{"id":14700,"date":"2020-04-22T18:52:16","date_gmt":"2020-04-22T16:52:16","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/?p=14700"},"modified":"2020-07-03T09:28:29","modified_gmt":"2020-07-03T07:28:29","slug":"corona-diaries-part-3-unspektulaere-verwirrung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/2020\/04\/22\/corona-diaries-part-3-unspektulaere-verwirrung\/","title":{"rendered":"Corona Diaries: Part 3 &#8211; Unspektakul\u00e4re Verwirrung"},"content":{"rendered":"<p>Liebes Tagebuch, liebe Eule-Leser,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Wenn ich versuche, mich an die letzten Wochen zu erinnern, so verschwimmen sie vor meinen Augen zu einem einzigen Brei. Mit Einbruch der Covid-19 Pandemie hat sich in meinem Leben kaum etwas ver\u00e4ndert. Seit Mitte M\u00e4rz verbringe ich die Zeit vor allem vor meinem Laptop und bin gefangen zwischen Hausarbeiten und meiner Feldforschung. Zu Beginn war diese noch von gemeinsamen Caf\u00e9 Pausen und Spazierg\u00e4ngen mit Freunden geschm\u00fcckt, doch schon bald stellten wir das ein. Ich erinnere mich noch genau an den Tag, an dem ich realisiert habe, wie ernst die Corona-Krise wirklich ist. Meine Freundin und ich haben einen gemeinsamen Ausflug in das Caf\u00e9 Marianne gemacht. Gemeinsam schlenderten wir durch das Viertel und immer merkw\u00fcrdiger erschien uns die Stimmung. Noch war uns der ernst der Situation nicht bewusst. Nur langsam schlich sich ein komisches Gef\u00fchl in unser Unterbewusstsein. Das Caf\u00e9 musste fr\u00fcher schlie\u00dfen, weil die Besitzerin ihre Tochter abholen musste, die aufgrund des Virus nicht mehr zum Schwimmen gehen konnte. Ansonsten bleibe das Caf\u00e9 nun erst einmal regul\u00e4r ge\u00f6ffnet, erkl\u00e4rte sie uns. Auf dem R\u00fcckweg machten wir noch einen Stopp beim B\u00e4cker, der ebenfalls normal ge\u00f6ffnet hatte. Doch innerhalb der n\u00e4chsten Woche ging alles ganz schnell. Immer mehr Gesch\u00e4fte schlossen ihre T\u00fcren, bei Spazierg\u00e4ngen machten wir einen Bogen um andere Leute und schon bald waren wir uns nicht mehr sicher, ob wir uns \u00fcberhaupt noch bei Freunden zu Hause treffen sollten. Im Allgemeinen ist die letzte Zeit von sehr vielen Unsicherheiten gepr\u00e4gt. Soll ich den langen Weg nach Hause wagen und 10 Stunden Zugfahrt in den Schwarzwald riskieren oder bleibe ich doch lieber in meiner WG in Bremen? Darf ich mich \u00fcberhaupt noch mit Freunden zum Spazieren treffen oder bleibe ich strikt in Isolation? All diese Dinge besch\u00e4ftigen mich in letzter Zeit und ich wei\u00df nicht, wie ich damit umgehen soll. Momentan beschr\u00e4nken sich meine sozialen Kontakte auf 2 Freunde sowie meine Mitbewohnerin. Und nat\u00fcrlich auf virtuelle Meetings, sowohl mit meinen Liebsten als auch der Universit\u00e4t. Wie in einem Science Fiction Film f\u00fchle ich mich, wenn ich meine Webcam so ausrichte, dass die anderen Seminar-Teilnehmer m\u00f6glichst wenig von meinem chaotischen Zimmer sehen. So bin ich wenigstens gezwungen f\u00fcr ein bisschen Ordnung zu sorgen. Besonders dankbar bin ich momentan vor allem f\u00fcr unseren S\u00fcdbalkon, den wir schon mit einer Palette und neuen Pflanzen aufgeh\u00fcbscht haben. So kann ich ungest\u00f6rt Zeit im freien Verbringen und muss mich nicht um eine n\u00f6tige Distanz sorgen. Au\u00dferdem spaziere ich t\u00e4glich zur Weser. Am Deich scheint das Leben noch normal zu sein, wobei ich mir nicht sicher bin ob das ein gutes oder schlechtes Zeichen ist. Wie G\u00e4nsebl\u00fcmchen bl\u00fchen zweier Gr\u00fcppchen im regelm\u00e4\u00dfigen Takt auf dem H\u00fcgel. Doch nicht alle halten sich an die soziale Distanz. So f\u00e4hrt nun auch das Ordnungsamt Patrouille und ermahnt s\u00e4mtliche Gruppierungen, die nicht angemessen Abstand voneinander halten. Ziemlich surreal das Ganze und so richtig will mein Kopf die Situation einfach nicht realisieren. Vielleicht auch ganz gesund? Au\u00dferdem habe ich jegliches Zeitgef\u00fchl verloren. An einem \u00e4u\u00dferst verwirrten Tag bin ich erschrocken aufgewacht, in der Annahme dass wir das Jahr 2021 haben&#8230; Ups. Nichtsdestotrotz hatte ich auch einige sch\u00f6ne Tage. So haben meine Mitbewohnerin und ich uns vorgenommen, unsere Kochb\u00fccher endlich einmal durchzuarbeiten. Zu Ostern gab es eine selbstgemachte Pizza, belegt mit K\u00fcrbis, Apfel, Rucola und Granatapfelkernen. Au\u00dferdem haben wir uns zur Feier des Tages eine Vorspeise aus Artischocken zubereitet und diese bei einer Flasche Wein am Osterdeich genossen. Das war toll! Des weiteren vers\u00fc\u00dfen mir die nun t\u00e4glich gesendeten Folgen Fest und Flauschig, der Podcast von Jan B\u00f6hmermann und Olli Schulz den Tag und geh\u00f6ren mittlerweile fest zum Morgenritual dazu. Viel mehr gibt es aber auch wirklich nicht zu berichten. Gerne h\u00e4tte ich hier einen witzigen Text geschrieben oder spannende Geschichten erz\u00e4hlt, doch momentan passiert bei mir nichts besonders aufregendes. Dank der Uni und den Hausarbeiten habe ich nun schon lange eine Alltagsroutine, von der ich einerseits genervt, andererseits aber auch dankbar f\u00fcr ein Gef\u00fchl von Normalit\u00e4t bin. Ich hoffe, ihr alle k\u00f6nnt meinen unspektakul\u00e4ren Alltag teilen, ist schlie\u00dflich ja irgendwie auch ein Zeichen daf\u00fcr, dass uns nichts schlimmeres widerf\u00e4hrt.<\/p>\n<p>Bis hoffentlich bald zur\u00fcck in der Uni,<\/p>\n<p>Eure Leah<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem ihr schon von Niklas und Pauls Leben w\u00e4hrend der Corona-Krise lesen durftet, gew\u00e4hre ich nun auch Einblicke in meinen Alltag seit der Pandemie.<\/p>\n","protected":false},"author":10412,"featured_media":14703,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_total_topic_count_hidden":0,"_bbp_total_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"footnotes":""},"categories":[10841],"tags":[30850,580302,704242,730337,704258,704254,731715,167687,287,704257],"class_list":["post-14700","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-campus-aktuell","tag-alltag","tag-campus-eule","tag-corona","tag-covid-19","tag-normalitaet","tag-pandemie","tag-social-distancing","tag-tagebuch","tag-uni-bremen","tag-verwirrung"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14700","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/users\/10412"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14700"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14700\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":16972,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14700\/revisions\/16972"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/media\/14703"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14700"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14700"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14700"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}