamen.<\/p>\n<p>Die Schweizer Regierung betonte, dass die \u00dcbernahme der EU-Sanktionspakete keine Abkehr vom Neutralit\u00e4tsprinzip sei und verwies darauf, dass die sich Schweiz in den letzten 80 Jahren h\u00e4ufiger an Sanktionen supranationaler Organisationen wie der EU und den Vereinten Nationen beteiligt habe. Anders ist die Haltung der nationalkonservativen Schweizerischen Volkspartei (SVP), die aus den j\u00fcngsten Nationalratswahlen im Herbst 2023 als st\u00e4rkste Kraft hervorging und f\u00fcr ein strengeres Verst\u00e4ndnis der Schweizer Neutralit\u00e4t pl\u00e4diert. So fordert die SVP, dass die Schweiz keine \u201e<a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Schweiz-wird-wohl-ueber-eigene-Neutralitaet-abstimmen-article24818456.html\">nichtmilit\u00e4rischen Zwangsma\u00dfnahmen\u201c<\/a>, womit die EU-Sanktionspakete gegen Russland gemeint sind, unterst\u00fctzen d\u00fcrfe.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus versuchte die Partei einen Volksentscheid zu initiieren, in welchem \u00fcber eine strenge Definition der Neutralit\u00e4t abgestimmt werden sollte. Jedoch blieb dieses Vorhaben erfolgslos, denn <a href=\"https:\/\/www.srf.ch\/news\/schweiz\/parlament-kann-entscheiden-bundesrat-lehnt-neutralitaetsinitiative-ab\">der Bundesrat lehnte die Initiative mit Verweis auf m\u00f6gliche negative Folgen f\u00fcr die Zusammenarbeit mit der EU und der NATO ab<\/a>. Alle \u00fcbrigen Parteien im Nationalrat setzen sich f\u00fcr ein aktives und flexibles Verst\u00e4ndnis der Neutralit\u00e4t ein. Dabei wird vor allem betont, dass die Neutralit\u00e4t niemals zu einer Isolation der Schweiz in der Au\u00dfenpolitik f\u00fchren d\u00fcrfe und die aktuell bestehende Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen vorteilhaft f\u00fcr die Schweiz sei.<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_5  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p><span style=\"font-size: 12pt\"><u>Verbot von Kriegsimporten l\u00f6st Kritik im Ausland aus<\/u><\/span><\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Schweiz also die finanziellen Sanktionen gegen Russland mittr\u00e4gt, humanit\u00e4re Hilfe f\u00fcr die Ukraine leistet und sich somit klar auf der Seite des Westens positioniert, sorgt jedoch die Haltung der Schweiz zu milit\u00e4rischer Unterst\u00fctzung f\u00fcr Kritik aus dem europ\u00e4ischen Ausland. Hierbei geht es gar nicht mal darum, dass die Schweiz selbst keine Waffenlieferungen f\u00fcr die Ukraine vornimmt, sondern vielmehr um das generelle Verbot von Kriegsmaterial, welches aus der Schweiz exportiert wurde. So wurde Deutschland, Spanien und D\u00e4nemark untersagt, von der Schweiz gekaufte Panzer und Munition in die Ukraine zu schicken, <a href=\"https:\/\/www.swissinfo.ch\/ger\/aussenpolitik\/die-neutralit%C3%A4t-der-schweiz-wohin-des-weges\/45810048\">wof\u00fcr die Schweiz international stark kritisiert wird<\/a>. Als Konsequenz verzichteten einige EU-Staaten, darunter auch Deutschland, auf den Kauf von R\u00fcstungsg\u00fctern aus der Schweiz und kritisierten die Schweiz <a href=\"https:\/\/www.swissinfo.ch\/ger\/aussenpolitik\/schweiz-beunruhigt-europ%C3%A4ische-staaten-meiden-ihr-kriegsmaterial\/87536550\">als unzuverl\u00e4ssigen Partner<\/a>.<\/p>\n<p>Daraufhin <a href=\"https:\/\/www.swissinfo.ch\/ger\/aussenpolitik\/schweiz-beunruhigt-europ%C3%A4ische-staaten-meiden-ihr-kriegsmaterial\/87536550\">reagierte die Schweizer R\u00fcstungsindustrie mit gro\u00dfer Besorgnis<\/a>. Ihrer Ansicht nach f\u00fchre ein ausbleibender Export von Kriegsmaterial nicht nur zu finanziellen Verlusten, sondern w\u00fcrde zudem die eigene Verteidigungsf\u00e4higkeit massiv einschr\u00e4nken.<\/p>\n<p>Die Bestrebungen das Kriegsmaterialgesetz so zu lockern, dass demokratisch gef\u00fchrte Staaten ihre in der Schweiz gekauften Materialien in Kriegsgebieten weitergeben k\u00f6nnten, <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/schweiz-bleibt-beim-nein-zu-waffenweitergabe-an-die-ukraine-100.html\">wurden im Juni 2023 vom Schweizer Parlament mehrheitlich abgelehnt<\/a>, nachdem der Nationalrat zuvor f\u00fcr eine solche Reform gestimmt hatte. M\u00f6gliche<strong>\u00a0<\/strong>L\u00f6sungen, die zumindest die indirekte Lieferung Schweizer Material erlauben w\u00fcrden, werden unter den Parteien ausgelotet, allerdings ist eine Einigung f\u00fcr die notwendige Gesetzes\u00e4nderung momentan nicht abzusehen.<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_6  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p><span style=\"font-size: 12pt\"><u>Fazit:<\/u><\/span><\/p>\n<p>F\u00fcr eine Bewertung der Zeitgem\u00e4\u00dfheit der Schweizer Neutralit\u00e4t, ist es zun\u00e4chst einmal entscheidend, wie diese definiert werden soll. Ein klassisches Verst\u00e4ndnis ihrer Neutralit\u00e4t, also die generelle Nichtbeteiligung an kriegerischen Konflikten, ist in der heutigen Welt komplett aus der Zeit gefallen. Schon allein aufgrund ihrer geographischen Lage als Binnenstaat in Mitteleuropa, umgeben von EU-Staaten, kann sich die Schweiz nicht von den Dynamiken der Weltpolitik, die durch den Krieg in der Ukraine und der Pr\u00e4sidentschaft von Donald Trump zurzeit auf Europa wirken, entziehen.<\/p>\n<p>Daher ist ein flexibles Verst\u00e4ndnis der Neutralit\u00e4t, welches Kooperationen mit westlichen, demokratisch gef\u00fchrten Organisationen wie der EU und der NATO zul\u00e4sst, umso wichtiger. Ein funktionierendes Verh\u00e4ltnis zur EU und NATO ist vor allem auf wirtschaftlicher und sicherheitspolitischer Ebene vorteilhaft f\u00fcr die Schweiz,erfordert allerdings die Bereitschaft seitens der Schweiz, eine klare Positionierung zur aktuellen Weltlage zu beziehn. Auch die milit\u00e4rische Neutralit\u00e4t der Schweiz sollte nach dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine an die aktuelle Bedrohungslage f\u00fcr Europa angepasst werden und nicht von mehr als 200 Jahre alten Grunds\u00e4tzen definiert werden.<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_7  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><strong><span style=\"font-size: 12pt\">Quellen:<\/span><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.swissinfo.ch\/ger\/aussenpolitik\/die-neutralit%C3%A4t-der-schweiz-wohin-des-weges\/45810048\">Die Neutralit\u00e4t der Schweiz - Wohin des Weges (SWI swissinfo.ch)<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/europa\/schweiz-neutralitaet-101.html\">Waffen f\u00fcr die Ukraine: Die Schweizer Neutralit\u00e4t br\u00f6ckelt (Tagesschau)<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.swissinfo.ch\/ger\/aussenpolitik\/schweiz-beunruhigt-europ%c3%a4ische-staaten-meiden-ihr-kriegsmaterial\/87536550\">Schweiz beunruhigt: Europ\u00e4ische Staaten meiden ihr Kriegsmaterial (SWI swissinfo.ch)<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.srf.ch\/news\/schweiz\/parlament-kann-entscheiden-bundesrat-lehnt-neutralitaetsinitiative-ab\">Bundesrat lehnt Neutralit\u00e4tsinitiative ab (SRF)<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.srf.ch\/news\/schweiz\/neutralitaet-im-ukraine-krieg-was-neutralitaet-darf-und-was-nicht\">Was Neutralit\u00e4t darf - und was nicht ? (SRF)<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/schweizer-neutralitaet-vom-mythos-zum-geschaeftsmodell-100.html\">Schweizer Neutralit\u00e4t - Von Mythos zum Gesch\u00e4ftsmodell (Deutschlandfunk)<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1><\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":15578,"featured_media":11158,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_total_topic_count_hidden":0,"_bbp_total_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[207,1013737,1013788],"tags":[1013789],"class_list":["post-11154","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-elias-mahlstaedt","category-schweiz-2","tag-schweiz"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11154","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/15578"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11154"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11154\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11773,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11154\/revisions\/11773"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/11158"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11154"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11154"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11154"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}