{"id":18798,"date":"2024-01-30T11:02:36","date_gmt":"2024-01-30T10:02:36","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/?p=18798"},"modified":"2024-02-05T16:10:57","modified_gmt":"2024-02-05T15:10:57","slug":"warum-erinnern-so-wichtig-ist-tag-des-gedenkens-an-die-opfer-des-nationalsozialismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/2024\/01\/30\/warum-erinnern-so-wichtig-ist-tag-des-gedenkens-an-die-opfer-des-nationalsozialismus\/","title":{"rendered":"Warum Erinnern so wichtig ist &#8211; Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus"},"content":{"rendered":"<p>Seit 1996 findet j\u00e4hrlich am 27. Januar der Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus statt. An diesem Tag, 51 Jahre zuvor, wurde das Konzentrationslager Auschwitz befreit und zeichnet somit einen sehr besonderen Tag. Die Herausforderungen unserer Zeit, sei es wachsender Extremismus, Rassismus oder politische Unsicherheiten, machen deutlich, dass der 27. Januar mehr ist als ein historisches Datum \u2013 er ist eine Gelegenheit zur Besinnung und zum Dialog \u00fcber die Werte, die unsere Gesellschaften gestalten sollten. Das Erinnern an den Holocaust, der Millionen Menschen das Leben kostete, tr\u00e4gt eine ethische Verantwortung in sich, uns daran zu erinnern, welche dunklen Pfade menschliche Gesellschaften betreten k\u00f6nnen. Es ist ein Aufruf, die moralischen Lehren der Geschichte zu beachten und gegen jegliche Form von Diskriminierung und Hass aktiv vorzugehen.<\/p>\n<p>Auch die Uni Bremen hat am gestrigen Tag, Montag den 29.1.24, den Opfern des Holocaust gedacht und den Tag mit Vortr\u00e4gen von Gastredner:innen im GW1 H\u00f6rsaal gestaltet.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-18799 alignright\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/files\/tempImagenObeyd-e1706608765832-300x263.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"263\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/files\/tempImagenObeyd-e1706608765832-300x263.jpg 300w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/files\/tempImagenObeyd-e1706608765832-1030x901.jpg 1030w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/files\/tempImagenObeyd-e1706608765832-768x672.jpg 768w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/files\/tempImagenObeyd-e1706608765832-1536x1344.jpg 1536w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/files\/tempImagenObeyd-e1706608765832-1500x1313.jpg 1500w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/files\/tempImagenObeyd-e1706608765832-705x617.jpg 705w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/files\/tempImagenObeyd-e1706608765832.jpg 1857w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Gerne m\u00f6chte ich diese Veranstaltung der Uni als Ausgangspunkt miteinbeziehen, auch um zu verdeutlichen wie wichtig es gerade jetzt ist, sich zu erinnern.<\/p>\n<p>Prof. Dr. Sascha Feuchert ist Professor f\u00fcr Neuere deutsche Literatur mit dem Schwerpunkt Holocaust- und Lagerliteratur und ihre Didaktik am Institut f\u00fcr Germanistik der Justus-Liebig-Universit\u00e4t\u00a0Gie\u00dfen und hat am gestrigen Tag einen Vortrag zum Thema ,,Schreiben als Widerstand: Texte aus den Gettos und den KZs als Zeugnisse der Selbstbehauptung vorgestellt<\/p>\n<p>Dabei stellte er verschiedene Textformen vor, wie Gedichte, Chroniken, Tageb\u00fccher oder Briefe, die von Zeitzeugen und Opfern des Holocausts erstellt wurden und damit eine der wichtigsten Grundlagen der Aufarbeitung der Verbrechen des Nationalsozialismus darstellt. Die Opfer berichten in diesen Schriften \u00fcber Situationen in den Konzentrationslagern und \u00fcber die schrecklichen Geschehnisse die ihnen und weiteren dort widerfahren sind. Die Erinnerungen sind teilweise sehr detailliert geschildert und enthalten manchmal sogar einzelne Zahlen, beispielsweise wie viele Menschen an bestimmten Tagen angekommen oder gestorben sind. Adressiert waren Briefe, Gedichte, Tageb\u00fccher an Gott, Verwandte wie M\u00fctter oder Kinder oder an die Nachwelt. Oft wussten die Verfasser bereits, welches Schicksal ihnen bevorstand. Nach drau\u00dfen gelangt sind diese Texte \u00fcber die verschiedensten Wege,\u00a0aber immer heimlich. Beispielsweise wurde ein Text in einer Thermosflasche versteckt vergraben wurden und erst Jahre sp\u00e4ter gefunden wurden.<\/p>\n<p>Abgeschlossen hat Prof. Dr. Feuchert seinen Vortrag mit den Worten: ,, Ohne diese Texte der Selbstbehauptung w\u00fcssten wir heute nur sehr wenig \u00fcber das, was wirklich Geschehen ist. Ohne diese Texte der Selbstbehauptung h\u00e4tten die Nationalsozialisten ihr Ziel, nicht nur die Menschen zu vernichten, sondern auch die Erinnerung an sie, erreicht. Daraus w\u00e4chst eine Verpflichtung. An uns.\u201c<\/p>\n<p>Erinnern ist heute wichtiger als je zuvor. Wir befinden uns in einer angespannten Stimmung in Deutschland und d\u00fcrfen nicht vergessen, dass wir uns als Gesellschaft nicht zur\u00fcckentwickeln sondern weiterentwickeln m\u00fcssen, indem wir die Prinzipien von Respekt, Toleranz und Mitmenschlichkeit in den Mittelpunkt unserer Bem\u00fchungen stellen. In diesem Kontext ist der 27. Januar nicht nur ein historisches Datum; er ist ein lebendiger Appell, aktiv gegen jede Form von Diskriminierung, Hass und Menschenfeindlichkeit einzustehen. Und vor allem d\u00fcrfen wir eins nicht: vergessen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit 1996 findet j\u00e4hrlich am 27. Januar der Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus statt. 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