{"id":16024,"date":"2021-04-23T16:49:53","date_gmt":"2021-04-23T14:49:53","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/?p=16024"},"modified":"2021-04-23T16:49:53","modified_gmt":"2021-04-23T14:49:53","slug":"seaspiracy-eine-filmreview","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/2021\/04\/23\/seaspiracy-eine-filmreview\/","title":{"rendered":"Seaspiracy &#8211; Eine Filmreview"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Der neue Film Seaspiracy von Kip Andersen unter der Regie von Ali Tabrizi ist aktuell in aller Munde und trifft den Nerv des Zeitgeistes. Der Dokumentationsfilm zeigt die brutale Wahrheit hinter dem Fischfang, der Plastikverschmutzung, den Arbeitsbedingungen und dar\u00fcber hinaus. Und wenn ich brutal sage, dann meine ich das auch so. Also vorab: <strong>TRIGGERWARNUNG<\/strong>! Der Film behandelt nicht nur besagte Themen sondern beinhaltet auch Szenen der Tiergewalt. Leider fehlt diese Warnung zu Beginn des Filmes. Auch in diesem Artikel gilt daher eine Triggerwarnung und nat\u00fcrlich, <strong>Achtung Spoiler<\/strong>!<\/p>\n<div class='avia-iframe-wrap'><div class=\"lyte-wrapper fourthree\" style=\"width:420px;max-width:100%;margin:5px;\"><div class=\"lyMe\" id=\"WYL_1Q5CXN7soQg\"><div id=\"lyte_1Q5CXN7soQg\" data-src=\"\/\/i.ytimg.com\/vi\/1Q5CXN7soQg\/hqdefault.jpg\" class=\"pL\"><div class=\"tC\"><div class=\"tT\"><\/div><\/div><div class=\"play\"><\/div><div class=\"ctrl\"><div class=\"Lctrl\"><\/div><div class=\"Rctrl\"><\/div><\/div><\/div><noscript><a href=\"https:\/\/youtu.be\/1Q5CXN7soQg\" rel=\"nofollow\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i.ytimg.com\/vi\/1Q5CXN7soQg\/0.jpg\" alt=\"YouTube-Video-Vorschaubild\" width=\"420\" height=\"295\" \/><br \/>Dieses Video auf YouTube ansehen<\/a><\/noscript><\/div><\/div><div class=\"lL\" style=\"max-width:100%;width:420px;margin:5px;\"><\/div><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Sp\u00e4testens seit der Fridays for Future Bewegung sollte jedem Menschen bewusst geworden sein, welches Leid wir der Umwelt durch unseren Lebensstil zuf\u00fcgen. Obgleich wir uns dessen (mich eingeschlossen) immer bewusster werden, sind unser Handeln und politische Beschl\u00fcsse langsamer als eine Schnecke. Und die sind vor Allem f\u00fcr ihr langsames Tempo bekannt\u2026peinlich, oder? Der Film spiegelt dies in Spielfilml\u00e4nge schmerzhaft wider und welche Auswirkungen eben jenes (Nicht-)Handeln auf die diversen Bereiche des Meeres hat. Allem voran der Fischfang.\u00a0 Denn die damit einhergehende \u00dcberfischung und Verschmutzung des Meeres, die Fischereimethoden, die illegale Fischerei und der Beifang werden immer noch zu selten thematisiert. Die gezeigten Bilder sind brutal und blutig, aber vielleicht auch notwendig, um die Dringlichkeit des Themas in seiner G\u00e4nze zum Ausdruck zu bringen. Die Wahrheit tut oft weh. Wer m\u00f6chte schon sehen, wie Delfine und Wale unn\u00f6tig als Beifang f\u00fcr Dosenthunfisch sterben und teils als \u201eUngeziefer\u201c zum S\u00fcndenbock degradiert und abgeschlachtet werden?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die komplexen Themen und Probleme werden einem Laien visuell gut dargestellt. Doch um ehrlich zu sein, wird f\u00fcr mich der Film eben jener Komplexit\u00e4t nicht gerecht. Ein Film, der zahlreiche Probleme anspricht, kann in 90 Minuten vielleicht auch nicht dem Umfang dessen gerecht werden. Um die vielf\u00e4ltigen und miteinander korrelierenden wissenschaftlichen Faktoren angemessen zu behandeln, w\u00e4re eine Mini-Serie besser gewesen, obwohl diese nur die Oberfl\u00e4che der zahlreichen Forschungen, Ansichten und L\u00f6sungsversuche in der Wissenschaft anschneiden kann. Ebenso sorgte nicht nur bei mir die Konklusion des Filmes zu dem Problem des Fischfangs auf Unverst\u00e4ndnis. \u201eEsst keinen Fisch mehr\u201c. Wirklich? W\u00e4re es so einfach, w\u00e4re die Welt wom\u00f6glich morgen gerettet. Kaum einer w\u00fcrde widersprechen, dass weniger Fischkonsum dem Umweltwohl guttut, doch ist es nicht DIE L\u00d6SUNG. Denn Stand jetzt sind 3 Milliarden Menschen von der K\u00fcstenfischerei abh\u00e4ngig, sei es als Beruf oder zur eigenen Ern\u00e4hrung, weil es eine wichtige Nahrungsquelle am Wohnort ist. Nicht jede*r kann ihre*seine Nahrung frei w\u00e4hlen und der Verzicht auf Fisch w\u00fcrde f\u00fcr die Betroffenen mit Armut, Hunger und Mangelern\u00e4hrung einhergehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Im Sinne der Wissenschaftlichkeit, da der Film sich als \u201eDokumentation\u201c verschreibt, fehlen oftmals die Belege f\u00fcr die verwendeten Zahlen und Fakten. Doch schlimmer ist, sie sind teilweise bewiesen falsch. Laut WWF stimmt die Behauptung, dass es 2048 keine Fische mehr gibt, nicht. Das US-amerikanische National Fisheries Institute (NFI) sagt zudem, dass diese Studie aus dem Jahr 2006 sogar vom Verfasser selbst vollst\u00e4ndig wiederlegt wurde. Und Blauflossenthunfisch kostet nicht 100.000 $\/Fisch. Der Zuschauende wird den Film \u00fcber mit falschen Zahlen gef\u00fcttert.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-16026 size-medium\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/files\/Screenshot_2021-04-23-Erschreckende-Netflix-Doku-Seaspiracy-zeigt-Um-das-Klima-zu-retten-muss-die-Fischerei-gestoppt-werden-300x177.png\" alt=\"https:\/\/www.watson.de\/nachhaltigkeit\/netflix\/220303212-netflix-doku-seaspiracy-um-klima-zu-retten-muss-fischerei-gestoppt-werden\" width=\"300\" height=\"177\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/files\/Screenshot_2021-04-23-Erschreckende-Netflix-Doku-Seaspiracy-zeigt-Um-das-Klima-zu-retten-muss-die-Fischerei-gestoppt-werden-300x177.png 300w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/files\/Screenshot_2021-04-23-Erschreckende-Netflix-Doku-Seaspiracy-zeigt-Um-das-Klima-zu-retten-muss-die-Fischerei-gestoppt-werden-705x416.png 705w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/files\/Screenshot_2021-04-23-Erschreckende-Netflix-Doku-Seaspiracy-zeigt-Um-das-Klima-zu-retten-muss-die-Fischerei-gestoppt-werden.png 722w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Im Film werden haupts\u00e4chlich Aktivist*innen interviewt, Organisationen wie das NFI wurden nach ihren eigenen Aussagen weder kontaktiert noch befragt. Dies stie\u00df bei mir vor allem \u00fcbel auf, als es um Anschuldigungen der Sklaverei in Thailand ging. Als halb Thai war mein pers\u00f6nliches Interesse, ob und wie das ganze dort geschieht, gro\u00df. Leider wurde dieses Thema nur mit vielen offenen Fragen angeschnitten, Staatsstimmen gl\u00e4nzten erneut durch ihre Abwesenheit. Interviewt wurden Betroffene, anonymisiert f\u00fcr ihre Sicherheit. Das ist auch gut und wichtig! Doch laut dem \u201eThai Enquirer\u201c wurden nur kaukasische oder westliche-welt repr\u00e4sentierende Expert*innen gezeigt. Das Problem sei jedoch in thail\u00e4ndischen Bewegungen bekannt und werde l\u00e4ngst versucht zu bek\u00e4mpfen. Dar\u00fcber hinaus sei das Verfilmte vom Stand 2016 und angeblich seien einige Szenen nicht einmal in Thailand gedreht worden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\u00a0\u201eSeaspiracy\u201c zeigt in einer apokalyptischen Art das komplexe Geschehen auf dem Meer. F\u00fcr mich gleicht es einem filmischen Clickbating. Die vorherigen Filme von Kip Andersen \u201eWhat the Health\u201c und \u201eCowspiracy\u201c waren \u00e4hnlich aufgebaut und schlussfolgerten z.B. mit der vereinfachten L\u00f6sung: Esst kein Fleisch. Die Bilder sind teils sehr hektisch, mit dramatischer Musik untermalt und spielen die Emotionen der Protagonist*innen mit ein. Dies ist kein reiner Dokumentationsfilm.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Auch wenn ich und andere Stimmen einige negative Kritikpunkte haben: Der Film spricht dennoch wichtige Punkte an und weist auf das Fehlverhalten der Menschen hin. Er verschiebt mit seinem L\u00f6sungsansatz aber mal wieder das Problem von der Politik auf das Individuum. Ja, jede*r einzelne kann dazu beitragen und sollte weiter nachhaltiger leben. Was wir brauchen sind aber striktere Ma\u00dfnahmen, Regularien, Unterst\u00fctzungen und auch Sanktionen durch die Politik, damit sich endlich etwas \u00e4ndert\u2026am liebsten in Schallgeschwindigkeit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Quellen:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.wwf.de\/warum-seaspiracy-ein-guter-und-wichtiger-film-ist\">blog.wwf.de\/warum-seaspiracy-ein-guter-und-wichtiger-film-ist<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.thaienquirer.com\/26101\/seaspiracy-documentary-under-fire-from-environmentalists-for-factual-errors-conspiracy-theories\">www.thaienquirer.com\/26101\/seaspiracy-documentary-under-fire-from-environmentalists-for-factual-errors-conspiracy-theories<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.tk-report.de\/2021\/04\/viel-kritik-an-netflix-doku-seaspiracy\">www.tk-report.de\/2021\/04\/viel-kritik-an-netflix-doku-seaspiracy<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit Wochen ist der neue Film &#8222;Seaspiracy&#8220; von Kip Andersen in aller Munde. In manchen L\u00e4ndern schaffte es der Film unter die Top 10 von Netflix. Doch was ist dran an dem Hype? Im folgenden Artikel tauchen wir tiefer in den Film ein und setzten uns mit Zahlen und Fakten auseinander. Neben dem Spoileralarm gilt eine Triggerwarnung (Gewalt an Tieren).<\/p>\n","protected":false},"author":10956,"featured_media":16025,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"footnotes":""},"categories":[580333],"tags":[820185,820390,820388,85,86,82,820387,820386,820389,18494,721243,820385,166563],"class_list":["post-16024","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-studileben","tag-820185","tag-ali-tabrizi","tag-cowspiracy","tag-doku","tag-dokumentation","tag-film","tag-filmreview","tag-fischerei","tag-kip-andersen","tag-kritik","tag-netflix","tag-seaspiracy","tag-umwelt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16024","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/users\/10956"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=16024"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16024\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":16029,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16024\/revisions\/16029"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/media\/16025"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=16024"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=16024"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=16024"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}