{"id":19903,"date":"2026-05-05T11:17:15","date_gmt":"2026-05-05T09:17:15","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/?p=19903"},"modified":"2026-05-05T11:45:51","modified_gmt":"2026-05-05T09:45:51","slug":"plakate-poster-proteste-warum-politischer-aktivismus-und-hochschulen-miteinander-verknuepft-sind","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/2026\/05\/05\/plakate-poster-proteste-warum-politischer-aktivismus-und-hochschulen-miteinander-verknuepft-sind\/","title":{"rendered":"Plakate, Poster, Proteste \u2013 Warum politischer Aktivismus und Hochschulen miteinander verkn\u00fcpft sind"},"content":{"rendered":"<p>Wer im Zentralbereich aus der Bahn steigt, dem f\u00e4llt direkt ein Schriftzug ins Auge; \u201eMeat is murder\u201c steht da in gro\u00dfen Lettern zwischen den Bahnschienen auf den Asphalt gespr\u00fcht, eine f\u00fcr alle sichtbare, unmissverst\u00e4ndliche Botschaft, die offensichtlich von an Tierschutz<\/p>\n<div id=\"attachment_19906\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-19906\" class=\"wp-image-19906 size-medium\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/files\/IMG_1437-300x170.jpeg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"170\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/files\/IMG_1437-300x170.jpeg 300w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/files\/IMG_1437-1030x582.jpeg 1030w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/files\/IMG_1437-768x434.jpeg 768w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/files\/IMG_1437-1536x868.jpeg 1536w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/files\/IMG_1437-2048x1157.jpeg 2048w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/files\/IMG_1437-1500x848.jpeg 1500w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/files\/IMG_1437-705x398.jpeg 705w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-19906\" class=\"wp-caption-text\">Die Banner in der Glashalle<\/p><\/div>\n<p>interessierten Studierenden angebracht wurde. F\u00fchrt der weitere Weg durch das Herz des Campus, die Glashalle, wird man direkt von einer ganzen F\u00fclle \u00e4hnlicher Nachrichten begr\u00fc\u00dft. Banner reiht sich l\u00fcckenlos an Banner, Meinung an Meinung, Botschaft an Botschaft. Weiterhin braucht man blo\u00df den Blick auf die Treppe richten, um auch eine ganz offizielle Positionierung der Uni zu entdecken. \u201eCome as you are\u201c, der Slogan der Uni Bremen, ist auf den bunt angemalten Treppenstufen zu lesen \u2013 ein Motto, welches das Leitbild der Uni Bremen widerspiegeln soll: \u201eWir bekennen uns zu unserer gemeinsamen Verantwortung f\u00fcr die weltweit notwendigen sozialen und \u00f6kologischen Ver\u00e4nderungen, f\u00fcr Demokratie, Vielfalt und f\u00fcr Gerechtigkeit.\u201c So lautet es auf der <a href=\"https:\/\/www.uni-bremen.de\/universitaet\/profil\/leitbild\">Homepage der Uni Bremen<\/a>. Auf dem Boulevard geht es direkt weiter: Plakate, Flyer, Sticker. Zahlreiche verschiedene Aussagen und Einstellungen zieren eine Gro\u00dfzahl der Fl\u00e4chen.<\/p>\n<p>Also egal ob durch Einzelpersonen, durch hochschulpolitische Gruppen oder ganz offiziell von der Uni selbst: Sozialer und politischer Aktivismus ist vom Campus nicht wegzudenken \u2013 und das nicht nur in Bremen! Schon seit jeher engagieren sich besonders Studierende sowohl direkt an ihren Hochschulen als auch au\u00dferuniversit\u00e4r politisch, bilden Vereinigungen und Gruppen (man denke als prominentestes Beispiel an die 68er-Bewegung) und organisieren politische Aktionen, wie an der Bremer Uni 2023 die <a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/2023\/05\/09\/kruemelmonster-klaut-keksdose-die-besetzung-des-hoersaals\/\">Besetzung des H\u00f6rsaalgeb\u00e4udes<\/a>.<\/p>\n<p>Das ist keine \u00dcberraschung; schlie\u00dflich ist gerade der Eintritt in das junge Erwachsenenleben eine Zeit, in der viele Studierende sich selbst finden: Was ist mir wichtig? Wof\u00fcr setze ich mich ein? Wo sehe ich in unserer Gesellschaft Verbesserungs- und Handlungsbedarf? W\u00e4hrend diese Fragen von Vertreter*innen \u00e4lterer Generationen gerne als jugendlicher Idealismus bel\u00e4chelt werden, tr\u00e4gt das politische Engagement Studierender tats\u00e4chlich einen wichtigen Teil zu gesellschaftlichen Wandelprozessen bei. Wissenschaftliche Bildung wird mit politischer Meinung verkn\u00fcpft, bisher als selbstverst\u00e4ndlich erachtete Systeme hinterfragt, gesellschaftliche Ziele und die Wege dorthin neu gedacht. Was wie utopischer Idealismus wirkt, ist eigentlich der noch unverbrauchte Blick junger Menschen, die den Fokus auf ihre pers\u00f6nlichen Werte noch nicht verloren haben \u2013 solche Menschen braucht die Gesellschaft, um Fortschritt zu wagen, um aus den \u201edas haben wir nunmal immer so gemacht\u201c-Argumenten herauszutreten und \u00fcber den Tellerrand zu blicken.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich muss sich der politische Aktivismus auf dem Campus auch an bestimmte Regeln halten; f\u00fcr Diskriminierung, Schwurbeleien oder Demokratiegef\u00e4hrdung sind Universit\u00e4ten der v\u00f6llig falsche Ort. Doch grunds\u00e4tzlich sind Hochschulen Orte der freien Entfaltung, an denen neue Ideen entstehen und ihren Lauf nehmen. Manchmal scheitern sie \u2013 hier lohnt sich der Blick auf den Versuch der urspr\u00fcnglichen Gestaltung des <a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/2024\/09\/29\/das-gw2-hommage-an-ein-mysterium\/\">GW2 als Gro\u00dfraumb\u00fcro<\/a>, geplant als eine sinnbildliche Verk\u00f6rperung des Konzepts der unhierarchischen Reformuni Bremen \u2013 manchmal gelingen sie aber auch und finden ihren Weg vom Campus in die breite \u00d6ffentlichkeit.<\/p>\n<p>In jedem Fall war und ist die Uni nie unpolitisch, genauso wenig wie Forschung, Bildung oder Lehre es jemals sein k\u00f6nnen. Gerade in Zeiten, in denen Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit immer salonf\u00e4higer werden, m\u00fcssen Hochschulen standhaft bleiben, sich nicht durch die Forderung nach vermeintlicher Neutralit\u00e4t einsch\u00fcchtern lassen und auf einen faktenbasierten Diskurs, wissenschaftliche Bildung und Vielfalt in den Seminarr\u00e4umen beharren. Und dabei spielen wir Studierende, die das Bild auf dem Campus pr\u00e4gen, eine tragende Rolle.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer im Zentralbereich aus der Bahn steigt, dem f\u00e4llt direkt ein Schriftzug ins Auge; \u201eMeat is murder\u201c steht da in gro\u00dfen Lettern zwischen den Bahnschienen auf den Asphalt gespr\u00fcht, eine f\u00fcr alle sichtbare, unmissverst\u00e4ndliche Botschaft, die offensichtlich von an Tierschutz interessierten Studierenden angebracht wurde. 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