{"id":19609,"date":"2025-10-10T17:28:52","date_gmt":"2025-10-10T15:28:52","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/?p=19609"},"modified":"2025-10-10T17:28:52","modified_gmt":"2025-10-10T15:28:52","slug":"alltag-mit-tapetenwechsel-ein-zine-rund-ums-erasmus-semester","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/2025\/10\/10\/alltag-mit-tapetenwechsel-ein-zine-rund-ums-erasmus-semester\/","title":{"rendered":"\u201eAlltag mit Tapetenwechsel\u201c \u2013 Ein Zine rund ums Erasmus-Semester"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">\u201eAlso es ist, wie ein Alltag mit Tapetenwechsel; da f\u00fchlt man sich fast schon so, als ob das Leben einem beschenkt\u201c Wenn Lotta <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-19611 size-square alignright\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/files\/FBE2DA0B-BCDF-4609-87E9-01F8F9624841-2-180x180.jpg\" alt=\"\" width=\"180\" height=\"180\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/files\/FBE2DA0B-BCDF-4609-87E9-01F8F9624841-2-180x180.jpg 180w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/files\/FBE2DA0B-BCDF-4609-87E9-01F8F9624841-2-80x80.jpg 80w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/files\/FBE2DA0B-BCDF-4609-87E9-01F8F9624841-2-36x36.jpg 36w\" sizes=\"auto, (max-width: 180px) 100vw, 180px\" \/>von ihren Erfahrungen in Istanbul und Budapest erz\u00e4hlt, sp\u00fcrt man sofort, wie viel Begeisterung, aber auch Nachdenken darin steckt. Um anderen Studierenden den Weg ins Ausland zu erleichtern, arbeitet sie aktuell im Rahmen eines Hochschulprojekts, an einem Zine voller Tipps, Inspiration und ehrlicher Einblicke. In unserem Interview spricht sie \u00fcber ihre Erlebnisse, ihre Motivation und die wichtigsten Learnings. Ihr Zine erscheint bald erstmals auf ihrem Instagram-Account [@lottamiabo] \u2013 dort k\u00f6nnen alle Interessierten einen Blick hineinwerfen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><b>CampusEULe: Magst du dich kurz vorstellen und erz\u00e4hlen, <\/b><b>wer und was hinter dem Zine steckt?<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><b>Lotta B\u00f6kler: <\/b>Gerne. Ich bin Lotta. Ich studiere den Studiengang Transkulturelle Studien an der Uni Bremen. Und da haben wir ein Modul, wo wir ein komplett eigenes Projekt machen k\u00f6nnen. Und dann habe ich damit \u00fcberlegt, was ich machen k\u00f6nnte. Wovon h\u00e4tten vielleicht auch andere Leute was? Und ich hatte das Gl\u00fcck, dass ich zweimal Erasmus machen konnte. Das war f\u00fcr mich jeweils so eine tolle Zeit, dass ich mir so dachte, da k\u00f6nnte ich Leute dran teilhaben lassen. Eine Art und Weise, die informiert und den Studierenden Einblicke gibt. Was hat es auf sich mit Erasmus? Was muss man vorbereiten? Was muss man nachbereiten? Was passiert eigentlich, wenn man im Ausland ist? Und genau, dann dachte ich mir, mache ich so ein digitales Zine, also wie ein Magazin, wodurch man sich digital klicken kann. Das all dies hoffentlich abdeckt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><b>Dann warst du ja selber schon mal im Ausland, magst du was dazu erz\u00e4hlen? Wo warst du und wie hast du die Zeit so erlebt?<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Also in meinem Bachelor war ich in Budapest, das war im Wintersemester 2021-2022. Und jetzt im Master war ich letztes Wintersemester in Istanbul. Und ich fand beide Male, super unterschiedlich, aber wirklich total toll.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Also erst mal war es toll, dem Winter in Deutschland zu entfliehen, der immer sehr grau ist. Und in Budapest war es sehr viel k\u00e4lter als in Deutschland. Aber die Sonne schien \u00f6fters, der Himmel war blau und deshalb war das schon toll. Und in Istanbul war das Wetter nat\u00fcrlich auch gut. Es war wirklich viel w\u00e4rmer. Aber jetzt auch mal unabh\u00e4ngig vom Wetter einfach in eine ganz neue Stadt kommen zu k\u00f6nnen, wo man l\u00e4ngerfristig bleiben kann und dann auch wirklich Zeit hat, sich ganz in Ruhe Dinge anzugucken. Also nicht wie <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-19612 size-square alignleft\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/files\/51A8E629-B3B7-447E-9E0A-ACC35F3952CA-2-180x180.jpg\" alt=\"\" width=\"180\" height=\"180\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/files\/51A8E629-B3B7-447E-9E0A-ACC35F3952CA-2-180x180.jpg 180w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/files\/51A8E629-B3B7-447E-9E0A-ACC35F3952CA-2-80x80.jpg 80w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/files\/51A8E629-B3B7-447E-9E0A-ACC35F3952CA-2-36x36.jpg 36w\" sizes=\"auto, (max-width: 180px) 100vw, 180px\" \/>im Urlaub, wenn man begrenzte Zeit hat, sondern alles ganz gem\u00e4chlich machen zu k\u00f6nnen, war f\u00fcr mich irgendwie eine richtig tolle, bereichernde Erfahrung. Es sind ganz viele Dinge, \u00fcber die ich sprechen kann. Neue Leute, die man getroffen hat. Auch eine neue Universit\u00e4t besuchen zu k\u00f6nnen und dabei zu erfahren, wie ist denn eigentlich Studieren im Ausland? Auch, wie ist meine Disziplin im Ausland, wie wird diese dort unterrichtet? Das waren so viele verschiedene spannende Eindr\u00fccke, dass ich beide Male sehr, sehr, sehr gl\u00fccklich war, dass ich mich das gewagt habe.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><b>Hast du ein paar Kernmomente, wo du sagen w\u00fcrdest, das waren die sch\u00f6nsten Momente, die ich erlebt habe? Gerne auch f\u00fcr beide St\u00e4dte einmal.<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">In Budapest war es, dass ich sehr viele internationale Menschen kennengelernt habe. Und es war sehr spannend f\u00fcr mich, auch deren Perspektiven dadurch kennenzulernen, auch auf die Stadt. Und wie anders sie, die auch erlebt haben, wie ich. Und in Istanbul habe ich sehr viele T\u00fcrkische Menschen vor Ort kennengelernt. Das war auch richtig toll. Und in beiden St\u00e4dten habe ich halt durch die Uni, die ich besucht habe, sehr viel \u00fcber die Kultur der L\u00e4nder, die ich besucht habe, gelernt. Also dadurch habe ich wirklich nochmal tolle Einblicke bekommen, die ich so sonst nicht h\u00e4tte, wenn ich alleine dort hingereist w\u00e4re. Auch Perspektiven wie: was geht da gerade politisch ab? Was hat das im Kontext mit Europa und der Welt zu tun? Wie geht es jungen Menschen in diesem Land? Was bewegt die? Und genau, das war spannend. Aber auch einfach so Momente, wenn man halt irgendwo alleine ist und merkt, ich habe hier gerade Menschen kennengelernt, die sind von wo ganz anders, die sind auch anders aufgewachsen als ich teilweise und wir verstehen uns irgendwie so gut. So da denkt man sich manchmal, wie kann das eigentlich sein, dass wir irgendwie so auf einer Wellenl\u00e4nge sind. Es findet sich das dann irgendwie immer zusammen und das ist richtig, richtig sch\u00f6n. Also da f\u00fchlt man sich fast schon so, als ob irgendwie das Leben einem beschenkt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><b>Hattest du auch Phasen des Zweifelns oder wo du vor gro\u00dfen Herausforderungen standest?<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Definitiv. Also fangen wir erstmal vor dem Auslandssemester an. Da hatte ich gro\u00dfe Angst, dass ich keine Unterkunft finde. Besonders in Istanbul, was halt einfach eine gigantisch gro\u00dfe Stadt ist. Das ist sehr schwer und da muss man dann schon echt sehr viel Zeit und Energie rein investieren. Man kann halt Gl\u00fcck haben, wenn man irgendwie Kontakte hat, oder man muss selbst recherchieren. Aber man braucht ja schon ein bisschen Resilienz und man muss durchhalten. Und ich glaube, im Endeffekt klappt das immer. Ich habe noch nie von irgendwem geh\u00f6rt, \u201emein Erasmus ist daran gescheitert, dass ich keine Unterkunft gefunden habe\u201c. Ich glaube, man findet immer was. Man muss das einfach im Vorfeld mit Bedenken, dass das halt auch ein bisschen Energie und Zeit kostet, die man investieren muss. Dann hat man das und dann ist auch alles gut. Und w\u00e4hrend des Erasmus war f\u00fcr mich, noch so ein Punkt, man lernt viele tolle Menschen kennen und man hat viel Spa\u00df mit denen, aber manchmal hat man vielleicht Momente, wo man einfach gerne mit einer Person reden w\u00fcrde, mit der man schon seit zehn Jahren befreundet ist. Und manchmal will man nicht mit der Person telefonieren, sondern h\u00e4tte die Person lieber gerade da. Und das ist nat\u00fcrlich sowas, das kennt man vielleicht schon, wenn man f\u00fcrs Studium in eine andere Stadt gezogen ist und jetzt nicht mehr mit seinen Jugendfreunden zusammen in derselben Stadt wohnt. Sowas merkt man dann auch im Erasmus. Manchmal fehlen die engen Freundinnen dann schon. Aber genau daf\u00fcr macht es dann die Telefonate umso wertvoller.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><b>Hast du auch Kernmomente, die wichtig waren im Hinblick auf die pers\u00f6nliche Entwicklung?<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ja, absolut. Also als allererstes kann ich erstmal sagen: Alleinreisen. Als ich das das allererste Mal gemacht habe, hatte ich schon gro\u00dfen Respekt davor und dachte mir: Habe ich dann \u00fcberhaupt Spa\u00df? Lerne ich dann Menschen kennen? Wie lerne ich Menschen kennen? Langweile ich mich vielleicht? Bin ich dann vielleicht wieder zur\u00fcck und bereue, dass ich all die M\u00fche <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-19615 alignright\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/files\/7B60CFA9-5692-4247-A215-DE7947726D8C-2-1-282x300.jpg\" alt=\"\" width=\"216\" height=\"230\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/files\/7B60CFA9-5692-4247-A215-DE7947726D8C-2-1-282x300.jpg 282w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/files\/7B60CFA9-5692-4247-A215-DE7947726D8C-2-1.jpg 585w\" sizes=\"auto, (max-width: 216px) 100vw, 216px\" \/><br \/>\ninvestiert habe, all das Geld? Aber als ich dann zum allerersten Mal alleine gereist bin, hat sich das irgendwie innerhalb von wenigen Tagen direkt gel\u00f6st, weil einfach diese Erfahrung, an einem neuen Ort zu leben, der so sch\u00f6n ist, einen irgendwie direkt so positiv \u00fcberw\u00e4ltigt. Jetzt kann ich nur f\u00fcr mich sprechen, aber ich habe es auch von anderen schon geh\u00f6rt, dass man direkt merkt: Okay, das war eine gute Entscheidung, ich kann die Herausforderungen auf mich zukommen lassen, die kann ich bew\u00e4ltigen oder ich kann nach Hilfe fragen. Und man findet immer Menschen, die einem helfen, ob es jetzt andere Studis sind, die Fakult\u00e4t vor Ort, die Fakult\u00e4t zu Hause, Eltern, Familie, Freundinnen in der Heimat, die man anrufen kann. Also, man ist nicht alleine, nur weil man alleine verreist. Das ist wichtig, im Kopf zu behalten.Und dann spezifisch auf Erasmus jetzt nochmal fokussiert: Ich habe in meinem ersten Erasmus erlebt, dass ich das Gef\u00fchl hatte, ich muss zu jeder Erasmus-Veranstaltung, um Menschen kennenzulernen, weil ich Angst hatte, dass ich sonst den Moment verpasse, um Freundschaften zu schlie\u00dfen. Und dann habe ich aber schnell gemerkt, man muss nicht zu jeder Veranstaltung, denn man lernt so oder so Menschen kennen. Und man kann das in seinem eigenen Tempo machen. Und beim zweiten Erasmus habe ich auf jeden Fall diese Angst nicht mehr. Aber ganz viele Menschen, mit denen ich mich unterhalten habe, die Erasmus dann zum ersten Mal gemacht haben, hatten halt diese Angst und das Gef\u00fchl, dass sie alle Menschen kennenlernen m\u00fcssen, und auch diesen Druck, dass sie jetzt die beste Zeit ihres Lebens haben m\u00fcssen. Aber es ist halt nur ein weiteres Kapitel im Leben, deshalb braucht man da keinen Druck auf sich selbst aus\u00fcben, sondern kann sich erlauben, es einfach so zu genie\u00dfen in seinem eigenen Tempo.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><b>Was w\u00fcrdest du sagen, warum lohnt sich ein Auslandssemester? Warum w\u00fcrdest du es weiterempfehlen?<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Also ich finde wegen so, so, so vielen Sachen. Ich pers\u00f6nlich bin eine Person, mir macht es Spa\u00df, ins Ausland zu reisen, mir macht es Spa\u00df, in neuen Umfeldern zu sein, neue Unis auszuprobieren, neue Menschen kennenzulernen. Ich denke aber auch, selbst wenn man eine Person ist, welche sich nicht sicher ist: Brauche ich das gerade? Dann ist es vielleicht gut, daran zu denken, dass es echt eine einzigartige M\u00f6glichkeit ist. Also ich glaube, im Leben kriegt man sonst nicht nochmal die M\u00f6glichkeit, einfach so mit finanzieller Unterst\u00fctzung ins Ausland zu gehen und woanders studieren zu k\u00f6nnen. Und deshalb glaube ich, lohnt sich das eigentlich f\u00fcr alle Menschen. Weil im Endeffekt, selbst wenn man dann nicht so viel Spa\u00df hat, wie man denkt, dann sind es nur f\u00fcnf Monate, das geht auch super schnell vorbei. Aber bisher habe ich wirklich von allen Leuten immer nur Positives geh\u00f6rt. Also, ich w\u00fcrde deshalb sagen, es lohnt sich f\u00fcr alle Leute, die sich das irgendwie m\u00f6glich machen k\u00f6nnen und die ein bisschen neugierig sind und auch flexibel f\u00fcr ein bisschen Ver\u00e4nderungen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><b>Wenn du jetzt einen Studierenden vor dir h\u00e4ttest, der das gerade plant, welche Tipps w\u00fcrdest du der Person an die Hand geben?<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Okay, also erstmal nat\u00fcrlich organisatorische Sachen. Wenn man wei\u00df, wohin es geht, sollte man Auslands-BAf\u00f6G beantragen, wenn man es braucht, weil man das mindestens sechs Monate vorher beantragen muss, damit es p\u00fcnktlich kommt. Das Learning Agreement muss man auch davor machen. Das hei\u00dft, man muss schauen, was es dort f\u00fcr Kurse gibt. Die muss man sich dann auf das Learning Agreement schreiben und das von beiden Unis unterschreiben lassen. Das auch so fr\u00fch wie m\u00f6glich machen und dann keine Panik haben, wenn man vor Ort ist und merkt, all die Kurse, die es auf der Website gab, die finden eigentlich gar nicht statt. Das ist, glaube ich, so gut wie immer der Fall, das ist nicht schlimm. Da dann einfach das Learning Agreement upgraden und sich halt von dieser ganzen B\u00fcrokratie nicht beirren lassen. Das ist alles machbar. Und meine pers\u00f6nliche Empfehlung, die gar nichts mit Organisatoren zu tun hat, sondern einfach mit einem pers\u00f6nlichen Aspekt, vielleicht mal ein Moodboard machen: Warum will ich dieses Erasmus machen? Was erhoffe ich mir davon? Was h\u00e4tte ich gerne f\u00fcr Erfahrungen oder Gef\u00fchle? Was will ich f\u00fcr einen Wandel? Was sind meine pers\u00f6nlichen Ziele? Will ich vielleicht in der Gegend reisen gehen? Das ist n\u00e4mlich auch ganz wichtig. Wenn man da ist, hat man ja einen Alltag. Das hei\u00dft, man ist auch busy und dann ist es gut, wenn man sich vorher schon mal aufgeschrieben hat: \u201eWof\u00fcr m\u00f6chte ich Zeit machen?\u201c In der begrenzten Zeit, die ich da bin.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><b>Wenn du das mal so runterbrechen w\u00fcrdest, wie w\u00fcrde so ein Alltag im Erasmus-Semester \u00fcberhaupt aussehen? Wie kann man sich das vorstellen?<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ich w\u00fcrde sagen, es kann sehr verschieden aussehen. Bei mir pers\u00f6nlich sah er immer so aus, dass ich halt ganz normal Uni hatte <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-19614 size-square alignleft\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/files\/A0440347-9522-4574-9D2B-3C7A53A0C4D9-2-180x180.jpg\" alt=\"\" width=\"180\" height=\"180\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/files\/A0440347-9522-4574-9D2B-3C7A53A0C4D9-2-180x180.jpg 180w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/files\/A0440347-9522-4574-9D2B-3C7A53A0C4D9-2-80x80.jpg 80w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/files\/A0440347-9522-4574-9D2B-3C7A53A0C4D9-2-36x36.jpg 36w\" sizes=\"auto, (max-width: 180px) 100vw, 180px\" \/>an ein paar Tagen in der Woche und dann zwischendurch Texte lesen musste. Das habe ich zusammen mit Leuten, mit denen ich studiere, gemacht. Auch super, dann lernt man Menschen kennen. In meinem zweiten Erasmus hatte ich noch meinen Minijob remote dabei. Das hei\u00dft, ich habe dann auch gearbeitet. Also, ich hatte wirklich so einen ganz normalen Studientag, wie man ihn wahrscheinlich auch in Deutschland hat, aber trotzdem immer noch sehr privilegiert und entspannt. Und dann kann man zwischendurch aber einfach, je nachdem, wo man ist, zum Strand gehen oder zu einer Sehensw\u00fcrdigkeit. Man probiert dann auf einmal neues Essen, geht in ganz neuen Settings sich Kunst anschauen, Live-Musik h\u00f6ren oder feiern. Man hat einfach seinen Alltag in einem ganz anderen Environment. Man macht zum Beispiel in der Bibliothek seine Unisachen, wo man kompletten Ausblick auf das Meer hat oder \u00c4hnliches. Also es ist wie ein Alltag mit Tapetenwechsel.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><b>Die R\u00fcckkehr: Wenn man wieder zur\u00fcck an die Heimatuni, in die Heimatstadt kommt. Was steht da organisatorisch, aber auch pers\u00f6nlich an?<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Vielleicht fangen wir diesmal mit dem Pers\u00f6nlichen an, weil ich glaube, das ist das, was einen direkt trifft, wenn man zur\u00fcckkommt. Ich pers\u00f6nlich habe mich bei beiden Malen gefreut, wieder zur\u00fcckzukommen, weil ich Dinge hatte, auf die ich mich freuen konnte, aber es ist auch ein bisschen schwer und traurig f\u00fcr mich gewesen. Nat\u00fcrlich wei\u00df man, man kann den Ort wieder besuchen, aber es wird nicht dasselbe sein. Das hei\u00dft, man ist sich dann sehr bewusst, dass dieses Kapitel im Leben jetzt wirklich abgeschlossen ist und dass jetzt was Neues kommt. Und genau, dann verl\u00e4sst man den Ort und kommt zu Hause an mit so einem weinenden und lachenden Auge irgendwie. Mir hat es sehr geholfen, mir bei beiden Malen bewusst zu machen, was ich habe, worauf ich mich freuen kann, wenn ich zur\u00fcckkomme. Zum Beispiel gehe ich gerne zum Tanzen in der Stadt, wo ich eigentlich studiere. Und hier gibt es mein Lieblingscaf\u00e9, jetzt kann ich da endlich wieder mein Lieblingskuchenst\u00fcck essen. Das hat mir pers\u00f6nlich sehr geholfen. Und dann muss man sich nat\u00fcrlich, wenn man zur\u00fcckkommt, relativ zeitnah um organisatorische Sachen k\u00fcmmern, um sein Erasmus abzuschlie\u00dfen. Da hat man dann dieses Transcript of Records. Da steht drauf, welche Kurse man vollbracht hat, wie viele Punkte man bekommen hat, welche Noten man hatte. Da steht dann genau, was<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-19617  alignright\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/files\/A5B6F9A4-A768-4B3C-9AFA-5D698B7A62B6-2-180x180.jpg\" alt=\"\" width=\"202\" height=\"202\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/files\/A5B6F9A4-A768-4B3C-9AFA-5D698B7A62B6-2-180x180.jpg 180w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/files\/A5B6F9A4-A768-4B3C-9AFA-5D698B7A62B6-2-80x80.jpg 80w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/files\/A5B6F9A4-A768-4B3C-9AFA-5D698B7A62B6-2-36x36.jpg 36w\" sizes=\"auto, (max-width: 202px) 100vw, 202px\" \/> hat man gemacht, was davon wird zu Hause angerechnet. Und dann gibt man das halt noch zu dem International Office. Und man kriegt auch danach die letzte Auszahlung vom Erasmus-Geld. Bei mir war es beim ersten Erasmus so, dass ich noch einen Sprachtest im Nachhinein machen musste, um zu zeigen, ob sich mein Englisch verbessert hat. Das war bei meinem zweiten Erasmus nicht der Fall. Und dann muss man auf jeden Fall immer einen Erasmus-Bericht abgeben. Der ist aber meistens schnell geschrieben, weil man so viele Erfahrungen gemacht hat. Also den schreibt man meistens schnell runter. Das waren bei mir beim letzten Mal so f\u00fcnf bis sieben Seiten. Und dann macht man noch eine Evaluation, also wie man seinen Erasmus fand, wie die organisatorischen Sachen geklappt haben. Das geh\u00f6rt quasi zu diesen pflichtorganisatorischen Sachen noch dazu. Und dann geht es einfach nur noch darum, wieder zur\u00fcck in seinem bisherigen Studium und der Stadt anzukommen, wo man vorher schon war.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><b>Wieder zu deinem Projekt zur\u00fcck: Wie soll dein ZINE Studierende denn unterst\u00fctzen, beziehungsweise was w\u00fcrdest du sagen, unterscheidet es dann von anderen Infomaterialien?<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Also ich bin auf die Idee gekommen, weil ich das von mir kenne. Wenn ich bei Info-Veranstaltungen war, dann war das erstmal sehr viel Input. Also das hat mich manchmal erschlagen. Und dann hatte ich manchmal das Gef\u00fchl, es hat nicht alle meine Fragen beantwortet. Mir haben auch pers\u00f6nliche Einblicke gefehlt. Es ist ja auch so, dass Aufenthalte ganz anders sein k\u00f6nnen, je nachdem, in welches Land man geht. Und im Wintersemester oder im Sommersemester. Und geht man dahin, weil man Punkte machen m\u00f6chte, die dann einem noch angerechnet werden m\u00fcssen? Oder kann man einfach \u201efor fun\u201c studieren, weil man alle seine Punkte schon hat? Ich dachte, es w\u00e4re wertvoll, wenn ich etwas h\u00e4tte, was sehr pers\u00f6nlich ist. Also es ist auf jeden Fall keine universelle Erfahrung. Niemand, der mein Zine liest, wird Erasmus antreten und dieselben Erfahrungen machen wie ich. Aber vielleicht regt das so an, einfach offen daf\u00fcr zu sein, seine eigenen Erfahrungen zu machen. Man kriegt auf jeden Fall durch mein Zine Input, was organisiert werden muss, was es vielleicht f\u00fcr Dinge gibt, die man machen kann, um es sich selbst einfacher zu machen und mit der B\u00fcrokratie gut strategisch umzugehen. Aber es soll auch mit Anekdoten voll sein und Leuten so Lust machen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><b>Gibt es Themen, bei dennen du sagst, dass diese noch viel zu kurz kommen in Infobrosch\u00fcren oder Veranstaltungen?<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ich w\u00fcrde sagen, was ganz wichtig ist, ist, im Kopf zu behalten, dass die Erasmus-Zeit f\u00fcr einen selbst ist. Weil man vielleicht das Gef\u00fchl hat, ich muss jetzt die beste Zeit meines Lebens haben und muss das jetzt festhalten f\u00fcr mein Instagram und andere Leute<br \/>\nm\u00fcssen das sehen. Das ist, glaube ich, so ein Druck, der ist vielleicht einfach Zeitgeist unserer Realit\u00e4t im Moment. Aber da w\u00fcrde ich noch mal sagen, es ist so eine besondere einmalige Zeit. Nutze sie wirklich f\u00fcr dich selbst. Nutze die Zeit f\u00fcr Dinge, die dir wichtig sind, die dich wirklich interessieren, und koste sie so richtig aus.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><b>Wenn du jetzt einen Studi vor dir h\u00e4ttest und dir ein Satz einfallen m\u00fcsste, um ihm Mut zu machen, was w\u00fcrdest du sagen?<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ich w\u00fcrde sagen, nutze so eine Chance, weil du sie sp\u00e4ter im Leben sehr wahrscheinlich nicht noch mal bekommst. Nicht auf diese Art und Weise. Wenn es nicht so toll wird, wie du denkst, dann war es trotzdem wert. Also trau dich, weil es sich lohnen wird. Irgendwas wird es dir geben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eAlso es ist, wie ein Alltag mit Tapetenwechsel; da f\u00fchlt man sich fast schon so, als ob das Leben einem beschenkt\u201c Wenn Lotta von ihren Erfahrungen in Istanbul und Budapest erz\u00e4hlt, sp\u00fcrt man sofort, wie viel Begeisterung, aber auch Nachdenken darin steckt. 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