{"id":10692,"date":"2025-04-01T18:09:45","date_gmt":"2025-04-01T16:09:45","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/?p=10692"},"modified":"2025-04-01T18:09:49","modified_gmt":"2025-04-01T16:09:49","slug":"suedkoreas-rolle-in-der-europaeischen-ruestungswende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/2025\/04\/01\/suedkoreas-rolle-in-der-europaeischen-ruestungswende\/","title":{"rendered":"S\u00fcdkoreas Rolle in der europ\u00e4ischen R\u00fcstungswende"},"content":{"rendered":"<div class=\"et_d4_element et_pb_section et_pb_section_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_section_regular et_block_section\" >\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_4_4 et_pb_column et_pb_column_0  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_0  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\">Bild: Central European Institute of Asian Studies<\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_1  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p>Im Juli 2022 kam es zu einem recht ungew\u00f6hnlichen Ereignis: Polen und S\u00fcdkorea unterschrieben den gr\u00f6\u00dften R\u00fcstungsvertrag in der Geschichte des ostasiatischen Landes. In dem Vertrag wurde vereinbart, dass Polen unter anderem knapp 1000 Panzer und mehrere hundert Panzerhaubitzen (Artillerie auf einem fahrbaren Chassis) kaufen wollte. Im Juli 2024 verk\u00fcndete Rum\u00e4nien ebenfalls, dass 54 K9 Haubitzen, neben Unterst\u00fctzungsfahrzeugen, aus s\u00fcdkoreanischer Produktion beschaffen zu wollen. Damit w\u00fcrde es sich in eine Reihe mit Norwegen, Estland, Polen und Finnland stellen. Wie jedoch ist es zu erkl\u00e4ren, dass ein Markt, der vorher von europ\u00e4ischen und US-amerikanischen Firmen beherrscht wurde, nun von s\u00fcdkoreanischen aufgemischt wird?<\/p>\n<p>Wie bei vielen wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Fragen seit dem 24. Februar 2022 h\u00e4ngt es auch hier mit der Invasion Russlands in der Ukraine zusammen. Nachdem diese, entgegen der Prognose vieler Experten, nicht innerhalb kurzer Zeit zusammengebrochen war, begann ein bis heute andauernder Abnutzungskrieg, indem die Ukraine \u00fcber 4200 und Russland knapp 12300 gepanzerte Kampffahrzeuge verloren haben (Oryx, Stand 25.03.2025). Jeden Tag werden tausende Artilleriegranaten verschossen. W\u00e4hrend Russland diese Verluste und verschossene Munition durch seit Jahrzehnten eingelagertes, und teilweise sehr altes Material aus Sowjetzeiten, sowie Lieferungen von Verb\u00fcndeten wie dem Iran und Nordkorea, auszugleichen versucht, ist die Ukraine jedoch vor allem auf Unterst\u00fctzung aus dem Westen angewiesen. Der Westen stand und steht jedoch vor dem Problem, dass nach relativ langer Zeit des Friedens in Europa und dem Ende des Kalten Krieges, in vielen Staaten die Kapazit\u00e4ten der R\u00fcstungsindustrie massiv abgebaut wurden, wenn man die USA einmal au\u00dfen vor l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Jene Einsparungen bei Verteidigungsausgaben konnten dann anderen Bereichen zugutekommen, stellen die L\u00e4nder jetzt jedoch vor gro\u00dfe Herausforderungen. Im Gegensatz dazu hatte S\u00fcdkorea diese \u201eFriedensdividende\u201c nie. Nach dem Ende des Koreakriegs 1953 wurde zwischen Nord- und S\u00fcdkorea nie ein Friedensvertrag geschlossen. Im Angesicht der Bedrohung durch die kommunistische Diktatur im Norden r\u00fcstete sich S\u00fcdkorea f\u00fcr einen weiteren Krieg. Ein solcher kam (bisher) nicht, hinterl\u00e4sst dort aber eine starke R\u00fcstungsindustrie. Diese ist dem Ansturm der Regierungen der Welt scheinbar auch gewappnet. So sollen bspw. ab April 2024 pro Jahr 240 der bereits genannten Haubitzen gebaut werden.<\/p>\n<p>Die schnelle Verf\u00fcgbarkeit ist aber auch f\u00fcr ein Land wie Polen sehr wichtig. Nachdem das mitteleurop\u00e4ische Land jahrelang vor einem expansionistischen Russland gewarnt hatte, wurden diese Bef\u00fcrchtungen durch die russische Invasion best\u00e4tigt. So wurde Polen versprochen, die knapp 1000 Kampfpanzer innerhalb von f\u00fcnf Jahren liefern zu k\u00f6nnen, w\u00e4hrend Rheinmetall (aktuell) nur einen Bruchteil dieser Menge an Leopard 2 produzieren kann. Dieser wird neben dem K2, dem amerikanischen M1 Abrams und einer polnischen Weiterentwicklung des T-72Ms, dem PT-91, n\u00e4mlich auch noch benutzt.<\/p>\n<p>Die Beschaffung neuen Materials ist auch dringend notwendig, da Polen seit 2022 mehr als 300 Panzer und 400 Sch\u00fctzenpanzer, dutzende Panzerhaubitzen sowie etlichem anderen Material an die Ukraine abgegeben hat.<\/p>\n<p>Langsam berappelt sich jedoch auch die europ\u00e4ische R\u00fcstungsindustrie und gewinnt an Auftr\u00e4gen dazu. Um nur einige Beispiele zu nennen; so haben Norwegen und Schweden neue Leopard 2 bestellt, um ihre Best\u00e4nde zu erweitern und auch Litauen hat erstmals den deutschen Panzer bestellt. Und Italien hat mit einer Bestellung \u00fcber bis zu 1050 Lynx Sch\u00fctzenpanzer und bis zu 380 KF51 Panther Kampfpanzer eine gro\u00dfe Bestellung aufgegeben. Au\u00dferdem haben Spanien und Italien neue Kampfflugzeuge des Typs Eurofighter Typhoon in Auftrag gegeben und Deutschland plant neue zu bestellen.<\/p>\n<p>Zu diesem Zeitpunkt ist es noch nicht abzusehen, welche Rolle s\u00fcdkoreanische R\u00fcstungsunternehmen in der europ\u00e4ischen Verteidigungspolitik einnehmen werden, da europ\u00e4ische L\u00e4nder ein starkes Interesse daran haben werden, ihr Material in relativer N\u00e4he produzieren zu lassen, um ihre und die europ\u00e4ische Wirtschaft zu st\u00e4rken. Auch um eventuelle Verbote der Weitergabe zu vermeiden, wie es beispielsweise mit der 35 mm Munition f\u00fcr den Flugabwehrpanzer Gepard passiert ist, als die Schweiz sich erst weigerte, diese f\u00fcr die Ukraine freizugeben.<\/p>\n<p>Die Rolle der Vereinigten Staaten f\u00fcr die Verteidigungspolitik Europas - immerhin stammen 55 % der Waffenimporte aus den USA - ist derzeit sehr gro\u00df. Inwieweit dieses Verh\u00e4ltnis in Zukunft weiter bestehen wird, gerade nachdem die USA in ihrer Rolle als Schutzmacht des freien Europas zumindest etwas zur\u00fccktreten, ist jedoch unklar. Dieses sich scheinbar \u00e4ndernde Verh\u00e4ltnis k\u00f6nnte s\u00fcdkoreanischen Firmen erlauben, tiefer in den europ\u00e4ischen Markt vorzudringen.<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_2  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\">Quellen:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.derstandard.de\/story\/3000000211037\/waffenimporte-nach-europa-haben-sich-fast-verdoppelt\">https:\/\/www.derstandard.de\/story\/3000000211037\/waffenimporte-nach-europa-haben-sich-fast-verdoppelt<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/\">https:\/\/www.reuters.com\/<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/armyrecognition.com\/news\/army-news\/2025\/italy-to-purchase-1-050-german-made-rheinmetall-lynx-armored-vehicles-under-16-billion-a2cs-program\">https:\/\/armyrecognition.com\/news\/army-news\/2025\/italy-to-purchase-1-050-german-made-rheinmetall-lynx-armored-vehicles-under-16-billion-a2cs-program<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.janes.com\/osint-insights\/defence-news\/land\/update-denmark-and-sweden-order-cv90-mkiiics\">https:\/\/www.janes.com\/osint-insights\/defence-news\/land\/update-denmark-and-sweden-order-cv90-mkiiics<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/esut.de\/en\/\">https:\/\/esut.de\/en\/<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.rheinmetall.com\/en\/media\/news-watch\/news\/2024\/06\/2024-06-20-rheinmetall-receives-framework-contract-for-155mm-ammunition\">https:\/\/www.rheinmetall.com\/en\/media\/news-watch\/news\/2024\/06\/2024-06-20-rheinmetall-receives-framework-contract-for-155mm-ammunition<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.oryxspioenkop.com\/\">https:\/\/www.oryxspioenkop.com\/<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.army-technology.com\/news\/finland-procure-k9-howitzers\/\">https:\/\/www.army-technology.com\/news\/finland-procure-k9-howitzers\/<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.defenseone.com\/business\/2023\/06\/pentagon-wants-combatant-commands-more-involved-foreign-arms-sales\/387500\/\">https:\/\/www.defenseone.com\/business\/2023\/06\/pentagon-wants-combatant-commands-more-involved-foreign-arms-sales\/387500\/<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/breakingdefense.com\/\">https:\/\/breakingdefense.com\/<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/defence24.com\/defence-policy\/what-military-equipment-has-poland-transferred-to-ukraine\">https:\/\/defence24.com\/defence-policy\/what-military-equipment-has-poland-transferred-to-ukraine<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.sipri.org\/sites\/default\/files\/2024-03\/fs_2403_at_2023.pdf\">https:\/\/www.sipri.org\/sites\/default\/files\/2024-03\/fs_2403_at_2023.pdf<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.euronews.com\/my-europe\/2025\/03\/05\/how-can-the-eu-unlock-up-to-800bn-for-its-rearmament-plan\">https:\/\/www.euronews.com\/my-europe\/2025\/03\/05\/how-can-the-eu-unlock-up-to-800bn-for-its-rearmament-plan<\/a><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":15241,"featured_media":10695,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[1013706,207,1013712,1013711],"tags":[],"class_list":["post-10692","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuell","category-allgemein","category-bundeswehr","category-simon-diekmann"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10692","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/15241"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10692"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10692\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11052,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10692\/revisions\/11052"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/10695"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10692"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10692"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10692"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}