{"id":16205,"date":"2021-06-16T18:02:15","date_gmt":"2021-06-16T16:02:15","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/?p=16205"},"modified":"2021-06-22T09:36:14","modified_gmt":"2021-06-22T07:36:14","slug":"solidarische-landwirtschaft-solawi-in-bremen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/2021\/06\/16\/solidarische-landwirtschaft-solawi-in-bremen\/","title":{"rendered":"Solidarische Landwirtschaft (SoLaWi) &#8211; Das Konzept und Bremer Anlaufstellen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif\"><b>Was ist Solidarische Landwirtschaft?<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif\">Die Solidarische Landwirtschaft ist ein Zusammenschluss von landwirtschaftlichen Betrieben und G\u00e4rtnereien mit Verbraucher*innen, um so eine b\u00e4uerliche, verantwortungsvolle und vielf\u00e4ltige Landwirtschaft zu erhalten. Erzeuger*innen und Verbraucher*innen bilden dazu eine Art Wirtschaftsgemeinschaft: Die Gruppe aus Verbraucher*innen zahlt einen festgesetzten, meist monatlichen Betrag, welcher sich aus den gesch\u00e4tzten Jahreskosten der landwirtschaftlichen Erzeugung ergibt, um so bereits im Voraus zu garantieren, dass diese gedeckt werden. \u201e<span style=\"font-size: medium\">Hierdurch wird dem*der Erzeuger*in erm\u00f6glicht, sich unabh\u00e4ngig von Marktzw\u00e4ngen einer guten landwirtschaftlichen Praxis zu widmen, den Boden fruchtbar zu erhalten und bed\u00fcrfnisorientiert zu wirtschaften.\u201c, so hei\u00dft es auf der Webseite der Solidarischen Landwirtschaft. <\/span>Im Gegenzug wird die gesamte Ernte auf die beteiligten Verbraucher*innen aufgeteilt. Meistens besteht die Ernte aus Gem\u00fcse, manche H\u00f6fe liefern auch Obst und gelegentlich gibt es auch die M\u00f6glichkeit, weiterverarbeitete Produkte wie Brot, Milch- und Fleischprodukte zu erhalten, sofern der landwirtschaftliche Betrieb diese herstellt. Zusammenfassend kann man sagen: <span style=\"font-size: medium\">\u201eWesentlich ist also, dass eine Gruppe die Abnahme der Erzeugnisse garantiert und die Ernte bzw. alles, was notwendig ist, um diese zu erzeugen, vorfinanziert. Alle teilen sich die damit verbundene Verantwortung, das Risiko, die Kosten und die Ernte.\u201c<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif\"><span style=\"font-size: medium\">Es handelt sich also um eine \u201ewin-win\u201c Situation: Die Verbraucher*innen bekommen frische, saisonale und qualitativ hochwertige Lebensmittel, w\u00e4hrend die Landwirte durch ihr gesichertes Einkommen das Risiko auf schlechte Ernte (z.B. durch Witterungen) mit ihren Unterst\u00fctzer*innen teilen. Zus\u00e4tzlich wird dadurch nachhaltige Landwirtschaft gef\u00f6rdert: Lebensmittelverschwendung wird vermieden, da auch Produkte, die den Marktnormen nicht entsprechen, an die Konsumierenden geliefert werden. Des Weiteren k\u00f6nnen sich die Betriebe durch ihr gesichertes Einkommen auf landwirtschaftliche Arbeit und nachhaltige Praxis fokussieren.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif\"><span style=\"font-size: medium\">Au\u00dferdem sorgt dies sowohl auf der Erzeuger*innen als auch auf der Verbraucher*innen Seite f\u00fcr mehr Transparenz: die Betriebe wissen, f\u00fcr welche Konsumierenden sie ihre Lebensmittel anbauen, w\u00e4hrend die Verbraucher*innen genau zur\u00fcckverfolgen k\u00f6nne, wie und von wem ihr Essen produziert wird.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-16230 aligncenter\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/files\/SoLaWi-Bonn-Ernte-300x220.png\" alt=\"\" width=\"644\" height=\"472\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/files\/SoLaWi-Bonn-Ernte-300x220.png 300w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/files\/SoLaWi-Bonn-Ernte-768x564.png 768w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/files\/SoLaWi-Bonn-Ernte-705x518.png 705w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/files\/SoLaWi-Bonn-Ernte.png 920w\" sizes=\"auto, (max-width: 644px) 100vw, 644px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif\"><b><span style=\"font-size: medium\">Wie funktioniert dies in der Umsetzung?<\/span><\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif\">In sogenannten Depots k\u00f6nnen die Verbraucher*innen ihre Lebensmittel abholen. Diese befinden sich oft in bereits bestehenden Gemeinschaftszentren oder in privaten R\u00e4umlichkeiten wie bspw. gro\u00dfen Garagen von anderen Verbraucher*innen, die Teil der Solidarischen Landwirtschaft sind. Dort werden die Lebensmittel dann aufgeteilt. Diese Depots sind oft selbst organisiert, erz\u00e4hlt Lara, die ebenfalls als Verbraucherin Mitglied einer Solidarischen Landwirtschaft ist. Entweder muss jedes Depot Mitglied die eigenen Lebensmittel selbst abwiegen, oder es gibt sogenannte Depot-Pat*innen, welche die Mitglieder in Dienste einteilt. Dann ist jede*r ungef\u00e4hr einmal pro Jahr daf\u00fcr verantwortlich das Gem\u00fcse abzuwiegen und gerecht auf einzelne Kisten zu verteilen. So m\u00fcssen die anderen Mitglieder dann nur noch ihren ihren Anteil im Depot abholen, erkl\u00e4rt Lara weiter. Eine Solidarische Landwirtschaft verf\u00fcgt oft \u00fcber mehrere Depots, die im Umfeld der Region angesiedelt sind. Diese seien oft schon voll und so wird ausgelost, welchem Depot neue Mitglieder letztendlich beitreten d\u00fcrfen. \u201eBei meinem Betrieb war es so, dass ich drei Priorit\u00e4ten f\u00fcr die Lage der Depots angegeben werden, von denen mir dann eines zugeteilt wurde.\u201c, berichtet Lara aus ihrer eigenen Erfahrung. So wird also sicher gestellt, dass sich das Depot in Reichweite der Verbraucher*innen befindet.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif\"><b>Die Gemeinschaft:<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif\">Solidarische Landwirtschaft ist viel mehr als nur eine Zweckgemeinschaft. Lara erz\u00e4hlt begeistert von gemeinsamen Aktivit\u00e4ten, wie z.B. Grillabenden, die teilweise in Depots, also im kleineren Rahmen aber auch von der gesamten Solidarischen Landwirtschaft organisiert werden. Au\u00dferdem k\u00f6nnen die Mitglieder an sogenannten Helfer*innen-Tagen jederzeit auf dem Hof mitarbeiten. So wird die Transparenz noch erh\u00f6ht und die Verbraucher*innen k\u00f6nnen sich direkt vor Ort ihr eigenes Bild von den Lebensmitteln machen. Au\u00dferdem st\u00e4rkt dies das Gemeinschaftsgef\u00fchl und \u201ees macht unglaublich viel Spa\u00df\u201c, wie Lara berichtet. Sie hilft regelm\u00e4\u00dfig beim Ernten und Unkraut j\u00e4ten in ihrer SoLaWi aus. Neben Gartenhandschuhen und Ger\u00e4tschaft werden die Helfer*innen ihres Hofes sogar mit einem Fr\u00fchst\u00fcck gest\u00e4rkt. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif\">W\u00e4hrend es sich bei den einzelnen Depots vor allem um die Nachbarschaft handelt, sind bei der gesamten Kundschaft eines Hofes schon manchmal mehrere hundert Leute beteiligt. Da ein einzelner Hof nicht unbegrenzt Menschen versorgen kann, gibt es allerdings auch eine beschr\u00e4nkte Anzahl an zugelassenen Mitgliedern. Teilweise kann es also sein, dass potentielle Kund*innen sich auf Wartelisten eintragen m\u00fcssen, um irgendwann in die Solidarische Landwirtschaft beitreten zu k\u00f6nnen. Dennoch scheint sich das Warten zu lohnen!<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif\">Adressen\/Anlaufstellen:<\/span><\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif\">In Bremen gibt es mehrere landwirtschaftliche Betriebe, die sich mit ihren Verbaucher*innen zu einer Solidarischen Landwirtschaft zusammengeschlossen haben. Hier habe ich einige Anlaufstellen f\u00fcr euch verlinkt:<\/span><\/span><\/p>\n<ul style=\"text-align: justify\">\n<li><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif\">G\u00e4rtnerhof Oldendorf: <a href=\"https:\/\/www.gaertnerhof-oldendorf.de\/solidarische-landwirtschaft\/beitritt\/\">https:\/\/www.gaertnerhof-oldendorf.de\/solidarische-landwirtschaft\/beitritt\/<\/a><\/span><\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif\">Das gr\u00fcne Zebra (G\u00e4rtnerhof Riede): <a href=\"https:\/\/das-gruene-zebra.de\/jobs-und-mitarbeit\/\">https:\/\/das-gruene-zebra.de\/jobs-und-mitarbeit\/<\/a><\/span><\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif\">SoLaWi Sophienhof Oldendorf: <a href=\"https:\/\/www.sophienhof-oldendorf.de\/solidarische-landwirtschaft\/\">https:\/\/www.sophienhof-oldendorf.de\/solidarische-landwirtschaft\/<\/a><\/span><\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif\">Au\u00dferdem gibt es seit neuestem auch einen eigenen<strong> SoLaWi Hofladen<\/strong> im Viertel:<\/span><\/span><\/p>\n<ul style=\"text-align: justify\">\n<li><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif\"><span style=\"font-size: medium\">SoLaWi Hofladen GmbH<\/span><span style=\"font-size: medium\"><br \/>\n<\/span><span style=\"font-size: medium\">Weberstra\u00dfe 37<\/span><span style=\"font-size: medium\"><br \/>\n<\/span><span style=\"font-size: medium\">28203 Bremen<\/span> <\/span><\/span><a style=\"font-family: 'Times New Roman', serif\" href=\"https:\/\/solawi-hofladen.de\/\">https:\/\/solawi-hofladen.de<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif\">Meine <strong>Quelle und weitere Informationen<\/strong> sowie ein<strong> Verzeichnis<\/strong> von landwirtschaftlichen Betrieben, die eine Solidarische Landwirtschaft f\u00fchren, findet ihr unter:<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif\">https:\/\/www.solidarische-landwirtschaft.org\/das-konzept<\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Solidarische Landwirtschaft ist ein Zusammenschluss von landwirtschaftlichen Betrieben und G\u00e4rtnereien mit Verbraucher*innen, um so eine b\u00e4uerliche, verantwortungsvolle und vielf\u00e4ltige Landwirtschaft zu erhalten. Die Gruppe aus Verbraucher*innen zahlt \u00fcber eine Saison einen festgesetzten Betrag und erh\u00e4lt im Gegenzug Lebensmittel von den Betrieben. Mehr \u00fcber das Konzept und Bremer SoLaWi Anlaufstellen erfahrt ihr hier. <\/p>\n","protected":false},"author":10412,"featured_media":16207,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"footnotes":""},"categories":[580347,580333],"tags":[820454,820457,820456,820462,197349,13868,820448,820459,820447,167667,820463,820461,820446,473439,820458,820452,204391,820451,820464,820445,820450,820444,820449,125615,820455,383717],"class_list":["post-16205","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-eule-erklaert","category-studileben","tag-anlaufstellen","tag-baeuerinnen","tag-bauern","tag-bauernhof","tag-bio","tag-bremen","tag-das-gruene-zebra","tag-depots","tag-gaertnerhof-oldendorf","tag-gemeinschaft","tag-gemuese","tag-hof","tag-hofladen","tag-konsum","tag-landwirte","tag-lebensmittel","tag-nachbarschaft","tag-nachhaltig","tag-obst","tag-solawi","tag-solawi-hofladen","tag-solidarische-landwirtschaft","tag-sophienhof","tag-transparenz","tag-verbraucherinnen","tag-viertel"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16205","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/users\/10412"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=16205"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16205\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":16228,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16205\/revisions\/16228"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/media\/16207"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=16205"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=16205"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=16205"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}