{"id":16091,"date":"2021-05-21T14:31:39","date_gmt":"2021-05-21T12:31:39","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/?p=16091"},"modified":"2021-05-21T14:31:39","modified_gmt":"2021-05-21T12:31:39","slug":"make-the-invisible-visible","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/2021\/05\/21\/make-the-invisible-visible\/","title":{"rendered":"Make the invisible visible"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Vom 06. &#8211; 12. Mai verschwanden 27 Influencer*innen f\u00fcr 24 Stunden von Instagram unter dem Hashtag \u201eMake the invisible visible\u201c. Was erst einmal nach einer gew\u00f6hnlichen Social-Media Aktion klingt, geht pl\u00f6tzlich viel tiefer. Teil dieser Aktion war auch Ariana Baborie von dem Podcast \u201eHerrengedeck\u201c. Durch sie wurde ich darauf aufmerksam und unsanft aus meiner Bubble geholt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><em><strong>An dieser Stelle eine Triggerwarnung bez\u00fcglich (sexueller) Gewalt.<\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Wovon rede ich hier? Es geht um Zwangsprostitution und Menschenhandel. Mit der Aktion, initiiert durch \u201eEyd Clothing\u201c, wollten die Influencer*innen eben genau das bewirken: Ihre Follower*innen aus ihrer Bubble l\u00f6sen und auf dieses leider noch viel zu aktuelle Thema weltweit aufmerksam machen. Eine traurige Realit\u00e4t die f\u00fcr viele Menschen, meist Frauen, Alltag ist.<\/p>\n<div class='avia-iframe-wrap'><div class=\"lyte-wrapper fourthree\" style=\"width:420px;max-width:100%;margin:5px;\"><div class=\"lyMe\" id=\"WYL_yta_MFsoYSI\"><div id=\"lyte_yta_MFsoYSI\" data-src=\"\/\/i.ytimg.com\/vi\/yta_MFsoYSI\/hqdefault.jpg\" class=\"pL\"><div class=\"tC\"><div class=\"tT\"><\/div><\/div><div class=\"play\"><\/div><div class=\"ctrl\"><div class=\"Lctrl\"><\/div><div class=\"Rctrl\"><\/div><\/div><\/div><noscript><a href=\"https:\/\/youtu.be\/yta_MFsoYSI\" rel=\"nofollow\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i.ytimg.com\/vi\/yta_MFsoYSI\/0.jpg\" alt=\"YouTube-Video-Vorschaubild\" width=\"420\" height=\"295\" \/><br \/>Dieses Video auf YouTube ansehen<\/a><\/noscript><\/div><\/div><div class=\"lL\" style=\"max-width:100%;width:420px;margin:5px;\"><\/div><\/div>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Betroffenen kommen haupts\u00e4chlich aus sozial schwachen Milieus in denen Armut, Hunger und Perspektivlosigkeit herrscht. Mit falschen Versprechungen werden sie in die Zwangprostitution gelockt. Im Glauben einen gut bezahlten Job zu erhalten oder gar Model zu werden und damit nicht nur sich, sondern auch ihren Familien\/Kindern helfen zu k\u00f6nnen, verschleppen Menschenh\u00e4ndler die Betroffenen. Im Ziel Land angekommen, werden sie zur Prostitution gezwungen, bedroht, misshandelt und mehr. Das Ministerium f\u00fcr Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung NRW gibt an, dass laut den Vereinten Nationen j\u00e4hrlich 1,6 Millionen Menschen, davon meist Frauen und M\u00e4dchen, mit dem Hauptziel Deutschland davon betroffen sind.<br \/>\nEine genaue Zahl wie viele Menschen in Deutschland aktuell zwangsprostituiert sind, gibt es nicht. Sch\u00e4tzungsweise sind es allein eine halbe Million j\u00e4hrlich von Ost- nach Westeuropa. Dabei gelten generell Deutschland, Spanien, Frankreich und Italien als die Hauptzielorte. Faktisch fest machen, kann man es nur an den Razzien und aufgedeckten F\u00e4llen. Trotz der Arbeit an dem &#8222;Prostituiertenschutzgesetz&#8220; in Deutschland von 2017, welches freiwillige! Sexarbeiter*innen sch\u00fctzen soll, \u00e4ndert dies wenig an der unfreiwilligen Prostitution und dem Menschenhandel. Es packt das Problem nicht an der Wurzel. Der Versuch aus rechtlicher und politischer Sicht f\u00fcr eine st\u00e4rkere Handhabe gegen die Zuh\u00e4lter*innen, um die Ausbeutungsm\u00f6glichkeiten im Rotlichtmilieu zu verringern. Ein interessanter und vor allem informativer Podcast ist die Folge \u201eAuf den Spuren der Zwangsprostitution in Deutschland\u201c von Weltinsider (2019). Die ganze Problematik wird anhand eines realen Falles erkl\u00e4rt. Hierf\u00fcr reisen sie zu der Familie nach Bukarest. In Zusammenarbeit mit dem BKA f\u00fchrt dieses eine Razzia in Deutschland durch, mit dem Ziel die betroffene Frau zu befreien. Die Folge ist keine leichte Kost, aber f\u00fcr mich pers\u00f6nlich wichtig gewesen dies zu h\u00f6ren. Denn was in Netflix Serien wie \u201eSky Rojo\u201c entertainend dargestellt wird, ist f\u00fcr die realen Betroffenen reine Gewalt, Einsch\u00fcchterung und Unterdr\u00fcckung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Durch die Legalisierung der Sexarbeit und Filmen hat sich das Bild dessen in der Gesellschaft gewandelt. F\u00e4lschlicherweise gehen viele davon aus, dass Menschen in Bordellen oder Stra\u00dfenstrichen dort freiwillig sind. Vielmehr ist es eine moderne Art der Sklaverei, welche u.a. durch die Fl\u00fcchtlingswelle und offizielle \u00d6ffnungen diverser Grenzen einen massiven Zuwachs erhalten hat. Nur jede 100. Person wird aus diesen Strukturen befreit. Deutschlandweit versuchen Bundesl\u00e4nder wie NRW mit Kampagnen, bspw. \u201eExit.NRW\u201c, f\u00fcr Aufkl\u00e4rung, Sensibilisierung und <span class=\"aCOpRe\">Enttabuisierung<\/span> zu sorgen. Es ist wichtig, dass unsere Gesellschaft sich \u00fcber diese Menschenrechtsverletzung bewusst wird. Nicht jede*r Sexarbeiter*innen \u00fcbt diese T\u00e4tigkeit unter Zwang aus. Es ist wichtig zu differenzieren und eben die Menschen, die nicht autonom entscheiden zu befreien und anschlie\u00dfend einen Ausblick zu bieten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Verschiedene Vereine und Organisationen haben sich hierauf spezialisiert. Die Initiator*innen der zu Beginn genannten Aktion \u201eMake the invisible visible\u201c von Eyd Clothing stellen gemeinsam mit Betroffenen nachhaltige, vegane und faire Kleidung her. Damit m\u00f6chten sie ihnen eine Perspektive fernab von Gewalt und Zwang bieten, sowie gegen Ausbeutung, Menschenhandel und Sklaverei ank\u00e4mpfen. Ihre erste karitative Partnerwerkstatt \u201eCHAIIM humanitarian Clothing\u201c ist in Mumbai. Das Rehabilitationsprogramm von CHAIIM bietet den Frauen dort nicht nur einen Job an, sondern weiteres wie Wohnung, Schulausbildung und Gesundheitsversorgung. Hier sollen statt Profit, die Geschichten der Menschen im Vordergrund stehen. Umso sch\u00f6ner (bei so einem schweren und traurigem Thema) empfinde ich es, dass jedes Kleidungsst\u00fcck mit einen Stempel einer N\u00e4herin versehen ist. Auf ihrer Website kann die Geschichte bzw. ein paar von ihr geschriebenen Zeilen nachgelesen werden.<br \/>\nIn der Aktionswoche ging es zudem nicht nur um das symbolische Verschwinden auf Instagram, sondern auch um Aufkl\u00e4rung. Eyd Clothing f\u00fchrte beispielsweise Gespr\u00e4che mit &#8222;International Justice Mission&#8220;, welche man auf ihrem Account sich weiterhin anschauen kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Dieser Artikel soll keine Werbung f\u00fcr die Marke, den Podcast oder diverse Influencer*innen sein, sondern die Missst\u00e4nde aufweisen und exemplarisch zur Aufkl\u00e4rung dienen. Auch wenn wir im Alltag nicht damit konfrontiert werden, ist es leider der Alltag viel zu vieler Menschen.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Hilfetelefon &#8222;Gewalt gegen Frauen&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Die kostenlose Hotline &#8222;Gewalt gegen Frauen&#8220; bietet von Gewalt Betroffenen Frauen, Unterst\u00fctzer*innen, usw. unter der Nummer 08000 &#8211; 116 016 ein Hilfe- und Unterst\u00fctzungsangebot. Dies gilt rund um die Uhr und deutschlandweit. Dazu z\u00e4hlt auch Gewalt in der Prostitution, Menschenhandel und Zwangsprostitution. Sie vermitteln an Anlaufstellen, geben Informationen und \u00fcbersetzen in 17 Sprachen.<\/p>\n<div class='avia-iframe-wrap'><iframe loading=\"lazy\" title=\"Spotify Embed: Auf den Spuren der Zwangsprostitution in Deutschland\" width=\"100%\" height=\"232\" allowtransparency=\"true\" frameborder=\"0\" allow=\"encrypted-media\" src=\"https:\/\/open.spotify.com\/embed-podcast\/episode\/5CTouwP8tQ79YFX88eLUBc?si=Z6LJBVVETKuCPcxTZwgj6Q\"><\/iframe><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Quellen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"http:\/\/www.eyd-clothing.com\">www.eyd-clothing.com<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.welt.de\/podcasts\/welt-insider\/article187834344\/Podcast-Auf-den-Spuren-der-Zwangsprostitution-in-Deutschland.html\">www.welt.de\/podcasts\/welt-insider\/article187834344\/Podcast-Auf-den-Spuren-der-Zwangsprostitution-in-Deutschland.html<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"http:\/\/www.bmfsfj.de\/bmfsfj\/themen\/gleichstellung\/frauen-vor-gewalt-schuetzen\/prostitution\">www.bmfsfj.de\/bmfsfj\/themen\/gleichstellung\/frauen-vor-gewalt-schuetzen\/prostitution<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"https:\/\/www.bka.de\/DE\/UnsereAufgaben\/Deliktsbereiche\/Menschenhandel\/menschenhandel_node.html\">www.bka.de\/DE\/UnsereAufgaben\/Deliktsbereiche\/Menschenhandel\/menschenhandel_node.html<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"https:\/\/www.land.nrw\/de\/pressemitteilung\/ministerin-ina-scharrenbach-exitnrw-landesregierung-startet-landesweite-aktion\">www.land.nrw\/de\/pressemitteilung\/ministerin-ina-scharrenbach-exitnrw-landesregierung-startet-landesweite-aktion<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"https:\/\/www.bmfsfj.de\/bmfsfj\/themen\/gleichstellung\/frauen-vor-gewalt-schuetzen\/prostitution\">www.bmfsfj.de\/bmfsfj\/themen\/gleichstellung\/frauen-vor-gewalt-schuetzen\/prostitution<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"http:\/\/www.ilo.org\/berlin\/arbeitsfelder\/kinder-und-zwangsarbeit\/WCMS_546555\/lang--de\/index.htm\">www.ilo.org\/berlin\/arbeitsfelder\/kinder-und-zwangsarbeit\/WCMS_546555\/lang&#8211;de\/index.htm<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vom 06. &#8211; 12. Mai verschwanden 27 Influencer*innen ohne Ank\u00fcndigung f\u00fcr 24 Stunden auf Social Media Kan\u00e4len. Dahinter steckt die Awareness-Kampagne &#8222;Make the invisible visible&#8220; von Eyd Clothing. Was diese Klamottenmarke mit einer der gr\u00f6\u00dften kriminellen Problemen der Welt zu tun hat, lest ihr hier. *Triggerwarnung (sexuelle) Gewalt*<\/p>\n","protected":false},"author":10956,"featured_media":16093,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"footnotes":""},"categories":[580333],"tags":[26121,820425,820423,820228,15702,704167,170081,135,820424,820422,820418,820421,15862,15739,51,255,820420],"class_list":["post-16091","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-studileben","tag-aktion","tag-awareness","tag-eyd-clothing","tag-fair-fashion","tag-frauen","tag-gesetz","tag-hashtag","tag-hilfe","tag-influencer","tag-kampagne","tag-make-the-invisible-visible","tag-menschenhandel","tag-menschenrechte","tag-mode","tag-podcast","tag-politik","tag-zwangsprostitution"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16091","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/users\/10956"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=16091"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16091\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":16097,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16091\/revisions\/16097"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/media\/16093"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=16091"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=16091"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=16091"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}