{"id":1051,"date":"2021-06-07T09:15:42","date_gmt":"2021-06-07T07:15:42","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/?p=1051"},"modified":"2021-07-09T12:42:18","modified_gmt":"2021-07-09T10:42:18","slug":"so-lebt-man-heute-in-moskau-33-niemals-geht-man-so-ganz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/2021\/06\/07\/so-lebt-man-heute-in-moskau-33-niemals-geht-man-so-ganz\/","title":{"rendered":"So lebt man heute in Moskau (3\/3): Niemals geht man so ganz"},"content":{"rendered":"<div class=\"et_d4_element et_pb_section et_pb_section_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_section_regular et_block_section\" >\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_4_4 et_pb_column et_pb_column_0  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_0  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p><a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/2020\/11\/15\/so-lebt-man-heute-in-moskau-botschaft-und-konsulat\/\">Teil 2: \"So lebt man heute in Moskau: Botschaft und Konsulat\"<\/a><em><\/em><\/p>\n<p><em>Insgesamt umfasst Hermann P\u00f6rzgens Band \u201eSo lebt man in Moskau\u201c (1958) 28 Texte. Auf alle werde ich nicht eingehen. In meinem dritten, abschlie\u00dfenden Blogbeitrag zu Hermann P\u00f6rzgens Moskau-Erinnerungen fasse ich meine Assoziationen zu ausgew\u00e4hlten Beitr\u00e4gen zusammen und vergleiche die Ausf\u00fchrungen mit meinen Erfahrungen der Jahre 2018-2020.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\"Alle wollen Akademiker werden\"<br \/><\/strong><\/p>\n<p>\"Akademiker\" ist ein besonderer Begriff, der so manche Falle bereith\u00e4lt. Im Deutschen ist damit ein Mensch mit Hochschulabschluss gemeint. Im Russischen ist ein \"\u0430\u043a\u0430\u0434\u0435\u043c\u0438\u043a\" dagegen ein Mitglied der Akademie, also Teil einer kleinen intellektuellen Spitzengruppe (von der Idee her). Wenn man dagegen in Polen von \"akademik\" spricht, geht es rasch um Stockbetten und Gemeinschaftsduschen, denn hier hei\u00dft \"akademik\" Studentenwohnheim. Missverst\u00e4ndnisse sind vorprogrammiert.<\/p>\n<blockquote>\n<p>\u201eEtwa acht Millionen Menschen in der Sowjetunion sind bereits Abiturienten. Der bevorstehende Massenansturm auf die Hochschulen\u00a0mu\u00df\u00a0naturgem\u00e4\u00df dem einzelnen erschweren, seiner Neigung und Begabung entsprechend zu studieren.\u201c (S. 50)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>In Russland geht heute der Gro\u00dfteil jedes Schuljahrgangs zum Studium an eine Universit\u00e4t. Die \"Erstis\" sind dabei ein gutes St\u00fcck j\u00fcnger als in Deutschland, da nach 11 Jahren Schule Schluss ist. Zum Ausgleich dauert ein Bachelorstudium vier Jahre, sodass am Ende des BA-Studiums der Altersunterschied wieder aufgehoben sein k\u00f6nnte - k\u00e4me nicht noch dazu, dass die Studierenden in Russland im Gruppenverbund studieren und es eher die Ausnahme ist, dass jemand l\u00e4nger als die vorgegebenen vier Jahre f\u00fcr sein Studium in Anspruch nimmt.<\/p>\n<blockquote>\n<p>\u201eDie Moskauer\u00a0Damenfriseure klagen,\u00a0da\u00df\u00a0es in ihrem Beruf absolut keinen Nachwuchs g\u00e4be, obschon sie zu den besten Verdienern geh\u00f6ren.\u201c (S. 52)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>In diesem Punkt hat sich die Situation nun aber doch grundlegend ge\u00e4ndert. Mit Haareschneiden wird man in Moskau heute nicht reich, aber die Nachwuchssorgen der Branche geh\u00f6ren der Vergangenheit an. In Wohn- und Einkaufsgebieten gleicherma\u00dfen gibt es alle Nase lang einen \u201eSalon krasoty\u201c, also einen Sch\u00f6nheitssalon, wo auch alles rund um die Frisur zu den angebotenen \u201eprozedury\u201c geh\u00f6rt. Einmal sprach mich auf offener Stra\u00dfe eine Passantin an, ob ich ihr nicht einen Friseursalon empfehlen k\u00f6nnte. Eine spezielle Empfehlung hatte ich nicht, aber auf der anderen Stra\u00dfenseite gab es gleich einen. Ich habe mich nur gewundert, warum sie ausgerechnet mich angesprochen hat. Entweder fand sie, dass mein \u00c4u\u00dferes dergestalt ist, dass ich die Dienste der Sch\u00f6nheitssalons regelm\u00e4\u00dfig in Anspruch nehme \u2013 oder sie meinte umgekehrt, dass ich das lieber mal tun sollte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u201eEntproletarisierung\u201c\u00a0<\/strong><\/p>\n<blockquote>\n<p>\u201eSch\u00f6nheitspflege, kosmetische Chirurgie, der Ma\u00dfanzug, \u2026 Wohnkultur [\u2026] machen niemanden mehr verd\u00e4chtig. Die kollektive F\u00fchrung ermuntert durch ihr Vorbild das Streben nach einem gewissen Komfort.\u201c (S. 55\/56)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Vollkommen unbeabsichtigt und reiner Zufall, aber doch liest sich diese Stelle nach dem Nawalny-Video \u00fcber Putins Palast mehr als treffend. Im August 2020 wurde der russische Oppositionelle Alexei Nawalny in Russland vergiftet. Seine Familie konnte durchsetzen, dass er in Deutschland behandelt wurde. Kaum war er genesen, kehrte er im Januar 2021 nach Russland zur\u00fcck und wurde gleich bei der Einreise verhaftet. Einen Tag darauf, am 19. Januar 2021, ging sein Video \"<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=ipAnwilMncI\">Ein Palast f\u00fcr Putin<\/a>\" online, in dem Nawalny die laut Untertitel \"Geschichte der gr\u00f6\u00dften Bestechung\" rund um ein Luxusanwesen am Schwarzen Meer aufdeckt.<\/p>\n<p>Obwohl, reiner Zufall? Auch \u00fcber die Luxussucht der sowjetischen Staatsf\u00fchrung ist manches bekannt, worauf Hermann P\u00f6rzgen mit seinem Zitat anspielen mag. Wo damals zwischen den Zeilen gelesen werden musste, ist man heute sehr direkt - zumindest einige sind es - zumindest derzeit noch.<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_1  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p><strong><\/strong><\/p>\n<p><strong>\u201eVerplantes Gesundheitssystem\u201c<\/strong><\/p>\n<blockquote>\n<p>\u201eNeuerdings werden Ma\u00dfnahmen gegen die auch im Sowjetlande aufgetauchte \u201eAsiatische Grippe\u201c ergriffen. Es gelang, die am meisten gef\u00e4hrdeten Bev\u00f6lkerungsgruppen rechtzeitig mit neuentdeckten Impfstoffen zu versorgen.\u201c (S. 91)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Absolut aktuell. Als Corona ausbrach, mussten wir an der RGGU (Rossijskij Gosudarstvennyj Gumanitarnyj Universitet, Russische Staatliche Geisteswissenschaftliche Universit\u00e4t) mitten im laufenden Semester auf Onlinelehre umstellen. Eine meiner Master-Studentinnen erz\u00e4hlte mir, dass sie neben einer Notaufnahme wohne und sich dort t\u00e4glich die Krankenwagen stauten. Nach kurzer Zeit wich sie auf die Datscha aus und genoss dort Natur und die Gesellschaft ihres Hundes. Videos \u00fcber katastrophale hygienische Zust\u00e4nde in Provinzkliniken gingen viral. Listen mit verstorbenen \u00c4rzten und Pflegekr\u00e4ften erschienen online.<\/p>\n<p>Ich wollte auf gar keinen Fall in die Verlegenheit kommen, mich in ein Krankenhaus begeben zu m\u00fcssen. Kurzfristig beschloss ich deshalb, nach Deutschland abzureisen. Den Wohnungsschl\u00fcssel nahm ich mit, in der naiven Annahme, in ein paar Wochen sicher zur\u00fcckkommen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u00dcber ein Jahr sp\u00e4ter schulde ich meinem Vermieter immer noch den Schl\u00fcssel. Meine restlichen Klamotten stehen in Umzugskartons bei einem Kollegen, der sie allm\u00e4hlich auch gern losw\u00fcrde.<\/p>\n<p>Mein Abschied aus Moskau war abrupt und die unvorbereitete Ausreise besch\u00e4ftigt mich noch immer.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\"Die russische Zeit\"<br \/><\/strong><\/p>\n<blockquote>\n<p>\u201cF\u00fcr jedes Land Europas gilt eine der geographischen Lage mehr oder minder entsprechende Einheitszeit.\u201d (S. 131)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Deswegen hatte ich gedacht, wenn ich meine Studierenden im Deutsch-Sprachkurs frage, wie viele Zeitzonen Russland hat, bekomme ich eine klare Antwort. Falsch gedacht. Mit meiner Aufgabe l\u00f6ste ich eine intensive Diskussion aus, weil nach all den Zusammenlegungen und erneuten Trennungen von Zeitzonen niemand mehr sicher war, was inzwischen galt.<\/p>\n<p>Kein Wunder und nur zu sinnvoll, dass man weiter die Moskauer Zeit als Referenz nimmt. Auch da gibt es noch eine internationale Stolperstelle, weil Russland den Wechsel zwischen Sommer- und Winterzeit nicht mehr vornimmt. Wenn in Deutschland Sommerzeit herrscht, gibt es deswegen aktuell eine Differenz von plus einer Stunde zu Moskau, bei Winterzeit sind es plus zwei Stunden.\u00a0Alle\u00a0Angaben ohne Gew\u00e4hr.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\"<strong>Wie reist man in die Sowjetunion?\"<br \/><\/strong><\/p>\n<blockquote>\n<p>\u201cDer Flug von Sch\u00f6nefeld nach Moskau nimmt etwa sieben Stunden in Anspruch, eingerechnet eine Stunde Aufenthalt an der sowjetischen Grenz- und Zollstation Wilna, wo man im Flughafenrestaurant ein Gratis-Mittagessen: roten Kaviar, Huhn mit Reis usw. erh\u00e4lt.\" (S. 144)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Die Zeiten sind tats\u00e4chlich endg\u00fcltig vorbei, durch \u00c4nderungen auf beiden Seiten. Die Sowjetunion gibt es nicht mehr, Vilnius ist Hauptstadt des EU-Mitgliedstaats Litauen, Fl\u00fcge von Deutschland nach Moskau gehen direkt und dauern etwa drei Stunden. Ich bin ein paarmal von und nach Berlin Tegel geflogen, auch meine endg\u00fcltige R\u00fcckreise 2020 f\u00fchrte dorthin. Inzwischen ist auch Tegel Geschichte, daf\u00fcr ist der Flughafen Berlin-Brandenburg nach gef\u00fchlt 100 Jahren Bauzeit in Betrieb genommen worden \u2013 mitten in der Hochphase der Corona-Pandemie, als Fliegen ohnehin kaum m\u00f6glich war. Verr\u00fcckte Zeiten.<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_1  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_1_2 et_pb_column et_pb_column_1  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_2  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><blockquote>\n<p><strong>\"Nachwort\"<\/strong><br \/>\u201cDer Verfasser hofft, da\u00df er in Zukunft noch Gelegenheit findet, auch andere wichtige Eindr\u00fccke festzuhalten, die er im Augenblick dem Leser nicht vermitteln kann.\u201d (S. 156)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Es sind eher Themen des Alltags, und auch da eher leichte, \u00fcber die Hermann P\u00f6rzgen in den 1950er Jahren f\u00fcr seine westdeutsche Leserschaft berichtet. Es geht in seinen Reportagen nicht um Lebensmittelknappheit, nicht um Schlangestehen, Nachwirkungen des Terrors, Auswirkungen des Krieges. Stattdessen herrscht ein heiterer, unverbindlicher, leicht ironischer Ton. Weiter fehlt alles Politische.<br \/>Hermann P\u00f6rzgen beobachtete genau, was um ihn herum vor sich ging, ihm waren aber enge Grenzen gesetzt. Kein Vergleich zu meinem Aufenthalt von 2018 bis 2020 in der russischen Hauptstadt, in der ich tolle Kolleginnen und Kollegen, intelligente Studierende und auch einige Freundinnen und Freunde kennenlernte. Als DAAD-Lektorin hatte ich eine gewisse Narrenfreiheit, was die Gestaltung meiner Kurse anging, was sehr angenehm ist. Im Kampf mit der russischen B\u00fcrokratie unterst\u00fctzten mich die Kolleginnen am Lehrstuhl nach Kr\u00e4ften. In meiner Freizeit erkundete ich Parks und Kirchen, Museen und Theater, Kinos und Kneipen, stattete auch Lenin in seinem Glassarg einen Besuch ab und fand in der Metropole Moskau meine Ecken. Mir ist die Stadt ans Herz gewachsen. Umso mehr empfinde ich einen Zwiespalt und pers\u00f6nliches Bedauern, wie die politische Krise zwischen Russland und der EU sich weiter versch\u00e4rft. Wenn ich Menschen ohne Osteuropabezug erz\u00e4hle, wie toll es f\u00fcr mich in Russland war, in Uljanowsk und Moskau, stempeln sie mich mental als KGB-Zutr\u00e4gerin ab (und ja, ICH wei\u00df, dass der Geheimdienst so nicht mehr hei\u00dft).<br \/>Mein Moskauer Leben war privilegiert und ich habe mich nat\u00fcrlich auch in einer \u201eBubble\u201c bewegt. Die Freundschaften sind dadurch nicht weniger real.<br \/>Vermisse ich Moskau?<br \/>Nein. Ich <a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/2021\/07\/09\/auf-der-suche-nach-dem-verlorenen-geschmack-ein-besuch-im-mix-markt\/\">vermisse<\/a> MEIN Moskau.<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_d4_element et_pb_column_1_2 et_pb_column et_pb_column_2  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_image et_pb_image_0\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<span class=\"et_pb_image_wrap \"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1440\" height=\"1080\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/Lenin-2.jpg\" alt=\"\" title=\"Lenin 2\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/Lenin-2.jpg 1440w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/Lenin-2-1280x960.jpg 1280w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/Lenin-2-980x735.jpg 980w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/files\/Lenin-2-480x360.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) and (max-width: 1280px) 1280px, (min-width: 1281px) 1440px, 100vw\" class=\"wp-image-1060\" \/><\/span>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_3  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p><em>Lenin in Moskau nicht zu begegnen ist ein Ding der Unm\u00f6glichkeit. Auch 30 Jahre nach dem Ende der Sowjetunion blickt er von unz\u00e4hligen Statuen und Tafeln weiter forsch der Zukunft entgegen und pr\u00e4gt damit das Stadtbild. Beim Lenin-Mausoleum gibt es allerdings \u00c4nderungen. Die \u00d6ffnungszeiten wurden deutlich verk\u00fcrzt, die Ehrengarde am Tor zum Allerheiligsten der Sowjets abgezogen. Man munkelt, m\u00f6glicherweise werde die knapp einhundertj\u00e4hrige Leichenschau beendet und Lenin beigesetzt. Die Kommunisten in Uljanowsk fordern schon l\u00e4nger, man solle endlich Lenins Wunsch nachkommen und ihn neben seiner Mutter in seiner Geburtsstadt Uljanowsk (bis 1924 Simbirsk, dann zu Ehren von Vladimir Ilitsch Uljanow, Deckname Lenin, umbenannt und anders als St. Petersburg-Petrograd-Leningrad-St. Petersburg weiter stolze Tr\u00e4gerin des sowjetischen Namens) beisetzen. <\/em><br \/><em>Im Mausoleum ist das Fotografieren weiter verboten. Erlaubt, wenn nicht gar erw\u00fcnscht war es aber in der Ausstellung des Konzeptualisten Pawel Pepperstein (<a href=\"https:\/\/garagemca.org\/en\/exhibition\/pavel-pepperstein-the-human-as-a-frame-for-the-landscape\/tour\/deciduous-hall-at-the-calendar-collective-farm\">Museum \"Garage<\/a>\", 2019), der seiner lebensgro\u00dfen Lenin-Nachbildung zur Gesellschaft gleich noch eine ebenso gro\u00dfe nackte Barbiepuppe mit in den Schneewittchensarg gelegt hat.<\/em><\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":12575,"featured_media":1065,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[207,52090,572053],"tags":[373841,704049,849420,413612,52090,849424,69630],"class_list":["post-1051","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-russland","category-yvonne-poerzgen-2","tag-abschied","tag-erinnerung","tag-lenin","tag-moskau","tag-russland","tag-uljanowsk","tag-universitaet"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1051","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/12575"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1051"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1051\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1709,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1051\/revisions\/1709"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1065"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1051"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1051"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/europablog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1051"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}