{"id":19865,"date":"2026-04-07T22:31:07","date_gmt":"2026-04-07T20:31:07","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/?p=19865"},"modified":"2026-04-08T11:24:00","modified_gmt":"2026-04-08T09:24:00","slug":"long-distance-freundschaften","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/2026\/04\/07\/long-distance-freundschaften\/","title":{"rendered":"Long Distance-Freundschaften"},"content":{"rendered":"<p>Die Zwanziger sind f\u00fcr die meisten Menschen eine Zeit des Umbruchs. Viele lassen in diesen Jahren erstmals das Elternhaus hinter sich, oft zugleich auch die vertraute Heimatstadt, und wagen sich mit dem Beginn eines neuen Studiums in unerforschte Gew\u00e4sser \u2013 wer in dieser Situation ist, sehnt sich meist danach, m\u00f6glichst schnell neue Freund*innen im neuen Umfeld zu finden, um sich schnell einzuleben.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber, wie das am besten gelingt, haben wir schon einmal einen Artikel geschrieben -&gt; <a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/2024\/09\/02\/freundschaften-schliessen-im-studium\/\">Freundschaften schlie\u00dfen im Studium<\/a><\/p>\n<p>Doch was, wenn man zuhause eigentlich schon seine besten Freund*innen gefunden hat und nun die Freundschaft zum ersten Mal durch geographische Distanz auf die Probe gestellt wird? Denn w\u00e4hrend viele von uns von einem Leben \u00e1 la <em>Friends<\/em> tr\u00e4umen, in dem man mit seinen besten Freund*innen in WGs lebt, sich jeden Tag im Hausflur \u00fcber den Weg l\u00e4uft und alle ungefragt beieinander ein- und ausgehen, sieht die Realit\u00e4t meist anders aus; oft trennen sich schon nach der Schule die Wege: Den Einen zieht es ans andere Ende des Landes, die Andere macht erstmal eine einj\u00e4hrige Work-and-Travel-Reise in S\u00fcdamerika und wieder jemand bleibt in der Heimat. So zerstreuen sich w\u00e4hrend des Studiums ganze Freundesgruppen und nicht wenige langj\u00e4hrige Freundschaften verlaufen einfach im Sand. Klar, nicht jede Freundschaft ist f\u00fcr die Ewigkeit gemacht \u2013 manchmal passt es einfach nicht mehr, Menschen entwickeln sich unterschiedlich und die Interessen, die fr\u00fcher ein Bindeglied waren, verschieben sich. Doch bei manchen Freundschaften ist es richtig schade, wenn sie sich so in Luft aufl\u00f6sen.<\/p>\n<p>Was kann man also tun, um das zu verhindern?<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich gilt: Freundschaft braucht Pflege, um zu gedeihen. Sie aufrechtzuerhalten ist vergleichsweise einfach, wenn man sich jeden Tag in der Schule trifft oder nur wenige Minuten voneinander entfernt wohnt \u2013 wenn etwas mehr Entfernung oder gar Zeitverschiebung im Weg steht, m\u00fcssen dann auch mal schwerere Gesch\u00fctze aufgefahren werden. Hier mal ein paar Ideen, wie ihr in eurer Freundschaft trotz allem nicht die Verbindung verliert:<\/p>\n<ul>\n<li>Gerade f\u00fcr Gruppen kann das die Rettung sein: Entscheidet euch (zum Beispiel zu Beginn eines jeden Semesters) f\u00fcr einen Termin in der Woche, an dem ihr alle grunds\u00e4tzlich Zeit habt und plant f\u00fcr diesen einen <strong>Videocall<\/strong> ein. Ihr k\u00f6nnt w\u00e4hrend dieser Zeit zusammen kochen, Spiele spielen oder \u00fcber die Groupwatch-Funktionen verschiedener Streaminganbieter sogar gemeinsam einen Filmabend veranstalten. Oder ihr plaudert einfach. In jedem Fall hilft der festgelegte, regelm\u00e4\u00dfige Termin, nicht st\u00e4ndig vor der schier unl\u00f6sbaren Aufgabe zu stehen, einen neuen f\u00fcr alle passenden Tag zu finden, sondern er kann schon lange im Voraus fest von jedem eingeplant werden.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Sie ist ein polarisierendes Kommunikationsmittel. Die einen hassen sie aus tiefster Seele, die anderen lieben sie aus tiefstem Herzen. Die Rede ist nat\u00fcrlich von der <strong>Sprachnachricht<\/strong>. F\u00fcr alle, die gut mit ihr klarkommen, kann sie eine gro\u00dfartige M\u00f6glichkeit sein, sich gegenseitig Life Updates zu schicken oder sogar ganze Unterhaltungen zu f\u00fchren. Bei leidenschaftlichen Privat-Podcaster*innen kann da eine Sprachnachricht auch mal locker \u00fcber zehn Minuten gehen! Was sich fast so anf\u00fchlt, wie ein Telefonat, gl\u00e4nzt durch den Vorteil, dass eine zeitversetzte Unterhaltung m\u00f6glich wird \u2013 jeder kann flexibel dann antworten und abh\u00f6ren, wenn gerade ein paar Min\u00fctchen Zeit sind. Das kann dann auch auf dem Weg zur Uni, beim Kochen oder Gassigehen sein. Ideal besonders f\u00fcr Freund*innen, die in verschiedenen Zeitzonen leben!<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Mal ehrlich \u2013 wann habt ihr zuletzt einen <strong>Brief<\/strong> geschrieben? Also, einen richtigen Brief, nicht blo\u00df eine Geburtstagsgru\u00dfkarte? Wer gerne kreativ ist, kann sich hier richtig austoben, Freund*innen zum Beispiel kleine Beigaben zum Brief schicken, vielleicht einen h\u00fcbschen Sticker, eine leckere S\u00fc\u00dfigkeit oder einen Gutschein f\u00fcr das Lieblingscaf\u00e9 des Anderen. Und die Freude, wenn man selbst einen h\u00fcbschen, liebevoll handgeschriebenen Brief zwischen den Rechnungen, Krankenkassenbescheiden und all dem anderen langweiligen Erwachsenenkram im Briefkasten findet, ist unvergleichbar.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>F\u00fcr Freund*innen, die \u00e4hnliche Interessen teilen, ist das die perfekte M\u00f6glichkeit f\u00fcr mehr Austausch und N\u00e4he, ohne sich st\u00e4ndig zu sehen: Sucht euch ein <strong>Buch<\/strong>, dass ihr gleichzeitig lest oder eine <strong>Serie<\/strong>, die ihr gemeinsam anfangt. Nach jedem Kapitel oder jeder Staffel k\u00f6nnt ihr euch dann \u00fcber die Geschichte austauschen. Alle, die eher auf Musik stehen, k\u00f6nnen auch gemeinsam eine <strong>Playlist<\/strong> erstellen, zu welcher dann jeder Songs hinzuf\u00fcgt, die er oder sie gerade entdeckt hat und aktuell gerne h\u00f6rt. So bleibt das Gef\u00fchl, Teil des Lebens des Anderen zu sein und es wird ein Anreiz geschaffen, dar\u00fcber zu schreiben oder zu sprechen.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Und zuletzt das wahrscheinlich einfachste, was die meisten von uns ohnehin schon gerne machen: <strong>Memes verschicken<\/strong>. Denn was gibt es sch\u00f6neres, als zu sehen, dass die beste Freundin oder der beste Freund mal wieder etwas zu lange auf Instagram herumhing und gleich zehn Beitr\u00e4ge hintereinander geschickt hat? Oder die App zu \u00f6ffnen, nachdem man genau diese Person selbst war und zu sehen, dass das Gegen\u00fcber auf jedes einzeln reagiert und geantwortet hat? Ein verschicktes Meme, das dazu auf den Humor und die Interessen des Empf\u00e4ngers abgestimmt ist, ist wie eine virtuelle Umarmung, davon bin ich \u00fcberzeugt.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Mit diesen Mitteln baut man ein gutes Fundament daf\u00fcr, seine Freundschaften auch auf lange Sicht stabil und vertraut zu halten. Doch gibt es auch etwas, was man auf jeden Fall vermeiden sollte? Nun, ein Aspekt, der h\u00e4ufig von beiden Seiten unbemerkt zu einem Auseinanderdriften f\u00fchrt, ist, wenn sich \u00fcber gro\u00dfe Lebensver\u00e4nderungen nicht fr\u00fchstm\u00f6glich gegenseitig informiert wird. Du hast eine*n neuen Partner*in? Du ziehst um oder hast einen neuen Job? Erz\u00e4hl es deinen Freund*innen und warte nicht, bis ihr euch das n\u00e4chste Mal in Person seht. Zum einen werden sie wissen wollen, was in deinem Leben passiert, zum anderen wird aus dem \u201eah, das erz\u00e4hle ich lieber in Person\u201c allzu schnell ein \u201each, hatte ich dir das noch gar nicht erz\u00e4hlt? Joa, das war eigentlich schon vor zwei Monaten\u201c. Das schleicht sich schnell als Angewohnheit ein und wirkt f\u00fcrs Gegen\u00fcber, als sei es nicht mehr Teil deines Lebens.<\/p>\n<p>Bei allen Tipps bleibt das Wichtigste aber immer: Jede Freundschaft ist anders, jeder Mensch ist individuell. Manche m\u00fcssen sich nur alle paar Monate sehen und sind dennoch jedes Mal so vertraut wie eh und je. Andere sind eher vom Typ \u201eGoldfisch\u201c und brauchen stetigen, stabilen Kontakt, um sich in der Freundschaft wohlzuf\u00fchlen. Sprecht am besten offen \u00fcber das Thema und findet gemeinsame Wege, wie ihr euch auch mit mehr oder weniger Kilometern zwischen \u00a0eine Freundschaft f\u00fcrs Leben bewahrt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Leben in den Zwanzigern ist oft unstet, alle suchen ihren Platz im Leben: Studieng\u00e4nge werden begonnen und abgebrochen, Wohnorte gewechselt und so auch Freundschaften geschlossen, bevor sie sich wieder im Wind zerstreuen. Das ist zwar normal, doch oft auch sehr schade, sind manche Freundschaften es doch eigentlich wert, bewahrt zu werden. Doch wie, wenn die Distanz dazwischenkommt?<\/p>\n","protected":false},"author":14611,"featured_media":19863,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"footnotes":""},"categories":[10841,580333],"tags":[13868,580302,1023335,21521,469,509,21076],"class_list":["post-19865","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-campus-aktuell","category-studileben","tag-bremen","tag-campus-eule","tag-freundschaft","tag-studentenleben","tag-studium","tag-tipps","tag-universitat-bremen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19865","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/users\/14611"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=19865"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19865\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":19874,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19865\/revisions\/19874"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/media\/19863"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=19865"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=19865"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=19865"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}