{"id":19337,"date":"2025-04-21T23:58:30","date_gmt":"2025-04-21T21:58:30","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/?p=19337"},"modified":"2025-04-21T23:58:30","modified_gmt":"2025-04-21T21:58:30","slug":"die-zukunft-des-buches-buechersterben-vs-lesehype","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/2025\/04\/21\/die-zukunft-des-buches-buechersterben-vs-lesehype\/","title":{"rendered":"Die Zukunft des Buches \u2013 B\u00fcchersterben vs. Lesehype"},"content":{"rendered":"<p style=\"font-weight: 400\">Das gedruckte Buch stirbt aus \u2013 das schien lange Zeit die \u00dcberzeugung vieler Menschen zu sein. Wie sollte es schlie\u00dflich gegen die Vorz\u00fcge von jederzeit \u00fcber Streamingdienste verf\u00fcgbaren Filmen oder Serien, oder besser noch, kurzen Videos auf TikTok oder Instagram als schnelle, s\u00fcchtigmachende Dopaminprovider ankommen? In einer Welt, die immer schnelllebiger und einer Aufmerksamkeitsspanne, die damit immer k\u00fcrzer wird, haben B\u00fccher, die Konzentration und Ruhe fordern, keinen Platz mehr. So die These.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Doch k\u00f6nnte es nicht auch genau anders herum sein? Denn es hat ja einen Grund, weshalb in den letzten Jahren, insbesondere seit der Pandemie, Hobbys einen Aufschwung erlebt haben, die einen \u201eSlow living\u201c-Lifestyle verk\u00f6rpern. Backen, zeichnen, h\u00e4keln, lesen. Dinge, die Zeit und Geduld brauchen. W\u00e4hrend unsere Leben immer schneller an uns vorbeiziehen, sehnen wir uns nach ein bisschen Ruhe, dem Gef\u00fchl, f\u00fcr einen Moment der Hektik des Alltags und der st\u00e4ndigen Reiz\u00fcberflutung zu entkommen. Diese M\u00f6glichkeit bieten B\u00fccher wie kein anderes Medium. Der beinahe meditative Wachtraum, in dem wir eine neue Welt erkunden, Seite f\u00fcr Seite unsere Fantasie spielen lassen, innerhalb weniger Stunden ein ganzes Abenteuer erleben. Das ist der rettende Eskapismus, der uns wenigstens f\u00fcr eine Weile aus der \u00dcberforderung und dem Stress zieht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Und die aktuelle Beliebtheit von B\u00fcchern zeigt sich nicht nur auf \u201eBooktok\u201c und co.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Bei meinem diesj\u00e4hrigen Besuch der Buchmesse in Leipzig habe ich schnell das Gef\u00fchl bekommen, dass die Sorge um die B\u00fccher wahrscheinlich vorerst unbegr\u00fcndet ist.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Beim Betreten der ersten Halle stie\u00df mir als erstes die warme Luft entgegen, die mir bereits eine erste Vorahnung gab, wie voll es sein w\u00fcrde. Stimmengewirr und der Geruch nach Essen erf\u00fcllte die Luft und ohne zu z\u00f6gern warf ich mich voller Begeisterung ins Get\u00fcmmel. Sp\u00e4ter erfuhr ich, dass dieses Jahr die bisher h\u00f6chste Besucher*innenzahl der Leipziger Buchmesse verzeichnet wurde, mit 296.000 B\u00fccherbegeisterten \u2013 ein neuer Rekord, also. Kann es dem B\u00fcchermarkt dann \u00fcberhaupt tats\u00e4chlich so schlecht gehen?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Nun, leider ja. Die Produktionskosten sind gestiegen und die Menschen lesen im Schnitt wesentlich weniger als noch vor zwanzig Jahren. Und auch auf Seiten der Buchhandlungen sieht es f\u00fcr viele Betriebe finster aus; denn obwohl besonders unter jungen Frauen Lesen als Hobby wieder voll im Trend ist, geht es den kleinen, unabh\u00e4ngigen Buchhandlungen immer schlechter. Sie stehen unter dem st\u00e4ndigen Druck durch die Konkurrenz mit gro\u00dfen Ketten, die zu gro\u00dfem Teil durch ihre Onlineshops Profit erzielen. Doch besonders mit Blick auf die aktuellen B\u00fccherverbote in den USA sowie die Art, wie sich derzeit gro\u00dfe amerikanische Konzerne der Trump-Regierung beugen, sollte schnell deutlich werden, wie wichtig kleine und unabh\u00e4ngige Gesch\u00e4fte sind. Nicht nur f\u00fcr einen faireren Markt, sondern auch f\u00fcr die Demokratie. Denn B\u00fccher sind Wissen und Bildung und der Zugang hierzu sollte wohl kaum in den H\u00e4nden einiger weniger Gro\u00dfkonzerne liegen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Wenn wir also die B\u00fccher bewahren wollen, muss das Lesen als Trend seinen Weg auch aus Booktok heraus und in unabh\u00e4ngige Buchhandlungen finden. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Wahl auf Biografie, Krimi, Fantasy oder Romantik f\u00e4llt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Hauptsache, wir lesen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das gedruckte Buch stirbt aus \u2013 das schien lange Zeit die \u00dcberzeugung vieler Menschen zu sein. 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