{"id":17873,"date":"2023-01-14T01:25:10","date_gmt":"2023-01-14T00:25:10","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/?p=17873"},"modified":"2026-04-10T15:46:57","modified_gmt":"2026-04-10T13:46:57","slug":"studien-mit-der-realitaet-verbinden-durch-die-studien-praxis-projekte-spp","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/2023\/01\/14\/studien-mit-der-realitaet-verbinden-durch-die-studien-praxis-projekte-spp\/","title":{"rendered":"Studien mit der Realit\u00e4t verbinden durch die Studien-Praxis-Projekte (SPP)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Wir haben k\u00fcrzlich erfahren, dass es an der Uni Bremen eine Initiative gibt, die Lehramtsstudierende mit der realen Schulpraxis verbindet. Die Studien-Praxis-Projekte (SPP) sind wenig bekannt, aber sie sind ein ideales Beispiel daf\u00fcr, wie Studierende unser theoretisches Wissen und unsere Forschung auf die Probleme unseres Fachs in der Realit\u00e4t anwenden k\u00f6nnen. Ich wei\u00df nicht, wie es euch geht, aber ich muss mich von Zeit zu Zeit daran erinnern, dass die Universit\u00e4t keine Blase der Wissensproduktion ist, die in Credit Points und Essays gefangen ist, sondern ein wechselseitiger Fluss des Dialogs mit der Realit\u00e4t. Es ist wichtig, \u00fcber diese Projekte Bescheid zu wissen und daran teilzunehmen, weil sie uns mit den Problemen verbinden, mit denen die Welt au\u00dferhalb des Klassenzimmers konfrontiert ist. Tats\u00e4chlich verbinden sie uns mit dem kleinen Teil der Gesellschaft, zu dem wir am direktesten und effektivsten etwas beitragen k\u00f6nnen. Also aufgepasst: So machen es der FB02 und der FB12.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die SPPs sind M\u00f6glichkeiten, mit von den Schulen vorgeschlagenen Fragen in gef\u00fchrten Teams (2-5 Personen) und mit Supervision\/Feedback von beiden Parteien zu arbeiten. Sie dauern ungef\u00e4hr 3-4 Monate. <strong>Tipp: <\/strong>Sie sind der perfekte Ort, um Kontakte in Schulen zu kn\u00fcpfen und Ideen f\u00fcr die Masterarbeit zu finden, da eine Teilnahme im dritten oder vierten Semester empfohlen wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Bei dieser Gelegenheit habe ich mit drei Studierenden gesprochen, die am SPP teilgenommen haben: Joy Grosser, Bastian Grimmelmann und Vincent Wrissenberg. Sie studieren oder studierten an der Uni Bremen, um Lehrkr\u00e4fte an Oberschulen und Gymnasien (Biologie und Chemie), am Gymnasium (Mathe und Chemie) oder an Grundschulen (Inklusive P\u00e4dagogik, Deutsch und Kunst) zu werden. Alle drei sind in ihrem Bereich auch t\u00e4tig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">In ihren SPPs hatten sie die M\u00f6glichkeit, eng mit Schulen in Bremen, Vegesack und Bremerhaven zusammenzuarbeiten. Ihre Interventionen bestanden in der begr\u00fcndeten Gestaltung didaktischer Einheiten und digitaler Tools, die dabei halfen, spezifische Inklusionssituationen und \u00dcbergangsschwierigkeiten zwischen den Klassen zu l\u00f6sen, das Interesse der Jugendlichen zu wecken und mit kultureller Vielfalt zu arbeiten. Vincents Projekt konzentrierte sich beispielsweise auf die Entwicklung von didaktischen Einheiten mit Mehr-Sinn-Geschichten, um unterschiedliche Erfahrungen des Vorlesens und des Leseverst\u00e4ndnisses zu erzielen. Dies reichte von der Auseinandersetzung mit den Barrieren zwischen Kind und Buch und der sorgf\u00e4ltigen Auswahl von Bilderb\u00fccher, die gemeinsam mit der Bilderbuchbibliothek der Uni Bremen erfolgte, bis hin zur Erstellung eigener Geschichten sowie der Pr\u00e4senzanwendung in verschiedenen Klassen von drei Schulen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Obwohl SPPs einen praktischen Ansatz haben, unterscheiden sie sich stark von Praktika, da sie auf einer anderen Grundlage beginnen, bei der alle Beteiligten ihre Perspektive und ihr Wissen einbringen. Laut Joy ist diese Zusammenarbeit sehr wertvoll, weil sie sich wie auf Augenh\u00f6he anf\u00fchlt. \u201eW\u00e4hrend die Lehrkr\u00e4fte aus der Praxis berichtet haben, konnte ich Ideen aus den Seminaren mit einbringen und habe von meinen Dozenten im Hintergrund hilfreiche Literatur und Anregungen empfangen.\u201c Ein weiterer interessanter Aspekt im Vergleich zu Praktika ist die Themen- und Interessenfreiheit, die SPPs zulassen. Wie Vincent erkl\u00e4rte: \u201eDas SPP ist eine freiwillige Geschichte, bei der man selbst viel Entscheidungsfreiheit hat, was mir pers\u00f6nlich im Praxissemester oder in Praktika oft zu kurz kam.\u201c Bastian berichtet zudem, dass es \u201ebeim SPP mehr darum geht, einen konkreten Beitrag zur Schulentwicklung zu leisten, also eigene Projekte f\u00fcr den Unterricht zu entwickeln\u201c. Es ist wichtig zu wissen, dass die Studierenden w\u00e4hrend ihrer Entwicklung immer die Begleitung und Unterst\u00fctzung von Kollegen und Mentoren hatten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Mir ist klar, welchen Beitrag unsere Kolleg:innen f\u00fcr die beteiligten Schulen leisten, aber ich wollte auch h\u00f6ren, was sie von dieser Teilnahme haben, da sie vollkommen freiwillig ist und keine materielle Entsch\u00e4digung beinhaltet. Der erste Vorteil war, eine thematische Basis und eine Datenquelle f\u00fcr ihre Masterarbeiten zu erhalten. Es wird jedoch auch der pers\u00f6nliche Wert der Erfahrung hervorgehoben und das Gef\u00fchl, dass die produzierten Ideen wirklich n\u00fctzlich f\u00fcr jemanden sind und eine sichtbare Wirkung erzielen. Joy sagte, dass f\u00fcr sie das wertvollste am SPP der Austausch sei. Gemeinsam mit den Lehrkr\u00e4ften zu \u00fcberlegen, wie ein guter inklusiver Unterricht aussehen kann. \u201eGleichzeitig hat man in einigen Punkten feststellen m\u00fcssen, dass in der Uni gelerntes manchmal nur eine Wunschvorstellung ist und die Realit\u00e4t ganz anders aussieht.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Abschlie\u00dfend auf die Frage, ob dieses Programm f\u00fcr alle geeignet ist, die sich auf das Unterrichten vorbereiten, lautet die Antwort <strong>ja!<\/strong><\/p>\n<div style=\"width: 224px;\" class=\"wp-video\"><video class=\"wp-video-shortcode\" id=\"video-17873-1\" width=\"224\" height=\"224\" loop autoplay preload=\"metadata\" controls=\"controls\"><source type=\"video\/mp4\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/files\/yes-gif.mp4?_=1\" \/><a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/files\/yes-gif.mp4\">https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/files\/yes-gif.mp4<\/a><\/video><\/div>\n<p style=\"text-align: justify\">Diejenigen, die die Erfahrung gemacht haben, meinen hierzu: \u201eDas SPP liefert einen guten (und schnellen) Zugang, eigene Ideen zu entwickeln und umsetzen zu k\u00f6nnen, ohne gro\u00dfe H\u00fcrden \u00fcberwinden zu m\u00fcssen. Es bringt vielf\u00e4ltige M\u00f6glichkeiten, die Schulentwicklung voranzutreiben.\u201c (Bastian) \u201eDiese intensive Phase der Praxis kann in meinen Augen keines der Pflichtpraktika geben. Im SPP kann man seine Perspektive einbringen und etwas Eigenes kreieren.\u201c (Joy) \u201eDie unterschiedlichen SPPs waren so divers und unterschiedlich spannend, dass alle auf ihre individuelle Art und Weise davon profitieren k\u00f6nnen.\u201c (Vincent)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ich stimme Vincent zu, wenn er sagt: \u201eIm Studium ist es meiner Erfahrung nach ein gro\u00dfer Mehrwert, mal nach links und rechts zu schauen, anstatt immer nur geradeaus zu laufen und den direkten Weg zu nehmen. Ich w\u00fcnsche allen Mitstudierenden, dass sie ebenfalls die M\u00f6glichkeit bekommen, so tolle Erfahrungen zu sammeln, wie wir es getan haben. Darum sollten die SPPs im Lehramtsstudium meiner Meinung nach definitiv mehr Aufmerksamkeit bekommen.\u201c \u201eIch bin absoluter Fan vom SPP und w\u00fcrde es allen Lehramtsstudierenden, wie auch Schulen empfehlen\u201c, bemerkt Joy.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Es scheint mir, dass wir tats\u00e4chlich daran interessiert sein sollten, \u00e4hnliche Verbindungen zu replizieren, bei denen alle Beteiligten gewinnen: Universit\u00e4tsstudierende, Institutionen und die Gesellschaft im Allgemeinen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Bei Interesse an weiteren Informationen oder konkreten Fragen zum Programm k\u00f6nnt ihr an <a href=\"&#x6d;a&#x69;&#108;&#x74;&#111;:&#x73;p&#x70;&#64;&#x75;&#110;i&#x2d;&#98;&#x72;&#101;m&#x65;n&#x2e;&#100;&#x65;\">&#115;&#112;&#x70;&#64;&#117;&#x6e;&#x69;-&#98;&#x72;&#x65;m&#101;&#x6e;&#46;&#100;&#x65;<\/a> schreiben und die Webpage <a href=\"https:\/\/www.uni-bremen.de\/zflb\/projekte-forschung\/schnittstellen-gestalten-qualitaetsoffensive-lehrerbildung\/teilprojekte\/studien-praxis-projekte\/\">https:\/\/www.uni-bremen.de\/zflb\/projekte-forschung\/schnittstellen-gestalten-qualitaetsoffensive-lehrerbildung\/teilprojekte\/studien-praxis-projekte\/<\/a> besuchen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Studien-Praxis-Projekte (SPP) sind wenig bekannt, aber sie sind ein ideales Beispiel daf\u00fcr, wie Studierende unser theoretisches Wissen und unsere Forschung auf die Probleme unseres Fachs in der Realit\u00e4t anwenden k\u00f6nnen. Wenn du auf Lehramt studierst und Interesse an der Verkn\u00fcpfung von Theorie und Praxis in der Schule hast, dann ist dieser Artikel genau das Richtige f\u00fcr dich.<\/p>\n","protected":false},"author":14272,"featured_media":17875,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"footnotes":""},"categories":[10841],"tags":[345397,1022907,70509,1023026],"class_list":["post-17873","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-campus-aktuell","tag-interviews","tag-lehramtsstudierende","tag-lehramtsstudium","tag-studien-praxis-projekte"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17873","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/users\/14272"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17873"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17873\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":19887,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17873\/revisions\/19887"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17875"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17873"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17873"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17873"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}