{"id":1068,"date":"2012-11-22T17:42:16","date_gmt":"2012-11-22T16:42:16","guid":{"rendered":"http:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/?p=1068"},"modified":"2016-11-18T18:26:40","modified_gmt":"2016-11-18T17:26:40","slug":"vorgestellt-wo-das-geld-hinfliest-oder-auch-debatte-im-landtag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/eule\/2012\/11\/22\/vorgestellt-wo-das-geld-hinfliest-oder-auch-debatte-im-landtag\/","title":{"rendered":"Vorgestellt: Wo das Geld hinflie\u00dft oder auch: Debatte im Landtag"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"https:\/\/www.uni-bremen.de\/fileadmin\/user_upload\/single_sites\/eule\/vorgestellt\/burgerschaft.JPG\" data-rel=\"lightbox-image-0\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"https:\/\/www.uni-bremen.de\/fileadmin\/user_upload\/single_sites\/eule\/vorgestellt\/burgerschaft.JPG\" alt=\"Studierende vor der B\u00fcrgerschaft\" width=\"300\" height=\"169\" \/><\/a><strong>Mich hat es diesmal in die Bremer Innenstadt getrieben. In die B\u00fcrgerschaft, um genau zu sein. F\u00fcr alle die nicht wissen, was\/wie\/wo die Bremer B\u00fcrgerschaft ist: Die Bremer B\u00fcrgerschaft ist ein Geb\u00e4ude direkt zwischen der Domsheide und dem Marktplatz, in welches das Bremer Parlament debattiert. Der Grund f\u00fcr den Ausflug ist allgegenw\u00e4rtig auf dem Campus: Einmal mehr geht es um die K\u00fcrzungen an den \u00f6ffentlichen Hochschulen Bremens, was sich bei uns zum Beispiel im Studiengang Kunst extrem bemerklich macht. Aber was im Parlament im speziellen zur Debatte steht, k\u00f6nnt ihr nun in diesem Artikel lesen.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Am Anfang der Woche hat der AStA Uni Bremen dazu aufgerufen, der B\u00fcrgerschaftsdebatte \u00fcber die Weiterfinanzierung der privaten Jacobs Universit\u00e4t beizuwohnen. Dies hat n\u00e4mlich eine ziemliche Bedeutung auch f\u00fcr uns. W\u00e4hrend wir auf unserer Seite starke K\u00fcrzungen erfahren m\u00fcssen, steht nun im Raum, ob die Jacobs Universit\u00e4t mit weiteren drei Millionen j\u00e4hrlich unterst\u00fctzt wird, da diese ebenfalls in schwierigen Finanzen steckt. Die Universit\u00e4t kann ihre Kosten nicht abdecken und schreibt seit Jahren rote Zahlen. Sie war also schon lange vom Lande Bremen abh\u00e4ngig und fordert nun mehr Unterst\u00fctzung. Dies f\u00fchrte nun dazu, dass die Linke einen Antrag im Parlament stellt, eben diese Weiterfinanzierung zu stoppen und stattdessen sich um die \u00f6ffentlichen Hochschulen zu k\u00fcmmern. Wissenschaftspolitische Sprecherin Kristina Vogt von der oppositionellen Linkspartei f\u00fchrte den Antrag an. Drei Millionen w\u00fcrden nicht die 20 Millionen Euro Schulden, die sie regelm\u00e4\u00dfig machen, ausreichen um irgendetwas zu \u00e4ndern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">W\u00e4hrend der Debatte wurde zunehmenst deutlich, dass das Land Bremen die Privat Universit\u00e4t in Bremen Nord gerne sehen, da es die dortige Wirtschaftsstruktur st\u00e4rkt, welche sonst eher schwach ist. Auch ist es ein Anlaufpunkt f\u00fcr Studierende aus aller Welt, da die Universit\u00e4t international ist und somit Bremen zu einem attraktiveren Wohnort macht und als internationaler Knotenpunkt sich nach au\u00dfen pr\u00e4sentieren kann. Aber das Modell \u201ePrivatuni\u201c ist nicht einfach so durchzuf\u00fchren. Zumindest scheitert das Konzept generell in Deutschland mangels der Finanzierung. Warum nun gerade das Land Bremen, welches mit einem schwierigen Haushalt zu k\u00e4mpfen hat, sich unbedingt eine Privat-Universit\u00e4t erhalten will, ist dementsprechend ebenfalls kritikw\u00fcrdig. Die Jacobs-Universit\u00e4t stand schonmal vor dem Aus, jedoch bot die Jacobs-Foundation (Ja, Kaffeebohnen-Jacobs) eine Spende von 200 Millionen Euro an. Dies war die bis dahin europaweit gr\u00f6\u00dfte Spende, die jemals an eine Universit\u00e4t geflossen war. Dies war jedoch an eine Bedingung gekoppelt: Das Land Bremen m\u00fcsse f\u00fcr weitere Jahre 5 Millionen Euro an die Universit\u00e4t abgeben. Und einmal mehr wiederholte sich das Spiel. Die Jacobs-Universit\u00e4t versicherte, dass die zuk\u00fcnftige innere Struktur daf\u00fcr sorgen w\u00fcrde, dass keine roten Zahlen mehr geschrieben werden und dass sie nicht mehr zu Lasten des Landes fallen. Diese Versprechen wurden jedoch nicht eingehalten und der Kapitalstock der Universit\u00e4t ist einmal mehr aufgebraucht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\u00a0<!--nextpage--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">W\u00e4hrend \u201eDie Linke\u201c fest an ihren Antrag hielt, hielt die CDU ganz klar zu der Jacobs-Universit\u00e4t. Die Gr\u00fcnen und die SPD verblieben zwischen diesen beiden Polen, sie w\u00fcrden die Wichtigkeit der Jacobs-Universit\u00e4t als st\u00fctzender Faktor in Forschung und in Bremen-Nord in der Struktur erkennen, wollen aber auch daf\u00fcr sorgen, dass es den \u00f6ffentlichen Hochschulen auch besser ginge. Sie fordern nun nach uneingl\u00f6sten Versprechen der Jacobs-Universit\u00e4t eine Auseinandersetzung und suchen das Gespr\u00e4ch um dann eine L\u00f6sung zu finden. Der Antrag wurde recht eindeutig vom Landtag abgelehnt und damit war dann die Debatte zu Ende.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">\u00a0<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"https:\/\/www.uni-bremen.de\/fileadmin\/user_upload\/single_sites\/eule\/vorgestellt\/vorsicht-meinung.jpg\" alt=\"Meinung\" width=\"522\" height=\"80\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Nachdem wir die B\u00fcrgerschaft verlassen hatten, waren wir alle sehr mit den Inhalten der Debatte besch\u00e4ftigt. Aber richtig zufrieden konnten wir nicht sein. Letztendlich wurde ja nun kein klarer Entschluss gefasst, was nun im Falle der Jacobs-Universit\u00e4t passiert und ob wir endlich mal nicht die Verlierer sind. Ich sage bewusst Verlierer, da der Exzellenz-Wahnwitz die Universit\u00e4t als Gewinner bezeichnet wird, w\u00e4hrend das Geld \u00fcberall um uns herum fliesst. Was wir aber tats\u00e4chlich bekommen sind Gutachter, die bei uns k\u00fcrzen. W\u00e4hrend wir mit wachsender Studierendenzahl zu k\u00e4mpfen haben, stehen K\u00fcrzungs- und Spargedanken wohl nicht auf der Liste der Jacobs-Universit\u00e4t. Der Antrag der Linken wurde abgelehnt, es wirkte auch f\u00fcr mich recht impulsiv, die Jacobs-Universit\u00e4t einfach einzurei\u00dfen und das Geld einfach weiter zu reichen. Die CDU wiederum sprach nur von den paradiesischen Szenerien der Jacobs-Universit\u00e4t und welch glorreiches Bild die Studierenden und Lehrenden dort abgeben. Mein rigorosistes Kopfsch\u00fctteln an dieser Stelle. Unter der Hausordnung fiel, dass wir weder Beifall noch Missgunst-\u00c4u\u00dferungen ins Parlament ausdr\u00fccken durften, da wir lediglich als Zuschauer geduldet wurden. Aber wir konnten nicht anders als Lachen, als SPD Abgeordneter Andreas Kottisch sich zu uns wandte und uns mitteilte \u201eEr sei auf unserer Seite und wir sollen weiter machen\u201c. Wie kann ich das denn noch ernst nehmen? Ich finde, dass die Zust\u00e4nde, die hier an unserer Universit\u00e4t geschehen viel zu wenig in der Politik beleuchtet werden. Es hei\u00dft finanzielle Knappheit oder \u201evolle H\u00f6rs\u00e4\u00e4le\u201c. Aber dass die meisten Entscheidungstr\u00e4ger nicht wirklich wissen, wie sich die K\u00fcrzungen im Studienleben auswirken und was dies f\u00fcr Folgen hat f\u00fcr die Generation an Studierenden, die zu diesen Jahren zu uns an die Uni kommen, das ist meiner Meinung nach kritikw\u00fcrdig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mich hat es diesmal in die Bremer Innenstadt getrieben. In die B\u00fcrgerschaft, um genau zu sein. F\u00fcr alle die nicht wissen, was\/wie\/wo die Bremer B\u00fcrgerschaft ist: Die Bremer B\u00fcrgerschaft ist ein Geb\u00e4ude direkt zwischen der Domsheide und dem Marktplatz, in welches das Bremer Parlament debattiert. 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