{"id":14833,"date":"2020-05-06T18:43:16","date_gmt":"2020-05-06T16:43:16","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/?p=14833"},"modified":"2020-07-06T13:22:51","modified_gmt":"2020-07-06T11:22:51","slug":"impressionen-aus-meinem-selbststudium","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/2020\/05\/06\/impressionen-aus-meinem-selbststudium\/","title":{"rendered":"Impressionen aus meinem Selbststudium"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Heute m\u00f6chte ich ein paar Impressionen aus meinem Selbststudium zum Besten geben. Eigentlich wollte ich von meiner Tagesroutine berichten und wie ich dank fr\u00fchzeitigem Aufstehen (wir reden hier von 9 Uhr, fr\u00fch ist vielleicht der falsche Begriff) trotzdem einigerma\u00dfen meine To do&#8217;s auf die Reihe kriege, aber gerade habe ich mich nach vier Stunden Binge Watching endlich von der Serie New Girl losgerissen um diesen Artikel zu schreiben, also kommt mir das ein bisschen heuchlerisch vor. Heute ist einer dieser unproduktiven Tage, an denen ich super viel tun k\u00f6nnte, stattdessen aber im Bett liege und gestresst vor mich hin prokrastiniere. Ich f\u00fchle mich ein bisschen wie eine Schlaftablette, weil ich zu schlapp und m\u00fcde bin um produktiv zu sein, andererseits aber zu wach um zu schlafen und genervt vom nichts tun. Dies ist ein Gef\u00fchl, das mich w\u00e4hrend des Selbststudiums an manchen Tagen immer wieder einholt. Als Hauptproblem daf\u00fcr, habe ich mittlerweile mein Bett identifiziert. In meinem Studenten-Zimmer gibt es keinen Platz f\u00fcr ein Sofa und ansonsten verf\u00fcgen wir nur \u00fcber eine kleine K\u00fcche in unserer WG. Wenn ich also nicht gerade am Schreibtisch sitze, verbringe ich einen Gro\u00dfteil meiner Zeit im Bett. Kein Wunder dass ich da m\u00fcde werde, aber was will man machen!? Rausgehen w\u00e4re vielleicht eine L\u00f6sung&#8230; Mir fehlt der morgendliche Gang zur Bushaltestelle und die anschlie\u00dfende Busfahrt zur Uni, bei der ich erst so richtig wach werde. Bei dem vielen zu Hause sein kommt so gar kein richtiger Energie Schub auf. Zwar versuche ich, jeden Tag einen Spaziergang zu machen, doch oft schaffe ich dies erst am fr\u00fchen Abend.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Aber naja, das ist Jammern auf hohem Niveau. Eigentlich kann ich mich ganz gl\u00fccklich sch\u00e4tzen. Von Montag bis Donnerstag habe ich jeden Tag ein Zoom Meeting, am Freitag habe ich frei. Au\u00dferdem mache ich einen zus\u00e4tzlichen Fotografie Kurs, zu dem wir w\u00f6chentliche Aufgaben bekommen. Alles in allem klappt es also ganz gut. Bisher reicht meine Disziplin aus um auch an jedem Meeting teilzunehmen und die Hausaufgaben zwar kurz vor knapp, aber dennoch rechtzeitig zu erledigen. Sogar die meisten Texte habe ich bisher zumindest immer bis zur H\u00e4lfte gelesen. So w\u00fcrde ich mich also nicht als vorbildliche Muster-Studentin bezeichnen, aber was muss, wird erledigt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Zur\u00fcck zu den Zoom Meetings muss ich sagen, dass ich wirklich dankbar bin, zu jedem Seminar auch ein Live-Treffen geboten zu kriegen. Das ist zwar kein Ersatz zu pers\u00f6nlichen Treffen, aber so sehe ich wenigstens \u00fcber die Kamera ein paar altbekannte Gesichter meiner KomilitonInnen. Au\u00dferdem finde ich es so leichter, einen geregelten Alltag zu gestalten und zumindest halbwegs diszipliniert der Uni nachzukommen. Dennoch ist so ein Tag vor dem Bildschirm auch wirklich anstrengend. Zwischen Texten f\u00fcr die Seminare lesen, Zoom-Meetings, Telefonaten und Videoanrufen mit Freunden und Netflix verbringe ich nur wenig Zeit offline. Da brummt am Abend schon einmal der Kopf. Au\u00dferdem vermisse ich die pers\u00f6nliche Interaktion mit meinen Freunden. Gemeinsame Mensa-Besuche, Smalltalk und Caf\u00e9 in den Pausen oder Fl\u00fcstern in den Seminaren machen den Alltagsstress ertr\u00e4glich. Heimliches Chatten w\u00e4hrend den Zoom-Meetings kann dies nur schwer ersetzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Des Weiteren habe ich mich noch nicht so ganz an diese surreale Online-Kommunikation gew\u00f6hnt und f\u00fchle mich teilweise wie in einem Science Fiction Film, in dem sich das ganze Leben in einer virtuellen Welt abspielt. So finde ich es beispielsweise sehr merkw\u00fcrdig, meinen KomilitonInnen eindr\u00fccke in mein privates Zimmer zu geben, wenn ich an Video-Seminaren teilnehme. Ungl\u00fccklicherweise steht mein Schreibtisch n\u00e4mlich so, dass man in der Kamera fast meine gesamte Einrichtung im Hintergrund sehen kann. Eigentlich finde ich mein Zimmer sehr sch\u00f6n und sch\u00e4me mich nicht daf\u00fcr, dennoch ist es aber auch sehr privat f\u00fcr mich und ich w\u00fcrde l\u00e4ngst nicht so viele Leute, wie in den Seminaren teilnehmen, zu mir nach Hause einladen. So verschwimmen immer mehr die Grenzen zwischen Uni und Privatleben. Auf der einen Seite gibt dieses \u201ezu Hause sein\u201c w\u00e4hrend Pr\u00e4sentationen etc. eine Art Selbstbewusstsein, da man ja nicht \u201ewirklich\u201c vor vielen Leuten steht, auf der anderen Seite ist mein Zimmer f\u00fcr mich aber auch eine Art R\u00fcckzugsort, in dem ich Dinge wie Stress eben in der Uni zur\u00fccklasse, was nun leider nicht mehr ganz so klappt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Eine andere unbehagliche Situation stellen die sogenannten \u201eBreakout rooms\u201c gelegentlich dar, in die wir w\u00e4hrend Gruppen-Diskussionen weitergeleitet werden. F\u00fcr alle, die damit nicht vertraut sind, m\u00f6chte ich dies kurz erkl\u00e4ren: Die Breakout rooms sind quasi eine Art eigener virtueller Raum f\u00fcr kleinere Gruppen. So k\u00f6nnen die Dozierenden w\u00e4hrend eines Seminars also einen Zeitraum auf Zoom festlegen, f\u00fcr den sie die Teilnehmenden in Kleingruppen einteilen und jede Gruppe in einen extra Breakout room weiterleiten. Dort k\u00f6nnen sie sich dann im pers\u00f6nlicheren Rahmen austauschen. Ist der festgelegte Zeitraum verstrichen, so werden die Teilnehmenden automatisch wieder zur\u00fcck in die prim\u00e4re Zoom-Sitzung geleitet. Unangenehm werden diese Gruppen-Diskussionen vor allem, weil sich oft niemand traut etwas zu sagen. \u00dcber das Internet wird Kommunikation noch einmal erschwert, da durch Verz\u00f6gerungen aufgrund der Verbindung oft nicht deutlich ist, wenn jemand zum Reden ansetzt. So passiert es, dass wir uns versehentlich gegenseitig unterbrechen oder aber anschweigen. Inhalte kommen teilweise nur als verzerrte Gespr\u00e4chsfetzen an, was manchmal echt m\u00fchsam ist und den Spa\u00df nimmt. Au\u00dferdem bricht meine Verbindung des \u00d6fteren ab und so fliege ich aufgrund des Internets gelegentlich aus dem Chatroom. Das ist besonders \u00e4rgerlich, wenn es um Themen geht, die mich wirklich interessieren und auf die ich mich intensiv vorbereitet habe. Fliegt man wegen der Verbindung aus einem Zoom-Meeting, so muss man sich erneut daf\u00fcr anmelden und von dem Dozierenden angenommen werden. Weil diese ja mitten in der Leitung eines Seminares stecken, kann dies immer eine gewisse Zeit dauern und so habe ich schon einmal fast eine Stunde in der Warteschleife verbracht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Fasse ich abschlie\u00dfend meine Erfahrungen mit dem Selbstudium in der Isolation und Zoom zusammen, so muss ich sagen, dass die App viele gute Funktionen hat und auf alle F\u00e4lle ihren Zweck f\u00fcr virtuelle Seminare erf\u00fcllt. Meinen Dozierenden bin ich sehr dankbar daf\u00fcr, dass sie sich alle die M\u00fche machen, Unterricht f\u00fcr uns live zu gestalten! Dennoch freue ich mich schon auf den Tag, an dem wir endlich wieder gemeinsam in der Uni sitzen k\u00f6nnen und ganz ohne die Hilfe eines technischen Ger\u00e4tes miteinander kommunizieren!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aufgrund von Covid-19 und der Notwendigkeit des sozialen Distanzierens befinden wir Studierenden uns gerade in einer Phase zwischen Selbst- und Onlinestudium. In diesem Artikel gebe ich euch Eindr\u00fccke in meine pers\u00f6nlichen Erfahrungen mit dieser Ausnahmesituation.<\/p>\n","protected":false},"author":10412,"featured_media":14835,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"footnotes":""},"categories":[10841,580333],"tags":[580302,704242,730337,61090,21521,287,704274],"class_list":["post-14833","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-campus-aktuell","category-studileben","tag-campus-eule","tag-corona","tag-covid-19","tag-selbststudium","tag-studentenleben","tag-uni-bremen","tag-zoom"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14833","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/users\/10412"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14833"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14833\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":16978,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14833\/revisions\/16978"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/media\/14835"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14833"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14833"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14833"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}