{"id":19799,"date":"2026-02-10T00:36:55","date_gmt":"2026-02-09T23:36:55","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/?p=19799"},"modified":"2026-02-10T00:36:55","modified_gmt":"2026-02-09T23:36:55","slug":"nur-kurz-scrollen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/2026\/02\/10\/nur-kurz-scrollen\/","title":{"rendered":"Nur kurz scrollen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Es ist ein Dienstagmorgen mitten in der Klausurenphase. Man \u00f6ffnet die Augen und wei\u00df eigentlich ganz genau, was jetzt zu tun w\u00e4re: aufstehen, fr\u00fchst\u00fccken, sich an den Schreibtisch setzen. Der Druck ist gro\u00df, der Lernstoff ist viel und die Zeit gef\u00fchlt viel zu knapp. Doch statt aus dem Bett zu steigen, greift die Hand wie automatisch zum Handy. Nur mal kurz Instagram checken, sagt man sich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Und dann passiert es. Ein Reel, noch eins, dann ein weiteres. Aus den geplanten zehn Minuten werden drei\u00dfig, aus drei\u00dfig eine Stunde \u2013 und pl\u00f6tzlich sind zwei Stunden vergangen. Das schlechte Gewissen meldet sich, die Panik steigt, aber trotzdem sitzt man auch sp\u00e4ter am Tag wieder am Handy und scrollt und scrollt und scrollt. Ein Teufelskreis, aus dem viele nur schwer wieder herauskommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Dieses Verhalten nennt man Doomscrolling. Viele kennen den Begriff \u2013 sei es aus Berichten, aus Social Media oder aus eigener Erfahrung. Mal st\u00e4rker, mal schw\u00e4cher, aber insgeheim tun wir es doch fast alle. Besonders h\u00e4ufig in stressigen Situationen wie Pr\u00fcfungsphasen, emotional belastenden Zeiten oder wenn wir uns \u00fcberfordert f\u00fchlen. Doch warum ist das so? Warum f\u00e4llt es uns so schwer aufzuh\u00f6ren? Und was genau l\u00f6st diesen Drang aus, immer weiter zu scrollen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><b>Was ist Doomscrolling?<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Doomscrolling beschreibt das exzessive und meist unkontrollierte Scrollen durch negative oder stark reiz\u00fcberflutende Inhalte auf Social Media. Dabei geht es nicht nur um schlechte Nachrichten, sondern generell um das endlose Konsumieren von Reels, Videos und Posts, oft l\u00e4nger als geplant und ohne echten Mehrwert. Obwohl man merkt, dass es einem eigentlich nicht guttut, kann man kaum aufh\u00f6ren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><b>Warum passiert das?<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ein zentraler Grund liegt in unserem Gehirn, genauer gesagt im Dopamin-System. Dopamin ist ein Botenstoff, der f\u00fcr Motivation und Belohnung zust\u00e4ndig ist. Jedes neue Reel, jedes kurz-Video und jeder neue Post verspricht eine kleine Belohnung: etwas Lustiges, Spannendes oder \u00dcberraschendes. Ein Influencer nach dem anderen, wo das Leben perfekt scheint, die perfekten StudentInnen, die ReisebloggerInnen die mehr zeit im Ausland als Zuhause zu sein scheinen und uns ZuschauerInnen mit an die sch\u00f6nsten Orte nehmen. Und dazwischen dann die vielen schlechten Nachrichten, welche uns runterziehen und dann einen scroll weiter die Menschen die einen Alltag voller Spannung zeigen auch wenn es eigentlich nur 15 Sekunden des Tages sind die wir sehen. Unser Gehirn wei\u00df nie, was als N\u00e4chstes kommt\u2026genau das macht es so reizvoll.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Besonders in Stresssituationen sucht unser Gehirn nach schnellen Auswegen. Lernen bedeutet Anstrengung, Konzentration und oft auch Frustration. Social Media hingegen bietet sofortige Ablenkung und kleine Dopamin-Kicks, ganz ohne Aufwand. Doomscrolling wird so zu einer Flucht in kurzfristige Erleichterung und Freude.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><b>Was macht das mit unserem Gehirn?<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Durch st\u00e4ndiges Doomscrolling gew\u00f6hnt sich das Gehirn an schnelle Reize. Die Aufmerksamkeitsspanne sinkt, Konzentration f\u00e4llt schwerer und selbst einfache Aufgaben wirken pl\u00f6tzlich anstrengend. Gleichzeitig steigt die innere Unruhe, weil das Gehirn immer wieder nach neuen Reizen verlangt. Ein echter Fokus \u2013 zum Beispiel beim Lernen \u2013 wird dadurch immer schwieriger.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><b>Was kann man dagegen tun?<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ganz auf Social Media zu verzichten ist f\u00fcr die meisten unrealistisch und auch nicht unbedingt n\u00f6tig. Viel wichtiger ist ein bewussterer Umgang. Eine M\u00f6glichkeit sind Fokus-Apps, die bestimmte Apps f\u00fcr einen festgelegten Zeitraum sperren. Besonders empfehlenswert sind Apps wie Focus Friend oder Plantie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Au\u00dferdem hilft es, den Impuls zum Scrollen bewusst umzulenken. Immer wenn der Drang kommt, kann man stattdessen etwas tun, das einem wirklich Freude bereitet oder entspannt: tanzen, ein paar Seiten in einem Buch lesen, ein Instrument spielen, spazieren gehen oder einfach kurz durchatmen. Auch kleine Rituale, wie das Handy morgens nicht direkt anzufassen, k\u00f6nnen langfristig einen gro\u00dfen Unterschied machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Habt ihr noch mehr Tipps und Anreize mit welchen man den ewigen Kreislauf des Scrollens besiegen kann? Teilt sie gerne in den Kommentaren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist ein Dienstagmorgen mitten in der Klausurenphase. 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